Die Entbindung im Geburtshaus

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Der Storch ist angekommen
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AutoreninfoMag. Carina Runge-Mathis
aktualisiert: 10.04.2020Gründerin von Mamiweb, Mehrfache Mutter
Gesundheit, Familie, Soziales

Immer mehr Frauen suchen eine Alternative zur Entbindung in einer Klinik. Neben einer Hausgeburt kommt in der Regel auch eine Geburtsklinik in Frage. Was es rund um eine Entbindung zu wissen gibt und wie dir die Entscheidung leichter fällt, dass erfährst du hier, in diesem Artikel.

Inhalt des Beitrags:
  1. Geburtshaus, Hausgeburt oder Klinik?
  2. Emotionale Bedürfnisse
  3. Frühzeitig Informieren und anmelden
  4. Wann kommt eine Geburt im Geburtshaus nicht in Frage?

Geburtshaus, Hausgeburt oder Klinik?

Als angehende Mutter steht man früher oder später vor der interessanten Frage, wie man denn nun schlussendlich sein Kind zur Welt bringen möchte. Effektiv gibt es eigentlich nur drei Möglichkeiten, die für die meisten Mütter in Betracht kommen. Die häufigste gewählte Möglichkeit und dementsprechend gängige Praxis ist die Entbindung in einer Klinik. Hierzu meldet man sich in der Regel im entsprechenden Krankenhaus frühzeitig an und fährt, wenn die Wehen losgehen in besagtes Krankenhaus, um zu entbinden. Eine andere Möglichkeit, die quasi das Gegenteil von der Geburt im Krankenhaus darstellt, ist die sogenannte Hausgeburt. Bei der Hausgeburt verlässt die Mutter das eigene Haus nicht und bringt ihr Kind in den eigenen vier Wänden zur Welt. In der Regel ist hierfür eine Hebamme notwendig, die tatsächlich Hausgeburten durchführt. Eltern die Erfahrungen mit Hausgeburten und Klinikaufenthalten haben, sind sich häufig einig darüber, dass eine Hausgeburt deutlich angenehmer ist, als die Geburt in einem Krankenhaus. Allerdings gehört in der heutigen Zeit einiges an Vertrauen in die Hebamme und sich selbst dazu, sich einer Hausgeburt zu stellen, gerade deshalb, weil viele junge Mütter gern auf Nummer sicher, gehen möchten und idealerweise für den Fall, dass irgendetwas schief geht, die perfekte Ausrüstung in greifbarer Nähe haben wollen. Dabei lässt sich nicht unbedingt sagen, dass eine Geburt in einem Krankenhaus deutliche sicherer ist, als eine Geburt zu Hause, denn aufgrund von sehr strengen Richtlinien, wann eine Hausgeburt durchgeführt werden darf, kommt es im Rahmen der Hausgeburt auch nur sehr selten zu ernsten Komplikationen, die einen Transport ins Krankenhaus voraussetzen. Dritte Lösung für das Problem, wo man denn nun eigentlich entbinden soll, ist das Geburtshaus. Geburtshäuser sind eine schöne Alternative zu Krankenhäusern und der Hausgeburt, weil sie quasi einen Mittelweg bilden. Geburtshäuser sind nicht ganz so steril und unfreundlich wie herkömmliche Krankenhäuser und haben deutlich mehr Freiheiten, eine bessere Betreuung und keine plötzlich hereinschneidenden Ärzte, die sich in die Geburt einmischen. Gleichzeitig hat man in einer Geburtsklinik allerdings auch einiges mehr an Ausrüstung, als man das bei einer Hausgeburt in Griffweite hat, sodass es bei Komplikation in einem Geburtshaus möglich ist, schnelle sinnvolle Hilfe zu leisten. Durch die gemütliche Umgebung, die vielen Freiheiten was die Entbindung angeht und einer eins zu eins Betreuung in den meisten Geburtshäusern über die Gesamtgeburt hinweg sind Geburtshäuser also ein sehr guter Mittelweg zwischen den anderen beiden Methoden.

Emotionale Bedürfnisse

Der große Vorteil eines Geburtshauses ist die Tatsache, dass hier auf die emotionalen Bedürfnisse der Mutter eingegangen werden kann. Häufig ist es möglich, die im Geburtshaus arbeitenden Hebammen schon vorzeitig kennen zu lernen und mit ihnen womöglich schon einen Teil der Schwangerschaft und einen Teil der Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen. Es entsteht ein wesentlich familiäreres und vertrauteres Klima als dies in einer Klinik möglich ist, bei der man häufig eine Hebamme zugewiesen bekommt, die gerade eben Dienst hat und wo es durchaus üblich ist, dass eine Hebamme nicht nur eine Frau versorgt, sondern gleich mehrere und es einen Schichtwechsel gibt, der dazu führen kann, dass mitten in der Geburt plötzlich eine neue fremde Frau auf der Matte steht. Bei der Geburt ist das wohl fühlen und das Sicherheitsempfinden der Mutter von entscheidender Bedeutung, da je angespannter die Mutter ist, desto länger in der Regel auch die Geburt dauert. Perfekt ist es, eine gelassene, ruhige, familiäre und für die Mutter sichere Umgebung zu bauen, in der sie sich wohlfühlt und sich wirklich entspannen kann. Das Entspannen und das Wohlfühlen können in einem Geburtshaus durch verschiedene Dinge erreicht werden. Zum einen durch die Gestaltung des Kreissaals und die individuellen Wünsche, die hier berücksichtigt werden können aber auch durch Vertrautheit. Fühlt sich die Mutter bei der behandelnden Hebamme sicher und im Geburtshaus und den Kreißsaal möglichst wohl und zu Hause, kann man beobachten dass die Geburten leichter und schneller vonstatten gehen, als an Orten, wo sich die Mutter nicht sicher fühlt.

Von der Wunschmusik über bestimmte Rituale, die sich die Mutter nach der Geburt oder während der Geburt wünscht, ist in einem Geburtshaus so ziemlich alles möglich. Hier wird im Vorfeld schon auf die emotionalen Bedürfnisse der Mutter eingegangen und das ist ein großer Vorteil gegenüber einem herkömmlichen Kreißsaal, der zwar durchaus sehr gemütlich gestaltet sein kann und es heutzutage ebenfalls ermöglicht, eigene Musik mitzubringen und diese zu hören, doch viel mehr Individualisierung ist in einer herkömmlichen Klinik in der Regel nicht drin.

Frühzeitig Informieren und anmelden

Um einen Platz in einem Geburtshaus zu bekommen, muss man sich schon sehr früh darüber informieren und sich klar werden, dass man in einem Geburtshaus tatsächlich entbinden möchte. Je früher dir bewusst ist, dass du das möchtest, desto eher kannst du auf die Suche nach einem entsprechenden Geburtshaus gehen, dieses besichtigen, mit den dort arbeitenden Hebammen sprechen und natürlich dich dann dort auch frühzeitig anmelden, denn die Geburtshäuser sind häufig genauso stark überlaufen wie die Hebammen, sodass es dir sehr schnell passieren kann, dass wenn du dich zu spät anmeldest, für den infrage kommenden Geburtszeitraum einfach keine Kapazitäten im gewünschten Geburtshaus mehr vorhanden sind. Aus diesem Grund gilt, sobald du erfährst, dass du schwanger bist, solltest du dich frühzeitig auf die Suche nach einem entsprechenden Geburtshaus machen und dich hier auch schon für die Geburt idealerweise vormerken lassen.

Wann kommt eine Geburt im Geburtshaus nicht in Frage?

Ähnlich wie bei der Hausgeburt gibt es auch bei der Geburt im Geburtshaus einige Voraussetzungen, die du als Mutter erfüllen musst, damit eine Geburt im Geburtshaus überhaupt eine Option für dich ist. Kommt es zum Beispiel zu einer Mehrlingsgeburt, so wird in der Regel kein Geburtshaus diese durchführen. Auch wenn man chemische Schmerzmittel verabreicht bekommen möchte, idealerweise vielleicht sogar eine PDA wünscht, ist man ebenfalls in einem Geburtshaus falsch. Auch bei einer Risikoschwangerschaft, einer falschen Lage des Kindes, Vorerkrankungen, Probleme innerhalb der Schwangerschaft und Ähnlichem kann es dazu kommen, dass das Geburtshaus nicht als Alternative zur Verfügung steht. Dies ergibt sich in der Regel im Laufe der Schwangerschaft und kann hier in Einzelfällen mit den Ärzten und den entsprechenden Hebammen besprochen werden.

 

Wichtig zu wissen ist auch, dass in vielen Geburtshäusern es keinen langen stationären Aufenthalt gibt. Viele Geburtshäuser bieten lediglich ambulante Entbindungen an, was bedeutet, dass die Eltern samt des Kindes nach einigen Stunden wieder nach Hause können, spätestens nach einigen Tagen. Ambulante Entbindungen gibt es zwar im Prinzip auch in normalen Krankenhäusern, aber aufgrund der Abrechnungsweise der Krankenkassen einer Geburt werden Krankenhäuser alles daran setzen, dass die frischgebackenen Mütter samt ihrer Kinder möglichst einige Tage im Krankenhaus bleiben und somit ein Bett belegen, damit sich eine Entbindung für das Krankenhaus auch tatsächlich rechnet. Es kann dich zwar niemand zum bleiben im Krankenhaus zwingen, aber du kannst dir ziemlich sicher sein, dass die Ärzte und Hebammen alle Register ziehen werden, um dafür zu sorgen, dass du mit deinem Kind nicht nach Hause gehst. Ambulante Geburten sind also in herkömmlichen Kliniken quasi unmöglich.

 

[KaKra]

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