Stolz auf Deutschland

Waikiki
Waikiki
15.07.2013 | 67 Antworten
Die Grenze zwischen gesundem Stolz aufs eigene Land und Nationalismus ist fließend, und gerade als Deutscher sieht man sich im Kontakt mit anderen Nationen in einer moralischen Zwickmühle, wenn man sich nicht ständig für die Vergangenheit schämt.

Sollten die Deutschen sich 68 Jahre nach Kriegsende langsam mal trauen, ein bisschen stolz auf ihr Land zu sein? Durch die deutsche Geschichte vorbelastet kann man doch nicht einfach "gern" Deutscher sein, oder?

Wo liegt für euch der Unterschied zwischen Stolz und Nationalismus - und würde Deutschland etwas mehr Stolz (wie er in z.B. Amerika vollkommen normal ist) gut tun? Wie sollte mit der deutschen Nazi-Vergangenheit in Zukunft verantwortungsvoll umgegangen werden?

WICHTIG: Hier geht es NICHT um Rassismus, Äußerungen gegen Einwanderer oder andere Gruppen sind hier nicht erwünscht! Hier soll NIEMAND als Nazi beschimpft werden, sondern über die Zukunft von einem Land diskutiert werden, dass sich für seine Vergangenheit schämt.

Der Themenvorschlag kam von Zenit, vielen Dank!
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1 Antwort
ich finde das alles sehr übertrieben und sonst macht sich kein land wie zb. amerika gedanken über die zeit die haben damals ja keinen mehr rein gelassen und alles dicht gemacht geholfen haben die ja auch nicht mal abgesehn was die in deutschland unschuldigen menschen angetan haben nene.... es hängt an uns und die politiker handeln immer noch so damit nicht mehr auf uns eingestochert wird wir sind immer noch die bösen und werden es noch lange bleiben war mal beim schüleraustausch in isral und was war die meisten ausflüge erinnerten an die zeit dennoch hat uns keiner vorwürfe gemacht oder uns gemieden wir wurden herzlich aufgenommen die politiker sollten sich einfach mal wieder mehr trauen und nicht zu allem ja sagen
blaumuckel
blaumuckel | 15.07.2013
2 Antwort
Ob ich stolz auf Deutschland bin, kann ich nicht sagen, ich lebe gerne hier und bin zufrieden. Es gibt eine gute soziale Absicherung, alles in allem läuft es rund. Klar sind hier auch viele Defizite seitens der Politik und vieles könnte man bestimmt auch anders/besser machen, aber ich muss ganz ehrlich sagen, die Politiker haben eine grosse Verantwortung, die ich nicht haben wollte. Inwieweit sie dieser Verantwortung ihrem Land gegenüber gerecht werden, kann ich nicht beurteilen, aber ich denke, im gegensatz zu anderen Ländern wird hier auf recht hohem Niveau geschimpft. Zum Thema Nationalsozialismus: Es ist mit Sicherheit vieles schiefgelaufen in der Zeit und da können wir teilweise nicht stolz drauf sein. Was mit den Juden gemacht worden ist, war wirklich die allerletzte Sauerei, aber auch hier muss man sagen, es kam alles "von oben". Das normale Volk wollte das nicht, und was ich aus den Erzählungen meiner Großeltern gehört habe, hat sich das Volk untereinander geholfen, wo es
Chrissi1410
Chrissi1410 | 15.07.2013
3 Antwort
nur konnte. Ich persönlich fühle mich nicht schuldig, ganz einfach, weil ich zu der Zeit noch nicht gelebt habe, und auch meine Eltern waren zu der Zeit noch kleine Kinder und haben sich auch nichts zu schulden kommen lassen. Aber es waren nicht nur die Deutschen, die Engländer, Amerikaner, Franzosen und Russen waren es genauso. Wir Deutschen haben nunmal das Pech, daß auch jetzt, nach fast 70 Jahren immer noch mit dem Finger auf uns gezeigt wird. Es ist natürlich schön, wenn man sojemanden hat, um von den eigenen Taten abzulenken. Diejenigen, die diese Zeit aktiv miterlebt haben, sind mittlerweile alte Leute und in 20 Jahren wird es keinen Zeitzeugen mehr geben. Ich bin auch der Meinung, daß wir nach der Zeit keine Wiedergutmachung zu betreiben haben. Es kann nicht sein, daß irgendwelche pfiffigen Leute daherkommen und sagen, meine großeltern mussten in Zwangslagern arbeiten, da will ich jetzt aber eine Entschädigung für haben, das geht nicht und das ist den deutschen Staat
Chrissi1410
Chrissi1410 | 15.07.2013
4 Antwort
ausnehmen. Es ist Vergangenheit, eine, auf die wir teilweise nicht stolz sein können, die wir aber auch nicht ändern können. Es ist richtig, daß die Kinder, egal ob in Deutschland oder woanders, das Thema im Geschichtsunterricht durchnehmen, einfach, damit sie wissen, was damals losgewesen ist. Es gehört nunmal zu unserer Geschichte, da können wir nichts dran machen. Aber irgendwann sollte man die Vergangenheit auch mal ruhen lassen und es als ein Schreckgespenst vergangener Zeiten ansehen. Ich bin sehr für ein friedliches miteinander, bin aber auch der Meinung, daß Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen und bei uns leben wollen, sich den Rahmenbedingungen der deutschen Gewohnheiten anzupassen haben. Das heißt z.B., daß sie soviel Deutschkenntnisse haben, daß sie sich hier problemlos verständigen können, daß sie nicht auf Deutschland schimpfen, in welcher Form auch immer und sich, wenn sie ausserhalb ihrer Wohnung sind, den deutschen Gegebenheiten anpassen, damit meine
Chrissi1410
Chrissi1410 | 15.07.2013
5 Antwort
Stolz ist so ein großes Wort... . Stolz bin ich wenn ich den ersten Platz gewinne, ... oder auf meine Tochter. Aber stolz eine Deutsche zu sein? Vielleicht ja. Ich fühle mich hier sehr, sehr wohl. Ich schäme mich nicht für die Vergangenheit, so fühle ich mich auch nicht schuldig. Ich bin nur etwas verärgert über die damalige Politik die sich zu solchen Dummheiten hinreißen lies, und uns damit gelinde gesagt, einen Stempel in der Welt aufgedrückt hat. Nationalstolz wird nicht gern gesehen, obwohl es nichts schlechtes ist, sondern sinnvoll und hilfreich. Die Vergangenheit kann man nicht ungeschehen machen und Deutschland tut wirklich viel, um "wieder gut" zu machen. Das sollte anerkannt werden. Doch sind 68 Jahre wirklich eine lange Zeit? Das ist gerade mal ein Menschenleben. Geduld ist der Schlüssel dieser Zeit. Und die sollten wir auch haben.
Schaefchen93
Schaefchen93 | 15.07.2013
6 Antwort
ich z.B. bei den Männern, daß sie Frauen akzeptieren und ihre Frauen nicht 3 Meter hinter ihnen laufen müssen. Es gibt ganz viele, die hier sehr intigriert sind, aber es gibt auch noch welche, die es nicht sind. Jeder kann und soll so leben, wie er es möchte. Innerhalb der Familien gibt es noch so viele Zwänge, z.B. dass junge Frauen nicht das anziehen dürfen, was sie möchten, keinen deutschen Freund haben dürfen. vieles heimlich machen müssen und schwer bestraft werden, wenn sie von ihren Familien erwischt werden. Mir ist auch bei uns im Fußballverein aufgefallen, daß die Mamas von den türkischen Spielern kaum da sind, das sind alles sehr liebe Frauen, aber sie können sich hier nur schwer verständigen, weil sie zum größten Teil nur unter ihresgleichen sind. Das finde ich sehr schade, die ganzen Nationalitäten verschmelzen immer mehr miteinander und da sollte man meiner Meinung nach auch mehr füreinander das sein und miteinander machen.
Chrissi1410
Chrissi1410 | 15.07.2013
7 Antwort
cih glaube aufgrund unserer vergangenheit haben wir eine besondere verpflichtung, sensibel gegenüber rassismus und nationalismus zu sein. das heißt aber nicht, dass man als deutscher verschämt den kopf einziehen muß. ich war das erstemal stolz auf mein land, das war 2002. ich war gerade als austauschstudent in schottland, als busch dem irak den krieg erklärte und mit amerikanischen großmachtgehabe von allen staaten "uneingeschränkte solidarität" erwartete. herr blair war ja auch brav bei fuß erschienen, nur die regierung schröder wagte es tatsächlich, sich dem großen land zu widersetzen bei einem angriffskrieg, für den es keine rechtfertigung gab. für diesen mut habe ich schröder bewundert, war aber auch stolz auf mein land, in dem sowas möglich war. der nächste große schritt war im sommermärchen 2006, als man endlich wieder flagge zeigen durfte. deutschland hatte ein neues zusammengehörigkeitsgefühl,
ostkind
ostkind | 15.07.2013
8 Antwort
das fand ich unglaublich. unsere aufgabe ist darauf zu achten, dass diese zusammengehörigkeitsgefühl nicht in nationalismus und ausgrenzung umschlägt. warum verbotsanträge gegen die npd immerwieder scheitern, ist mir ein rätsel. hier müßte noch viel mehr druck von der gemeinschaft kommen.
ostkind
ostkind | 15.07.2013
9 Antwort
"da sollte man meiner Meinung nach auch mehr füreinander das sein und miteinander machen." Dafür bin ich auch, allerdings kocht jeder sein eigenes Süppchen. Auch die Deutschen unter sich- keiner will was mit einem anderen zu tun haben. Dazu kommt noch die Unsicherheit aufs "Unbekannte" und auch sie haben Scheu freundlich auf uns zu zu gehen. Vielleicht ist das auch eine Frage der Mentalität. Jeder hat Vorurteile der anderen Nation gegenüber- keiner weiß, was davon stimmt. So entsteht diese Kluft. Und diese zu schließen, .. dauert auch seine Zeit.
Schaefchen93
Schaefchen93 | 15.07.2013
10 Antwort
" warum verbotsanträge gegen die npd immerwieder scheitern, ist mir ein rätsel" Mit nicht, denn sollte man sie auflösen was wäre dann geschafft? Sie hätten keine Lobby mehr. Das ist richtig. Aber in der Öffentlichkeit kann man sie kontrollieren. Würde man sie verbieten würden sie im Untergrund arbeiten, man hat keinen Überblick mehr. Außerdem veränderst du die Gesinnung der Menschen damit nicht ein bisschen- sie würden denken: Jetzt erst recht!! Und das kann doch wirklich keiner wollen oder?
Schaefchen93
Schaefchen93 | 15.07.2013
11 Antwort
@Schaefchen93 und dafür füttere ich den parteiapparat mit millionen von steuergeldern? finanziere ihren wahlkampf? gebe denen eine plattform? legalisiere ihr gedankengut, indem ich sie als partei anerkenne? sorry, "öffentlcihe kontrolle" haben wir noch lange nicht , nur weil wir ihnen steuergelder in den rachen werfen...
ostkind
ostkind | 15.07.2013
12 Antwort
So eine Partei würde es nicht geben, wenn hier alles in Ordnung wäre. Klar es gibt immer Verrückte. Es gibt immer welche die den anderen nicht passen. Man muss andere Lösungen für das "Problem" finden. Aber verbieten, ... . Wenn die Partei keine Wähler mehr hätte... tja dann kann sie nicht überleben. Aber es gibt noch viele Baustellen in Deutschland- und solange das so ist, wird es immer solche Parteien geben.
Schaefchen93
Schaefchen93 | 15.07.2013
13 Antwort
es ist ein schmaler Grat... JA, ich bin stolz auf unser Land, JA, ich bin stolz Deutsche zu sein... genauso, wie ein Pole auf Polen stolz sein darf, oder ein Türke auf die Türkei... ich bin Patriot, ich liebe unsere Kultur, unsere Dialekte, die deutsche Küche, die Vielfalt die Deutschland zu bieten hat für einige passe ich nun sicher in die Sparte "Nazi"... ich persönlich denke, das die Vergangenheit ein Teil Deutschland's ist... den Ruf werden wir auch noch in 200 Jahren haben, ich frage mich nur immer wieder WARUM..? kreischt einer nach den Ami's, die zig Vietnamesen abschlachteten, Serben vs. Kroaten oder auch Israelis die, die Palistinänser seit Jahren töten... Russen die in Tschechenien einmaschieren und alles platt machen... ich verachte sämtliche Kriege... mein Uropa ist im 2. Weltkrieg gefallen, ja er war ein Nazi, nur was sollte er auch anderes tun... ?? wenn er nicht in den Krieg gezogen wäre, hätten sie ihn auf der Stelle erschossen... ich bin sicherlich nicht stolz darauf, was mein Uropa tat, aber er tat es für sein Land, für seine Frau und seine Kinder...
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 15.07.2013
14 Antwort
stolz ist für MICH persönlich hier das falsche wort. ich bin nicht "stolz" drauf, deutsche zu sein einige meiner Urgroßeltern wurden hart verfolgt im krieg, weil sie sich weigerten, einen sinnlosen krieg zu führen. mein einer uropa saß im zuchthaus und wäre beinahe umgekommen.. aber er hat sich seinen idealismus erhalten und darauf konnte er m.m.n. stolz sein. mir leuchtet es auch nicht ein, auf etwas stolz zu sein, was sowieso so ist wie es ist. eben in eine nationalität hineingeboren zu werden. dafür oder dagegen kann keiner was. jedes land hat seine besondere kultur und jeder mensch ist wertvoll und etwas besonderes, unabhängig vom geburtsort. sehe es vielleicht auch so, da ich aus einer sehr "linken" und weltoffenen familie komme. war selber jahrelang gegen rassismus politisch aktiv... aber ich bin auch kein "antideutscher" autonomer!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 15.07.2013
15 Antwort
ich fühle mich hier wohl. die landschaft ist wunderschön und abwechslungsreich und uns geht es ja sehr gut, auch den "h4-empfängern" geht es super gut, wenn man mit anderen ländern vergleicht... meckern sollte also keiner. nur finde ich persönlich, dass dieses ganze etwas überbewertet wird. dieser nationalstolz hat schon zu sooo vielen kriegen geführt, unabhängig vom land. ich finde eher die vielfalt spannend! ich reise wahnsinnig gerne und bin immer offen für neue kulturen und sichtweisen, so lange sie human sind und die menschenrechte achten... wir könnten auf dieser erde alle so viel voneinander lernen, wenn man sich mal zuhören würde, also international. stolz hin oder her. das muss ja jeder selber wissen :) aber das als vorwand zu nehmen, um sich auf- und andere abzuwerten, finde ich echt ekelhaft. zum glück lebt das auch nur eine geringe minderheit so aus... jetzt könnt ihr auf mir "hippie" gerne rumhacken
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 15.07.2013
16 Antwort
Was damals gewesen ist, ist schrecklich aber es ist leider nicht mehr Rückgängig zu machen. Ich bin stolz darauf Deutsche zu sein aber schockiert darüber was aus Deutschland gemacht wird. Mal schaun wie es in 10 Jahren aussieht...Ich sehe schwarz.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 15.07.2013
17 Antwort
Siehe Nalape`s Text. Mehr braucht man darüber auch nicht zu schreiben.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 15.07.2013
18 Antwort
@Lilla_My du verwechselt linksliberalität mit politverdrossenheit. man kann linksliberal gesinnt sein und trotzdem stolz auf sein land sein, nämlich dass es möglich ist, es mit zu gestalten. aussagen wie "politiker sind selbstsüchtig" und "das system ist schuld" sind zeichen von resignation, so kann man sich natürlich nicht mit einem land identifizieren. aber unsere demokratie erlaubt es, tatsächlich mitzugestalten und estwas zu bewegen: vom kleinen volksentscheid bis zur revolutionierung der politik. die piraten hätten es tatsächlich schaffen können, eine vollkommen neue art der demokratie und mitbestimmung einzuführen. leider sind sie an sich selbst gescheitert. trotzdem haben sie einen wichtigen anstoß gegeben und in kleinen gemeinden wird plötzlich liquid democracy gelebt http://www.zeit.de/digital/internet/2012-11/liquid-feedback-friesland auch DAS ist etwas, worauf ich stolz bin .
ostkind
ostkind | 15.07.2013
19 Antwort
stolz schon, aber nicht auf diesen drecksstaat der alles zu nichte macht. wenn das so weiter geht sterben die deutschen aus. wir sind jetzt schon in manchen städten fremd im eigenen land. da krieg ich hackenkreuze in den augen wenn ich was da abgeht
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 15.07.2013
20 Antwort
@nachtblut was genau an "Hier geht es NICHT um Rassismus, Äußerungen gegen Einwanderer oder andere Gruppen sind hier nicht erwünscht! " hast du nicht verstanden?
ostkind
ostkind | 15.07.2013

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