Thema: Tod eines geliebten Menschen - wie gehen eure Kinder damit um ?

Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer
18.11.2014 | 21 Antworten
Kurz vorweg: Es geht um meinen Vater.
Mein Vater bekam im Jahr 2011 die Diagnose "Idiopathische Lungenfibrose". Es war ein langer Leidensweg für ihn und all seine Lieben um ihn herum. Bis zum 11.05. diesen Jahres. Da schlief er einfach ein und war von seinem Leiden erlöst.

Meine Kinder bekamen die ganzen 3 Jahre mit, wie sich ihr geliebter opa von Monat zu Monat immer mehr quälte, seine Hustenanfälle, die bis zum Erbrechen führten, die Atemnot und die damit verbundene Blaufärbung seiner Haut und die vielen Tränen, die er aus Angst vergoss, weil er so grosse Angst vor dem Sterben hatte.

Als er starb, fuhren mein Mann und ich mit unseren Kindern zu meiner Mutter. Mein Bruder hatte meinen Vater in sein Bett gelegt. Dort lag er, als wir kamen und er sah aus, als würde er schlafen. Ich hatte überhaupt keine Bedenken, dass es schlecht für meine Kinder wäre, ihn tot zu sehen, denn wir haben unseren Kindern ganz früh erklärt, was es bedeutet, wenn jemand stirbt. Daher hatten die beiden auch keinerlei Berührungsängste. Sie streichelten ihren Opa, weinten und konnten sich richtig von ihm verabschieden. Bevor die bestatter ihn dann abholten, erklärten wir allen Kindern (meine Eltern haben insgesamt 7 Enkel), dass wenn wir dann alle schlafen, dann kommen die Engelchen und holen den Opa in den Himmel. Am nächsten Morgen kamen meine Kinder dann zu mir und fragten, ob der Opa nun im Himmel ist und ich sagte ja.
Nun schauen meine Kinder jeden Abend in den Himmel und sehen ihren Opa da oben funkeln. Für sie ist er der hellste und schönste Stern.

Einige Freunde meinten zu mir, es wäre nicht gut gewesen, dass ich meinen Kindern einen toten Menschen gezeigt habe. Ich bin allerdings der Meinung, dass es nicht irgendein Toter war. Es war mein Vater, der geliebte opi meiner Kinder.
es war so ein schöner und würdevoller Abschied für uns alle und ich würde es immer wieder so machen.

Wie seht ihr das ? Wie steht ihr dazu ?
Würdet ihr es genauso machen ?

Meine Kinder sind übrigens knapp 5 und knapp 8 Jahre.

Ich freue mich auf eure Meinungen und bitte euch, kein Streitthema aus meinem beitrag zu machen.

Danke.
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21 Antworten

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1 Antwort
Also ich denke es hängt davon ab, wie man den Kindern das Thema nahe bringt und ihnen erklärt. Ihr habt euren Kindern, wie du schreibst, schon früh erklärt und das auf eine kindgerechte Weise. Und es war ihr geliebter Opa, der es verdient hat solch einen Abschied zu bekommen. Und er sah ja nun auch nicht entstellt aus, sondern wie als wenn er schläft. Ich denke das macht auch was aus. So können es die Kinder sicher sehr gut verkraften und haben nochmal ein schönes letztes Bild von ihrem Opa bekommen. Ich denke du hast das richtige getan.
sunshine296
sunshine296 | 18.11.2014
2 Antwort
Ich denke es jedem seine Einstellungen u da ihr euch alle drauf vorbereitet habt ist finde ich das richtig schön gerade auch Abschied nehmen zuhause in seiner gewohnten Umgebung ist doch richtig würdevoll macht den Abschied erträglicher.mein Vater starb vor 3 Jahren mehr o weniger spontan u ich hätte mich gerne von ihm verabschiedet doch dies hätte schon im bestarrungshaus stattfinden müssen was ich nicht wollte denn auch wenn es dort sehr persönlich ist , mein Vater war schon ein paar Tage tot u seine Seele wie ich glaube ist schon längst am anderen Ort gewesen.Ich fühlte mich meinem Vater einfach viel näher an dem Ort wo er verstorben ist
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 18.11.2014
3 Antwort
Ich finde es toll wie du das gemacht hast wir durften bei meiner einem oma nicht abschied nehmen also sie sehen weil sie auf intensivstadion war und wir zu jung und das macht mich heute noch unglücklich und bei meiner anderen oma konnten wir nur durchs telefon abschied nehmen da meine mutter ein offenes bein hatte und wir sondt 8 wochen nicht zu ihr gedurft hätten
blondehoelle
blondehoelle | 18.11.2014
4 Antwort
Ich finde, in diesem Alter sollte man den Kindern unbedingt die Möglichkeit geben sich zu verabschieden. Gerade wenn dein Vater gelitten hat und die Kinder das sahen, kann die Verabschiedung von dem Toten, der so friedlich aussieht heilsam sein. Den Tod zu dabuisieren halte ich für eine der großen Grotesken unserer Gesellschaft. Alles natürliche, Schwangerschaft, Geburt, Sex, Tod, wird so denaturisiert, dass wir uns emotionale Krüppel heranziehen. Es gibt auch viel schöne Kinderbücher zu dem Thema. Signalisiere deinen Kindern, dass sie immer mit dir darüber sprechen können, wenn sie das Bedürfnis haben. Du hast es für dich und sie richtig gemacht. Gemeinsam trauern ist wichtig! Natürlich muss man immer auf das Alter rücksicht nehmen. Aber es klingt, als hättet ihr das prima gemeistert.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 18.11.2014
5 Antwort
bei uns war vor kurzem das Thema Tod aktuell...am 16.10. ist mein opa gestorben...und wäre es so wie bei dir gewesen, hätte ichs bzgl. mausi wohl auch so gemacht Leider war dem nicht so und mein opa ist auch nicht zuhause verstorben, sondern in dem Pflegeheim, in dem er und meine Oma seit juli 2013 lebten, nachdem wir sie gut 3 jahre zuhause pflegten, was dann aber eben an seine grenzen stieß und weder für die beiden, noch für uns, tragbar gewesen wär beide waren schwer demenzkrank..bei ihm das körperliche noch dazu, wie sehr schlechtes sehen und hören und die allgemeine Beweglichkeit, die durch seine Lethargie, die er im heim allmählich entwickelte, noch schlimmer wurde er bekam dann im September dies jahr eine Lungenentzündung, mit der er eine Woche im Krankenhaus lag...wahrscheinlich auch nur so relativ kurz, weil der doc im kh vermutlich wusste, dass er sich davon nich mehr erholen wird...so vermutete es im nachhinein jedenfalls meine mutter, die bei besuchen im kh, Gespräche mit dem doc führte.. es ging ihm dann im heim zusehends schlechter, bis er dann irgendwann gar nich mehr aufstehen wollte und auch nichts mehr essen und trinken wollte... unser doc war auch nochmal bei ihm, gab ihm Medikamente usw., sagte uns aber auch, wie auch erwartet, die Wahrheit und seine prognose von ca. 3-4tagen.. am 14. war ich mit meinem mann und mausi nochmal bei ihm..ich habe aber von anfang an gesagt, dass ich erstmal allein ins zimmer möchte und je nachdem, ihn und mausi dann mit reinhole oder nich...Letzteres war dann der fall..auch wenn er an keinen geräten oder so hing, ich hab mit allem gerechnet, aber nich damit...das war selbst für mich sehr schwer zu verdauen, ihn dort so liegen zu sehen...mausi hätte das , denke ich, sehr "geschockt" und daher ersparte ich ihr das, was ich auch jetzt im nachhinein nicht bereue..damit hätte sie sehr zu kämpfen gehabt..war für mich ja schon alles andere als leicht.. klar stellte sie auch fragen usw., und wir versuchten ihr das kindgerecht wie möglich zu erklären, was sie auch gut annahm...ihr machte und macht die Tatsache, dass andere traurig sind, mehr zu schaffen, als die Tatsache, dass der Uropa nun nich mehr da is.. muss auch dazu sagen, dass zu den beiden jetzt keine so intensive Bindung war, wie es zb bei euch der fall war...und, er hatte eben auch nicht so einen langen Leidensweg, den mausi mitbekommen hat am 15.10. war meine schwester nochmal bei ihm, als sie für den einen nachmittag aus Berlin kam, am 16. waren meine Eltern bei ihm und kaum das sie zuhause waren, kam der anruf ausm heim, das er eingeschlafen ist wäre es mein vater gewesen, also mausis opa, zu dem sie eine sehr sehr intensive Bindung hat, den sie sehr oft sieht usw., hätte ich es genauso gemacht wie du.. mausi is jetzt 6...vorher war das nie wirklich Thema bei uns..als die Großeltern meines mannes starben, die sie eigentlich gar nich wirklich kannte, war sie noch zu klein, um das halbwegs verstehen zu können
gina87
gina87 | 18.11.2014
6 Antwort
Ich finde es toll, wie ihr das gemacht habt. Wir Europäer gehen ziemlich ungünstig mit dem Tod um, deswegen bekommst du auch die Kritik, dass die Kinder den toten Opa gesehen haben. Dabei ist das genau der richtige Weg, damit sie ein gesundes Verhältnis zum Tod bekommen können. Auch die Geschichte mit den Engeln finde ich gut. Ich habe meinen Kindern etwas Ähnliches erzählt, nämlich dass ihr Engel, der jetzt auch immer bei ihnen ist und ihnen hilft, nach ihrem Tod kommt und sie in ihr anderes Zuhause bringt. Dort sei es auch sehr schön, wir können uns nur nicht daran erinnern, wie es da ist, weil wir sonst Heimweh bekommen würden. Meine Kinder wachsen damit auf und sind sehr beruhigt. Sie haben auch keine Angst, dass ihr Opa irgendwann geht, weil sie davon ausgehen, dass jeder selber entscheidet, wann er in sein anderes Zuhause gehen möchte. Die Katze meiner Eltern ist letzte Woche gestorben und ich habe meinen Eltern gesagt, sie sollen ihnen die Katze zeigen, damit sie sich von ihr verabschieden können. Meine Eltern haben meinen Kindern im Gegenzug bis heute nicht gesagt, dass die Katze tot ist mit der Begründung, sie hätten nicht nach ihr gefragt. Ich finde das nicht gut, respektiere aber, dass es meinen Eltern Probleme bereitet, es ihnen zu sagen - obwohl ich ihnen gesagt habe, dass meine Kinder ein gutes und gesundes Verhältnis zum Tod haben. Es zeigt nur, dass es nicht jedem so geht. Meine Kinder denken, dass derjenige, der gestorben ist, jederzeit zu ihnen kommen und schauen kann, wie es ihnen geht und was sie so tun. Ich habe ihnen gesagt, man kann dann auch mit ihnen reden, man hört oder sieht sie nur leider nicht und hört auch nicht, wenn sie antworten. Dachte, es würde für sie schön sein zu wissen, wenn ihre Großeltern mal sterben, dass sie sie weiterhin hören, wenn sie mit ihnen reden.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 18.11.2014
7 Antwort
Ich schließe mich den Anderen weitestgehend an. Wir wachsen in ein Denken hinein, wo der Tod nicht nur Trauer um den Verlust eines Lieben Menschen bedeutet, sondern wo der Tod auch mit Ekel und Angst verbunden wird. Du warst damals auch eine der vielen lieben und tollen Menschen hier von MW. die an unserer Seite waren, als unser YoFi seinen schweren Weg ging. Und zwei meiner Vorrednerinnen haben, wie Du auch, an bestimmten Stationen an unserer Seite gestanden. Daher wisst Ihr, wie unsere Kinder mit dem Weg ihres kleinen Bruders umgegangen sind. Seine Beerdigung war Schmerz und Unverständnis, aber auch Wärme und Liebe. Ich vergesse nie, wie Ihr mit uns am Grab "YoFis Schlafliedchen" mit uns gesungen habt. Darin war keine Agst oder Ablehnung vor dem Tod, sondern das Zeichen, ihn darüber hinaus im Herzen zu tragen, ihn zu lieben und zu achten. Zwei Tage vor der Beerdigung war der Kleine in der Kapelle aufgebahrt und wir konnten ihn noch einmal sehen. Ich muss gestehen, obwohl ich wusste, dass dort die Hülle meines kleinen Sohnes liegt, die ich so oft geküsst und geknuddelt habe, war ich voller Angst, denn Tod, so lernen wir, bedeutet Verwesung und Ablehnung. Ich hatte solche Angst, mich dem Kleinen nicht nähern zu können, mich nicht zu trauen, ihn zu berühren und fühlte mich unendlich schlecht, wollte aber auch für meine Kinder, die ihn unbedingt noch einmal sehen wollten, stark sein. Meine beiden jüngsten Töchter waren zu dem Zeitpunkt 3 und 4, 5 Jahre, meine Enkelin ebenfalls 4, fast 5. Diese drei Kinder nahmen uns Erwachsenen, Eltern, älteren Geschwistern, unsere Furcht und bauten eine Brücke. Sie stürmten zum Sarg, setzten sich links und rechts neben seinen Kopf, eine über dem Kopf und sie begrüßten ihn so herzlich lächelnd, streichelten ihn, als würden sie die fehlende Körperwärme nicht bemerken, küssten ihn abwechselnd und erzählten ihm, wie wunderschön er aussieht, wie sie ihn im Herzen tragen und immer an ihn denken. Dann sangen sie ihm vor und wir standen da. Ergriffen, fadziniert und auch beschämt über unsere eigenen Ängste. Durch die Kinder war es uns leichter, uns dem Kleinen ebenso zwanglos zu nähern. Die Kurzen führten uns auf besondere Weise an den Tod heran und ich bin überzeugt, dass wir von Kindern, im Umgang mit dem Tod, sehr viel lernen können. Schwer war nur, als wir vor kurzem unserer Jüngsten von der kleinen Schwester erzählten, die hoffentlich im Frühjahr gesund geboren wird. Sie riss erschrocken die Augen auf und rief "Aber sie darf nicht getauft werden! Ich will nicht, dass sie dann auch stirbt!" Wir wussten bis dahin nicht, weil sie nie darüber sprach, dass Romy die Taufe mit dem Tod und Abschied verband. Daran merkten wir, dass sie zwar mit dem Tod des Bruders zu leben gelernt hat, aber den Weg nicht verstand und so eigene Vorstellungen entwickelte. Wir hätten viel mehr mit ihr darüber sprechen müssen.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 18.11.2014
8 Antwort
Ich würde es wahrscheinlich auch so machen, wenn es bei uns ähnlich ablaufen würde. Ich muss dazu sagen, dass ich als 7 Jährige meinen Opa tot aufgefunden habe... DAS habe ich mir gemerkt. Ich weiß noch, was er angehabt hat, wie es dort gerochen hat, wie er ausgesehen hat, und wie hektisch es dann zuging, weil er unerwartet verstorben ist. Etwa ein Jahr später ist dann die Oma im KH gestorben. Ich war sie einen Tag zuvor noch im KH besuchen und bin froh darüber! Wir haben uns noch gut unterhalten und sie muss geahnt haben, dass sie sterben wird. Das Gespräch war anders als sonst und ich habe mir danach Sorgen um sie gemacht. Möglicherweise ist mir deshalb das letzte Gespräch mir ihr in Erinnerung geblieben. Am nächsten Morgen kam der Anruf, dass sie tot sei... Ich finde es wichtig, dass man sich von seinen Liebsten verabschieden kann - sei es noch als Lebende oder von den kürzlich verstorbenen. Für mich zumindest war es sehr wichtig! Meine Cousine z.B. wurde vor dem Begräbnis zur Verabschiedung vom Krankenhaus zur Leichenhalle gefahren, damit sie in Ruhe von Opa Abschied nehmen konnte . Aber das muss jeder für sich bzw. seine Kinder entscheiden.
cesarica_1
cesarica_1 | 18.11.2014
9 Antwort
Ich hab meine Oma auch Tod gesehen. Geschockt weil ich nicht drauf vorbereitet wurde. In Polen ist es Tradition das der verstorbene eine Nacht verweilt und dann von Gemeinde zu Grab getragen wird. Ich hatte Angst mich zu nähern und blieb dem zimmer fern. Ich War 12. Mein Bruder 9 Jahre sah das unbefangen. Er blieb an ihrer Seite. Redete mit ihr und saß Stunden dort. Ich glaube die kleinen sind da unbefangen und es belastet nicht. Mit 12 hat man da andere Gedanken und Ängste. Zum Abschied schaffte ich am morgen danach meine Oma zu küssen. Ich spüre diesen Kuss noch immer. Diese Kälte und das andere fühlen der Lippen. Du kennst die Geschichte von meiner besten Freundin. Auch sie würde nach polnischer Tradition aufgebahrt. Ich blieb dem fern. Einmal wg der Umstände und weil ich dieses Bild nicht wollte eines verstorbenen. Ich find es gut das deine Kinder das sahen. Sie haben ein anderes Bild des todes. Unbefangen sehen sie das garnicht als schlimm. Sie kommen doch klar mit ihrem Stern und nicht das Bild eines toten im kopf. Ich glaube aber ich würde es aber nicht tun. Zweifel da eher an meiner objektiven Darstellung der Situation
daven04
daven04 | 18.11.2014
10 Antwort
Danke fuer alle bisherigen Antworten.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 18.11.2014
11 Antwort
Als ich 9 bzw. 11 Jahre war, starben meine Oma und danach mein Opa. ich durfte sie nicht nochmal sehen, mich nicht verabschieden und auch nicht mit zu den Beerdigungen gehen. Als Kind verstand ich nie, warum ich da nicht mit hin durfte. Heute weiss ich, dass meine Eltern dachten, es waere nicht gut fuer mich. In den 3 Jahren, in denen mein Vater so leiden musste, wurde mir bewusst, dass ich meinen Kindern erklaeren muss, dass ihr Opi bald sterben wird. Ich erklaerte ihnen auch, dass der Opa uns immer sehen und hoeren kann, wenn wir mit ihm reden. Meine grosse Tochter hat noch sehr zu kaempfen, dass ihr liebster und einzigster Opa nicht mehr da ist. Sie liebte ihn ueber alles und vermisst ihn unheimlich. Die Kleine geht ganz anders damit um. Sie spricht ganz viel von ihm und erzaehlt mir fast jeden Tag von ihm. Wie lustig er immer war und wie gern sie es hatte, wenn er ihr den Ruecken gestreichelt und sie dabei gekitzelt hat. Sie sagt auch ganz oft, dass sie gern mal zum Opa in den Himmel fliegen woellte, um ihn zu besuchen. Einmal, da war es grad ganz schlimm fuer sie, dass der Opa weg ist, fragte sie mich sogar, ob ich sie mal mit einem Messer schneiden kann, damit sie zum Opa kann. Das war sehr schockierend fuer mich. Mir graut es schon vor Weihnachten. Letztes Jahr lag der Opa mit seinem Sauerstoffschnuffi im Gesicht auf dem Sofa und die Maedels liefen mit jedem ausgepackten Geschenk zu ihm und zeigten ihm mit glaenzenden Augen, was der Weihnachtsmann ihnen gebracht hat. Er lag mit Traenen in den Augen da und ich wusste genau, was er dachte. Er wusste, dass er das zum letzten Mal erleben wird und das machte ihn so traurig. ich hoffe, meine Kinder vergessen ihren Opa niemals und behalten ihn so liebevoll, wie er war, in ihrem Herzen.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 18.11.2014
12 Antwort
Der Tod ist ein Teil des Lebens und ich kann mir keinen gehaltvollen Grund denken, warum Kinder sich nicht von nahen Angehörigen verabschieden sollen, wenn es kein Unfall usw. war, also mit schweren Entstellungen etc. verbunden ist. Für mich wäre dabei eine angemessene Erklärung / Begleitung durch die Eltern wichtig und so, wie ihr es gemacht habt, finde ich es gut aufgefangen.
ace09
ace09 | 18.11.2014
13 Antwort
Hallo, Und erstmal mein herzliches Beileid, das tut mir sehr leid, wenn ich das alles hier lese... Ich kann bei uns nur über mich selbst berichten, als ich 6 1)2 Jahre alt war, ist mein Opa schwer an Krebs erkrankt... Ich habe ihn auch ein halbes jahr leiden sehen. An dem abend als er verstorben ist hat er ständig meinen Namen gerufen, es war so das ich sein liebstes Enkelchen war. Meine Eltern haben sich damals nichts dabei gedacht und wollten meinem Opa seinen letzten Wunsch erfüllen und sind mit mir zum Opa gefahren, ich habe die Bilder noch vor Augen als wäre es gestern gewesen. Wir sind hin gekommen und ich bin mit meinen 7 Jahren zu meinem Opa gegangen und er hat ganz schwer geatmet. Ich hab ihn noch gedrückt und ihm gesagt das ich ihn so lieb habe. Und er ist genau in dem Moment als ich da war verstorben. Es war in dem alter ein sehr erschreckendes Erlebnis für mich, weil ich es nicht richtig verstanden habe. Ich muss sagen ich war von Natur aus eon ängstliches Mädchen und habe mich danach ca 2 Jahre mit nächtlichen Albträumen und angst so wie Schlaflosigkeit geplagt. Mich hat das so mitgenommen, dass ich 4. Jahre später nicht mal mehr meine Oma besuchen wollte als diese sich auch so gequält hat. Ich habe sie/ die anderen Familienmitglieder die verstorben sind, nicht Tod gesehen... Ich hätte sogar angst vor der Beerdigung. Ich weiß nicht warum das wo schlimm für mich war, vllt weil keine so wirklich ausführlich mit mir darüber gesprochen hat. Ich habe meinen Eltern echt Vorwürfe gemacht. Bis als ich meine Ausbildung in der Altenpflege mit 18 angefangen habe diese habe ich auch fertig gemacht und dort habe ich gelernt mit dem Tod umzugehen. Es war sehr hart, und ich habe viele Menschen gehen sehen. Aber oft hatten die Leute keine angehörigen und waten einfach froh, dass die Schwester die sich immer um sie gesorgt hat an ihrer Seite war als sie starben. Ab dem Zeitpunkt an habe ich gemerkt, dass es letzten Endes der letzte Wille meines Opas war das ich bei ihm war. Es war sein letzter Wunsch mich nochmal zu sehen und das sterben gehört dazu. Ich finde es gut wenn man seine Kinder aufklärt und gut mit ihnen darüber spricht. Es kommt auch darauf am wie mab als Eltern in die Situation rein geht, aber ich persönlich weiß auch nicht wie ich es machen würde. Mein Sohn ist jetzt 4 es war schon total schwer ihm damals zu erklären, dass.unser geliebter damaliger hund nicht wieder kommt. Ich denke es ist sehr schwer und es kommt wirklich immer darauf an wie alt die Kinder sind. Aber jetzt mit 4 versteht er auch, dass der Hund im Himmel ist und nicht mehr kommt weil er sehr krank war es ihm jetzt aber gut geht Mein Sohn kommt dann manchmal auf die Idee Käse auf die Fensterbank zu legen weil er denkt er kommt dann aus dem Himmel wieder. Der Hund hat Käse geliebt, dann muss ich schon wieder anfangen und ihm erzählen warum er nicht wieder kommt Aber also es war ne zeit so jetzt ist es okay. Lg
Goldmouse
Goldmouse | 18.11.2014
14 Antwort
PS; es gibt kein richtig und kein falsch bei dem Thema, du als Mutter hast das bestmögliche getan um es deinen Kindern zu erklären. :)
Goldmouse
Goldmouse | 18.11.2014
15 Antwort
Und du schreibst ja selbst das die Situation nicht schlimm sondern eon schöner abschied war. Weißt du für mich war es einfach damals so schwer weil ich ihn noch kurz lebend gesehen habe... Und er noch meinen Namen gesagt hat. Und er ist vor meinen Augen gestorben. Denke das macht einen großen Unterschied
Goldmouse
Goldmouse | 18.11.2014
16 Antwort
Ehrlich gesagt, war ich froh, dass ich ihn, im Gegensatz zu meiner Mutter und meinen Geschwistern, nicht sterben gesehen habe. Die wohnen alle im selben Ort, ich lebe 500 km von allen entfernt. Mein Vater starb im Beisein meiner Mutter und Geschwister. Sie haben seine letzten Atemzuege und das Sterben erlebt. Meine Schwester hatte vor, ihn wiederzubeleben, hat es dann aber gelassen, weil mein Vater das nicht wollte. Denn dann waere er ins KH und an Maschinen gekommen. Er wollte zu Hause sterben und er wollte, dass meine Mutter erst die Bestatter ruft, wenn ich angekommen und mich verabschiedet habe. So schlimm das alles fuer uns war, aber wir waren alle so froh, dass es alles so ablief, wie er es sich wuenschte.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 18.11.2014
17 Antwort
Ohne die anderen antworten gelesen zu haben... Du hast das genau richtig gemacht. Ich finde es gut das du deine Kinder in dieser für euch schwierigen Zeit, bei dem Thema nicht außen vor gelassen hast.Du hast ihnen die Möglichkeit gegeben den Tod als das zu sehen was er ist- als etwas trauriges, natürliches, manchmal ungerechtes und zugleich erlösendes. Je natürlicher wir damit umgehen umso besser können auch die Kinder damit umgehen. Du hast deinen Kindern die Möglichkeit gegeben abschied zu nehmen, so wie du auch abschied nehmen wolltest, ich finde das nur fair den opi nicht einfach so aus ihrem Leben gehen zu lassen. Mein aufrichtiges Beileid.
delila
delila | 18.11.2014
18 Antwort
@daven04 Das in Polen kenne ich sehr gut, es wurde bei meinem Opa so gemacht. Ich selbst habe es nicht erlebt da ich den Opa nicht kannte. Ich war nicht auf der Welt meine Mama hat es mir nur erzählt. Ich weiß aber von meiner Familie die dort lebt, dass es heute auch noch oft gemacht wird. Wobei ich ehrlich gesagt sagen muss, dass ich die Vorstellung gruselig finde. Keine Ahnung warum... Ich habe ja auch in der Altenpflege gearbeitet und dort wurden die Leute auch erst einen Tag später abgeholt, wir hatten aber einen extra Raum dafür. In Polen ist es ja wirklich so das der jenige zuhause bleibt. Es ist irgendwie komisch ich weiß nicht. Lg
Goldmouse
Goldmouse | 18.11.2014
19 Antwort
@LiselsMama Ja wobei ich denke das beides einfach schlimm für einen ist. Wenn du Jahre vorher oder Monate vorher auch mit angesehen hast, wie der Mensch leiden musste ist es manchmal aber auch leichter los zu lassen weil du einfach tief im Herzen weißt, dass es der richtige Weg war und das der Person wohler ist. Passiert so etwas ganz plötzlich und unerwartet oder auf unnatürlichen bzw nicht gesundheitlichen ersichtlichen Grund macht es einem Mancgmal mehr zu schaffen. Ich denke jeder entscheidet das individuell und nach Gefühl für sich und auch du als Mutter für deine Kinder. Ich weiß nicht wie ich es handhaben würde, allerdings finde ich das du aus dem bauchgefühl und von Herzen für deine Kinder entschieden hast. Und du als Mutter hast es als richtig empfunden. Und das ist wichtig deine Kinder könnten abschied nehmen von Opa und wie du selbst sagst hat es ihnen jetzt nicht Schaden zu gefügt sondern es war ein abschied für euch. Deswegen egal wer dir hier was auch immer antworten wird egal wie die Meinungen hier auseinander gehen. Du hast für euch schon das richtige getan.
Goldmouse
Goldmouse | 18.11.2014
20 Antwort
@Goldmouse Bevor mein Vater starb und ich mir staendig Gedanken darueber machte, wie es wohl sein wird, wenn es wirklich mal so sein wird, hatte ich auch etwas Angst. Als es dann allerdings soweit war, verflog die Angst. Ich glaube, es ist einfach dieser Unterschied. Wenn ein Fremder stirbt, hat man ganz andere Gefuehle fuer den Verstorbenen, als fuer einen Angehoerigen. Als ich meinen Vater sah, wie friedlich er in seinem Bett lag, war es fuer mich gar keine Frage, ihn zu beruehren, zu streicheln und zu kuessen. Ich hockte 2 Stunden neben im, legte meinen Kopf auf seine Brust, umklammerte seine Haende mit meinen und weinte ununterbrochen. Ich streichelte sein Gesicht und konnte ihm nochmal richtig nahe sein. Und ich bin so froh, dass ich das nochmal erleben durfte. Diese 2 Stunden haben sich so fest in meinem Herzen verankert, sodass ich sie niemals mehr vergessen werde. Ich weiss nicht, aber ich glaube, bei einem Fremden haette ich da leichte Beruehrungsaengste gehabt.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 19.11.2014

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