Was würdet ihr tun? (Problemschwangerschaft, Probleme AG)

funkelstern84
funkelstern84
01.01.2015 | 9 Antworten
Liebe Foris und Mitleser,

ich schildere euch kurz mein Problem:
Ich bin in der 15. SSW und habe seit Beginn meiner Schwangerschaft mit extremer Übelkeit zu kämpfen, war sogar bereits wegen Hyperemisis Gravidum im Krankenhaus und bekam Infusionen. Seit etwa der 5. SSW bin ich auch krankgeschrieben, weil ich tatsächlich nichts mehr auf die Reihe bekomme, ständig begleitet mich das Gefühl, dass ich nicht mehr kann (ich tippe langsam zusätzlich auf leichte Depressionen, da ich für diese eh anfällig bin).
Zudem habe ich seit paar Tagen mit Rückenschmerzen und Hüftproblemen zu kämpfen.

Mein Arbeitgeber hat auf die Schwangerschaft negativ reagiert, Zitat: "Das ist jetzt schon eine ganz schön makabere Sache von Ihnen." und hat mich auch erstmal nicht sozialversicherungspflichtig angemeldet gehabt, um mir eines reinzuwürgen. (Habe dort angefangen und dann von der Schwangerschaft zeitnah erfahren)
Des Weiteren ist es so, dass er sich meiner Meinung nach an ein paar Richtlinien aus dem MuSchuGesetz nicht halten kann. Es würde z.b. von mir verlangt werden, die Früh- und Mittelschicht zu arbeiten, Frühschicht beginnt um 5:45 Uhr, da um 6 Uhr geöffnet werden muss. Da ich in TZ arbeite, habe ich 3 x 8 Stunden laut Vertrag, was aber eher auf 4-5 x 6-7 Stunden gelegt würde. Im Betrieb selbst bin ich alleine, es ist niemand sonst da, sollte irgendwas mit mir sein. Wenn irgendetwas mit mir sein sollte (ich kämpfe auch mit meinem Kreislauf), kann schnellstens in 10-15 Minuten jemand da sein. Es gibt keine Möglichkeit mich hinzulegen, auch gibt es keine Möglichkeit, mal 10-15 Minuten an die frische Luft zu gehen. Die Arbeit wird hauptsächlich im Stehen verrichtet. (Sitzmöglichkeit vorhanden, es ist aber ausdrücklich gewünscht, diese nicht zu nutzen, weil es "scheisse" aussieht) Pausenzeiten können nicht eingehalten werden, da wir ja während der Arbeitszeit essen können notfalls und wir ja eh alle alleine arbeiten.
Zudem muss ich auch ehrlich sagen, dass ich tierische Angst davor habe, dort irgendwann doch wieder arbeiten zu müssen, wenn das mit der Übelkeit irgendwann erträglich wird. Dort sind suchtkranke Menschen. Wenn man mir ansieht, dass ich schwanger bin, was man durchaus schon tut, bin ich "leichte Beute" und man kann mich sehr leicht unter Druck setzen, um an die nötigen Suchtmittel zu gelangen. Ich hab einfach Angst um mein Ungeborenes.

Und jetzt frag ich mich selber, was ich tun kann. Morgen bin ich bei meiner Frauenärztin, da renne ich grad fast im 2-Wochen-Rythmus hin wegen der Übelkeit. Soll ich sie auf die Umstände ansprechen? Ich habe das Beschäftigungsverbot im Hinterkopf. Ich war auch schon bei Pro Familia, die haben mich darauf hingewiesen, dass es meinem Arzt möglich sei, ein BV auszusprechen. Wenn dies nicht möglich ist, könnte ich aufgrund der Umstände noch ans Gewerbeaufsichtsamt herantreten.

Aber was würdet ihr tun?
Dein Kommentar (bzw. Antwort)
Noch 3000 Zeichen möglich.

9 Antworten

[ Antworten von neu nach alt sortieren ]
1 Antwort
Eben genau das. Sprich das BV bei deiner Ärztin an. Ich gehe davon aus, dass du auch nach der Elternzeit dort nicht mehr hinwillst, also was hindert dich? Gerade die Tatsache dass du mit Suchtkranken arbeitest, sollte dies rechtfertigen. Ich arbeitete im Kinderheim, bekam vom FA übergangsweise BV und der Betriebsarzt hat mir ein komplettes bv ausgestellt.
kathi2014
kathi2014 | 01.01.2015
2 Antwort
Eigentlich solltest Du allein wegen der Hyperemisis ein BV bekommen. Die Problematik mit dem individuellen BV durch den Arzt und dem generellen, dass ein AG, Betriebsarzt oder das Gewerbeaufsichtsamt aussprechen kann ist, dass ein individuelles nur auf Basis der Befunde durch Deine FÄ ausgesprochen werden kann. Deswegen würde ich Deine FÄ darauf ansprechen, dass Du mit der Hyperemesis definitiv nicht arbeiten kannst und sie um ein BV bitten. Du kannst dabei auch gleich ansprechen, dass Du unter Depressionen leidest auf Grund dieser Situation. Im Normalfall sollte sie Dir dann eines ausstellen. Die Alternative wäre sich erstmal weiterhin krank schreiben zu lassen und Dich an das Gewerbeaufsichtsamt wendest. Diese machen dann einen Termin mit Deinem Arbeitgeber und überprüfen die Situation vor Ort nach dem MuSchuG. Sollten Mängel vorgefunden werden, wird Dein AG vermutlich eine Frist zur Behebung bekommen und Du bis dahin ein BV. Es gibt auch die Möglichkeit, sollte Deine FÄ Dir kein individuelles BV erstellen wollen . Dass Dein AG Dich nicht zur Sozialversicherung angemeldet hat, wird ihm auf die Füße fallen, nicht Dir. Das ist etwas, was ich an Deiner Stelle ohnehin an das Gewerbeaufsichtsamt melden würde, zumal dann die Vermutung nahe liegt, dass er auch keine Mutterschutzmeldung gemacht hat. Übrigens greift mit der Mitteilung der Schwangerschaft der Mutterschutz und damit auch der Kündigungsschutz, in der Hinsicht solltest Du nichts zu befürchten haben. Solltet ihr einen Betriebsarzt haben, ist Dein Arbeitgeber verpflichtet Dir mindestens anzubieten, dass Du diesen aufsuchen darfst . Stehen darfst Du ab dem 5.Monat ohnehin nicht mehr. Auch die Alleinarbeit ist grenzwertig. Die Problematik hatte ich auch. Das Gewerbeaufsichtsamt hat daher meinen AG angewiesen eine entsprechende Anweisung, dass ich jederzeit, wenn ich allein bin, abschliessen darf. War einer der Punkte warum mein vorrübergehendes BV vom FA aufrecht erhalten wurde. Sorry, das ist ziemlich viel Text geworden. Ich habs nur so unglaublich satt, dass AG sich so aufführen und wenn ich mit dem Wissen, das ich bisher hab helfen kann, dann teile ich das gerne.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 01.01.2015
3 Antwort
Hallo liebe funkelstern, du hast dich schon für den richtigen weg entschieden. Geh ins BV damit tust du dir und deinem baby nur ein gefallen . ich wünsche dir eine schöne Schwangerschaft LG und falls du noch fragen hast, evtl kann ich ja helfen.
knuddelma
knuddelma | 01.01.2015
4 Antwort
hol dir das bv ;) rechne nur nicht damit, dass dich dein arbeitgeber nach der schwangerschaft problemlos weiter beschäftigt.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 02.01.2015
5 Antwort
Könnte es sein, dass Du viele gesundheitliche Probleme hast, weil Du große Ängste bezüglich Deiner Arbeit hast? Angenommen, Du wüsstest jetzt, dass Du ein BV erhältst und nicht mehr an diesen Arbeitsplatz zurück müsstest, wäre das ein Gefühl großer Erleichterung und dass Dir ein riesiger Druck von der Seele genommen wird? Ich denke, um sich in der SS körperlich und seelisch wohl fühlen zu können, muss eben vor allem auch die Psyche ohne Dauerbelastung sein. Das ist eine wichtige Voraussetzung. Wie meine Vorrednerinnen bereits sagten, sprich das BV an und sag Deiner FÄ, wie sehr Du leidest. Spricht sie das BV aus und Du kannst Dich entspannen, bin ich mir ziemlich sicher, dass Deine Beschwerden erträglicher werden. Sie werden möglicherweise nicht verschwinden, aber zumindest nicht mehr gefüttert, durch Deine Ängste und den inneren Druck.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 02.01.2015
6 Antwort
Das mit dem BV ist so eine Sache, die Regeln wurden da laut meiner FA verschärft, so dass ein Arzt es nicht mehr so ohne weiteres ausstellen wird. Ich selbst hatte auch extreme Übelkeit mit erbrechen in den ersten 4 Monaten, hatte aber kein BV. Ein BV bekommt man von der FA nur noch, wenn es eine hochgradige Risikoschwangerschaft ist. Ansonsten gibt es noch den Weg, dass dir dein Arbeitgeber eins ausstellt mit der Begründung, dass die Arbeit nicht Schwangerengerecht ist. Die kann zusätzlich auch noch von einem Betriebsarzt geprüft werden. ICh würde an deiner Stelle mit dem AG sprechen, er hat keinen Nachteil davon wenn er dir ein BV ausstellt, da dein Gehalt denn von der Krankenkasse voll getragen wird. Ansonsten bleibt nur die Möglichkeit einer dauerhaften Krankmeldung, die aber Gehaltsabzüge zur Folge hätte. ICh wünsche dir trotzdem alles Gute!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 02.01.2015
7 Antwort
Ich hab auch ne hyperemesis u War erst 5 Wochen krank geschrieben u bekam dann mein BV für die restliche Schwangerschaft. Ok mit zwillis im Bauch bin ich Risikoschwanger aber hätte dennoch ein Bv bekommen.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 02.01.2015
8 Antwort
@nudelkeks123 Ja, das Geld wird per Umlage von der Krankenkasse erstattet. Das muss der AG aber beantragen . Es muss nicht zwangsläufig eine Risikoschwangerschaft vorliegen, es "reicht" wenn von einer Gefährdung für die Schwangere und ihr Kind auszugehen ist. Das größere Problem ist eher, dass da oft Zusammenhänge zu betrieblichen Gründen bestehen und die fallen dem AG bzw. Betriebsarzt zu. Daher gibt es ja die Möglichkeit, dass der FA ein vorrübergehendes BV bis zur Begutachtung durchs Gewerbeaufsichtsamt ausstellen. Damit sind die nämlich abgesichert und können trotzdem wegen betrieblichen Gründen ein BV ausstellen.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 02.01.2015
9 Antwort
Allein die Tatsache, dass dein Arbeitgeber deine Schwangerschaft als eine makabere Sache bezeichnet, wäre für mich ein Grund, unter diesem Mann nicht mehr zu arbeiten. Auf der anderen Seite muss man natürlich verstehen, was dieser Typ für eine arme Sau ist, wenn er meint, so reagieren zu müssen. Er hat eigentlich eher unser aller Mitleid verdient. Nichtsdestotrotz hast du deine Entscheidung bereits getroffen und ich frage mich, ob deine gesundheitlichen Probleme nicht gerade deshalb verstärkt sind, weil du dich innerlich so sehr gegen diesen Job wehrst. Unsere Seele hat große Macht auf unseren Körper, verlass dich drauf. Du solltest dir ein BV holen und dir zeitnah überlegen, wo du beruflich hin willst, was dir Freude machen würde, wo du arbeiten willst. Denn wenn du da jetzt aussteigst mit der Absicht, dort nie mehr zu arbeiten, dann kommst du bald in die Situation, dass du in der Luft hängst. Denn wenn du er erst ein Kind hast, wirst du umso schwerer einen Job bekommen. Und dann geht die psychische Belastung erst richtig los. Ich weiß nicht, warum du so ein Geheimnis aus deiner Tätigkeit machst. Warum sagst du nicht, was du arbeitest? Ist natürlich deine Sache. Aber vielleicht besteht auch die Möglichkeit, dich innerhalb dieses Hauses oder der Firma an eine andere Stelle versetzen zu lassen, wo es dir besser geht. Und zwar jetzt ganz unabhängig, ob du rausgezogen wirst vom Arzt oder nicht.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 02.01.2015

ERFAHRE MEHR:

was würdet ihr machen ?
30.08.2016 | 12 Antworten
was würdet ihr machen?
13.04.2014 | 8 Antworten
was würdet ihr machen
30.03.2014 | 19 Antworten
wie würdet ihr reagieren? ehering?
15.11.2013 | 25 Antworten
Was würdet ihr machen?
28.09.2012 | 11 Antworten
Würdet ihr euch da Gedanken machen?!
19.02.2012 | 12 Antworten
Was würdet ihr tun? - Geburtstag
20.01.2012 | 11 Antworten

Ähnliche Fragen finden

In den Fragen suchen



uploading