Meine Tochter kann Schmerzen nicht ertragen

Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer
03.09.2013 | 14 Antworten
Hallo (wink)

Ich hab mal ne Frage, vielleicht könnt ihr mir ja einen Tipp geben.

Meine Tochter ist 4, 5 Jahre alt und hat größte Probleme, Schmerzen auszuhalten. Ob sie aufs Knie fällt oder sich das Kinn aufschlägt, sodass sie genäht werden muss, es ist immer alles gleich schlimm und sie schreit dann locker 30 Minuten aus vollem Hals in einer Tour, dass es mir schwer fällt, ruhig zu bleiben (besonders bei kleineren Blessuren). Pflaster auf etwas zu kleben (jüngst auf die genähte Wunde, wo es halt nötig war) oder gar zu entfernen, muss unter vollem Einsatz von zwei Erwachsenen geschehen, weil sie auch nach einer Stunde guten Zuredens nicht zu beruhigen ist und kreischt und strampelt oder brüllt, sie würde keine Luft mehr kriegen, als würde sie sterben. Wir wissen uns keinen Rat mehr. Wenn sie Blut sieht, dann ist alles aus. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was hier abgeht, wenn sie sich wehtut und ein klitzekleines Tröpfchen Blut zu sehen ist.

Ich bin unsicher, ob sie wirklich unendliche Angst vor Schmerzen hat oder ob sie nur eine tierische Show macht, aber da sie sich wirklich von niemandem beruhigen lässt, glaube ich, es ist wirklich die pure Angst und Unfähigkeit, Schmerzen auszuhalten gepaart mit einer hübschen Veranlagung zur Hysterie, die sie zweifelsohne hat. Auch etwas, das unangenehm ist (z.B. Pflaster abmachen), verursacht bei ihr schlimmste Panik.

Sie rennt übrigens auch tagelang später rum und zeigt jedem ihre "Verwundung" oder hinterfragt immer, was weher getan hat und sowas. Sie lenkt ihre ganze Aufmerksamkeit auf ihr Unwohlsein, wenn sie was hat.

Ich kann mir das nicht erklären, weil wir alle so nicht sind. Bis sie in den Kiga kam, hat sie Verletzungen immer super weggesteckt und war echt hart im Nehmen. Dann kam ihre Schwester auf die Welt und 8 Monate später der Kindergarten und nun ist es wirklich eine Katastrophe.

Kennt das jemand oder hat jemand einen Tipp, wie ich ihr helfen kann, besser mit sowas umzugehen? Es ist wirklich nicht einfach für sie und für uns auch nicht.
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1 Antwort
Ich kenn das so wie du es beschrieben hast auch nicht. Wir hatten nur mal eine Phase, in der dann bei jeder Kleinigkeit ein Kühlakku her musste oder ein Pflaster. Das Pflaster dann wieder ab zu machen war aber auch jedesmal ein richtiger Kampf. Das hat aber dann ganz plötzlich nachgelassen. Weißt du denn, wie sie im Kindergarten mit solchen Sachen umgeht und wie die Erzieher es dann handhaben? Zeigt sie dieses Verhalten denn nur, wenn es um Schmerzen geht? Also wenn sie wirklich hingefallen ist oder so? Oder auch schon bei körperlichen Berührungen an sich.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 03.09.2013
2 Antwort
Meine Jüngste ist da ähnlich. Wenn was ist und es fließt Blut brüllt sie alles zusammen. Keiner darf auch nur in die Nähe von der Wunde kommen. Manchmal gehts gut und ich kann sie beruhigen, ein anderes mal aber steigert sie sich so rein, dass ich grantig und damit auch Laut werde. Das muß ich dann auch, weil sonst dringe ich nicht mehr durch zu ihr. Es ist wie ein Schalter, der an und aus geknipst werden kann. Pflaster kleben ist so ne Sache. Da sie beim abmachen genauso ein Theater macht überlasse ich es ihr selbst. Meist will sie sich dann auch alleine versorgen, sprich ich geb ihr Taschentuch und Pflaster und sie verarztet sich selbst. Jetzt ist sie fast 7 Jahre alt, mit 4 1/2 Jahren war das Theater aber um vieles größer. Auch da hab ich sie selbst entscheiden lassen. Trösten ging nach ihrer Brüllerei gut, vorher war schlecht an sie ranzukommen. Bei Schürfwunden hab ich sie auch gelassen. Wenn es ernstere Wunden gewesen wären, nun ... dann hätte ich ihr auch gewaltsam die Wunde versorgt bzw. ich denke sie hätte mich instinktiv rangelassen. Da wir aber noch keine ernsten Fälle hatten kann ich also auch nicht mit Sicherheit sagen wie sie ist, wenn wirklich Not am Mann wäre
Solo-Mami
Solo-Mami | 03.09.2013
3 Antwort
Hmm. Ich denke, dass das an der Psyche liegt. Es ist einfach so sehr in ihr eingebrannt, dass Verletzung=Schmerz bedeutet, sodass sie nicht unterscheidet zwischen leichtem und starken Schmerz. Gibt's dafür denn einen Auslöser? Weil von deinen Erzählungen her, dass sie auch keine Luft bekommt, verfällt sie ja auch in einen Panikzustand. Also klingt für mich nach einer Art Konditionierung, die aufgrund von ...... entstanden ist. Und deshalb assoziiert die jede unnatürliche Handlung auf der Haut gleich mit Schmerz und Panik.
stina1991
stina1991 | 03.09.2013
4 Antwort
von meinen eigenen Kindern kenne ich das auch nicht... die stecken kleinere wie auch größere Verletzungen recht gut weg, auch als sie klein waren... von einem Kind kenne ich aber sowas auch, das Kind macht die größte Show beim kleinsten Kratzer... da bekommt es dann halt wirklich die vollste Aufmerksamkeit, vielleicht liegt es auch einfach an der Aufmerksamkeit, die es dann entgegen gebracht bekommt... ich kann auch kein Blut sehen, werde fast hysterisch, wenn eins meiner Kinder blutet... bei mir selbst macht es mir nichts, aber wenn jemand anders blutet, läuft's bei mir nimmer "rund" hab ich als Kind auch schon gehabt...
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 03.09.2013
5 Antwort
Ich kann dir nur sagen, dass es bei Jule auch oft zu extrem theatralischen Auftritten kommt, wenn ihr etwas passiert. Sie steigert sich dann auch rein, so dass sie schreit und heult und die Tränen kullern. Ich versuch sie anfangs immer zu beruhigen, aber dann ignoriere ich sie... und gehe aus dem zimmer. Vielleicht versuchst du das mal, aber ob das wirklich hilft, kann ich dir nich sagen.
sinead1976
sinead1976 | 03.09.2013
6 Antwort
hat sie es vielleicht im Kiga bei nem anderen Kind gesehen, welches dadurch mehr Aufmerksamkeit erhielt? Bei uns ist auch immer ein ziemliches Bohei, besonders beim Pflaster abmachen... und unser schreit/weint, wenn sie sich weh getan hat und wenn sie es später Hast du mal mit ihr versucht zu reden, warum so ein "Theater" bei "kleineren" Verletzungen ist? Ach so, Blut kann unsere auch nicht sehen, sobald Blut zu sehen ist, denkt man, sie wird misshandelt, so schreit sie... Und ihr Verletzungen werden auch jeden gezeigt... tagelang
Trami
Trami | 03.09.2013
7 Antwort
Danke für eure Antworten. Ich kann mich an keinen Auslöser erinnern, aber ich habe auch die Vermutung, dass es um Aufmerksamkeit geht. Allerdings, wenn wir sie dann irgendwann ignorieren oder schlimmstenfalls in ihr Zimmer bringen, weil es wirklich nicht mehr auszuhalten ist . Im KIndergarten ist sie ganz anders, sehr zurückhaltend, sozial und lieb. Zu Hause lässt sie total die Sau raus. Ich hab mal gedacht, dass sie gelernt hat, dass man kleinste Blessuren immer gleich versorgen muss. Meine Mutter ist ein wandelndes Homöopathie-Lexikon und rennt immer sofort zu ihrer Hausapotheke oder zum Kühlpack . Nervig. Ich gebe wohl auch Arnica, wenn es knallt, aber meine Mutter ist da einfach extrem. Vielleicht hat sie ihr beim kleinsten Scheiß einfach zu viel Aufmerkamkeit gegeben, dass sie das so gelernt hat, also gewissermaßen konditioniert wurde. Das erklärt aber irgendwie nicht, dass sie bei kleinsten Verletzungen so außer sich ist und wirklich nicht zu trösten. Sie brüllt und brüllt und zappelt krampfig mit den Beinen, wenn ihre Lippe blutet. Als würde sie Messer in der Wunde stecken haben, die immer wieder umgedreht werden. Pflaster gebe ich ja schon gar nicht, bin ja froh, wenn es an der Luft trocknet. Aber bei dieser Naht musste am Strand in den ersten Tagen halt eins drauf, damit die Wunder nicht verunreinigt wurde. Das haben wir mit Gewalt drauf- und wieder abgemacht. Ging nicht anders. Ich frag mal im Kindergarten nach, wie sie da drauf ist. Kann auch sein, dass sie das von ihrer Freundin gelernt hat. Von der lernt sie viel, was mir überhaupt nicht gefällt. Ich will nicht schlecht über das Kind sprechen, aber sie ist wahrlich ein schlechtes Vorbild und häufig höre und sehe ich sie, wenn Luisa bestimmte Verhaltensweisen zeigt, die ich früher bei ihr nicht kannte. Ändern kann ich es nicht, die beiden lieben sich und so ist es nun mal. Ich habe mit ihr schon geredet, wenn sie sich beruhigt hat, dass man es auch mal ohne großes Theater aushalten muss, wenn etwas unangenehm ist oder etwas weh tut. Aber wie will ich einer Vierjährigen klarmachen, was große Schmerzen sind und was nur unangenehm ist? Ich glaube, sie kann das gar nicht wirklich unterscheiden.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 03.09.2013
8 Antwort
@Maulende-Myrthe Hast du deine Tochter mal gefragt, was sie selber dazu denkt? Und was sie von dir in so einer Situation erwartet? Das Kinder im Kindergarten oft ein völlig anderes Verhalten zeigen ist glaub ich gar nicht so selten. Gerade das Kinder, die im Kindergarten total brav sind, zu Hause dann förmlich zur Sau werden. Im Kindergarten passen sie sich halt an. Das ist anstrengend für die Kleinen. Und zu Hause explodieren sie dann plötzlich. Aber mit dem extremen Schreien hat das denk ich eher weniger zu tun.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 03.09.2013
9 Antwort
Hallo Maulende-Myrthe, hast Du schon mal Rescue Bachblütentropfen oder auch Notfalltropfen genannt, ausprobiert? Die helfen meiner Tochter super, sobald Sie Angst oder Schmerzataken hat. Einfach in dem Schrei-Heulzustand, 4 Tropfen auf die Zunge geben oder in ein glass stilles wasser geben... Das Schreien hört sofort oder in paar Minuten auf... Ich sage dazu immer, das dass Zaubertropfen sind... Hier ein Link zu den Tropfen, sind rein pflanzlich und ohne Alkohol!!! http://bachblueten-florem.de/bachblueten-fuer-kinder/rescue-kinder?gclid=CJjF8MC3r7kCFU1f3godz2MAcg Hoffe damit geholfen zu haben... Viele Grüße Jessy
jzeis
jzeis | 03.09.2013
10 Antwort
@Maulende-Myrthe das schwierige ist, daß jeder Mensch ja ein unterschiedliches schmerzempfinden hat und was für den einen ein aushaltbares Zwickerchen ist, kann für den anderen fast unerträgliche Schmerzen bedeuten. Zu mir hat ein Arzt mal gesagt, wer aua sagt, hat immer recht. Du willst ihr bestimmt auch nicht unrecht tun und ich verstehe da die Zwickmühle, in der Du steckst. so wie ich Dich kenne, bist Du mit Sicherheit auch keine Mama, die sofort in völliger Panik zu ihr hinspringt, sobald sie mal hingefallen ist, und sie so weiß, daß sie sich nur fallenlassen braucht und Du bist da. Vielleicht kannst Du mit ihr ein kleines Notfalltäschchen fertig machen mit Verbandszeug, Taschentüchern, Pflaster, Kühlungsgel, Traubenzucker als Wunderpille ect. Wenn sie dann etwas hat, was wirklich nicht schlimm ist, gehst Du mit ihr das Täschchen holen und fragst sie, wie das denn am besten verarztet werden soll und lässt sie es auch selber machen, wenn sie sich drauf einlässt. Vielleicht kannst Du sie so schon ein bißchen ablenken. Du kannst auch noch ein Buch mit Kurzgeschichten dazupacken, und Dich dann, wenn sie tapfer war und sich wieder beruhigt hat, mit ihr hinsetzen und ihr eine vorlesen. Sprich mal mit der Kindergärtnerin über das Verhalten, vielleicht kann sie Dir noch einen Rat geben.
Chrissi1410
Chrissi1410 | 03.09.2013
11 Antwort
Hallo meine Liebe! James ist auch manchmal so eine "Drama-Queen". Nicht so heftig wie deine Maus, aber er kann das auch ganz gut. Bei ihm weiss ich, dass es um's im Mittelpunkt stehen geht, wenn andere dabei sind. Bei uns zuhause konnte er das auch ganz gut, aber da er die gewuenschte Aufmerksamkeit nicht bekommt, ist es schon viel besser geworden. Als er vor kurzem seine Impfung bekommen sollte, hat er die Praxis foermlich ZUSAMMENGESCHRIEN! Wir sind fast im Erdboden versunken. Nach langem Hin und Her, ohne uns dabei, hat er sich dann bereit erklaert, und kaum war es dann soweit, mussten wir ihn leider festhalten, damit die Aerztin zusammen mit der Schwester die Spritze reinjagen konnte. Es war heftigst. Und er ist 6, wohlgemerkt! Schlimm! Aber du schreibst ja, sie macht weiterhin Theater, auch wenn sie alleine in ihrem Zimmer ist. Lasst ihr sie da komplett in Ruhe oder redet ihr noch durch die Tuer mit ihr? Ja, frag bitte mal im Kiga nach, wie sie da ist im Falle einer Verletzung. Die Idee mit den Rescue Tropfen find ich auch nicht schlecht. Waere ein Versuch wert, vor allem, wenn du sie Zaubertropfen nennst. Was Stina1991 find ich uebrigens gut. Macht Sinn.
Kerstin_K
Kerstin_K | 03.09.2013
12 Antwort
Hey, auf die rescue-tropfen hätte ich auch mal kommen können.... Die sind super und wirken echt Wunder. Jannis hatte sich mit 3 Jahren mit nem stock im Auge gekratzt.... Er hat gebrüllt wie am spieß, keiner durfte auch nur in die Nähe vom gesicht... Mit den rescue-tropfen wurde er sichtlich ruhiger und ich konnte etwas tun.
sinead1976
sinead1976 | 03.09.2013
13 Antwort
Ich hab die Rescue Drops. Ich probier es mal aus. Danke für den Tipp.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 03.09.2013
14 Antwort
Immer wieder sehr gerne...
jzeis
jzeis | 03.09.2013

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