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Matratze im Babybett und plötzlicher Kindstod

Babymatraze
Babys Wohlfühloase soll auch sicher sein

Der plötzliche Kindstod, kurz auch SIDS (Sudden Infant Death Syndrom), gehört heute noch immer zu den großen Rätseln, die es zu lösen gibt, um das Leben unserer Kinder sicherer machen zu können. Weltweit liefen und laufen Studien, teilweise mit widersprüchlichsten Ergebnissen und doch meist schlüssig nachzuvollziehen.

Eine sehr aufschlussreiche Studie über den Zusammenhang zwischen plötzlichem Kindstod und der Matratze im Babybett stellte der Chemiker Barry A. Richardson bereits im Jahr 1988 auf. Richardson fand heraus, dass Matratzen in Babybetten toxische Gase entwickeln, die sich unter anderem aus kleinsten Mengen Schimmelpilzen und den Inhaltsstoffen der Matratzen bilden. Dabei ist es unabhängig, ob es sich um Naturfasermatratzen oder Kunststofffasermatratzen handelt, denn so gut wie jede Faser reagiert in Verbindung mit den Sporen. Gefüttert werden die Schimmelsporen durch Feuchtigkeit, die sich aus der Atemluft, durch spucken, aber auch urinieren in der Matratze staut.

Zwar handelt es sich meist um kleinste Mengen der giftigen Gase, unter anderem gebildet aus Arsen, Antimon und Phosphor, die sich durch ihre Schwere dicht auf der Matratzenoberfläche halten. Auf die kleinen Körper der Säuglinge können sie sich aber wesentlich fataler auswirken, als auf ältere Kinder und Erwachsene, bei denen diese Dosen meist keine schwerwiegenden Folgen verursachen.

Diese Theorie für die Ursache des plötzlichen Kindstodes konnte zwar von britischen Forschungsteams nicht bestätigt werden, jedoch sprechen andere Zahlen eher dafür. Seit Eltern aufgeklärt werden, Babys nicht in Bauchlage schlafen zu lassen, solange sie sich nicht eigenständig in diese Lage drehen können, ist die Zahl der Todesfälle durch SIDS deutlich gesunken. Erklärbar wäre, dass die Säuglinge in Rückenlage wesentlich weniger toxische Gase einatmen, was die Gefahr verringert.

Basierend auf diesen Vermutungen begann man in Neuseeland Eltern dahingehend zu beraten die Babybettmatratzen durch eine feuchtigkeitsundurchlässige Auflage bzw. Hülle so abzudichten, dass weder Feuchtigkeit von oben in die Matratze eindringen kann, noch Gase nach oben abgegeben werden können. In Neuseeland werden alle Fälle von SIDS genauestens dokumentiert. So konnte man Vergleiche erstellen, die deutliche Zahlen sprechen lassen. Zwischen 1995 und 2007 wurden in Neuseeland 860 Fälle des plötzlichen Kindstod erfasst, von denen kein einziges Kind auf einer Matratze schlief, die mit der entsprechenden Auflage oder Hülle geschützt war.

Ein anderes, global wesentlich näheres Beispiel, liefert die ehemalige DDR. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands stieg in der ehemaligen DDR die Zahl der Todesfälle durch SIDS stark an. Aus Dokumentationen ist zu entnehmen, dass mit der deutsch-deutschen Wende vermehrt Einwegwindeln verwendet wurden, zeitgleich die gummierten Matratzenauflagen immer seltener verwendet  wurden. Auch dies könnte also eine weitere Stütze der Theorie von Richardson sein.

Abgesehen von dem möglichen Risiko, das man durch Feuchtigkeit abweisende Auflagen eindämmen kann, ist die Verwendung der Auflagen und Hüllen in jedem Fall hygienischer. Flüssige Ausscheidungen können so nicht oder nur erschwert in die Matratze gelangen, was die Bildung von Bakterien und Keimen mindert. Wie auch bei älteren Kindern und Erwachsenen, sollten die Matratzen in Babybetten, regelmäßig erneuert werden, was heißt, dass man nach Möglichkeit nicht die Matratze eines Geschwisterkindes verwenden soll.



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quelle » Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb

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