Finanzhilfe Griechenland, wie seht Ihr das?

Moppelchen71
Moppelchen71
28.09.2011 | 12 Antworten
Ich bin der Meinung, wenn es Menschen schlecht geht, sollte man helfen, egal wo auf dieser Welt. Und da braucht mir nun auch niemand kommen, uns Deutschen geht es schon schlecht genug, da sollte man alle Hilfen nach außerhalb unterlassen und erst einmal unserem Volk mehr Geld geben.
Natürlich könnte es uns wesentlich besser gehen, aber das erreicht man nicht durch Aufstockung sozialer Leistungen, sondern durch Veränderungen im wirtschaftlichen Bereich, der es Arbeitgebern wieder attraktiver macht, in unserem Land zu produzieren und damit Arbeitsplätze zu schaffen.
Mittlerweile werden Dumpinglöhne gezahlt, weil unsere Politik dies zulässt. Dort müssten Veränderungen vorgenommen werden, dann kann sich ein deutscher Arbeitnehmer auch wieder ohne aufstockende Leistung wie HartzIV unterhalten.

Was nun Griechenland angeht, denke ich schon, dass auch wir helfen sollten, denn geht ein Land in den Bankrott, zieht das global wirtschaftliche Schäden mit sich. Meine Bedenken dabei sind allerdings, wo dabei das griechische Volk schnell und spürbar entlastet wird?
Natürlich, die Geld gebenden Länder wollen Konzepte sehen, dass eine finanzielle Unterstützung auch den völligen Ruin verhindern kann. Nur sehe ich, wenn ich denn etwas mitbekomme, dass der griechische Staat den Gürtel am engsten im Volk schnürt, das mittlerweile doch eh schon keine Kaufkraft mehr besitzt.
Sicher, man will Staatsbedienstete entlassen, aber in dem Moment, wo man ihre Gehälter einspart, sie auf einen maroden Arbeitsmarkt schickt, auf dem kaum die Hälfte eine Chance auf neue Arbeit hat, schiebt man diese ehemaligen Staatsbediensteten in eine staatliche Abhängigkeit. Was man an Gehältern einspart, muss man als Pensionen oder Sozialzahlungen wieder herausgeben. Ist das ein Sparplan? Hilft das dem Volk???

Da werden Immobiliensteuern erhoben, bei denen jeder Grieche mit Wohneigentum pro Jahr und Quadratmeter Wohnfläche, 4€ über die Stromrechnung zahlen soll. Tut er das nicht, sperrt man ihm den Strom ab.
Also bitte, was ist denn das für ein Kuddelmuddel? Viele Griechen wissen kaum, wie sie derzeit ihre Stromrechnungen bezahlen sollen, wie sollen sie dann noch mehr zahlen können? Und wenn man Steuern für Wohneigentum nicht zahlen kann, wird einem die Energieversorgung gekappt? Was soll das bezwecken? „Du zahlst mir kein Geld für Deinen Besitz, also werde ich verhindern, dass Du Deinen Besitz nutzen kannst!“, so hört sich das für mich an.
Wäre es da nicht beispielsweise effektiver, wenn man zunächst einmal Unterstützungen aus dem Ausland liefert, die das Volk selbst finanziell entlasten? Z.B. günstigere Energie. Muss das griechische Volk weniger Geld ausgeben, um sich mit dem Notwendigsten zu versorgen, bleibt doch am Ende mehr Geld im Portemonnaie. Mehr Geld im Portemonnaie des Bürgers, bedeutet mehr Kaufkraft, ... mehr Kaufkraft bedeutet mehr Bedarf an Gütern, wie auch Luxusartikeln, ... Mehr Bedarf an Gütern bedeutet Bedarf an mehr produzierender Wirtschaft, die dann wiederum Arbeitsplätze mit sich bringt, ...

Als es damals in den 80er Jahren diese große Welle der Afrikahilfe gab, war ein Motto, das man nicht einfach nur Geld gibt, sondern die Infrastruktur so mit aufbaut, dass die Menschen sich langfristig wieder selbst versorgen können. Man brachte nicht den Sack Mehl nach Afrika, sondern einen Beutel Korn, baute einen Brunnen und ließ die Menschen das Getreide selbst anbauen, um aus der Ernte Mehl und neues Saatgut zu gewinnen.
An vielen Stellen konnten so Hunderttausenden Menschen geholfen werden. Warum ist es in Griechenland so viel komplizierter? Ja, es geht nicht um einen Sack Korn in Griechenland, aber bin ich zu naiv, wenn ich denke, dass man das Prinzip aus Afrika umgestalten und auf griechische Bedürfnisse zurechtschneiden könnte, um dem Volk zu helfen, dass sich von seiner Regierung verraten, verkauft und ausgeweidet fühlt?
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1 Antwort
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Ich find das ganz schwer zu beurteilen. Es geht den Griechen sicher nicht rosig, aber unglaublich schlecht? Ich weiß nicht. Ich kann es nicht beurteilen - müsste es mir ansehen. Ich selbst habe auch einen Job, der mir keine großen Sprünge erlaubt - bin auch sehr frustriert. Klar, jeder muss davon leben können, was er verdient, aber wie soll man diese ganze Probleme, die aufgelistet hast bewältigen? Ich bin nicht grundsätzlich gegen eine Hilfe für Griechenland, aber dann muss Sie auch gut genutzt werden. Nachweislich.
deeley
deeley | 28.09.2011
2 Antwort
Schwieriges Thema
Ich kann dir nur teilweise Recht geben. Überleg mal, wie viele Milliarden die schon bekommen haben und es geht dort keinem besser. Die einzigen, denen mit Geld geholfen wird, sind die Investoren, die dadurch die Hoffnung hegen, wenigstens etwas von ihrem Geld zurück zu bekommen...dem Volk hilft das nichts..daher bin auch ich dafür, keine weiteren Gelder zu überweisen. Einfach Güter reinbringen..fraglich, wie vielen das hilft, dort herrscht ja keine Hungersnot. Was wohl das größte Problem in Griechenland ist, ist dass die Steuerpolitik zu lange nicht durchgegriffen hat. Neue Steuern einführen find ich ebenfalls nicht gut, weil wie du gesagt hast, dadurch Menschen in den Ruin getrieben werden. AAber...wenn die mal richtig recherchieren, wie viele Steuern von wem in den letzten Jahrzenten nicht bezahlt wurden und die eingetrieben würden...das wär mal ein guter Ansatz. Dazu noch etwas Kulanz von den Gläubigern und vermutlich würde einiges besser.
chilicat
chilicat | 28.09.2011
3 Antwort
re
also ich bin auch der meinung, dass griechenland geholfen werden muss, aber nur damit die ganzen euro länder nicht in den strudel der inflation gerät. Das problem an der ganzen sache ist, das jahrelange misswirtschaft in sehr kurzer zeit wieder gerichtet werden muss, dass das jetzt auf die kappe der kleinen leute geht ist da ja normal, wäre bei uns auch nicht anders. weil die "großen" sich nie gerne in die vollen taschen packen lassen. zu einem teil sind die griechen auch selber schuld, durch die ganze schwarz arbeit und das vorbeischaffen am fiskus. Der staat hat da jahrelang zugeschaut oder die Parlamentarier haben das gleiche gemacht. Was die folgen davon sind sehen sie jetzt und jetzt wird rumgeheult...selbst schuld sag ich da nur. Was ich an dem ganzen spiel noch die dreisteste nummer finde, dass so ne pleite ja nicht von heute auf morgen passiert...das hätten die euro länder doch kommen sehen müssen, schon vor jahren, aber es wird immer erst eingegriffen, wenn das kind in den...
Ceroxyl
Ceroxyl | 28.09.2011
4 Antwort
...
brunnen gefallen ist! die schuldenbremse etc, das sind doch alles dinge die man vor jahren, mit dem euro hätte einführen können. daran hätten die direkt denken sollen. die "Wirtschaftsweisen" wussten doch garantiert von anfang an schon, dass wenn einer pleite geht, quasi alle mit unter gehen oder alle ihr geld in den leeren säckel pusten müssen! Das bringt der euro nunmal jetzt mit sich. mein fazit, jammern hilft net da müssen jetzt alle durch, weil es gibt keinen weg zurück.
Ceroxyl
Ceroxyl | 28.09.2011
5 Antwort
@chilicat
DAS meine ich ja! Wo hilft das, was derzeit an Hilfe fließt dem Volk? Für mich sehen die derzeitigen Sparpläne nur nach Verschiebung der Problematik aus, aber nicht nach wrklicher, langfristiger Hilfe. Erst recht nicht nach Hilfe, die das Volk entlastet.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 28.09.2011
6 Antwort
@Ceroxyl
Da gebe ich Dir recht, es hätte schon seit Jahren auffallen müssen. Erschreckend sind Bilanzen anderer europäischer Länder, die den selben Kurs zu steuern scheinen.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 28.09.2011
7 Antwort
Ich glaube,
das größte Problem ist, dass denen das Volk relativ egal ist..die sehen Schulden, die sie nicht bezahlen können... Ist doch ähnlich wie bei uns...Steuern werden erhöht, dafür Leistungen versprochen...letztendlich bleiben die Steuern und anstatt Volksleistungen werden die Diäten erhöht..Mahlzeit! Wenigstens hab ich Schwarz-Gelb nicht gewählt, sondern damals schon Piraten! Wobei ich trotzdem anmerken muss, dass mir Röslers Ansicht um einiges symphatischer ist, als Merkels.
chilicat
chilicat | 28.09.2011
8 Antwort
@moppelchen71
ja, dass ist ja die ganze Misere! Wieso haben die da nicht schon vorher was getan. der rettungsschirm kommt ja jetzt, weil die anderen auch soweit sind, den karren in den graben zu fahren. Langfristige hilfe wäre nur eine reformation des Staatsapparates. Der so riesig und aufgebläht, dass privatisierungen und entlassungen dringend nötig sind. wie wir es mit post, db etc auch getan haben. das hätten die griechen auch schon viel früher tun müssen. das dadurch arbeitslose entstehen bleibt nicht aus, langfristig aber wohl besser ist, als diese aufgeblähte monster zu behalten. wenn die wirtschaft wieder bergauf geht, werden die arbeitslosen wohl auch wieder arbeit finden, dass dauert natürlich, weil wie gesagt jahrelange misswirtschaft, kann nicht von heute auf morgen ungeschehen gemacht werden. Und irgendjemand muss da bluten, es allen recht zu machen wird nicht funktionieren, dass weiß papandreou und zieht sein programm auch so knallhart durch.
Ceroxyl
Ceroxyl | 28.09.2011
9 Antwort
die sollen ja keine Staatsbedienstete kündigen aber den lohn auf die hälfte reduzieren wäre bei den gehältern schon mal angebracht und nicht jedem idi
der mal in der politik war pensionen oder abfindungen zahlen ok machen unsere deuschen auch aber dann wäre schon mal paar millionen im jahr gespart weil wenn du 30 jahre in der selben firma gearbeitet hast bekommt auch nur deine normale rente und all das geld was wir denen zustecken teilen die doch erstmal auf ihre pensionen auf bevor da was zum volk kommt
3fachmama35
3fachmama35 | 28.09.2011
10 Antwort
@chilicat
Deshalb heißt das Fettfressen bei Politikern ja auch Diäten!
Moppelchen71
Moppelchen71 | 28.09.2011
11 Antwort
@3fachmama35
naja kommt halt drauf an wo man gearbeitet hat...meine freundin hat 30 jahre in der gleichen firma gearbeitet und wurde dann gekündigt und bekam dann erstma 125tausend € abfindung gezahlt..zwar auch nur durch klage ihrerseits, aber es stand ihr ja zu... aber ich finde auch das in griechenland falsche ansätze getätigt werden...hilfe gut und schön, aber ich sehe da auch nich wirklich viel positives bei..zumindest solange es so läuft wie jetzt mit den änderungen
gina87
gina87 | 28.09.2011
12 Antwort
...
meiner meinung nach sollten erst mal alle renten überprüft werden... in griechenland würde sich das lohnen da dort die renten sehr hoch sind und schätzungsweise ca 20 % aller kassierten renten an bereits verstorbene gezahlt werden... prinzipiell bin ich dafür staaten zu helfen wieder auf den damm zu kommen aber griechenland ist ein fass ohne boden, da wird so viel hin investiert und es bringt nicht viel ausser proteste und sparversprechen die nicht gehalten werden... wenn ich den vergleich ziehe zwischen griechenland und uns privat könnte ich echt was zu viel bekommen... wir sind eigentlich pleite, bekommen aufstockend h4 und es intressiert niemanden wie wir über die runden kommen wenn wir unsren kredit, 300 € jeden monat, abbezahlen sollen... und dann seh ich überall das die griechen eigentlich insolvent sind und noch mehr kredite bekommen die sie nicht abbezahlen können weil sie nicht kreditwürdig sind...
zwergenmamilein
zwergenmamilein | 28.09.2011

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