Neuigkeiten zur Allergieprävention

Frage von: sinead1976
09.06.2014 | 6 Antworten
ich weiß, dass sich viele unsicher sind, was die Vorbeugung von Allergien angeht... mir geht es auch so (sommer5)

die Erkenntnisse ändern sich immer wieder.
Ich habe aber einen Artikel gefunden, wo die aktuellen Erforschungen gut erklärt werden...
Ich hoffe, es hilft euch (beeten)



Allergievermeidung

Stillen schützt vor Allergien – an diesem Grundsatz wurde nicht gerüttelt.
Hingegen ist der Grundsatz, allergene Nahrungsmittel möglichst lange zu meiden, von neueren Studien in Frage gestellt worden. Die Frage, ob sechs Monate ausschließliches Stillen nach wie vor die richtige Empfehlung ist, wird zurzeit kontrovers diskutiert.



Bisher galt:
Die bisherige Empfehlung lautete allergene Nahrungsmittel möglichst lange zu meiden. Dies wird jetzt in Frage gestellt.
Es gibt erste Hinweise, dass eine frühe Exposition die Toleranz fördert.
Es herrscht Einigkeit in der westlichen Welt, dass Beikost keinesfalls vor Ende des vierten Lebensmonats eingeführt werden soll.




Was geblieben ist:
Die Weltgesundheitsbehörde empfiehlt nach wie vor sechs Monate ausschließlich zu stillen und anschließend Beikost einzuführen. Zudem wird empfohlen die Kinder noch bis zum zweiten Geburtstag weiter zu stillen.

Die WHO-Empfehlung basiert vor allem auf Studien, die belegen, dass Babys, die sechs Monate gestillt werden, die geringste Sterberate zeigen. Dies ist in weniger entwickelten Ländern besonders wichtig, da eine hygienisch einwandfreie Flaschennahrung dort nicht immer garantiert werden kann. Aber auch in Industrieländern zeigen aktuelle Studien, dass gestillte Kinder niedrigere Infektionsraten haben als Flaschenkinder und dass Stillen die Wahrscheinlichkeit senkt, dass das Baby wegen Infektionen des Atemtraktes oder des Darmes im Krankenhaus behandelt werden muss.
Hier hat sich etwas geändert
Fachleute sind sich einig, dass es keinen Sinn macht, Beikost vor Ende des vierten Lebensmonats einzuführen. Der präventive Effekt des Stillens für vier Monate ist also erwiesen. Es gibt hingegen immer mehr kritische Stimmen, die der Meinung sind, dass es wichtig sein könnte, Babys im Alter zwischen vier und sechs Monaten mit Allergenen zu konfrontieren, um eine Toleranz entwickeln.
Es gibt also immer mehr Hinweise, dass das möglichst lange meiden von Allergenen vielleicht die falsche Strategie war.

Inzwischen ist man sich einig, dass die Reihenfolge, in der neue Nahrungsmittel eingeführt werden, keinen Einfluss auf die Entwicklung von Allergien hat.
Dennoch bleibt die Empfehlung bestehen, dass einzelne Nahrungsmittel einzeln eingeführt werden sollen, um eine eventuelle allergische Reaktion zu erfassen.

Kuhmilch im ersten Lebensjahr ist als Getränk zu meiden. Dabei geht es nicht um die Allergenität der Milch, sondern darum, dass das Kalzium in der Milch die Eisenaufnahme stark herabsetzt.




Fest steht:
Das Baby bestimmt den Zeitpunkt der ersten festen Kost. Es zeigt, wann es dafür bereit ist. Dies ist sehr häufig mit sechs Monaten der Fall, manchmal auch früher.

Noch immer wird eine Vollstillzeit von vier bis sechs Monaten empfohlen aber die Eltern allergiegefährdeter Babys sind nicht mehr dazu angehalten, gewisse Lebensmittel strikt zu meiden.

Für die Manifestation von Allergien sind andere Faktoren viel bedeutsamer als der Zeitpunkt der Beikosteinführung, z. B. Genetik, optimale Kolonisation des Darmes mit Bakterien, Darmreife und umweltbedingte chemische Belastungen.







Die neuste Empfehlung:
Grundsätzlich sollte die Empfehlung sechs Monate zu stillen beibehalten werden, da somit kein erhöhtes Risiko für Allergien zu erwarten ist. Die empfohlene frühe Zufütterung im 5. Lebensmonats sollte aber nicht zu einem vorzeitigen Abstillen führen, denn hierbei besteht ein erhöhtes Risiko für Infekte und SIDS (= plötzlicher Kindstod), und im späteren Leben unter anderem ein erhöhtes Risiko für Adipositas (= starkes Übergewicht), eine schlechtere psychomotorische Entwicklung, ungünstigerere Kieferentwicklung und ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus beim Kind.

Festzustellen ist aber auch, dass es günstig ist, Beikost unter dem Schutz von Muttermilch einzuführen. Man muss sich vorstellen, dass die Muttermilch den Darm mit einer Art Schutzschicht auskleidet und so eine bessere Verträglichkeit der neu eingeführten Lebensmittel gewährleistet ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein großer Teil der Babys im Alter von vier oder fünf Monaten noch gestillt werden, ist höher als im Alter von sechs Monaten. So können auch kürzer gestillte Babys von dem schützenden Effekt der Muttermilch profitieren.


aus http://www.hallo-eltern.de/m_baby/neue-allergie-empfehlungen.htm

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9 Antworten
sinead1976 | 10.06.2014
1 Antwort
@Maulende-Myrthe Ich weiß nur, dass vor 10 Jahren bei Jannis ganz andere Sachen gesagt wurden. Bei Jule vor guten 6 Jahren war es noch ähnlich. Ich war überrascht, als ich jetzt bei Enya vom Arzt höre, dass die erkenntnisse mittlerweile ganz anders sind. Ich denk halt, es geht vielen so, deshalb hab ich das reingestellt
Gelöschter Benutzer | 10.06.2014
2 Antwort
Ich habe schon vor vier Jahren hier seriöse Links eingestellt, wenn es um Allergene oder Kuhmilch ging, die genau das gesagt haben. Das ist nicht neu. Aber es dauert halt immer, bis es in den Köpfen ankommt. Übrigens: Ich bin 6 Monate voll gestillt worden und habe massig Allergien. Meine jüngere Tochter ist 7, 5 Monate voll gestillt worden und zeigt Tendenzen zu Allergien, vor allem, was die Haut betrifft. Mein Bruder wurde gar nicht gestillt und kann das Wort Allergien vermutlich nicht mal buchstabieren, weil es ihn nicht betrifft. Ich könnte jetzt böse sein und behaupten, dass das alles totaler Quatsch ist, weil ich Fälle kenne, wo es anders ist. Grundsätzlich glaube ich, dass wir uns für alle Krankheiten sowieso nur Dispositionen aneignen, aber dass Allergien und Co. seelische Ursachen haben und vor allem auch durch andere Umwelteinflüsse begünstigt werden und das Stillen da nur einen kleinen Teil berücksichtigt. Allergien setzen aus, wenn man einen Patienten in Narkose legt und ihn währenddessen mit Allergenen konfrontiert, auf die er sonst extrem reagiert . Sollte man mal drüber nachdenken. Wie auch immer, das ist nicht neu, was du schreibst. Aber vielleicht verstehen es nach und nach immer mehr Leute. Soll sich ja auch auf andere Erkenntnisse übertragen lassen. Wer weiß, vielleicht kommt der Tag, an dem Vegetarier, Umweltschützer und alternativ denkende Menschen auch nicht mehr belächelt und als Spinner abgetan werden, weil man feststellt, dass was dran ist an dem, was sie sagen. Wer weiß, wer weiß
deeley | 10.06.2014
3 Antwort
Und Allergien gekommen wir fast alle im Leben. Die Umweltgifte und Reize sind einfach zu heftig. Ich finde solch ein Regelwerk, wie in diesem Artikel, immer recht fragwürdig. Das bringt Mütter, die nicht Stillen konnten nur ein schlechtes Gefühl und man fühlt sich unzureichend und gibt sich vielleicht noch die Schuld an mögliche Erkrankungen des Kindes.
deeley | 10.06.2014
4 Antwort
Bis zum 2. Geburtstag stillen? Niemals. Ich war froh, nach 6 Monaten nicht mehr Pumpen zu müssen. Ich hasste es ..... Meine Große bekam mit 4 Monaten Beikost und ist immer gesund. Die Kleine erst mit 5, 5 Monaten und verträgt Kuhmilchprodukte nicht.
Gelöschter Benutzer | 09.06.2014
5 Antwort
asö auffällig dabei ist.... meine 2 ohne allergien haben papas blutgruppe. papa hat keine allergien. mein jüngster hat meine blutgruppe und meine allergien.
Gelöschter Benutzer | 09.06.2014
6 Antwort
was soll ich sagen. ich hab 3 flaschenkinder und alle 3 gleich behandelt. 2 sind kerngesund und eines hat allergien. ich vermute fast die neigung dazu wie ein immunsystem reagiert wird vererbt.

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