Umzug Mutter mit Kind/Sorgerecht

oktoberbaby12
oktoberbaby12
09.02.2018 | 25 Antworten
Hallo zusammen,
ich bitte um Erfahrungsberichte:
Wir (ich, mein Lebensgefährte und meine Tochter, 6) wollen im September ins 250 km entfernte Karlsruhe ziehen.
Ich habe hier allein mit meiner Tochter kaum Unterstützung, ihren Vater sieht sie alle zwei Wochen von Samstagvormittag bis Sonntagabend.
Eine Verlängerung der Wochenenden hat er abgelehnt.
Jetzt hat er uns gestern unter wüsten Beschimpfungen mitgeteilt, dass er mit unserem Umzug nicht einverstanden ist.
Ich habe einen Termin bei einer Familienanwältin nächste Woche, aber sie hat schon am Telefon gemeint, das würde schwierig.

Wir wollen umziehen, weil ich im Raum Karlsruhe die Eltern meines Freunds, seine ganze Family als Unterstützung hätte. Einen großen Freundeskreis mit vielen Kindern. Und wir sind kurz vor der Einschulung, sie soll dann gleich in Karlsruhe in die Schule.
Einerseits versteh ich ihn, er will den Kontakt zu ihr nicht verlieren. Wir haben ihm zugesagt, die 14-tägige Regelung beizubehalten. Einmal im Monat fährt er, einmal wir.
Andererseits verzichte ich auf familiäre Unterstützung, auf mehr Stunden im Job (Erhöhung ist ohne Familie, die meine Tochter mal abholt, nicht möglich), auf den Freundeskreis, nur weil er das Recht darauf hat, dass wir in der Nähe wohnen?

Wer hat sowas schon erlebt?
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25 Antworten

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21 Antwort
Heißt in knapp: Er hat Vetorecht! Ja, Du verzichtest dann, weil er einfach ein Recht hat. Oder Du einigst Dich eben gütlich mit ihm, aber das gehört zu den richtig gemeinen Details nach einer Trennung, wenn Kinder involviert sind. Viel Glück trotzdem.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 15.02.2018
22 Antwort
@schnurpsneu Hallo! Das ist lustig, den Artikel hat mir mein Ex auch gleich geschickt. Ich war mittlerweile bei einer Anwältin. Fazit: Ich muss das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf mich übertragen lassen. Das ist nicht einfach und ich muss vielleicht klagen. Der Vater muss sein Umgangsrecht weiter ausüben dürfen. Wir sollten am neuen Wohnort Jobs und eben eine Wohnung vorweisen können, aber auch Kriterien wie der familiäre Rückhalt oder ein besserer Job sind wichtig. Meine Tochter wird jetzt eingeschult- ohne familiären Rückhalt bin ich bei Hitzefrei etc einfach aufgeschmissen. Was aber noch viel wichtiger ist, ist dass nicht gleich geklagt werden kann. Man muss immer erst versuchen, sich außergerichtlich zu einigen! Das machen wir jetzt in einer städtischen Beratungsstelle mit einem Mediator. Die Entfernung von 300km ist übrigens "überbrückbar", mit einer Übereinkunft wegen der Kosten werden wir da schon klarkommen. Ich halt euch auf dem Laufenden!
oktoberbaby12
oktoberbaby12 | 15.02.2018
23 Antwort
Wenn übrigens ICH umziehe und das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf mich übertragen lasse, weil wir einfach eine stärkere Bindung zueinander haben als sie zum Vater, dann zieht sie mit. Mit guten Gründen für den Umzug und die haben wir. Wir dürfen den Umgang zum Papa aber nicht verhindern, das hab ich auch nicht vor. Eine Befragung des Kindes, wo es denn leben will, wird übrigens in dem Alter in den eigenen vier Wänden stattfinden.
oktoberbaby12
oktoberbaby12 | 15.02.2018
24 Antwort
Ich wollte hier auch noch einmal anknüpfen, weil mir bei meiner Suche damals viele negative Nachrichten und Antworten aufgefallen sind. Wenn also jemand mal in diesem Forum zu dem Thema sucht, dann hier mein Erfahrungsbericht. Ich war bei einer Anwältin und in einer Beratungsstelle. Einfach umziehen ohne den Vater zu informieren, geht nicht, wenn es das Leben des Kindes sehr beeinflusst, also im Hinblick auf Schul- oder Kindergartenwechsel, oder wenn der Vater das Kind mehrmals pro Woche sieht und ihm das dadurch sehr erschwert würde. Man braucht dann das Einverständnis. Eine KM-Grenze ist da in jedem Bundesland anders üblich, meist so um die 50 km. Es gibt allerdings Mütter, die mit dem Kind trotzdem einfach umziehen, die Väter können dann auf Rückführung klagen . In der Praxis ist das allerdings schwer, der Vater müsste dann schon bereit sein, das Kind aufzunehmen. Entscheidungen vor Gericht sind immer EINZELFALLENTSCHEIDUNGEN. Klar hat der Vater theoretisch ein Veto-Recht, das heißt aber nicht, dass er Nein sagt und gut ists. Wenn man gute, also auch objektiv gute Gründe für den Umzug hat, ein besserer Job, bessere Aussichten auf einen Job, die Eltern, die bei der Betreuung unterstützen, ein soziales Umfeld etc., dann kann man auch umziehen ... man müsste dazu allerdings, wenn der Vater nicht einverstanden ist, einen Anwalt aufsuchen und das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf sich allein übertragen lassen. Der Vater wird dann gebeten, dies beim Jugendamt zu tun. Macht er das nicht, kann er dagegen klagen. Nun zur Beratungsstelle: Da war ich auch, die Familientherapeutin dort hat uns wirklich weitergeholfen und war absolut neutral. Es gab Vorbereitungsgespräche und ein gemeinsames. Im Vorfeld hatte sie mir allerdings gesagt, dass die meisten Verfahren, wenn es denn dazu kommt, so ausgehen, dass der Partner mit Kind umziehen darf, wenn man das nicht gerade aus "Jux und Dollerei" macht. Macht ja Sinn, niemanden zieht es ja ohne gute Gründe weg.
oktoberbaby12
oktoberbaby12 | 27.03.2018
25 Antwort
Also alles in allem, bevor man sich verrückt macht, weil im Internet so viel zu dem Thema steht a la "Der Vater darf Nein sagen": Ja, darf er, aber er hat es nicht allein in der Hand. Je nachdem, wie sehr er sich vorher eingebracht hat, oder ob die Nähe zum Papa jetzt eher ein theoretischer Vorteil war, wie sehr er also in das soziale Umfeld des Kindes hinein gehört und natürlich je nachdem, wie die Gründe für den Umzug ausschauen, ist er möglich. Wir sind als Kindsmütter nicht dazu verpflichtet, das Kind in der Nähe des Kindsvaters zu lassen, wenn wir den Umgang danach noch ermöglichen. Wie das nun mit Finanzierung und allem ausschaut, ist wieder eine Einzelfallentscheidung. In unserem Fall wird es den Gang vors Gericht vermutlich nicht geben, es wird aber trotzdem schriftlich festgehalten, wer was wann macht und organisiert etc.
oktoberbaby12
oktoberbaby12 | 27.03.2018

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