Das Vena-Cava-Syndrom bei Schwangeren

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Viele Schwangere keiden unter plötzlichem Schwindel.
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Viele Schwangere keiden unter plötzlichem Schwindel.

Schwindel in der Schwangerschaft - oft ist eine Vene schuld

Vielleicht hast Du gegen Ende Deiner Schwangerschaft selbst schon einmal einen riesigen Schrecken bekommen, weil Dir von einem Moment auf den anderen Schwindel, Übelkeit und Herzrasen zu schaffen machten. Gut möglich, dass Dich diese Beschwerden sogar aus dem Schlaf gerissen haben. Und vermutlich war dies der Fall, nachdem Du länger auf dem Rücken oder auf der rechten Seite gelegen hattest.

Hörten Kreislaufprobleme und Übelkeit auf, nachdem Du Deine Position ein wenig verändert hattest, dann ist dies ein typisches Anzeichen für das sogenannte Vena-Cava-Kompressionssyndrom, auch: Hypotensives Syndrom genannt. Dieses Phänomen tritt nur bei Hochschwangeren auf und entsteht, wenn das zunehmende Gewicht des Kindes auf die untere Hohlvene drückt, die hinter der Gebärmutter verläuft.

So funktioniert unser Blutkreislauf-System

Das Gefäßnetz des menschlichen Körpers besteht aus vielfältig verästelten Venen und Arterien, denen eine maßgebliche Aufgabe am Blutkreislauf zufällt. So wird über die Arterien das sauerstoffhaltige Blut, das vom Herz mit jedem Herzschlag in den Körper gepumpt wird, bis in die kleinsten Gefäße, die sogenannten Kapillaren verteilt. Von dort gelangt der Sauerstoff in Zellen und Gewebe.

Durch die Venen wird das sauerstoffarme Blut danach entgegen der Schwerkraft zum Herzen zurücktransportiert, um in der Lunge wieder mit Sauerstoff angereichert und erneut in den Blutkreislauf zurückgepumpt zu werden. Fast alle Körpervenen laufen in der Vena cava superior (obere Hohlvene) und Vena cava inferior (untere Hohlvene) zusammen, die beide in den rechten Herzvorhof münden.

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Gequetschte Vene in der Schwangerschaft

Während die Vena cava superior das Blut aus Kopf, Armen und Brust aufnimmt, gelangt in die Vena cava inferior das Venenblut aus Bauchraum, Becken und Beinen.

Und genau das kann in der Spätschwangerschaft unter Umständen zum Problem werden. Denn die untere Hohlvene verläuft zusammen mit der Aorta (der großen Körperschlagader) parallel zur Wirbelsäule. Damit jedoch liegt sie hinter der Gebärmutter, die im Lauf der Schwangerschaft immer größer und schwerer wird und die Vene zusammendrücken kann. Spricht man vom Vena-Cava-Syndrom als Schwangerschaftskomplikation, meint dies immer die Vena cava inferior.

Rücktransport des Blutes wird blockiert

Während die Aorta , wie alle Arterien, eine dicke, muskulöse Gefäßwand hat, sind Venen wesentlich dünner und können leichter zusammengepresst werden. Drückt das Gewicht der Gebärmutter daher auf die Vena cava inferior, wird der Rücktransport des Blutes zum Herzen und damit dessen erneute Anreicherung mit Sauerstoff unterbunden. Der entstehende Sauerstoffmangel führt zu den typischen Kreislaufproblemen.

Ist die Schwangere nicht aus eigener Kraft in der Lage, ihre Position möglichst schnell zu verändern, kann dies zu Bewusstlosigkeit, einer Frühgeburt oder schlimmstenfalls zum Tod von Mutter und Kind führen. Durch eine sofortige Lagerung auf die linke Körperhälfte verschwinden die Beschwerden hingegen meist so schnell, wie sie gekommen sind.

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Wenn das Vena-Cava-Syndrom gefährlich wird

p>Besonders gefährlich kann das Vena-Cava-Syndrom beispielsweise nach einem Unfall sein, wenn die werdende Mutter bewusstlos ist. Ersthelfer dürfen schwangere Frauen daher ausschließlich auf die linke Körperseite legen, wenn sie diese in die stabile Seitenlage bringen müssen.

Besteht ein Schlaf-Risiko?

Solltest Du nun jedoch Angst haben, Dir und Deinem Baby versehentlich im Schlaf die Sauerstoffzufuhr abzudrücken, kannst Du beruhigt werden: Sobald der Körper den Sauerstoffmangel bemerkt, sorgt sein eingebautes Alarmsystem dafür, dass Du aufwachst und Deine Lage veränderst.

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Vorm Einschlafen besser auf die linke Seite legen

Um dem Vena-Cava-Syndrom gegen Ende der Schwangerschaft so gut wie möglich vorzubeugen, solltest Du jedoch besser darauf achten, Dich in den letzten Wochen schon beim Einschlafen nur noch auf die linke Körperseite zu legen. Ein schlechter Bluttransport in Richtung Herz kann neben gefährlichen Kreislaufproblemen auch Schwangerschaftsödeme, Krampfadern oder Hämorrhoiden begünstigen.

[BS]

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