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Insulinpumpe oder Pentherapie bei 2,5 jährigen?

ekiam
ekiam
22.07.2019 | 8 Antworten
Bei meiner Tochter 2, 5 Jahre wurde gerade ein Diabetes Typ 1 festgestellt. Eigentlich war es klar ( von uns aus und auch vom KH-Team) dass sie gleich eine Insulinpumpe erhalten sollte. Weil es einfach für so ein kleines Kind schonender ist. Nicht die ganzen Blutzucker Messungen und Insulinspritzen.
Dann stellte sich die Kita quer, mit ihrer Verordnung, dass sie keinerlei Medikamente verabreichen dürfen/wollen. So nahm ich Kontakt mit dem Kita-Träger auf, teilte ihnen auch mit, dass das KH ihnen anbietet sie zu Schulen. Der Träger äußerte sich interessiert und meinte, natürlich würden sie Medikamente verabreichen. Ich sollte aber Kontakt mit der Kita-Leiterin aufnehmen, die hätte die Entscheidung. Die äußerte sich heute auch nicht direkt negativ, will aber vor Mittwoch nicht weiter darüber entscheiden oder sich auf ein Gespräch einlassen. Eigentlich wollte sie mich zum Einrichtungswechsel (Integrative Gruppe) bewegen. Ich sagte ihr auch, dass ein Pflegedienst kommen würde, die das spritzen (Insulinpumpe) und Blutzucker messen übernehmen würden. Das stimmte sie positiver und willigte ein, dass der Pflegedienst kommen dürfte.
Kurz darauf rief die Krankenkasse mich an und teilte mir mit, dass meine Tochter eine Krankenschwester als Kindergartenbetreuung sowas wie Schulbetreuung, für die komplette Kitazeit bekommen würde. Somit wäre ständig jemand bei ihr und die Erzieherinnen bräuchten sich um nichts kümmern.
Und trotzdem will das KH plötzlich vorerst nicht mehr von ihrer Spritzentherapie abweichen, weil sie meinen, dass die Krankenschwestern nicht genug Ahnung hätten und erst geschult werden müssten. Langsam läuft mir/uns aber die Zeit davon. Irgendwie macht mich das z.Z. total verrückt. Kaum habe ich ein Problem aus dem Weg geräumt, wird der nächste Stein in den Weg gelegt. Und dann soll ich noch einen Kopf dafür haben, an täglichen Schulungen teil zunehmen und in einer ruhigen Minute (Abends/Nachts) dicke Fachbücher zu lesen.
Versteht mich nicht falsch, ich finde es richtig, dass spritzen mit dem Pen, Blutzuckermessung und Kohlenhydrat Einheiten zu berechnen zu lernen, da mit der Pumpe immer was sein kann und selbst wenn ich über die Notfall Nummer, per Kurier am selben Tag eine neue Pumpe bekomme, muss ich zwischenzeitlich reagieren können.
Aber was spricht jetzt dagegen, sie jetzt auf die Pumpe ein zustellen und uns mehr Zeit während unseres Aufenthaltes (bis 30.07.) zu geben, dass richtig zu lernen? Bisher macht sie echt tapfer das Blutzucker messen und Insulin spritzen mit. Aber wie lange noch? Muss es sein?
Habt ihr Erfahrungen? Oder evtl. Argumente, die ich im KH noch vor bringen kann?
Danke das ihr den langen Text gelesen habt.
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8 Antworten

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1 Antwort
Hast Du schon mal etwas von Integrationskräften gehört? Erkundige Dich doch einfach mal danach. Das sind Personen, die beeinträchtigte Kinder im Kiga und in der Schule begleiten. Oft sind es Personen mit pflegerischer Ausbildung, so daß sie auch in der Lage sind, bei Bedarf Medikamente zu verabreichen. Frag einfach mal im Kiga nach oder auch beim Jugendamt. Du kannst dann dort eine Integrationskraft beantragen. Das gibt Euch dann vielleicht auch Zeit alles richtig zu lernen und für Euch den richtigen Weg zu finden.
babyemily1
babyemily1 | 23.07.2019
2 Antwort
@babyemily1 Danke für deine Antwort. Sowas bekommt sie ja, von der Berufsgemeinschaft Schulbegleitung/Betreuung. Die "Ingegrationskraft" ist Krankenschwester und begleitet sie täglich von 7-15 Uhr bzw. Donnerstags 7-17:30 in die Kita. Also eine Person komplett nur für meine Tochter. Somit bekommt die Gruppe 1 "Aufsichts" Person mehr. Die Dame die diese "Schulbegleitung" in unserem Fall Kitabegleitung koordiniert, sagte mir, dass die Krankenschwester sich mit Pen- , aber auch Pumpentherapie auskennt. Deswegen verstehe ich jetzt nicht das Problem, dass jetzt wo es klar ist, dass sie die ganze Zeit über eine Fachkraft an ihrer Seite hat, die Pumpentherapie beginnen kann. Warum warten? Warum dann in paar Wochen die Umstellung/Neueinstellungen wieder 2-3 Tage stationär ins KH für die Pumpe?
ekiam
ekiam | 23.07.2019
3 Antwort
Guten Morgen, ich kann nicht aus eigenerer Erfahrung sprechen habe allerdings eine Freundin, deren Tochter letztes Jahr mit 2 Jahren ebenfalls die Diagnose erhielt. Der Vorteil ist das die Mama als Sprechstundenhilfe bei einem diabetologen arbeitet. Allerdings war es bei ihr trotzdem ein langes hin und her, erst stellt sich der Kindergarten quer, die kleine hat auch eine persönliche Krankenschwester bekommen, allerdings wollte der Kindergarten es trotzdem nicht, nach vier Wochen hin und her durfte die kleine doch mit ihrer Begleiterin wieder in ihren Kindergarten. Dann war sie zwei Wochen dort und musste wieder ins Krankenhaus um auf die Pumpe umgestellt zu werden, müsste sie nochmal genau fragen aber da war auch erst alles „manuell“. Dann war sie im KH und dann fing der normale Kindergartenalltag wieder an. Ich kann dir nur vom erzählen aus so einer Praxis sagen, das die Kids natürlich nicht begeistert sind ständig gespritzt und gemessen zu werden, es aber für sie Alltag wird und es ohne Mucken mit sich machen lassen. :) Es dauert bis sich alles eingependelt hat, die ganze Essensumstellung, was man im Notfall machen muss usw. Auch für die Eltern & Geschwister ist es eine wahnsinnige Umstellung, aber irgendwann hat sich alles eingependelt und dann läuft es, aber das brauch natürlich ein wenig ohne Vorkenntnisse. Ich wünsche euch ganz viel Kraft und alles gute für eure kleine Maus und viel leselust der Bücher ;)
annika86
annika86 | 23.07.2019
4 Antwort
Vielleicht sprichst Du mal mit dieser Integrationskraft. Sie ist ja nicht nur dafür da, Dein Kind im Kiga zu begleiten, sondern auch um bei Problemen zwischen Erziehern, Eltern usw. zu vermitteln. Vielleicht kann sie Euch helfen. Deine kleine Maus wird damit leben lernen. Für sie wird es Alltag werden, den Blutzucker zu messen oder auch später zu berechnen was sie essen bzw. trinken darf ohne Probleme zu bekommen. Es wird natürlich Zeit brauchen bis ihr alle in der Materie "drin" seid und es für alle ganz normal sein wird. Aber es muss nunmal sein, daß man darüber genau Bescheid weiß, damit auch nichts schiefgehen kann. Auch wenn es jetzt wahnsinnig viel erscheint und viel Kraft kostet. Bzgl. Deiner Frage warum Krankenschwestern nicht genug Ahnung hätten: Sie müßten eigentlich in der Lage sein, Spritzen zu verabreichen. Es kann natürlich sein, daß sie kein Personal haben, daß sich explizit mit Diabetes bei Kindern oder auch mit der Pumpe auskennt und daher Bedenken haben, daß da etwas schiefgehen könnte. Derjenige hat ja auch eine große Verantwortung und muß sich bis in kleinste Detail mit sowas auskennen. Diese Ausbildung hat dann nicht automatisch jede/r Krankenpfleger/in und auch diese müssen dann dafür eine gesonderte Schulung machen. Mach jetzt erstmal Schritt für Schritt, d.h. laßt Euch beim Umgang mit dem Pen und den Berechnungen der Broteinheiten schulen. So seid ihr da auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Wenn dann irgendwann die Zusage kommt, daß sie die Pumpe bekommen kann wird es ja dann etwas leichter werden im Alltag. ich wünsche Euch auch ganz viel Kraft in der nächsten Zeit.
babyemily1
babyemily1 | 23.07.2019
5 Antwort
Hallo, ich habe kein Kind mit diabetes, aber mehrere Jahr in einer Mutter-Kind Rehaklinik gearbeitet. Ich würde dir raten auf der Insulinpumpe zu bestehen. Die macht euch allen, vor allem aber deinem Kind das Leben um so viel einfacher. Hier kannst du vor allem mit der erhöhten psychischen Belastung argumentieren, die ist ohnehin gegeben durch die Diagnose und durch die ewige pickserei, durch die schmerzen entstehen, und die unsicherheit anfangs die euch evtl noch öfter testen lässt um sicher zu gehen, als eigentlich notwendig ist. Schmerzen sind immer eine psychische Belastung. Für dein Kind, für euch weil ihr es tun müsst und auch für Geschwisterkinder, weil sie deine Tochter nicht leiden sehen wollen. So kannst du gut argumentieren und das kann dir auch keiner widerlegen. Das wird dir jeder der mit Kindern in der Pflege arbeitet bestätigen-von der sprechstundenhilfe über den kinderarzt bis hin zum Kinderpsychologen Natürlich ist es wichtig dennoch zu lernen mit Pen, Messung und diäten umzugehen. Denn wie du schon geschrieben hast das Gerät kann auchmal ausfallen, bzw muss dein Kind ja trotzdem Diäten einhalten bzw die Ernährung umstellen und immer wieder anpassen. Die Pumpe ist ja kein Freibrief zu essen was man möchte. Wenn ihr eine Pflegekraft zur Seite gestellt bekommt MUSS die bereits eine Einweisung bzw eine Weiterbildung haben um überhaupt eingesetzt werden zu dürfen! Sollte das nicht der Fall sein darfst und sollst du unbedingt darauf beharren eine erfahrene Pflegekraft zu bekommen. Was nützt euch jemand der sich selber nicht auskennt??!! Normalerweise sind das Pfegekräfte die eine Ausbildung bei einem Diabetologen gemacht haben und zusätzlich vom Werk auf das Gerät dass ihr bekommt geschult sind bzw dann geschult werden. Sie Pfegekraft muss ja sowohl auf den Zustand deines Kindes, als auch auf evtl Fehler des Gerätes reagieren können. Lass dir also da nicht irgendjemanden einreden sondern frag expliziet danach. ausserdem muss sie euch in der Familie, deinem Kind und auch dem Kindergarten beratend zur Seite stehen. ich wünsche euch alles gute
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 25.07.2019
6 Antwort
mit welchen Argumenten besteht das KH auf eine Spritzentherapie ? gerade wenn Kinder so klein sind , ist es auch eine Überwindung , ständig zu stechen . sei es wegen Blutzuckermessungen oder Insulin spritzen . wichtig , egal für welche Theapieform Ihr Euch entscheidet, dass Ihr dahinter steht und die Notwendigkeit seht . ein schlecht eingestellter Diabetes kann Spätfolgen auslösen . die Spritzentherapie muss auf jeden Fall erlernt werden , die Pumpe kann auch mal defekt sein . jede Therapie hat Vor und Nachteile .
130608
130608 | 26.07.2019
7 Antwort
bei uns in der Kinderklinik ist es am Anfang auch oft so , dass die Kinder erst einmal eine Spritzentherapie zur Diabeteseinstellung und erst später zur Pumpeneinstellung einbestellt werden . ich würde erst einmal nachfragen , warum sie auf diese Therapieform bestehen . es kann auch sein , dass Deine Tochter noch nicht ganz so gut eingestellt ist und die Ärzte so mit verschiedenen Insuline die Werte noch verbessern möchten . Alles Gute .
130608
130608 | 26.07.2019
8 Antwort
Bei einer Freundin war es auch so.. erst Spritzen, dann Pumpe, um eben das Messen, Spritzen inne zu haben, weil sone Pumpe ja auch Mal defekt gehen kann . Da kam anfangs während der Kita Zeit ne Pflegefachkraft, Zuhause haben es die Eltern gemacht..
gina87
gina87 | 28.07.2019

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