Ärzte haben doch nich immer Recht!

Moppelchen71
Moppelchen71
26.01.2013 | 37 Antworten
Ich hatte gestern vor einer Woche, wie ich ja schon schrieb, eine FG in der 9./10.SSW.
Das Kind hat wohl bereits in der 6./7.SSW Wachstum eingestellt und es war kein Herzschlag da.
In der Praxis ging es natürlich sofort los, dass ich UNBEDINGT ausgeschabt werden müsste, was denn nicht alles passieren könnte und dass mein Körper nicht in der Lage sei, mit der Situation allein umzugehen.
Ich wollte es dennoch versuchen und siehe da, in meinem Körper steckt wohl doch mehr, als der Arzt mir zutraute.
Sicher, ich bin kein Einzelfall, aber dennoch wahnsinnig stolz, diesen Weg allein, unterstützt von meiner absolut grandiosen Hebamme, gegangen zu sein.
Am 3. Tag nach der Diagnose, hatte ich die "kleine Geburt". Verwirrend, teilwese auch mit Verunsicherungen, denn die Angstmache hinterlässt ja immer auch puren, aber ich konnte so ür mich einfach auch besser abschließen und war stolz, es geschafft zu haben.
Unter Betreuung meiner Hebamme, wusste ich ja auch, dass soweit alles herausgekommen sein musste, somit keine Infektionsgefahr mehr bestand und ich kannte die Zeichen, auf die ich achten musste, die eventuelle Komplikationen anzeigen könnten, um dann immer noch zur Ausschabung gehen zu können.

Eine der Ängste, die mir der FA eintrichterte war, dass mein Körper, selbst wenn er es schaffen sollte, alles abzustoßen, eventuell noch Monate lang HCG produziert und ich somit nicht erneut schwanger werden könnte, da ja mein Körper durch das HCG denkt, ich sei noch schwanger und dann keinen ES auslöst.
Heute, nachdem ich mittlerweile auch keine Blutungen, sondern nur noch leichtes Schmieren habe, machte ich einfach selbst einen Schwangerschaftstest.
Wenn mein Körper noch HCG produziert, müsste der Test ja positiv ausfallen. Ich wählte einen empfindlichen Test, der bereits ab 10 E/mlU anzeigt, nahm Morgenurin, da dieser ja konzentrierter ist und legte los.
Der Test war NEGATIV!Das heißt also, mein Körper produziert definitiv kein weiteres HCG mehr, denn mein Wert im Urin muss ja gut unter 10 liegen, sonst hätte der Test angeschlagen

Und das lässt mich innerlich doch ein wenig triumphieren und zeigt MIR, das Ärzte gar nicht mal immer Recht haben, sondern oft nur versuchen, den schnellsten und in ihren Augen sichersten Weg zu gehen.
Nur, was in ihren Augen das Beste ist, muss es ja nicht immer für die Frau sein. Ich habe viel über meinen Körper gelernt und auch wenn der Verlust schwer zu tragen ist, hat es mir gezeigt, dass ich meinem Körper vertrauen kann.
Und für mich steht fest, dass ich nie wieder blind und willenlos alles annehme, was mir die einzig weisen Ärzte einimpfen. Nein, ICH bin die Frau, es ist MEIN Körper und solange ich noch klaren Menschenverstand besitze, wird MEIN Bauchgefühl den Ton angeben. Unterstützen mich die Ärzte nicht, dann gehe ich eben zu einem anderen Arzt, der mich nicht einfach behandelt, als wäre ich des Denkens nicht fähig.
Nein, ICH will einen Arzt, der mich begleitet und nicht überfährt!
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37 Antworten

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1 Antwort
find ich gut, dass du den für dich richtigen weg gewählt hast und alles so gut geklappt hat. Ansonsten tut es mir sehr leid für dich, dass du das durchmachen musstest und wünsche dir alles gute und dass du bald wieder schwanger wirst und dann alles klappt.
Krümelchen0402
Krümelchen0402 | 26.01.2013
2 Antwort
ach ja, und ärzte suchen sich leider meist den für sie einfacheren und unkomplizierteren weg aus. da der auch aus medizinischer sicht oft der sicherste ist.
Krümelchen0402
Krümelchen0402 | 26.01.2013
3 Antwort
@Krümelchen0402 Die Erfahrung musste ich auch machen. Zum Glück sind aber nicht alle Ärzte so. Es gibt diese "schwarzen Schafe", die von ihren Kollegen verachtet werden, weil sie nicht mit der Angstmache Geld verdienen wollen und den Frauen helfen möchten, zu sich selbst Vetrauen zu haben. Manchmal glaube ich, es gibt auch Ärzte, die grundsätzlich das Gegenteil dessen raten, was die Frau möchte, denn wenn die Frau, bei einem verhaltenen Abort ganz sicher weiß, dass ihre Seele die "kleine Geburt" nicht schafft, versucht man die Frauen eher zu zwingen, das verlorene Kind zu gebären und bietet ihnen keine Alternativen an. Egal wie, scheint oft genau das Gegenteil gefordert zu werden, von dem, was die Frau für sich möchte.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 26.01.2013
4 Antwort
stimmt, oftmals hat man wirklich das gefühl "hauptsache man bekommt nicht recht" und dass die ärzte nun mal nicht allwissend sind, mussten wir auch erst wieder feststellen. meine schwiegerma musste jetzt einige jahre lang tabletten, cortisonspray ... nehmen und wurde von einem spezialisten zum nächsten geschickt ... nun war sie bei ner heilpraktikerin und die meinte ob denn schon mal die schilddrüse überprüft worden sei? toll, jahre lang medikamente für die katz ...
Krümelchen0402
Krümelchen0402 | 26.01.2013
5 Antwort
ich hatte 2011 auch meine 2. fg und wollte es meinen Körper alleine regeln lassen aber der Arzt hat mich über die möglichen Folgen aufgeklärt und ich hatte soviel Angst das ich mich für die ausschabung entschied.
sabrinaSR
sabrinaSR | 26.01.2013
6 Antwort
@sabrinaSR Das war ja bei mir auch. Der erzählte Horrorstorys, dass selbst mein Mann blass wurde. Ich warf irgendwann ein, warum er mir nicht im Gegenzug auch die Risiken der Ausschabung nennt, wie z.B. mögliche Verletzungen der GM-Wand mit dauerhaften Vernarbungen, denn zu tief asgeschabt wird oder sogar solche Verletzungen, für die ich bereits im Vorfeld mein Einverständnis geben müsste, dass sollte es notwendig sein, sie mir dann gleich die GM entfernen dürfen ... wie es mit Aifklärung über das Narkoserisiko aussehe. Für einen ;oment musste er nachdenken und meinte dann, dass das doch heute alles nicht mehr so schlimm sei. Ich antwortet ihm, dass es seit 200.000 Jahren die Gattung "Homo" gäbe und in den ersten 190.900 Jahren, Frauen natürlich mit Fehlgeburten umgingen, ohne den Menschen aussterben zu lassen, weil Komplikationen nicht so häufig sind, wie man uns einredet. Er handelte dann mit mir 2 Wochen aus, dann würde er auf Ausschabung bestehen. NA KLAR!!!
Moppelchen71
Moppelchen71 | 26.01.2013
7 Antwort
@Moppelchen71 das stimmt mir wurde zb bei keiner ausschabung mündlich erklärt was dabei passieren könnte. mir wurde nur ein Zettel in die Hand gedrückt : bitte lesen und unterschreiben! da kannst du echt froh und stolz sein den natürlichen weg gewählt zu haben und das es dann so gut verlaufen ist
sabrinaSR
sabrinaSR | 26.01.2013
8 Antwort
@sabrinaSR Was einem dabei ja nicht erklärt wird, ist die Tatsache, dass ein natürlicher Abgang durchaus 2-4 Wochen dauern kann. Solange die Fruchtblase intakt ist, ist das Infeltionsrisiko ja gleich null. Blutet der Körper die Frucht nicht ab, sondern resorbiert sie, kann es auch 6 Wochen dauern. Man sollte da Frauen eher unterstützen, indem man einfach die Entzündngswerte und mögliche Blutungen im Auge behält. Ich meine, es sit klar, dass bei einer fortgeschrittenen SS anders vorgegangen wird. Aber gerade einen verhaltenen Abort in der Frühschwangerschaft KANN der Körper meist allein bewältigen. Nur dann verdient ja auch niemand viel daran. Eventuell über Wochen nur Blut und Entzündungswerte anzuschauen, gelegentlich US zu machen und der Frau irgendwann beglückwünschend, es auch ohne OP geschafft zu haben, auf die Schulter zu klopfen, lässt die Kasse ja nicht so laut klingeln, wie eine OP.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 26.01.2013
9 Antwort
Ich kann nachempfinden wie es dir geht und vorallem das es dein körper geschafft hat alles allein zu regeln ... das war bei mir auch der fall und ich war stolz und ich hatte aber einen super FA an meiner seite der nicht sofort von ausschabung sprach ... Ich wünsch dir weiterhin alles gute
katrin0502
katrin0502 | 26.01.2013
10 Antwort
Du hast mein Mitgefühl und meine Anerkennung, dass ertragen zu haben! Dabei möchte ich mich neben Lob an deinen Körper aber auch noch lobend zu deiner Hebamme äußern. Ich finde es ganz großartig, dass eine Hebamme sich dieses "Problems" annimmt, dass sie somit ihren Beruf wirklich als Schwangerschaftsbegeleiterin, egal wie diese Schwangerschaft auch verläuft, versteht. Deine Ansprüche an Ärzte sind vollkommen legitim, ich sehe das genauso, möchte keine Maßnahmen und Eingriffe aufgezwungen bekommen. Ich habe aber den Eindruck, dass das Bewusstsein bei vielen Menschen dafür wächst und wenn genügend Patienten Begleitung statt Abfertigung fordern, dann kann -so hoffe ich- doch irgendwann mal etwas bewegen. Alles Liebe!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 26.01.2013
11 Antwort
@katrin0502 Solche Ärzte brauch es viiel mehr!
Moppelchen71
Moppelchen71 | 26.01.2013
12 Antwort
@Moppelchen71 ja da hast du recht ;)
katrin0502
katrin0502 | 26.01.2013
13 Antwort
@Moppelchen71 Das ist auch ein Punkt, richtig! Wie bei natürlicher Geburt oder Kaiserschnitt. Die Differenz von einigen tausend Euro macht sich in den Krankenhausfinanzen natürlich bemerkbar ...
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 26.01.2013
14 Antwort
@Alsacienne Das stimmt! Manchmal denke ich, dass irgendwann, in den 50er/60er Jahren, als es in der Geburtshilfe anfing, Ärzte immer bestimmender werden zu lassen, weil es viele Fortschritte in Diagnostik und Therapiemöglichkeiten gab, auch begann, die gesamte Geburtshilfe an sich zu reißen. Bis dahin war Geburt reine Frauensache. Schwangere, Hebamme, Nachbarinnen, ... das war es. Gut, es gab auch Komplikationen, aber man erweiterte die Geburtshilfe nicht darauf, im Notfall einzugreifen, sondern machte immer mehr schon von Beginn an, einen Notfall draus und nahm damit den Frauen Schwangerschaft und Geburt praktisch völlig aus der Hand. In der Richtung empfinde ich das Zeitalter der Gleichberechtigung rückschrittig. Aber ich denke auch, dass wir selbst, mit unserem Selbstbewusstein, da eine Angleichung schaffen können, indem wir Begleitung und Unterstützung, statt Anahme der Selbstbestimmung fordern.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 26.01.2013
15 Antwort
Klasse, dass du den Mut hattest und eine tolle Hebamme bei dir hattest! Wünsche dir alles alles Gute!
meine_Kleine
meine_Kleine | 26.01.2013
16 Antwort
ich finde es toll, wie gut Du Deinen Körper kennst und ihm vertraust. Ärzte werden auch nur ihre Richtlinien haben und können sich natürlich nie 100%ig sicher sein, was gerade beim einzelnen Patienten gut und richtig ist. Da ist es gut, wenn man die Stärke hat zu sagen, nein, ich mache nicht das, was der ARzt mir sagt/rät, sondern das, was mein Gefühl mir sagt. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich hätte wahrscheinlich das gemacht, was der Arzt gesagt hätte.
Chrissi1410
Chrissi1410 | 26.01.2013
17 Antwort
Natürlich weiß jeder Arzt dass die Natur die Dinge gut regelt. Da aber jede Schwangere, bezw. Patientin, eine Klägerin im Schadensfall darstellen kann, argumentieren die meisten mit ihrer "Angst" Ich kann diese, nach 20 Jahren Hebammerei, absolut nachempfinden. Aber, Angst ist ein schlechter Ratgeber und wenn ich es nicht mehr schaffe nur wachsam zu sein, sondern sie mein Handeln und Raten bestimmt, dann ist der endgültige Zeitpunkt gekommen die Geburtshilfe an den Nagel zu hängen. So wie die Frauen uns vertrauen, so müssen wir den Frauen vertrauen. Du bist als Hebamme/Arzt aber nur so lange die Königin, solange das Kind gesund ist! Ist das nicht der Fall, haderte man früher mit Gott, heute wird die Schuldfrage gestellt und auch so gut wie immer von unserer Rechtsprechung anerkannt! Es gibt die deutliche Tendenz der Krankenk. im Falle der Antragstellung für Förderungsmittel bei behinderten Kindern, zu prüfen ob nicht geburtshilflich was zu Klagen ist, dann muss die Haftpflicht der Hebamme zahlen und die Kasse ist fein raus. Auch wenn eine Fg immer Abschied bedeutet so kann sie, wie im deinen Fall, sich sehr „heilend“ auf der Seele auswirken! Freut mich sehr dass du deinen weg gefunden hast. Auch meinen Respekt deinem Mann gegenüber der dass große Vertrauen in dich , über seine eigene Angst und Sorge gestellt hat!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 26.01.2013
18 Antwort
@Alsacienne Eine Hebamme, kann immer nur so motiviert, mutig, kraftvoll, zuversichtlich sein, wie die Frau selbst! Wollen müssen es beide! Trotzdem, Danke für dein Lob und deinen Respekt der Hebamme gegenüber!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 26.01.2013
19 Antwort
@Heviane Dazu hätte ich mal eine frage an dich.. Wie verhält es sich denn bei berufstätigen frauen, die keine ausschabung möchten. Werden die im ernstfall 4 bis 6 wochen abeitsunfähig geschrieben?
susepuse
susepuse | 26.01.2013
20 Antwort
@susepuse Da fragste mich was? Ich würde mal vermuten dass ein Arzt dem das körperliche und auch seelische Wohl der Frau am Herzen liegt, die Frau krank schreibt in dieser Situation. Unabhängig dessen, ob die Frau seinem Rat folgt oder nicht!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 26.01.2013

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