Was ich über Weihnachten lernte

Moppelchen71
Moppelchen71
24.12.2013 | 11 Antworten
Ich höre und lese immer wieder von all dem Stress, denen Menschen an Weihnachten ausgesetzt sind, vom Konsumrausch, dem Konkurrieren um die teuersten Geschenke und wie viele Menschen gerade vor allem dem Angst haben oder von Weihnachten genervt sind.
Dagegen zeigen Studien, dass gerade um Weihnachten herum, viele Menschen in Depressionen verfallen.
Und ich muss gestehen, dass ich selbst gerade an Weihnachten ebenfalls sehr empfindlich bin, nahe am Wasser gebaut habe und sehnsüchtig, bereits die Adventszeit hindurch, jedes Licht, das an Weihnachtsdeko erinnert, hilflos anschmachte.

Unser Heiligabend wird beginnen, indem wir auf den Friedhof gehen und unserem Kleinsten eine Kerze auf dem Grab anzünden. Danach treffe wir uns alle bei meiner ältesten Tochter, essen gemeinsam unser Festmahl und erinnern uns an die, die wir vermissen, die nicht bei uns sein können, weil sie an anderen Orten feiern oder uns in eine andere Welt vorausgegangen sind.
Wir sitzen an unserer festlichen Tafel, lachen, erzählen und ich schaue, wie jedes Jahr, in die Runde. Fühle den Stolz auf diese, meine Familie, spüre die Wärme und Liebe im Raum und mir werden wieder die Tränen in den Augen stehen, weil die Atmosphäre, das Zusammensein, ohne Hektik und mit so viel Zeit füreinander, mich einfach glücklich macht.
Dieser eine Abend im Jahr ist für mich, als wären wir in einer großen Seifenblase aus reiner Energie und von außen kann nichts durchdringen, was Kummer oder Sorgen bereitet.

Ich höre Andere. Freunde, Bekannte, einige Verwandte, die schimpfen. Dieses Jahr gibt es nur ein Budget von so und so viel hundert Euro für Geschenke. Es wird geschimpft, welch straffes Programm zu absolvieren ist, um es allen Verwandten recht zu machen und am Ende der Weihnachtstage wird gejammert, wie froh man ist, alles hinter sich zu haben, die nächsten knapp 12 Monate zu brauchen, um sich zu erholen und Kraft für das nächste Weihnachtsfest zu tanken.
Ich kann das immer nicht nachvollziehen, denn mir gibt der Heiligabend Kraft, erfüllt mich und bei uns geht es nicht um Geschenke, sondern Nähe.
Wir schenken uns einen Abend des Zusammensein, etwas, was so kostbar ist, dass man es nicht bezahlen und in Geschenkpapier packen könnte.
Nein, wir feiern keine Geburt eines Heilands, der nicht einmal an diesem Tag geboren wurde. Wir feiern einen Abend der Gefühle, des es an sich herankommen lassen und annehmen.
Ich habe über Weihnachten gelernt, dass ich gerade am Heiligabend, wie an keinem anderen Tag im Jahr, all die unwichtigen Gedanken von mir abprallen lassen und einen Zauber in mir einziehen lassen kann.

Und ich wünsche Euch allen, jedem Menschen auf dieser Welt, dass auch Ihr in dieser Nacht den Zauber spüren könnt. Öffnet Eure Herzen, erinnert Euch an die, die Ihr liebt und seid in Gedanken bei ihnen.
Frohe Weihnachten!
Dein Kommentar (bzw. Antwort)
Noch 3000 Zeichen möglich.

11 Antworten

[ Antworten von neu nach alt sortieren ]
1 Antwort
wossi2007
wossi2007 | 24.12.2013
2 Antwort
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 24.12.2013
3 Antwort
loehne2010
loehne2010 | 24.12.2013
4 Antwort
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 24.12.2013
5 Antwort
Chrissi1410
Chrissi1410 | 24.12.2013
6 Antwort
Du bist eine der wenigen die den waren Grund von Weihnachten verstanden hat, es geht nicht darum ein Maraton zu laufen um ja alle verwandte ab zu grasen oder um die größten Geschenke zu bekomm, nein Weihnachten ist ein Fest der Familie und der Liebe-Wir sind hier auch ganz relaxt, meine Kinder Spielen oder Schaun fern , ich wills garnicht anders haben.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 24.12.2013
7 Antwort
Schöne und zutreffende Worte! Deiner Familie und Dir frohe Weihnachten...
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 24.12.2013
8 Antwort
Sylvia, eigentlich wollte ich dir im GB sagen, nu mache ich es hier... Ich hab mich in der Adventszeit hier ein wenig rar gemacht, um mich auf das Wesentliche, auf meine Kinder, meine Familie zu konzentrieren... Mir ist die Geschichte, die du letztes Jahr hier gepostet hast , sehr nahe gegangen. Habe ich mich doch in dem kleinen Mädchen wieder erkannt. Und mich anschließend gefragt, wie meine Kinder wohl Weihnachten empfinden... Dieses Jahr hab ich mich sehr auf die Bedürfnisse meiner Kinder Ko zentriert und weniger auf das was 'muss' und was man 'halt eben so macht'. Frühzeitige Vorbereitungen, auch Zeitmanagement genannt, haben mir geholfen nicht am 23. einen Nervenzusammenbruch zu erleiden. Gut, das Glück war mir auch hold, nicht immer klappt es ja auch das zu finden, was man im Kopf hat... Oder lag es daran, dass ich auch bewußt mal fünfe gerade sein lassen konnte? Es war eine sehr schöne entspannte Zeit, die Heute Abend in einen wunderschönen Abend gipfelte... Danke, Sylvia.. für den Geist der Weihnacht...
AliceimWunderla
AliceimWunderla | 24.12.2013
9 Antwort
@AliceimWunderla Caro, jetzt musste ich selbst etwas suchen. Du meinst sicher dies hier: http://www.mamiweb.de/fragen/dies-und-das/allgemeines/4531273_ein-weihnachtswunsch.html
Moppelchen71
Moppelchen71 | 24.12.2013
10 Antwort
Joa, wobei ich zur Ehrenrettung meiner Familie ja sagen muss, dass ich meine Eltern ja schon recht früh getrennt hatten... Aber es gab halt irgendwie immer dieses Pflichtgefühl und die damit verbundene Erwartungshaltung. Musste halt alles immer nach Plan verlaufen, daher hat mich die Geschichte so angesprochen.
AliceimWunderla
AliceimWunderla | 24.12.2013
11 Antwort
@AliceimWunderla Um ehrlich zu sein, ist diese Geschichte gar nicht so fiktiv, wie man glauben mag. So waren die Weihnachtsfeste meiner Kindheit und ich erinnere mich noch heute, wie ich nachts in meiner Fensterbank saß und die Lichter in den anderen Häusern beobachtete, mir dabei vorstellte, es ginge dort sicher anders, liebevoller und friedlicher zu. Als ich erwachsen war und wir uns unsere eigene Art Weihnachten zu feiern schufen, wurde mir umso mehr bewusst, wie unwichtig mir eigentlich diese Geschenke waren und wie sehr ich mir diese Nähe wünschte, die wir heute haben, wenn wir mit unseren Kindern und Enkelin feiern. Klar, auch bei uns kommt mal Hektik auf und sicher gibt es auch kleinere Streitereien. Wir sind eben eine große Familie, mit viel Energie und Temperament. Aber im Endeffekt landen wir alle zusammen, in letztendlich doch guter Laune, am Tisch und dann gibt es nur noch ein Programm: miteinander den Abend genießen. Und als wir heute nach Hause fuhren, war ich traurig, dass wieder ein schöner Weihnachtsabend vorbei war, an dem wir alle näher zusammengerückt waren und einfach Zeit miteinander verbrachten.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 25.12.2013

ERFAHRE MEHR:

mal über was nachdenken
17.08.2016 | 3 Antworten
Hcg bei über 1000
15.04.2015 | 32 Antworten
ET +11
17.12.2014 | 37 Antworten
Kein Weihnachten ?
12.11.2013 | 20 Antworten

Ähnliche Fragen finden

Kategorie: Dies und Das

Unterkategorien:

In den Fragen suchen



uploading