Geburt 3 monate nach hirntod der mutter

tate
tate
22.11.2013 | 39 Antworten
damals in der ausbildung zur krankenschwester hatten wir genau dieses thema im ethikunterricht.
ist es ethisch vertretbar eine mutter die eigentlich schon tod ist künstlich am leben zu erhalten, damit das baby gerettet werden kann?

nun ist dieser fall tatsächlich eingetreten. in ungarn hatte eine schwangere frau in der 15. ssw einen hirnschlag und war für klinisch tod erklärt worden. sie wurde 3 monate künstlich am leben erhalten bis ihr kind lebensfähig war ... dann kam es per kaiserschnitt zur welt. ein video von der geburt wurde auch veröffentlicht.
dem kind geht es nun einige monate danach gut und lebt bei seiner familie. der mutter wurden zudem noch 4 organe entnommen, welche gespendet wurden ...

jetzt würde es mich mal interessieren wie ihr allgemein über diese geschichte denkt? was habt ihr für eine einstellung zum künstlich am leben erhalten in so einem fall und zur organspende?
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39 Antworten

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1 Antwort
in diesem Fall find ich es genau den richtigen Weg ... Warum sollte auch das Baby sterben, wenn es so am Leben sein kann. Organspende rettet auch Leben- also ich bin definitiv dafür, hab auch nen Spenderausweis.
sinead1976
sinead1976 | 22.11.2013
2 Antwort
in dem fall finde ich es super ... warum hätte das baby sterben sollen und organspenden sind so wichtig ... weil sie für manche leute die letzte rettung sind !
Mona19_84
Mona19_84 | 22.11.2013
3 Antwort
Bei einer ehemaligen Freundin von mir war es genauso. Ihre Mutter wurde zum dritten Mal schwanger. Plötzlich viel ihre Mutter um und war hirntod. Sie war auch in der 15 ssw. Es war am 24.12.2002 oder 2003. Am 26.12 haben sie sich entschieden die Geräte abzuschalten und Mutter und Kind gehen zu lassen. Es war schrecklich. Ich weiß nicht wie ich zu dem Thema stehe. Einerseits hat dieses Leben auch eine Chance verdient, andererseits einen Toten Menschen quasi als Brutkasten zu nutzen ist fragwürdig. Organspende finde ich prima. Sollten mehr Menschen machen.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 22.11.2013
4 Antwort
@SKKJFP das ist ja furchtbar :- (
tate
tate | 22.11.2013
5 Antwort
das mit dem "brutkasten" ist genau der ethische kritikpunkt, wobei man sich überlegen muss was hätte die mutter gewollt ... weiss jemand das wirklich was sie gewollt hätte?
tate
tate | 22.11.2013
6 Antwort
ich als mutter würde es unbedingt wollen, dass mein ungeborenes eine chance erhält. aber wie man qals kind später mit dem wissen umgeht, dass man quasi im leib einer toten mutter herangewachsen ist? schwierig ... das brutbatterie-argument sehe ich nicht so, da das kind ja gezeugt wurde, als die mutter noch lebte.
ostkind
ostkind | 22.11.2013
7 Antwort
Wenn ich an der stelle vom KV wäre, würde ich es wollen, das wenigstens mein Kind gerettet wird, man sollte sich mal fragen was würde die KM wollen, wohl auch , , haltet mich so lange am leben, das mein Baby überlebt, , ich würde so für mich endscheiden.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 22.11.2013
8 Antwort
@tate Das echt schlimm. Sie haben über uns gewohnt. Ich hab gehört wie sie umgefallen ist. Kurz darauf war der Krankenwagen da. Im Krankenwagen wurde sie reanimiert. Die hatten nicht mal die Zeit die Türe zu schließen. Jeder konnte es sehen. Ich habe sie sterben sehen. Alle haben sie sterben sehen. Eine Erfahrung die sich ins Hirn eigbrant hat.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 22.11.2013
9 Antwort
@tate denkst du wirklich, dass irgendeine mutter auch nur eine sekunde drüber nachdenkt ob ihr baby leben darf, wenn es die chance dazu bekommt? ich sehe das problem wirklich eher später beim kind. spätestens im frühen erwachsenenalter hat es dann eine menge zu verdauen ...
ostkind
ostkind | 22.11.2013
10 Antwort
das Thema gibt es seit Jahren. MIch hat damals das "Erlanger Baby" so aufgewühlt. http://de.wikipedia.org/wiki/Erlanger_Baby Leider hat es das Kind nicht geschafft. Wenn die Familien entsprechend betreut werden finde ich es gut, da Leben für mich immer vorgeht! Und Organspende finde ich generell immer gut und wichtig. Habe selbst schon seit Jahren einen Organspendeausweis. Meine Meinung: Wenn ich tot bin nutzen mir die Organe eh nichts mehr, aber einem anderen Menschen schenken sie vielleicht noch etwas Leben ...
taunusmaedel
taunusmaedel | 22.11.2013
11 Antwort
Ich seh das so wie Ostkind: Das Kind hat eine Chance auf Leben verdient, aber ich würde sehr gerne wissen was das ältere Kind dann fühlt wenn es seine Geschichte erfährt. Ich weiß nicht, das is auch etwas womit das Kind dann leben muss. Aber was ist schlimmer, gar kein Leben oder das Leben mit dem Wissen, eben so künstlich im toten Leib der Mutter ausgebrütet worden zu sein. Puh ...
Zenit
Zenit | 22.11.2013
12 Antwort
Mir stellt sich die Frage, wie das Kind damit klar kommt, wenn es später erfährt, wie es überlebt hat ... Organspende muss jeder für sich entscheiden!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 22.11.2013
13 Antwort
Ähm gut, in dem Fall konnte die Mutter nicht mehr entscheiden!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 22.11.2013
14 Antwort
Ich find das richtig. Soll das Baby auch sterben wenn man es noch retten kann??? Und die Spende der Organe das hat sie wahrscheinlich selbst so gewollt, wer will das fremde leben können wenn man selber Tod ist, der will definitiv das das eigene Kind überlebt!!!! Für das Kind ist es sicher schwierig aber auf der anderen Seite ist es immer schwierig ohne Mama groß zu werden. Papa und Großeltern werden einen weg finden es zu erklären.
mami0813
mami0813 | 22.11.2013
15 Antwort
@ostkind ich weiss ja nicht wie andere mütter denken, aber nein, ich würde keine sekunde drüber nachdenken ;-) ich war schon damals in der diskussion während meiner ausbildung dafür, dass das baby überleben soll ... und ich war so ziemlich die einzige! deshalb hat es mich interessiert wie es 10 jahre später im allgemeinen bei den leuten aussieht. wollte nur damit den kritikpunkt ansprechen, wie weit darf ein mensch gehen ... inwiefern darf man über jemanden entscheiden, der es selbst nicht mehr kann! was bedeutet hirntod ... was weiss man darüber?! merken die hirntoten wirklich nix mehr ... ? ich denke wenn die familie das gut anstellt, dann werden sie dem kind das auf gute weise erklären können. denn am ende lebt das kind und bekommt die chance ein hoffentlich fröhliches leben zu führen. die frage ist nur darf man soweit in die natur eingreifen oder stellt das ganze lediglich eine normale rettungsmaßnahme für das kind dar ... ? was die organspende betrifft, weiss ja nicht wer das für die mutter entschieden hat am ende. ich persönlich werde meine organe spenden ... habe schon lange nen ausweis. doch ich finde der wunsch seine organe nicht spenden zu wollen muss respektiert werden auch wenn ich es persönlich nicht nachvollziehen kann ...
tate
tate | 22.11.2013
16 Antwort
@tate ich glaube in deinem kurs ging es mehr um die sichtweise der ärzte: darf ich einen menschen künstlich "am leben" erhalten, um dem baby eine chance zu geben? wer weiß, füge ich dem menschen vllt doch noch schmerzen zu? das ist ethisch eine komplett andere frage als eine mutter zu fragen, darf ich sie weiter versorgen, damit ihr kind leben kann?! verstehst du, was ich meine? dann ist es aus der sicht des arztes nämlich keine so einfache frage mehr. vielmehr muß er sich entscheiden: welches wohl hat vorrang? die chance auf leben oder das recht auf sterben und nicht unnötig lange qualen? und genau da wird es verdammt schwierig ...
ostkind
ostkind | 22.11.2013
17 Antwort
die mutter künstlich am leben zu erhalten find ich in ordnung sonst wäre ihr kind auch gestorben und das wäre sicher nicht in ihrem interesse gewesen. die sache mit den organen find ich auch gut sofern das auch ihr wille gewesen wäre aber die familie hat sie sicher am besten gekannt und wusste ob sie das wollte oder nicht. die geburt zu filmen und zu veröffentlichen find ich schon fast pervers. das geht zu weit in die privats/imtinsphäre der frau. find ich keine worte für. einfach pespektlos
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 22.11.2013
18 Antwort
Ich bi. jedenfalls dafür auch für die Organspende. Allerdings das ganze zu filmen und zu veröffentlichen find ich dann geschmacklos und respektlos der Mutter und dem Kind gegenüber ... LG Carmen
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 22.11.2013
19 Antwort
Ich denke, jede Mutter, die man vorher fragen würde und die die Wahl hätte, würde für das Baby entscheiden. Aber ich mag mich irren. Ich würde für mein Baby, damit es leben könnte, auch im Koma liegen bleiben wollen, bis das Baby lebensfähig wäre. Ich glaube allerdings sowieso nicht daran, dass man in diesem Körper gefangen wäre als Hirntoter und vermutlich nur noch meine sterblich Hülle liegen würde. Aber das ist ein anderes Thema. Ich bin hingegen ein Gegner der Organspende, weil der Todeszeitpunkt von der Wissenschaft immer weiter nach vorne verlegt wurde. Organe werden oft Menschen entnommen, die man "wissenschaftlich" für tot erklärt, obwohl da noch viel Leben drin ist. Und wir alle wissen viel zu wenig über die Abläufe im Körper nach einem Hirntod. Wenn man davon ausgeht, dass das Bewusstsein gleichzusetzen ist mit Hirnaktivität, dann wäre alles tutti. Aber neuere Forschungen, z.B. über Nahtoderfahrungen zeigen eigentlich, dass Gehirnaktivität und Bewusstsein nicht zusammen hängen. Es ist viel zu unklar, was mit uns nach dem Hirntod passiert. Außerdem gibt es reichlich kritische Berichte darüber, dass nach Hirntod bei der Organentnahme nicht narkotisiert wird, weil das ja streng genommen bei einem Toten überflüssig ist. Die Leute sehen nach der Organentnahme teils übel und schmerzverzerrt aus, als hätten sie alles gespürt. In vielen andere Kliniken wird hingegen narkotisiert und muskelrelaxanzen gespritzt, damit die Patienten entspannt bleiben. Da kann man dagegen fragen, warum das nötig ist, wenn man doch tot ist ... Komisch ist doch, dass ein Schmerzempfinden bei den Hirntoten ausgeschlossen wird, die Leute aber nach der Op eindeutige Zeichen von großen Qualen ins Gesicht geschrieben haben. Ich habe meinen Organspendeausweis letztes Jahr weggeschmissen, nachdem ich ihn seit meinem 18. Lebensjahr immer im Portemonnaie hatte. Ich glaube, viele sind sich über das, was die Medizin da treibt, gar nicht im Klaren. Wir wissen viel zu wenig über den Tod, um hinzugehen und auch noch den Todeszeitpunkt immer weiter nach vorne zu verlegen, damit die Organe noch frisch sind. Wer nachlesen will, für den habe ich hier einen mal anders beleuchteten Link zum Thema Organspende: http://www.theologe.de/theologe17.htm Der ersten Teil ist Bibelkram, davon halte ich nicht so viel. Aber etwas weiter unten bei 1. Der grausame Schmerz der Organspender sollte man mal lesen, um seinen Horizont zu erweitern. Wissenschaftler weisen diese Kritiken zurück, aber das sollten sie auch tun, wenn sie weiter Organtransplantationen durchführen möchten. Ich würde das an deren Stelle auch als Humbug abtun, vor allem vor dem Hintergrund, dass vermutlich kaum einer spenden würde, wenn er sich über das im Klaren wäre, was da steht.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 22.11.2013
20 Antwort
@Maulende-Myrthe Endlich mal jemand der die ganze Spender Sache klar sagt, ich hab auch keinen Organspendeausweis, werde mir auch nie einen besorgen/anschaffen.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 22.11.2013

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