Bin ich viel zu dünnhäutig?

Ginseok
Ginseok
13.04.2018 | 15 Antworten
Hallo zusammen,
ich schätze mal einige von Euch kennen das, dass an den Feiertagen immer wieder über die Neugeborenen geredet wird, die in der Verwandtschaft so aufgetaucht sind.
Da mein Mann und ich schon seit 5 Jahren erfolglos versuchen selbst ein Kind zu bekommen und meine erste Schwangerschaft vor ein paar Monaten in einer Fehlgeburt endete tu ich mich mit dem Thema echt schwer.
Mein engster Familienkreis weiß Bescheid. Desto mehr ärgert es mich, dass ich meine Eltern und Schwestern die Feiertage über eigentlich nur fröhlich strahlend mit Babys aus der Verwandtschaft auf dem Arm sehe.
Ich weiß theoretisch schon, dass sie es nicht böse meinen, aber ich könnte jedes mal schreien, wenn sie dann noch versuchen mit mir über Babys zu reden und mir erzählen was eins davon wieder niedliches gemacht hat. Als mein Vater mich dann auch noch wegen einer jungen Mutter dort fragte, wie man Kind und Studium vereinbaren kann, weil ich mich da ja informiert hatte, konnte ich nur noch heulend das Fest verlassen.

Ist es denn wirklich so schwer zu verstehen, dass ich kurz nach meiner Fehlgeburt und überhaupt bei dem ganzen Kinderwunschstress mir keine Gedanken um die Finanzierung des Kindes einer fernen Verwandten machen möchte? Ich kann im Moment gar nicht mehr einschätzen, ob ich übertreibe oder ob solche Fragen echt unsensibel sind.

Ich habe einfach das Gefühl, dass niemand versteht, dass mich das wirklich sehr traurig macht. Auch, dass ich schwanger war, scheint niemand so wirklich zu kapieren. für meine Familie scheint das nur ein weiterer nicht geglückter Versuch gewesen zu sein. Für mich ist eine Fehlgeburt, wenn auch schon in der 8ten Woche, aber mehr, als nur ein weiteres "negativ".

So, ich glaube ich musste mich hier einfach mal ausheulen..

Liebe Grüße,
Ginseok
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15 Antwort
Hallo, ich finde, Du hast ein Recht darauf, so "übertrieben" zu reagieren, wie du dich gerade fühlst. Der Vorwurf, übersensibel zu sein, ist oft so eine Keule von Leuten, die entweder einfach nicht empathisch sein wollen, oder sich für einen offensichtlichen Sprung ins Fettnäpfchen nicht entschuldigen wollen. Mach Dich damit nicht fertiger als du ohnehin schon bist. Du musst Dich nicht auf anderer Leute Kinder einlassen, wenn Du es nicht kannst. Bei mir ist es interessanterweise sehr abhängig von der Person der Eltern, bei manchen geht es wunderbar und ich bin die erste, die die Taufe organisiert, bei anderen stopf ich die Geburtsanzeige in die hinterste Ecke. Aber ich sag mir inzwischen auch, dass ich mich selbst auf diese Ungerechtigkeit nicht mehr geißeln muss. Ich kann eben nicht anders. Tut mir Leid, aber mehr geht nicht. Anders verhalten sich die anderen Verwandten ja auch nicht, wenn sie eben auch nicht anders können, als von Kindern reden. Werfe ich ihnen nicht vor, solange sie mir nicht vorwerfen, mich rauszuziehen. Gruß, Lenja Übrigens: Ich hatte in den letzten fünf Monaten zwei Fehlgeburten, die zweite Anfang Dezember und eine enge Freundin, die genau Bescheid weiß, hat mir heute drei Fotos von Strampelanzügen geschickt, damit ich sagen soll, welchen sie für ihren neugeborenen Neffen kaufen soll. Ich habe einen hysterischen Lachkrampf bekommen, vermutlich, um nicht den Rest des Tages zu heulen. Manche Leute sind einfach hoffnungslos....Irsan: was hat das Thread mit deinem LM-Artikel bitteschön zu tun?
lenja999
lenja999 | 20.04.2018
14 Antwort
Hallo, blöd, dass die Feiertage für dich so unglücklich gelaufen sind. „Ist es denn wirklich so schwer zu verstehen, dass ich kurz nach meiner Fehlgeburt und überhaupt bei dem ganzen Kinderwunschstress mir keine Gedanken um die Finanzierung des Kindes einer fernen Verwandten machen möchte? Ich kann im Moment gar nicht mehr einschätzen, ob ich übertreibe oder ob solche Fragen echt unsensibel sind.“ Ob du übertreibst oder nicht, finde ich nicht ausschlaggebend . Wichtig ist für dich deine Tagesstimmung und nur du kannst diese einschätzen. Das heißt für dich, dass nur du gut für dich Sorge tragen kannst, von den anderen kann man es erhoffen, aber nicht erwarten. Es erfordert sicherlich Mut, sich von Situationen abzugrenzen, welche dir zu diesem Zeitpunkt nicht gut tun. Wenn dir solche intensiven Begegnungen mit Babys und den entzückten Verwandten wehtun, dann wäre es eine Möglichkeit, es im Vorfeld klar zu kommunizieren. Du kannst die Zeit der Kontakte einschränken und du darfst auch Beratungsthemen ablehnen. Das wird sicherlich zu Irritationen führen, aber so ist das dann und dafür bist nicht du verantwortlich. Vielleicht kommen Nachfragen, dann entscheidest du, ob du darauf eingehen kannst oder nicht. Bei solchen Treffen stehen sich leider Extreme gegenüber. Die Babys und das große Lebensglück und der nicht erfüllte Kinderwunsch/Fehlgeburten. Es ist zeitweise schwer für alle, eine gute Mitte zu treffen, weil alle Gefühle eine Berechtigung haben. Wie offen gehst du mit deinen Gefühlen bei deiner Verwandtschaft um? Wissen deine Eltern/Schwester über deinen aktuellen Schmerz Bescheid? Hast du ihnen deutlich gesagt, dass du nicht über Babythemen sprechen willst? Manchmal helfen im engsten Kreis deutliche Vorgaben. Ich wünsche dir für die nächsten Babyrunden viel Kraft, Gelassenheit und Mut. LG, Irsan
Irsan
Irsan | 20.04.2018
13 Antwort
Es hört sich zwar echt gemein an, aber so ist das Leben. Ich hatte auch vor 2 Jahren in 13+0 die ausschabung. Ich hatte mich eigentlich schon voll drauf eingestellt und den Kurzen abstand schon eingesehen , die Übelkeit hat nur nach gelassen und dann kam die Blutung und die Krämpfe.... und viele Freunde waren schwanger von mir, und keine hatte eine FG. Alle haben die Kinder geboren und jedes mal dacht ich, jetzt wärs soweit und und und.. Aber es gibt wirklich schlimmere sachen. Ein geborenes Kind zu verlieren, egal welchen Alters. Etc etc...
MausiIn
MausiIn | 16.04.2018
12 Antwort
Du bist zu dünnhäutig!!! Was soll deine Familie den tun gefälligst ihre süßen Kids Zuhause lassen damit du nicht damit konfrontiert bist. Oder die Kids wenigstens nicht beachten? Jetzt mal wirklich ich habe MRKHS also kann ich gar nicht schwanger werden. Also dürfen meine Geschwister keine Kinder bekommen. Quatsch ich muss damit klar kommen.
Bambini84
Bambini84 | 16.04.2018
11 Antwort
Herzlichen Dank für alle, die mir geantwortet haben Ginseok
Ginseok
Ginseok | 15.04.2018
10 Antwort
Hmmmm, ja du bist dünnhäutig und übersensibel ... Nur passiert das in dir drin, dein Umfeld kann nichts dafür. Deine Familie wird die Babys nicht verstecken, sie wird das Thema nicht meiden uns sie werden ganz normal weiter mit dir umgehen ... Wissen sie alle von deiner Fehlgeburt? Oder nur von deinem unerfüllten Kinderwunsch? Hast du jemals ganz offen darüber geredet? Im Zweifelsfall hole das nach, damit bringst du jedoch alle anderen auch in eine emotionale Zwickmühle. Rede nochmal mit deinem Vater, erklär es ihm nochmals ... Er wird nicht verstanden haben wie sehr es dich schmerzt ...
Solo-Mami
Solo-Mami | 14.04.2018
9 Antwort
Bist du wirklich 56?
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 13.04.2018
8 Antwort
Ich denke das solltest du eben nochmals ansprechen und deine Gedanken ausformulieren - dann wissen die auch mehr Bescheid was in dir abgeht, nicht jedem ist sowas klar und eines musst aber auch du verstehen, dass man einfach auch anderen die freude lassen muss. Du musst einfach trotzdem bei dem Thema versuchen etwas Abstand zu finden und dich wieder mehr auf dich konzentrieren nicht nur den Kinderwunsch.
Eisbecher
Eisbecher | 13.04.2018
7 Antwort
Und ganz ehrlich, nehmen wir an Dein Profil stimmt: Dass man mit 56 Jahren nicht mal eben schwanger wird und wenn, dann die Schwangerschaft nicht erhalten bleibt.... ist jetzt nicht so ganz überraschend. Entweder Du bist ein Troll oder Du lügst im Profil.
schnurpsneu
schnurpsneu | 13.04.2018
6 Antwort
Du übertreibst nicht, was Deine Gefühle betrifft. Du übertreibst aber definitiv mit den Forderungen an Deine Umgebung und ich finde, Du übertreibst auch mit der Formulierung "kurz nach meiner Fehlgeburt". Sie ist ja mindestens 4, 5 Monate her. Aber Deine Gefühle sind so. Du trauerst noch. Das ist in Ordnung. Nur, entschuldige, Du kannst eben nicht erwarten, dass alle anderen nun auch trauern.
schnurpsneu
schnurpsneu | 13.04.2018
5 Antwort
Hi denke auch dass es für andere „einfacher“ ist, da dieses Gefühl.. was eben jede Frau hat in einer Schwangerschaft, von Anfang an.. man fühlt sich sofort wie eine Mama.. schwer zu erklären.. das kennen eben nur schwangere. Ich verstehe dich total, du bist auch nicht zu dünnhäutig. Sowas braucht eben Zeit. Vielleicht nochmal ansprechen? Aber verstehe auch wenn du das nicht möchtest.
vonny1711
vonny1711 | 13.04.2018
4 Antwort
Hi denke auch dass es für andere „einfacher“ ist, da dieses Gefühl.. was eben jede Frau hat in einer Schwangerschaft, von Anfang an.. man fühlt sich sofort wie eine Mama.. schwer zu erklären.. das kennen eben nur schwangere. Ich verstehe dich total, du bist auch nicht zu dünnhäutig. Sowas braucht eben Zeit. Vielleicht nochmal ansprechen? Aber verstehe auch wenn du das nicht möchtest.
vonny1711
vonny1711 | 13.04.2018
3 Antwort
du übertreibst, sorry aber es hört sich nach Neid an, was du da von dir gibst. Du musst dein Leben so akzeptiren, wie es ist und bei einer Fehlgeburt ist etwas ganz normales, es gibt fast keine Frau, die sowas nicht schon hatte. und wenn ihr es schon 5 Jahre versucht, wart ihr schon mal testen oder willst du es so arg, dass die Psyche es gar nicht mehr will? wenn ihr in der Familie so viele Babies habt, biete dich doch als Babysitter an, dann sieht man nämlich auch mal die negativen Seiten eines Kindes.
eniswiss
eniswiss | 13.04.2018
2 Antwort
Hey ich bin SEHR jung und hatte vor 3 Monaten ein gewollten Schwangerschaft Abbruch. Es ist immernoch sehr schwer für mich darüber zu reden am Anfang war es nicht so belastend aber mit der Zeit denkt ich viel darüber nach. Du musst offen mit deinem Vater darüber reden und auch mit den anderen. Ich verstehe deine Situation auf jeden Fall und finde nicht das du übertreibst aber manchmal muss man die Menschen in seinem Umfeld erst zum nachdenken anregen. Eine Fehlgeburt ist sehr belastet und alleine kaum zu Händeln ich würde dir vorschlagen jeden Tag darüber z.b. mit deinem Freund darüber zu reden wie es dir damit geht und was es in die auslöst jemanden mit einem Kind zu sehen. Du schaffst das schon du brauchst nur Zeit und den Mut offen mit deiner Familie über die belastende Situation zu reden
anna_01
anna_01 | 13.04.2018
1 Antwort
weißt Du denn die Ursache , warum es nicht klappt ? ich denke , dass Deine Familie , Deine Fehlgeburt nicht als nicht geglückter Versuch sieht , sondern dass sie dieses Thema vermeiden , weil niemand weiß , wie sie damit umgehen sollen.....somit wird dies einfach ignoriert....wenn ein Kind so früh abgeht , wird der `` Mama ``oft die Trauer um ihr verlorenes Baby abgesprochen , bis es letztendlich durch eine Insemination geklappt hat...mit einem 2. Kind hatte es nie geklappt....alle meine Freundinen , von meinem Mann die Geschwister hatten schon Kinder oder bekamen mittlerweile das 2. oder 3. Kind....auch in meinem Beruf habe ich mit Kindern und deren Eltern zu Tun ...Aus der anderen Sicht , gibt es immer Situationen , die sind nicht immer einfach zu ertragen , denen man nicht ausweichen kann , jedoch muss man lernen , damit umzugehen , abzugrenzen....und dazu gehört auch , sich nicht von der Welt abzunabeln bezw. sich ``nur`` der eigenen ``Trauer ``hinzugeben...denn hätte es mit Deiner Schwangerschaft geklappt , würdest Du auch munter mitreden oder darüber reden und Dich über Dein Baby / Kind freuen... Alles Gute ...ich drück Dir die Daumen , dass es bald klappt....
130608
130608 | 13.04.2018

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