Stillen oder nicht?! (leider langer Text)

ekiam
ekiam
25.10.2016 | 12 Antworten
Hallo ihr Lieben. Ich bin jetzt in der 31.SSW mit meinem 4. Kind Schwanger und mache mir schon seit längerem Gedanken, ob ich den Versuch erneut starten soll zu Stillen, oder gleich mit der Flasche beginnen soll? Dazu muss ich ein wenig ausholen, damit ihr meine Gedanken verstehen könnt.

Es war immer mein Wunsch, meine Kinder zu Stillen, daher traf es mich hart, dass es bei meinem 1. Kind nicht klappte. Er ist 12 Tage vor ET geboren. Er wollte einfach nicht an meiner Brust trinken. Jede Schwester meinte, sie würde es besser als die vorige wissen, trotzdem klappte es nicht. Sie beruhigten mich, er sei etwas früh, es würde noch kommen. Ich sollte anfangen ab zu pumpen und ihm die Flasche geben. Er war echt trinkfaul und ich habe Stundenlang gebraucht, bis er die mindest Menge getrunken hatte. Zuhause habe ich weiter abgepumpt, an der Milchmenge happerte es nicht. Dann versuchte die Vertretungshebamme 3 Tage, anschließend meine Hebamme ihn an die Brust zu kriegen, nach über 1 Woche gaben wir auf. Sie, sowie die Vertretungshebamme meinten von Anfang an, dass die Chance gering sei, dass ein Kind, was die Flasche bekommen hat, sich Stillen lassen würde (warum vom einfachen Saugen auf schweres Saugen umstellen?). Ich pumpte noch weitere 14 Wochen ab, da ich für mein Kind das beste, nämlich die Muttermilch wollte. Dann war ich psychisch so fertig, dass ich auf die Pre Milch umgestiegen bin.

Bei meinem 2. Kind wollte das Stillen auch nicht klappen. Ich wollte aber nicht auf geben und wollte mein Kind zur Not mit Löffel füttern, aber nicht die Flasche! Ich bekam das Angebot, meine abgepumpte Milch per Plastikkanüle und Spritze zu füttern. Dies tat ich auch mit Leidenschaft. Versuchte aber weiterhin zu Stillen. Mein Sohn brauchte insgesamt 2 Wochen, bis es dank meiner Hebamme mit dem Stillen klappte. Ich habe ihn 7 Monate voll gestillt.

Bei meinem 3. Kind hatte ich 2 Wochen vor der Geburt eine Gürtelrose bekommen (zwischen den Schulterblättern und auf der linken Brustinnenseite), die 1 Woche vor der Geburt festgestellt wurde. Zu dem Zeitpunkt waren die Bläschen aber schon getrocknet. Ich wurde trotzdem Medikamentös behandelt. Bei der Geburt brach Seitens der Hebamme und der Ärzte die große Panik aus. Ich bekam gleich zu hören, ich dürfe mein Kind nicht nach der Geburt halten, Stillen und vermutlich auch nicht auf der Neugeborenenintensivstation besuchen. (sollte zur Überwachung des Blutzuckers, weil ich einen Insulinpflichtigen SS-Diabetes hatte, dahin) So kam die Kleine ohne Kuscheln und Anlegen auf die Intensivstation. Nach 6 Stunden entschieden die Kinderärzte, wenn meine kleine Stelle der abgetrockneten Gürtelrose an der Brust noch zusätzlich mit Pflaster abgeklebt sei, dürfte ich zu meinem Kind und es auch Stillen. Ich konnte es kaum erwarten, verklebt zu werden und zu meinem Kind zu kommen, um es an zulegen. Bis dahin hatte sie bereits 2x die Flasche erhalten. Trotzdem versuchte ich sie an zulegen, trotzdem sie wohl kurz zuvor erst was bekommen hatte. Klappte nicht. Sie saugte 1-2x und brach ab. Die Schwestern versuchten mich zu beruhigen, es sei normal, da sie so leicht (2.480g) sei, trotz 39.SSW. Ich sollte anfangen ab zu pumpen, vorher jedesmal versuchen sie zu Stillen und ihr ansonsten bis der Milcheinschuss da sei, Pre Milch per Flasche zu geben. Ich setzte meinen dicken Kopf durch und Verbot die Flaschengabe und setzte das Füttern mit der Gummispitze und Spritze durch. Da genaues Protokollführen angesagt war, was sie vor und nach dem Stillen wog, um eintragen zu können, wieviel ml sie getrunken hat, wußte ich jedesmal ob sie getrunken hatte oder nicht. Und in den meisten Fällen hatte sie nicht einmal 2ml getrunken. So saß ich mit der Spritze da und gab ihr die abgepumpte Muttermilch, die sie gierig trank und auch immer mehr, als sie musste. Aber ab und an kam sie doch auf 10-30ml per Stillen, was mir jedesmal neue Hoffnung gab. Irgendwann waren es die Schwestern leid, dass ich jedesmal 1 Stunde versuchte zu Stillen und anschließend noch per Spritze füttern musste und dann noch abpumpten musste. So war ich fast jedesmal 2 Stunden in Gange. Leider nahmen meine Stillerfolge ab, wodurch sie immer mehr anfingen, mich zu bedrängen, doch die Flasche zu geben. Zu dem Zeitpunkt kam gerade die Lansinoh Flasche mit super weichem Sauger auf den Markt und die Stillberaterin bat mich, die doch mal aus zu probieren, da sie nicht mehr wollten, dass ich jede Mahlzeit mit 70ml per Spritze füttere. Ich ließ mich drauf ein, da der Sauger genauso wie das Stillhütchen sein sollte und keine negative Auswirkung auf meine Stillversuche haben sollte. Es klappte auch prima. Nur beim nächsten Mal wollte sie weder an die Brust, noch die Flasche. So saß ich wieder mit meiner Spritze da. Wir wurden entlassen und ich kämpfte mit meiner Vertretungshebamme weiter, dass Stillen wieder in den Griff zu bekommen. Auch meine Hebamme kämpfte mit mir weiter. Nach 14 Tagen ohne Stillerfolg und per Spritze füttern gab ich schweren Herzens auf und gab doch die Flasche, die sie nahm. Im Nachhinein sagte meine Hebamme mir noch, Stillhütchen hätte gleichen Effekt wie Flasche geben. Ich hätte nicht so kämpfen brauchen.

Nun mache ich mir Gedanken, ob ich wieder den Versuch starten soll, mein 4. Kind zu Stillen oder gleich auf die Flasche gehen soll. Eigentlich möchte ich mich nicht nochmal den ganzen Streß und Frust aussetzen, wenn es wieder nicht klappt. Außerdem weiß ich nicht, ob ich die Ruhe habe, mich zum Stillen/evtl. Kämpfen hin zu setzten, während meine 3 Kinder (7 und 5 Jahre und zu dem Zeitpunkt knapp 15 Monate) um mich/uns rum toben. Auf der anderen Seite möchte ich, dass mein Kind wenigstens meine Abwehrstoffe am Anfang erhält und sei es, dass ich vielleicht die ersten 1-2 Wochen abpumpen muss und anschließend dann die Pre Milch.
Ich hatte mich heute mit meiner Nachsorge Hebamme getroffen, die mich bei den beiden letzten Kindern betreut hatte, sie sagt ganz klar, Muttermilch ist und wäre das beste, auf der anderen Seite, hatte sie die Vermutung/Befürchtung, dass es wieder nicht mit dem Stillen klappen würde. Ob ich mir wieder das Abpumpen antun will, wäre meine Entscheidung, da will sie nicht ja oder nein sagen. Nur Anmerken, dass ich mich damit wieder unter Streß setzten würde. Ich könnte noch im Kreissaal anlegen, damit mein Kind die Vormilch (meine Abwehrkräfte) bekommt und anschließend auf die Pre gehen. Aber das sollte ich im KH besprechen. Aber wäre es wirklich mit dem einmaligen Anlegen getan? Die Vormilch hat man doch bis zum Milcheinschuss, der meist am 3. Tag kommt?!
Irgendwie weiß ich gar nichts mehr.

Könnt ihr mir bei der Entscheidungsfindung weiter helfen oder habt vielleicht Erfahrungen, die mir noch helfen könnten?

Sorry ist echt lang geworden, wollte ich gar nicht.
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12 Antwort
Hallo....eigentlich kannst du ja aus deiner Erfahrung mitnehmen, dass es eben bei jedem Kind anders ist, ob es klappt oder nicht. Ich habe meine Große auch nur 3 Wochen stillen können, die Kleine 10 Monate. Lass es auf dich zukommen und entscheide im Kreissaal nach deinem Bauchgefühl! So würde ich es machen...versuch neutral/ offen an die Sache ran zu gehen und sei dir bewusst, dass auch Flaschenkinder sehr gut groß werden.
sophie2689
sophie2689 | 29.10.2016
11 Antwort
Nein, ich stille nicht mehr. Habe nach 2 Monaten abpumpen aufgehört. Er hat mir die letzten Tage auf der Neo einen Pilz an die Brust gebracht, den ich auch nichz mehr weg bekommen habe. Es war alles blutig und hat furchtbar weh getan. Nach diesen zwei Monaten hab ich es aufgegeben und die Milch war auch weg. Ich vermute dass der Pilz sogar nach innen gegangen ist. Hatte an der ganzen Brust so furchtbare schmerzen. Mal schauen wie es in paar wochen sein wird Wenn ich noch dran denke und dazu komme, kann ich dir nochmal schreiben
MausiIn
MausiIn | 26.10.2016
10 Antwort
Danke für die Mut machende Antwort. Nachdem was ihr mir alle geantwortet habt, werde ich versuchen positiv und ruhig an die Entbindung und anschließendes Anlegen ran gehen und zu gucken was kommt. Und mich diesmal nicht verrückt zu machen. @mausiln Ist ja echt witzig, dass wir in der fast identischen Situation sind. Habe ich dich richtig verstanden, dass du momentan noch stillst? Vielleicht magst du nach der Geburt deines 4. Kindes, mal berichten, wie du dich entschieden hast und wie das evtl. Stillen klappt? Wünsch dir eine schöne, ruhige und harmonische Geburt.
ekiam
ekiam | 26.10.2016
9 Antwort
Hallo, ich möchte dir etwas mut machen.Ich habe 3 kinder.Meine zwei grossen konnte ich auch nicht stillen und die kleine ist jetzt 16 Monate alt und wird nebenher immer noch gestillt.Sie ist ein Problemkind kam mit 2800gramm und 54 cm auf die Welt war unterzuckert und musste gleich die Flasche bekommen weil notop. Sie nahm mit der Flasche immer mehr ab und mein wille war zu stillen.Am Anfang klappte es nicht so bis meine neue Hebi sagte dein eisenmangel ist zu niedrig deshalb milchmangel.Sie empfehlte mir einen Heilstein für Milchbildung zukaufen und mir diesen um den Hals zutragen .Es llappte tatsächlich.Jetzt will ich abstillen habe aber ohne stein immer noch genug Milch und die kleone will keine flasche und nimmt auch keinen schnulli.Alsogib nicht auf und glaub an dich.
baby012010
baby012010 | 26.10.2016
8 Antwort
Hallo, erstmal Respekt, dass du das immer so lange durchgezogen hast :) An deiner Stelle würde ich gleich nach der Geburt anlegen und dann 1 - 2 Wochen versuchen zu stillen und wenn es nicht klappt auf Pre umsteigen. Bei mir hat es ca. 4 Tage gedauert, bis es einigermaßen gut lief. Ich habe dann auch zwischendurch mit der Spritze gefüttert und alle drei Stunden angelegt.
Wilma7
Wilma7 | 26.10.2016
7 Antwort
Ich danke euch für eure lieben Antworten. @cesarisa_1 Die Flasche Mam Calma hatte mir die Vertretungshebamme zur Verfügung gestellt, mit der kam meine Tochter überhaupt nicht klar. Aber ist vermutlich von Kind zu Kind unterschiedlich. Für den Fall hätte ich sie da. Ich bin für beide Fälle ausgestattet. Habe zich verschiedene Flaschen mit zich verschiedenen Saugern.
ekiam
ekiam | 26.10.2016
6 Antwort
Na sowas Mal abgesehen von den stillproblemen, Ich bin auch mit dem 4. Ss. Aber in 33. Woche und meine größeren sind 7, 4 und grad 16monate :-) So ein Zufall. Respekt vor deinem kämpfen. Ich hätte nie so lange ausgehalten. Bei ersten hatte jch keine Probleme mit stillen, aber sobald ich Stress oder streit hatte war die milch weg. Beim zweiten hatte ich kaum Milch weil ich mich verrückt gemacht habe, aber bin sehr spät erst drauf gekommen. Beim dritten hab ich 2Monate abgepumpt, was auch sehr langwierig war. Er wurde mit 5Tagen operiert und durfte nix essen. Daher musste ich abpumpen... Momentan bin ich auch hin und her gerissen, weil alles sehr stressig ist momentan und mir die Milch dann wieder weg geht
MausiIn
MausiIn | 25.10.2016
5 Antwort
Wow! Wahnsinn! Ich hätte nicht so lange durchgehalten! Ich habe die ersten Kinder voll gestillt und habe jetzt Schwierigkeiten :( es bekommt die pre Milch beim stillen durch das Brusternährungsset zusätzlich gleich dazu. Wäre für dich vielleicht auch eine Option? Oder die Flasche "calma"? Bei der muss das Baby Vakuum aufbauen... Da ich nicht voll stillen kann, habe ich mich für einen mix daraus entschieden- zumal wir auch mehrere Kinder haben... Alles gute!
cesarica_1
cesarica_1 | 25.10.2016
4 Antwort
wenn man die Möglichkeit hat zu stillen und es auch möchte , ist das eine tolle Sache....doch wenn es nicht klappt , dann ist es halt so und sollte als Mama kein schlechtes Gewissen bekommen ...
130608
130608 | 25.10.2016
3 Antwort
lass es einfach auf Dich zukommen und steiger Dich da nicht rein....mein Sohn ging super an die Brust...aber ich hatte ganz wenig Milch...er wurde nicht satt....so hatte ich beschlossen , dass er zuerst gestillt wurde und den Rest was er noch gebraucht hat, aus der Flasche getrunken ....war er nach dem Stillen zufrieden , dann hatte ich ihn zur nächsten Runde wieder an die Brust angelegt...das hatte super geklappt...ist ein Mehraufwand aber das habe ich für ihn gerne in Kauf genommen ....und er hatte beides gut genommen ...gut an der Brust getrunken sowie gut aus der Flasche getrunken ...
130608
130608 | 25.10.2016
2 Antwort
hallo du also ich finde, du hast ja wirklich massiven aufwand betrieben, dass deine kids muttermilch kriegen :) hut ab...das geht ja auch auf die psyche und alles. wenns eben net so funzt wie man will. ich finde, nach dem was du geschildert hast, NIMM DIR DEN DRUCK. ich persönlich würde wohl nicht mehr stillen. ich kann dir aus meiner erfahrung sagen: ich habe 2 kinder. bei meinem ersten wollte ich stillen. unbedingt. es kam dann nur leider anders. ich hatte zu viel milch
Brilline
Brilline | 25.10.2016
1 Antwort
Hallo, ich hab jetzt nur bis zur Hälfte gelesen, sorry, aber ich würde Dir mal vorschlagen so ne Flasche zu besorgen wo die Babys genau wie an der Brust saugen müssen. Das werde ich das nächste Mal auch am Start haben. Bei mir kam am Anfang nicht genug und ich musste zufüttern. Ab dem Moment war es ein Drama zurück an die Brust, weil Flasche viel einfacher ging. Also habe ich 7 Monate abgepumt, alles was an Milch da war und den Rest zugefüttert. Immer wenn ich gepumpt habe hat sich mein Sohn die Lippen geleckt und war ganz scharf darauf das Zeug endlich per Flasche zu bekommen. Wie gesagt für das nächste versuche ich es mit dieser speziellen Flasche. Dann muss ich hoffentlich weniger pumpen und kann zwischen Flasche und Brust wechseln. Ein Versuch ist es wert. LG
EmmaKJ
EmmaKJ | 25.10.2016

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