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Babysprache verstehen

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Mimik und Körpersprache verraten, was dein Baby dir sagen will
Mimik und Körpersprache verraten, was dein Baby dir sagen will

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AutoreninfoMag. Valerie Dietrich
aktualisiert: 17.03.2017Online Redakteurin
Psychologie, Beruf und Karriere
Für die meisten Menschen gilt es als selbstverständlich, dass ein Baby nicht sprechen, sondern nur weinen kann. Und tatsächlich wird es eine ganze Weile dauern, bis Dein Kind seine ersten erkennbaren Worte von sich gibt oder sich sogar richtig mit Dir unterhalten kann.

Inhalt des Artikels

  • Die Entwicklung der Babysprache im Mutterleib
  • Wie versteht mein Baby Sprache?
  • Wie fördere ich die Sprachentwicklung meines Babys?

Dein Baby kann mehr als du glaubst

Dein Baby kann sich bereits vor dem Spracherwerb verständlich machen. Auch umgekehrt versteht es oft schon vieles, was Du zu ihm sagst, auch wenn es noch nicht entsprechend antworten kann. Die Fähigkeit, mit seiner Umwelt zu kommunizieren, ist Deinem Kind bereits in die Wiege gelegt, und bereits kurz nach der Geburt wird es versuchen, Dir seine Bedürfnisse mitzuteilen. Da sein Lautrepertoire zunächst noch sehr eingeschränkt ist, tut es dies nicht nur mit Weinen, sondern auch mit seiner Körpersprache und seiner Mimik. Wenn Du von Anfang auf diese Zeichen achtest und auch Lautäußerungen Deines Kindes in verschiedenen Situationen zu unterscheiden lernst, wird es Dir bald gelingen, seine persönliche Babysprache zu verstehen.

Sprache beginnt im Mutterleib

Schon vor der Geburt ist Dein Baby dazu in der Lage, Deine Bewegungen und Stimmungen mitzuerleben und auch selbst Wohlgefühl oder Unwohlsein zu empfinden. Natürlich ist seine Sinneswahrnehmung noch sehr eingeschränkt, und auch seine Mitteilungsmöglichkeiten sind vergleichsweise gering. Trotzdem kann es sich schon deutlich bemerkbar machen, indem es Dir beispielsweise schmerzhafte Tritte versetzt, wenn es sich gerade in einer unbequemen Position befindet. Außerdem kommt es nicht selten vor, dass sich sein Tagesrhythmus deutlich von Deinem unterscheidet und es gerade dann in Deinem Bauch besonders lebhaft ist, wenn Du Dich ausruhen möchtest.

Sanft zu deinem Baby sprechen

Ein kleines bisschen kannst Du dabei sogar schon die Persönlichkeit Deines Babys kennenlernen. Aber auch Dein Baby erfährt schon im Mutterleib einiges über Dich. Es lernt bereits in den Monaten vor seiner Geburt seine Muttersprache an Klang, Tonfall und Sprachmelodie zu erkennen. Wenn es schließlich seine eigene Babysprache entwickelt, lässt sich an ihr erkennen, welche Sprache ihm von Anfang an vertraut war. Darüber hinaus kannst Du Dein Babys bereits im Mutterleib aktiv mit Deiner Stimme beeinflussen. Wenn es sehr unruhig ist und Du sanft mit ihm sprichst oder ihm leise vorsingst, wird es rasch zur Ruhe kommen. Es ist deshalb keineswegs verkehrt, wenn Du schon vor der Geburt anfängst, mit Deinem Kind zu sprechen.

Vom Weinen zur Babysprache

Wenn Dein Baby gerade erst auf die Welt gekommen ist, sind seine körperlichen Fähigkeiten noch äußerst eingeschränkt. Es kann sich noch nicht koordiniert bewegen und auch noch keine differenzierten Laute äußern. Dennoch besitzt es bereits bemerkenswerte Fähigkeiten. Obwohl sein Sehvermögen noch nicht ausgereift ist, kann es bereits Deine Brustwarze erkennen und mit dem Mund nach ihr suchen, wenn es Hunger hat. Auch mit seiner Stimme kann es Dir schon sein Hungergefühl deutlich machen. Wenn es sich unwohl fühlt, weil es Blähungen hat, seine Windel gewechselt werden muss oder einfach Deine Nähe braucht, zeigt es das ebenfalls mit der ersten Babysprache, die ihm zur Verfügung steht, dem Weinen.

Bedürfnisse deines Babys erkennen

Je mehr Du Dich aber an Dein Kind und seine Geräusche gewöhnst, desto mehr wirst Du feststellen, dass sich seine Laute je nach Situation unterscheiden. Je nachdem, was ihm gerade Kummer bereitet, klingt sein Weinen ganz unterschiedlich. So kannst Du Deine Reaktion nach und nach auch anpassen. Während es in den ersten Lebenswochen unerlässlich ist, dass Du sofort auf sein Weinen reagierst, kannst Du die nach einigen Wochen durchaus unterscheiden, wie dringend das jeweilige Bedürfnis ist.

Die erste Vorform einer Babysprache entwickelt Dein Kind schon im Alter von etwa drei Monaten. Seine Laute verändern sich und werden zahlreicher. Es weint jetzt nicht mehr nur, wenn es sich aus irgendeinem Grund nicht wohl fühlt, sondern gurgelt und lacht, wenn es glücklich ist. Daraus entwickeln sich mit etwa fünf Monaten die ersten Konsonanten, die manchmal fast schon nach einer echten Babysprache entwickeln. Allerdings entstehen die ersten Silben erst zwei bis drei Monate später. Meistens sind es die Silbenfolgen Ma-ma und Ba-ba, die das Baby als erste Babysprache erlernt.

Sprachentwicklung variiert

Anfangs haben diese Silben noch keine Bedeutung und das Kind wiederholt sie lediglich, weil es ihm Spaß macht, die eigene Stimme zu erproben. Wie lange es dauert, bis Dein Baby das erste wirkliche Wort spricht, ist höchst unterschiedlich und sagt nichts über seine spätere Entwicklung aus. Es kann sein, dass Dein Baby schon mit neun Monaten das erste Mal Mama zu Dir sagt, es ist aber ebenso normal, wenn das erst nach seinem ersten Geburtstag der Fall ist. Auch aus kleinen Spätzündern können später durchaus noch richtige Plappermäulchen werden.

Babysprache verstehen

Erwachsene konzentrieren sich auf meist auf die gesprochene Sprache als Mittel der Kommunikation. Es gibt jedoch auch verschiedene Möglichkeiten, sich ganz ohne Worte auszudrücken. Dein Baby lernt dies sehr schnell. In den ersten Wochen sind seine Bewegungen noch von Reflexen bestimmt, aber mit jedem Tag werden sie bewusster und zielgerichteter. Dies reift schließlich zu einer Babysprache heran, die ganz auf seiner Körperhaltung und seiner Mimik basiert. So wirst Du rasch in der Lage sein, bereits an seiner Haltung und seinen Bewegungen zu erkennen, in welcher Stimmung sich Dein Baby gerade befindet. Wenn es entspannt und zufrieden ist, liegt es locker ausgestreckt da. Hunger zeigt es dadurch an, dass es unruhig wird und seinen Kopf zu Deiner Brust dreht.

Gesichtsausdrücke richtig deuten

Und falls es Bauchschmerzen hat, kannst Du das daran erkennen, dass es seine Beinchen zum Bauch anzieht. Sobald sich sein Sehsinn entwickelt, beginnt Dein Baby auch, auf Dein Gesicht zu reagieren und Dich nachzuahmen. Dazu zählt nicht nur das bewusste Lächeln, sondern das gesamte Repertoire an Gesichtsausdrücken. Indem Du im Alltag viel mit ihm sprichst und ihm dabei ins Gesicht schaust, ermöglichst Du Deinem Kind, alle Facetten menschlicher Emotionen kennenzulernen und gleichzeitig auch seine Stimmungen und Bedürfnisse an seinem Gesicht abzulesen.

Sprechen lernen

Auch für den Spracherwerb ist ein häufiger Blickkontakt zwischen Dir und Deinem Baby unerlässlich. Er gibt ihm die Sicherheit, dass Du es verstehst, und den Mut, Neues auszuprobieren. Außerdem kann es die Grundformen der Kommunikation erwerben, wenn Du auf es eingehst und mit ihm sprichst. Gerade in den ersten Lebensmonaten ist es positiv für die Entwicklung der Babysprache, wenn Du Die Laute Deines Kindes wiederholst. Das gibt ihm ein wertvolles Feedback, während es gleichzeitig beobachten kann, wie sich Deine Lippen und Deine Gesichtsmuskulatur beim Sprechen bewegen. Du wirst feststellen, dass Du schon bald mit Deinem Kind kleine Unterhaltungen in seiner Babysprache führen kannst. Allerdings solltest Du bereits frühzeitig beginnen, auch in sprachlich korrekten Sätzen mit ihm zu sprechen und alle Dinge des Alltags mit ihrem richtigen Namen zu benennen.

Sprache aktiv vermitteln

Spätestens, wenn Dein Baby erste Silben wiederholt, sollten die Erwachsenen in seiner Umgebung auf Babysprache verzichten. Nur so lernt Dein Kind von Anfang an, seine Muttersprache richtig zu gebrauchen. Du kannst es beim Spracherwerb unterstützen, indem Du ihm von Anfang an Lieder vorsingst und mit ihm Finger- und Singspiele spielst. Auch erste Bilderbücher kannst Du Deinem Baby schon vorlesen, wenn es selbst noch nicht sprechen kann.

Wenn Du ihm darüber hinaus bei allen Alltagstätigkeiten immer wieder ganz selbstverständlich erzählst, was Du gerade machst, wird es schon bald erstaunlich viel verstehen können. Mit einem großen passiven Wortschatz wird es ihm dann leicht fallen, die ersten Worte zu sprechen. Natürlich wird es noch eine gewisse Weile dauern, bis es sich auf diese Weise verständlich machen kann.

Geduldig sein

Viele Laute und Wortbildungen sind für Kleinkinder nicht einfach und bedürfen einer längeren Übung. In dieser Zeit gilt es, nicht die Geduld zu verlieren und das Kind nicht zu unterbrechen oder zu korrigieren. Wenn es etwas falsch ausspricht oder formuliert, kannst Du stattdessen das, was es gerade n Babysprache zu sagen versucht hat, noch einmal in richtiger Form wiederholen. So lernt Dein Kind ganz automatisch die richtige Aussprache und auch den richtigen Satzbau.

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