Das Internet hat wie kaum ein anderes Medium das Leben verändert. Chats, Internet-Foren und soziale Netzwerke bieten heute vielen Menschen und besonders Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten der Kommunikation, die weit über Telefon und persönliche Treffen hinausreichen. Über soziale Netzwerke wie Facebook oder SchülerVZ haben Jugendlichen die Chance, sich virtuell mit ihren Freunden zu vernetzen, fremde Menschen kennenzulernen und mit Hilfe ihrer Online-Profile, eine optimierte Selbstdarstellung zu betreiben. Die Schattenseite dieser Online-Communities ist ihr hoher Suchtfaktor, wie neueste Studien über das Konsumverhalten regelmäßiger Netzwerk-User ans Tageslicht brachten.
Eine Untersuchung, die kürzlich von der Schweizer Werbeagentur „Rod Kommunikation“ mit 50 Teilnehmern in der Schweiz durchgeführt wurde, zeigte dabei, dass eingefleischte Facebook-Nutzer zum Teil heftige Entzugserscheinungen aufwiesen, als sie im Rahmen der Studie einen Monat lang freiwillig auf die Benutzung des sozialen Netzwerks verzichteten. So hatten viele der User vor allem zu Anfang mit heftigen Verlustängsten zu kämpfen, fühlten sich sozial isoliert und von der Außenwelt abgeschnitten. Erst nach einigen Wochen erkannten viele die Vorteile des Zeitgewinns und stellten fest, dass ihr Selbstbild plötzlich wieder mehr zählte als das Fremdbild.
Auch eine Studie der US-amerikanischen University of Maryland, bei der 200 Studenten für einen Tag lang auf sämtliche digitalen Medien inklusive Handy verzichteten, belegte zum Teil ein deutliches Suchtverhalten. Dieses äußerte sich in Symptomen wie Unruhe, extremer Nervosität, Spannung und Verrücktheit, welche auch bei Alkohol- oder Drogensüchtigen auftreten können. Dahinter standen offenbar massive Ängste, soziale Kommunikation ohne entsprechende Netzwerke nicht mehr adäquat bewältigen zu können und sozial ausgegrenzt zu werden. Dabei leiden in Wirklichkeit gerade reale Kontakte oftmals massiv unter den Online-Aktivitäten mit virtuellen Bekanntschaften.Die Abhängigkeit von so genannten Kommunikations- und Sozialisationsdiensten ist nur eine Form der Online-Sucht. Während männliche Jugendliche jedoch im Bereich der Online-Rollenspiele in puncto Abhängigkeit eindeutig dominieren, scheint die Sucht nach sozialen Netzwerken für Mädchen und junge Frauen tendenziell eine größere Gefahr darzustellen. So appellierte die Girls' School Association (GSA) in Großbritannien bereits an Schulen und Eltern, gegen das Suchtverhalten der Mädchen anzukämpfen.
Dabei gilt: Trotz einer ganzen Reihe extremer Fälle, die in den Medien für Aufmerksamkeit sorgten, muss jedoch nicht jede ausgiebige Beschäftigung mit Online-Communities und anderen Internet-Angeboten gleich auf eine Sucht deuten. Untersuchungen zeigen vielmehr, dass es sich bei Jugendlichen häufiger nur um vorübergehende Phasen handelt, während pathologische Internetnutzung bei Erwachsenen mit sozialen und psychischen Problemen ein wesentlich schwerwiegenderes Problem darstellt. Eltern sollten daher bei Verdacht auf Zwanghaftigkeit des Surfverhaltens zwar auf keinen Fall wegsehen, jedoch zunächst genau abwägen, ob man bei ihrem Kind tatsächlich von einer Sucht sprechen kann. Symptome einer Internet-Sucht können vorliegen, wenn ein/e Jugendliche/r:Ob Internet, Handy oder Spielekonsole - Kinder, die im digitalen Zeitalter aufwachsen, werden in immer jüngerem Alter mit verschiedensten Unterhaltungsmedien konfrontiert. Medienkompetenz ist unverzichtbar für das weitere Leben und muss früh geübt werden. Doch der Umgang mit den neuen Medien birgt auch vielfältige Gefahren, mit denen Eltern ihre Kinder nicht alleine lassen sollten. Tipps und Infos rund um sichere Internet-Nutzung, Spielekonsolen und einiges mehr bietet Euch unser eXtra `Computer und Kinder`.
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