Erfahrungen mit Autismus/Asperger?

andrea251079
andrea251079
25.09.2015 | 19 Antworten
Hallo zusammen,

gibt es hier Mütter deren Kind autistische Züge/Autismus oder Asperger hat? Wenn ja, wie war die Sprachentwicklung, wie erfolgte die Diagnose und überhaupt: Was waren die Herausforderungen und Erfolge?

Zum Hintergrund: Ich bin mit meinem Sohn (wird in 4 Tagen 4 Jahre) in der Autismus-Ambulanz zur Diagnostik. Er ist sprachlich sehr entwicklungsverzögert und im sozialen Bereich ebenfalls. Er kann allerdings schon das gesamte Alphabet und auch alles buchstabieren. Die Diagnose steht noch nicht, trotzdem würde mich Erfahrungen interessieren.
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1 Antwort
Ich hatte drei Jahre einen Freund, bei dem es diagnostiziert wurde als wir getrennt waren erwas gebracht, hätten Sie es früher gewusst und daran gearbeitet . Von daher: super, wenn man nicht die scheuklappen auflässt. Vielleicht ein paar Beispiel, bei denen ich mir immer dachte "irgendwas stimmt nicht": er wollte quasi keinen kontakt zu seienr familie, es war ihm ungeheuer wichtig dass er "perfekt/stark" dasteht, als ich mal vor seinen eltern seine Gefühle angesprochen habe ist er regelrecht ausgrastet. Allgemein wollte er immer sehr perfekt und unantastbar wirken, komischerweise war das sehr authentisch. Er hat sehr viele Wörter ganz anders ausgesprochen oder geschrieben als normal, und komischerweise hatte er dabei seine eigenen regeln (ein "r" vor jedes Wort gesetzt bei dem auf ein "o" ein "s" folgt --> pRositiv usw. Er ist in der 11. Klasse sitzen geblieben und hat im nächsten Jahr als Jahrgangsbester abgeschlossen. Alles in allem irgendwie "wirr", aber im ersten Moment merkst du es nicht. Und obwohl er quasi keine gefühle gezeigt hat, zu mir war er immer sehr sehr lieb . Allen in allem war er ein lieber Mensch und netter Zeitgenosse. Es war auch nicht die extremste Form, denn wir waren ab und an auch auf festen oder haben Schulkollegen getroffen, allerdings ließ er eben niemanden an sich ran. Wie schon gesagt bin ich der meinung die eltern hätten viel viel machen können und ihn leiten können, wenn man es gewusst hätte. Viele grüße :-)
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 25.09.2015
2 Antwort
@Leucanthemum Danke für Deine Antwort, das hilft mir auf jeden Fall schon mal weiter. Zwar nicht, was das Kindesalter angeht, aber eben im Hinblick auf das Erwachsenenalter. Es ist niemals einfach für Eltern, zugeben zu müssen, dass das eigene Kind nicht der Norm entspricht. Aber es bringt ihm und auch uns herzlich wenig, wenn wir die Augen verschließen und genau daher gehe ich diesen Schritt. Nur so können wir ihm eine optimale Zukunft aufbauen und auch für uns ist es wichtig zu lernen, mit verschiendenen seiner Verhaltensweisen umgehen zu können.
andrea251079
andrea251079 | 25.09.2015
3 Antwort
Hey, bei meinem Sohn bestand mal der Verdacht. Eine Mutter aus dem Kiga hat selbst Asperger und hat mir es versucht zu erklären. Aber Asperger ist nicht wie das down Syndrom, jeder Asperger hat andere "problemzonen". Was die meisten aber sehr ähnlich haben, ist die Reizüberflutung, worauf dann mit einem Overload ... Da gibt es sicher noch vieles mehr. Manche sind Hochbegabt... Also die Spanne ist wirklich sehr groß. Auf der Seite http://rdos.net/de/ kannst du fragen beantworten und dir es auswerten lassen. Natürlich ist es kein Ersatz für eine Diagnostik. Ward ihr schon in einem ATZ ? Was dich evtl auch interessiert, um dir Autismus durch eine Autistin näher zu bringen http://www.fuchskind.de/galerie/schattenspringer/aspie.php Viele liebe Grüße teeeny
teeenyMama
teeenyMama | 25.09.2015
4 Antwort
@teeenyMama Vielen Dank für Deine Antwort! Ich bin mit meinem Sohn derzeit in der Autismus-Ambulanz. Die Diagnostik ist bisher noch nicht erfolgt, weil ich noch auf die Bewilligung vom Sozialamt warte. Wenn diese da ist, geht es los. Die beiden Links schaue ich mir nachher in Ruhe an, merci :)
andrea251079
andrea251079 | 26.09.2015
5 Antwort
Guten Morgen Mein Sohn Aber zu Deiner Frage wegen Sprachentwicklung. Er hatte schon mit knapp einem Jahr ein sehr gutes Sprachverständnis gesprochen hat er allerdings nichts erst mit 4, 5 Jahren etwa fing er an und dann aber gleich ganze Sätze. Seine Sprache allgemein ist teilweise verwaschen und grammatikalisch nicht immer korrekt. Also in seinen Augen schon korrekt aber eben nicht wie es die Schule verlangt. Beispiel gehen und gegangen er sieht es nicht ein das er gegangen sagt denn in gehen ist kein a drinnen etc. Die Diagnostik zog sich bei uns über 1, 5 Jahre. In die Diagnostik sind wir gegangen als er 3, 5 Jahre war und kurz vor seinem 5. Geburtstag hatten wir dann die Diagnose. Herausforderung ist die Umwelt die ihn in ein Schema reinpressen will. Ja er muss in "unserer" Welt klar kommen allerdings nicht in dem er sich anpasst sondern in dem er Hilfsmittel an die Hand bekommt mit denen er sich in der "normalen" Welt bewegen kann. Dies zu erreichen ist oft schwer da er ja "so normal" aussieht und er oft überschätzt wird, gerade im sozialen Bereich, oder da wird von ihm verlangt das er sich auf dem lauten Schulhof bewegen soll etc. Erfolge kann ich so nicht differenzieren da es wie bei jedem anderen Kind jeden Tag Erfolge gibt mal mehr mal weniger. Wichtig ist einfach das man als Eltern den Autismus annimmt und versucht zu verstehen. Das hilft im Umgang mit dem Kind enorm. Man sollte bei allem was man sagt und man den Eindruck hat das Kind hat einen nicht verstanden sich hinterfragen ob man auch klar und deutlich sagte was man eigentlich von dem Kind wollte. Drumherum reden, was wir Nichtautisten zu 90% tun, kann ein Autist nichts mit anfangen und versteht es nicht. Redewendungen, Floskeln etc lernt ein Autist zwar mit den Jahren zu verstehen ist aber für ihn genauso schwer als wenn wir versuchen würden chinesisch zu lernen. Solltest Du auf facebook sein kann ich Dir die Gruppe "Elternforum Autismus" empfehlen. In dieser Gruppe sind auch viele Erwachsene Autisten die selber Eltern sind. Dort ist man mit seinen Fragen wirklich gut aufgehoben und lernt die Sichtweisen eines Autisten gut kennen. Auch eine Herausforderung war die Akzeptanz der Umwelt das er keine Windeln mehr bekommt. Mit knapp über 5 Jahren wollte er dann von selber keine Windel mehr von jetzt auf gleich und war auch sofort Tag und Nacht trocken und sauber.
coniectrix
coniectrix | 27.09.2015
6 Antwort
@coniectrix Warum hat die Diagnostik so lange gedauert und wer hat die Diagnose gestellt? Wart ihr auch in der Autismus-Ambulanz? Natürlich akzeptiere ich es, wenn wir die Diagnose bekommen und ich weiß jetzt schon, dass es so ist. Deshalb ist es mir ja so wichtig - ich möchte ihn einfach entsprechend seiner Möglichkeiten fördern und ich brauche natürlich auch den einen oder anderen Tipp für bestimmte Situationen, in denen ich mich gerade hilflos fühle.
andrea251079
andrea251079 | 27.09.2015
7 Antwort
@Andrea wir haben unsere Diagnose in der KJP bekommen. Diese hat einfach so lange gedauert weil zum einen zwischen den einzelnen Terminen teilweise 2 Monate lagen aber auch weil sehr viele Beobachtungen und Tests gemacht wurden. Aufgrund vom Alter wurden die Tests die teilweise 45-60 Minuten gedauert hätten geteilt so das er nie länger als 30 Minuten so einen Test machen musste. Dann gab es Spielbeobachtungen in der KJP mit und ohne uns, dann wurde er im Kindergarten beobachtet, es wurde ein MRT und EEG gemacht und dann noch dann noch das Elterninterview mit uns und zum Abschluss das Abschlussgespräch. Die Tests waren Entwicklungstests und ein IQ Test. Bei den Spielbeobachtungen war es so das er einmal im Spiel mit uns Eltern beobachtet wurde, dann gab es eine Beobachtung im freien Spiel, eine wo die Psycholgin mit ihm spielte wo er das Spiel vorgab und eine wo die Psycholgin das Spiel vorgab, allein das waren ja schon 4 Termine. Bei uns werden Diagnosen vom ATZ gar nicht anerkannt, wenn man Hilfen wie zB Schulbegleiter braucht, das Jugendamt akzeptiert nur Diagnosen von einem Psychiater. Diese arbeiten aber bei uns nicht in einem ATZ daher mussten wir in die KJP. Ich fand es gar nicht schlimm das die Diagnostik so lange dauerte und auch so ausführlich war.
coniectrix
coniectrix | 28.09.2015
8 Antwort
@coniectrix So unterschiedlich ist das: Ich war mit meinem Sohn ebenfalls in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Diese haben uns dann weiter vermittelt an die Autismus-Ambulanz. Wenn dort die Diagnose gestellt wird , dann haben wir später eine Schulbegleitung, was ich wirklich Klasse finde. Darf ich fragen, was der IQ-Test ergeben hat? Was genau wurde bei Deinem Kind diagnostiziert? Mir fällt bei meinem Sohn immer wieder auf, dass er über eine enorme Merkfähigkeit verfügt. Er kennt die Vor- und Zunamen aller Kinder aus seiner Gruppe auswendig und er gibt oft Teile von Leo Lausemaus-Geschichten wieder, die er vor Monaten gehört hat. Er erinnert sich auch an einen Praktikanten aus der Ergo-Therapie, der vor Monaten mal bei 2 Stunden hospitiert hat. Morgen wird er 4 Jahre - ich finde das schon beachtlich. Ebenso sein Verständnis für Zahlen, Buchstaben und Farben. Ich bin sehr froh, wenn wir irgendwann die entsprechende Diagnose bekommen und ich mehr über das Denken von Autisten lerne. Das wird uns allen zugute kommen. Es ist mir sehr wichtig, möglichst viel zu erfahren und vertrauter mit dem Thema zu werden. Wie hat sich Dein Sohn denn mit sozialen Kontakten? Hat er Angst vor größeren Menschenmengen? Meiner hat eine plötzliche Phobie vor Straßenbahnen und Bussen entwickelt . Er geht immer mittwochs mit seiner Tante zum Sport und er freut sich schon die ganze Woche darauf. Er geht auch total gerne in den Kindergarten und zum Einkaufen. Für mich ist es immer schwer nachvollziehbar, warum er in der einen Situation panisch reagiert und die andere wiederum liebt. Dadurch, dass er nicht so gut spricht, kann ich es leider nicht in Erfahrung bringen. Ich danke Dir auf jeden Fall sehr für Deine Einblicke in Euren Tagesablauf
andrea251079
andrea251079 | 28.09.2015
9 Antwort
Hallo Also zum IQ dieser ist während der Diagnostik bei 115 getestet worden, als es um die Einschulung ging wurde er allerdings mit 58 getestet und nach unserem Widerspruch gegen die Einschulungsbegutachtung und erneuter Überprüfung kam ein IQ von 125 raus. Bei Autisten kommt es sehr darauf an ob der Test Autistengeeignet ist und bei meinem SOhn kommt es auch noch sehr darauf an ob ihm die "Nase" des Testers passt. Er ist diagnostiziert als frühkindlicher Autis auf hohem Funktionsniveau, wobei ich diese Unterscheidungen nicht gut finde sondern eher finde das es reicht Autismusspektrumsstörung zu sagen. Mit Namen kann meiner gar nichts anfangen interessiert sich nicht dafür wie jemand heißt. Große Menschenmengen stressen ihn enorm und auch auf Geräusche und Lärm reagiert er. Staubsauger zB dreht er völlig durch auch Züge haben ein Geräusch gerade beim Bremsen die ihn zum durchdrehen bringen. Jetzt in der Schule hat er auch einen Freund, und er will soziale Kontakte weiß aber nicht wie man diese aufnimmt und dann auch beibehält. Es ist alles auch sehr Tagesformabhängig was ihn stresst und was nicht. War der Schulalltag ruhig und nicht anstrengend dann erträgt er auch mal den Staubsauger oder große Menschenmengen, aber war schon in der Schule was dann schafft er das andere eben nicht. Man kann mit ihm auch so Sachen machen wie Europapark allerdings muss man danach 2-3 Tage Ruhe einlegen und zwar absolute Ruhe damnit er sich erholen kann. So wie sich andere Kinder verändern verändert er sich eben auch. Heute kann er Dinge die noch vor 2 Jahren undenkbar waren dafür kommen andere Probleme hinzu. Schule haben wir uns erstmal gegen Regelschule entschieden er geht in eine Körperbehindertenschule wird dort nach normalen Regelschullehrplan unterrichtet, in seiner Klasse sind 8 Kinder bei 2 Lehrkräften, einer betreuuenden Kraft und einem Physiotherapeut. Er hat große graphomotorischen Schwierigkeiten konnte bei Einschulung weder malen noch ausmalen. Wir wollten ihm einen guten Schulstart ermöglichen und sind mit unserer Entscheidung auch nach einem Jahr noch bereuen wir diese Entscheidung nicht. Unserer nimmt jede Kleinigkeit wahr egal ob visuell oder mit den Ohren er kann ncht filtern das ist enorm anstregend für ihn. Was die Schulbegleitung anbelangt hatte ich da auch mal mehr Hoffnung. Bin aber als bei uns das Thema Schule aktuell wurde gleich auf den Boden der Tatsachen geholt worden, derzeit hat er keine braucht er auch an der Schule nicht. Er hätte aber eine an der Regelschule gebraucht, mehr als 12 Stunden die Woche wären nicht genehmigt worden, hätte nie im Leben ausgereicht und er wäre sehr viel auf sich allein gestellt gewesen ausserdem fehlen Schulbegleiter so das es nicht sicher ist das man einen Schulbegleiter findet.
coniectrix
coniectrix | 28.09.2015
10 Antwort
@coniectrix Mein Sohn kann auch überhaupt nicht malen. Weder ausmalen, noch irgendetwas malen, außer ein bisschen rumkritzeln. Was Geräusche angeht, da sagst Du was: Er kriegt die Vollkrise, wenn ich den Mixer oder den Pürierstab bediene . Staubsauger ist ok für ihn. Hast Du noch weitere Kinder? Wenn ja, wie kommen sie / es mit Deinem Sohn zurecht, bzw. umgekehrt? Mein 2. Sohn ist 8 Monate alt und so langsam findet der Ältere Interesse an ihm. Natürlich ist das für uns Außenstehende nicht mal annähernd als "Geschwisterliebe" erkennbar, aber ich denke, ein bisschen muss das auch wachsen. Er fasst seinen kleinen Bruder an und wünscht ihm auch Gesundheit, wenn er niest ;) Wie war denn Dein Sohn als Baby? Meiner war ein Schreikind und hat immer die Krise gekriegt, wenn der Tagesablauf verändert wurde oder wir neue Räumlichkeiten betreten haben. Mit 4 Monaten wurde es dann besser, aber grundsätzlich hat er immer deutlich mehr geschrien, als andere Kinder. Hat Deiner auch so heftige Wutanfälle? Bei uns ist das ziemlich doll. Manchmal wacht er nachts auf und schreit wie am Spieß und ich weiß dann nicht mal annähernd, was los ist :(
andrea251079
andrea251079 | 28.09.2015
11 Antwort
Nein wir haben nur ein Kind. Er war kein Schreibaby er liebte es in ruhigen dunklen reizarmen Räumen zu sein auch sein Bettchen war total reizarm kein Kuscheltier kein gar nichts. Er wachte bei jedem Geräusch auf und war nachdem man mit ihm in unruhigen Gegenden war sehr unruhig. Er mochte nie kuscheln, mittlerweile kuschelt er sehr gerne sofern es von ihm aus geht. Das mit den Wutanfällen hat sich gelegt, er ist jetzt 7 Jahre aber bis vor kurzem hatten wir diese auch noch ganz massiv. Es kommt nach wie vor vor das er mal einen hat aber nachdem er sich beruhigt hat kann er nun sagen warum er die Wut bekam und wir können dann drüber reden.
coniectrix
coniectrix | 28.09.2015
12 Antwort
@coniectrix Das macht mir viel Hoffnung, dass wir künftig besser mit den Wutanfällen umgehen können, bzw. dass diese irgendwann nachlassen. Das ist eine meiner Hauptsorgen im Moment.
andrea251079
andrea251079 | 28.09.2015
13 Antwort
Hallo ihr beiden, bei uns hat es sehr lange gedauert, ehe überhaupt erst mal festgestellt wurde, was mit meinem großen los ist und in welche Richtung es geht. Er ist inzwischen 14 J. alt und im letzten Jahr haben wir erfahren, dass bei ihm der Verdacht auf eine Autismussprektrumstörung besteht. Für mich ist allein diese Verdachtsdiagnose eine enorme Erleichterung, weil ich schon fast an mir und meine Fähigkeiten als Mutter gezweifelt habe. Mein Sohn war von Anfang an sein sehr ruhiges Kind und selbst in stressigen Situationen ist er die Ruhe in Person. Seine Sprache entwickelte sich langsamer als erwünscht... hatte mit 5 Jahren einen sehr geringen Wortschatz, die "Warum"-Phase gab es überhaupt nicht, hat insgesamt wenig gesprochen sehr lange dauerte. Nach einem "Vorfall" im Kiga... mein Sohn vorstellig. Nach mehreren Tests hatten wir einen Befund. Frühförderung wurde damals angelehnt, da er kurz nach seinem 6. Geburtstag eingeschult werden musste. Selbst eine 2. Schuluntersuchung hat nichts daran verhindert. Wir haben dann mit Logo begonnen. Für Ergo war unsere KiÄ nicht zugänglich. In der 1. Klasse kam er das erste halbe Jahr gut mit und danach nicht mehr... und sein Arbeitstempo war zu langsam. Unsere KiÄ meinte dazu, dass sich jedes Kind anders entwickle. Von der Schule aus "durften" wir zum Schulpsychologen zum Test... Befund: IQ im normalen Bereich, geringe Konzentrationsspanne... Folge: Druck vom Kind nehmen und bereits "Erlerntes" wiederholen. Nach den Schuljahr sind wir dann in einen anderen Stadtteil gezogen, mein Sohn ging dann in eine andere Schule und hatte eine neue KiÄ. Hier zeigten sich die gleichen Probleme... Kind zu langsam und nach einem halben Jahr ging nichts mehr. Diesmal wurde eine Beratungslehrerin der Förderschule zu Rate gezogen und ihn testete... mit dem Ergebnis: es besteht Förderbedarf wegen Leistungsstörungen in Mathe und Deutsch. Im Gespräch hat sie mir damals auch gleich gesagt, dass eine enorme Besserung nicht bestehe. Mit diesem Befund hatten wir allerdings endlich einen Anspruch auf Ergo, was wir dann auch gemacht haben. Ich hab dann entschieden, dass mein Sohn nach dem Schuljahr auf eine Förderschule geht... und da ist er immer noch. Ach ja, Hausaufgaben waren in den ersten beiden Jahren für uns der absolute Horror... wir saßen oft 2-3 Stunden dran, wofür andere Kinder eine halbe Stunde brauchten. Nebenbei bemerkt, wir müssen seit 9 Jahren regelmäßig wegen einer anderen Sache in eine Uni-Klinik... haben da schon einige KiÄ...
sonnenkopp
sonnenkopp | 29.09.2015
14 Antwort
...durch. Unsere jetzige KiÄ dort hatte mich mal gefragt, ob mein Kind ein "Träumer" sei. Ich fand das sehr eindrucksvoll, weil sie ihn vorher nicht kannte. Mit 12 J. hatte mein Sohn eine Vorsorgeuntersuchung und er sollte ein 2-seitiges Formular ausfüllen, was selbständig natürlich nicht gelang. KiÄ fand das wiederum nicht schlimm. Nun ja, im Verlauf kristallisierten sich immer mehr Probleme im Sozialverhalten heraus, mit denen die Lehrer und auch wir arge Probleme hatten. Zwischendurch hatte ich einige Termine bei der Familienberatung, die mich im Endeffekt nicht weiterbrachte. Letzten Endes hab ich mich Ende 2013 auf die Warteliste für´s SPZ setzen lassen. Das SPZ gibt es bei uns noch nicht so lange und der KJP ist ein alter Bekannter von mir. Gleich im ersten Gespräch machte er mir klar, dass mein Junge in der Pubertät steckt und die Schule ihn regelrecht "verurteilt" . Die Probleme, die wir zu Hause mit ihm hatten, waren da schon nicht mehr aktuell. Da der Befund vom damaligen Schulpsychologen "verschwunden" war, wurde eine neue psychologische Testung durchgeführt. Beim 3. Termin wurde mir u.a. mitgeteilt, dass beiden aufgefallen ist, dass er autistische Züge hat. Und erst da fiel es mir "wie Schuppen von den Augen" und ergab plötzlich alles zusammen einen Sinn. Mein Sohn war bei diesem Gespräch auch dabei, aber er war völlig vertieft in seine Malarbeit und wirkte richtig "abwesend". Seine besondere Fähigkeit ist übrigens das Malen/Zeichnen. Das konnte er schon sehr zeitig. Kein Wunder, dass er in einem Jahr mal an einem Zeichenwettbewerb teilgenommen und den gewonnen hat. EEG und Schlafentzugs-EEG haben wir auch schon machen lassen. Letzteres fand mein Sohn ganz spannend, da er mit mir Nachdienst schieben durfte . Weitere Diagnostik haben wir noch nicht machen lassen. Zum einen müssten wir dafür wieder in eine andere Stadt und zum anderen ändert sich dadurch für uns derzeit nichts. Aber wenn ich hier lese, wie lange die Diagnostik dauern kann, muss ich wohl doch so langsam aber sicher dies in Angriff nehmen, damit wir fertig sind, wenn er die Schule beendet. So, dass war erst mal das "Grobe". Liebe Grüße und sorry, dass ich so viel geschrieben habe!
sonnenkopp
sonnenkopp | 29.09.2015
15 Antwort
@sonnenkopp Vielen Dank - ich finde es super, dass Du so viel geschrieben hast und gerne darfst Du auch noch mehr schreiben. Für Deinen Sohn muss das absolut schrecklich gewesen sein. Schade, dass so viele Menschen die Augen nicht aufgemacht haben. Er tut mir richtig leid. Ich würde die genaue Diagnosestellung an Deiner Stelle über kurz oder lang in Angriff nehmen. Dann könnt ihr noch besser auf euer Kind eingehen. Malen und Zeichnen kann meiner gar nicht, dafür aber schon alles buchstabieren - von A bis Z, ausnahmslos. Fragt man ihn, was ein M umgekehrt ist, antwortet er "ein W". Das ist immer wieder so krass, dass er sprachlich so sehr verzögert ist und dann aber buchstabieren kann. Das sind immer so Extreme und ich würde so gerne dahinter steigen, warum das so ist. Hat Dein Sohn denn Freunde oder Spielkameraden? Hatte er früher heftige Wutanfälle? Was würdest Du als die größte Herausforderung bei ihm bezeichnen? Meiner macht auch oft den Eindruck, als wäre er abwesend. Dabei kriegt er echt alles mit, reagiert aber nicht, wenn man ihn anspricht. Das ist echt ein breites Spektrum, wie ich anhand der Erfahrungsberichte gerade merke. Da kann man wirklich nicht großartig miteinander vergleichen. Aber der Austausch ist schon toll!
andrea251079
andrea251079 | 29.09.2015
16 Antwort
@Andrea wegen dem Nichtsprechen hat unser Psychologe mal gesagt. Er hätte es nicht eingesehen vorher mit uns zu reden da wir für ihn "Ausserirdische" waren/sind also was die Kommunikation anbelangt. Wir reden zuviel drumherum, heute mit seinen 7 Jahren sagt er uns das auch ganz deutlich wenn wir mal wieder zuviele Worte um eine Sache machen. Habe auch noch einen tollen Buchtipp für Euch. http://www.amazon.de/Schattenspringer-Wie-ist-anders-sein/dp/3862019500/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1443593996&sr=8-1&keywords=schattenspringer das ist der erste Teil mittlerweile ist auch der zweite erschienen wo die Zeit der Pupertät beschrieben wird und ein wenig drüber hinaus. Uns hat das Buch sehr viel geholfen um unseren Sohn besser zu verstehen. Für mich war es von Anfang an etwas leichter da ich aus dem Pflegeberuf komme und schon mit Autisten gearbeitet hatte. Denke dies hat auch vieles erleichtert vor allem aber das wir es so früh als Verdacht hatten und dann hatten wir noch einen tollen Kinderarzt der uns trotz des jungen Alters sofort überwies als ich den Verdacht äußerte. Da wurde nicht lange mit "das gibt sich" "ist ein Junge die brauchen immer länger" etc rumgemacht. Das Buch solltet Ihr Euch auf jeden Fall holen und auch den 2. Teil. Liest sich total klasse und vor allem die Autorin weiß wovon sie schreibt da sie selber Autistin ist.
coniectrix
coniectrix | 30.09.2015
17 Antwort
@coniectrix Danke Dir! Was das Sprechen betrifft, ich habe mir schon gedacht, dass unser Kind sich wohl immer denkt: Was wollen die eigentlich von mir? Mal als Bsp.: Er ist ja nun seit gestern 4 Jahre und in der ganzen Zeit hat er noch nicht eine einzige Frage mit "ja" beantwortet. Noch nie. Alle haben es versucht. Wenn ich frage: "Hast Du gut geschlafen"? antwortet er einfach gar nichts. Wahrscheinlich denkt er sich, was die Frage wohl soll? Wenn ich frage: Möchtest Du eine Milchschnitte essen? Dann antwortet er: Milchschnitte essen. Ich sehe da den Zusammenhang, den Du beschreibst. Vielen Dank für den Buchtipp!
andrea251079
andrea251079 | 30.09.2015
18 Antwort
Es ist schon faszinierend, dass Dein Sohn schon so gut buchstabieren kann, aber dennoch Sprachprobleme hat. Für mich hört es sich fast schon so an, als würde er ein sehr gut ausgeprägtes fotografisches Gedächtnis haben und dieses dafür nutzen. Die Frage nach Freunde, kann ich nur schwer beantworten, da er eigentlich jeden als "Freund" betitelt und das macht es mir schwer richtige Freunde herauszufiltern. Aber insgesamt gesehen, hat er nur sehr wenige, die auch wirklich welche sind... und das sind die, an denen er heute noch hängt . Bei Spielkameraden macht er inzwischen schon Unterschiede... also, er geht nicht mehr mit allen Kindern raus und sagt, wenn es ihm nicht passt. Soziale Kontakte zu knüpfen ist für ihn sehr schwer, weil er sehr introvertiert ist. Hin und wieder kommt es vor, dass er unterwegs vereinzelte fremde Menschen auf der Straße gegrüßt. Das ist jedes Mal eine sehr merkwürdige Situation für mich, wenn ich dabei bin. Auf Nachfrage bekam ich die Antwort, dass er doch nur freundlich sei. Wenn ich mal über seine Bezugspersonen nachdenke, kann ich nur feststellen, dass sich die in den ganzen Jahren absolut nicht geändert haben... es sind immer noch die gleichen. Das erklärt auch warum sein Papa ist es ähnlich... mein Sohn macht da ganz deutliche Unterschiede. Wutanfälle hatte mein Sohn im Vorschulalter eher selten. Vielleicht lag es auch daran, dass wir zu der Zeit bei meinen Eltern wohnten und diese Situation ihm sehr viel Sicherheit und Regelmäßigkeit bot. Allerdings hatten wir erst später mit "Wutanfällen" zu kämpfen. Die sind zwar schon weniger geworden, treten aber dennoch hin und wieder auf. Ich habe bei meinem Jungen mitbekommen, dass er auf dieser nonverbalen Weise versucht zu kommunizieren, was ihm extrem stört und/oder womit er nicht umgehen kann. Und da seine Kommunikationsfähigkeit besonders in solchen Situationen eingeschränkt ist, kann er nicht sagen, was "schief läuft"... er zeigt es anhand seines Verhaltens und da hat die Gefühlsebene einen großen Einfluss. Herausforderungen bei ihm sehe ich für mich im Bereich der Kommunikation, aber auch darin noch mehr Geduld zu haben, obwohl ich von Hause aus schon ein sehr geduldiger Mensch bin.
sonnenkopp
sonnenkopp | 30.09.2015
19 Antwort
@sonnenkopp Ich habe auch überlegt, ob das sowas wie ein fotografisches Gedächtnis ist. Nun ja, ich denke, die Diagnose und auch die Zeit werden etwas Klarheit bringen.
andrea251079
andrea251079 | 30.09.2015

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