Wie riecht es beim Frauenarzt?

Moppelchen71
Moppelchen71
11.07.2011 | 33 Antworten
Jetzt fragen sich sicher so einige „Hat dat Moppel nun eine Vollmeise? Wie soll es denn beim Frauenarzt riechen?“. Ehrlich gesagt habe ich nicht weniger sparsam geguckt, als ich heute als Argument für den grimmigen Blick meines Mannes.... Aber mal zurück auf Anfang.

In dieser Schwangerschaft schien es wie verhext, was die Möglichkeiten meines Mannes anging, mich zu den Vorsorgeuntersuchungen zu begleiten. Von Anfang an war er sich sicher, dass er diesmal genau wüsste wann er das Kind gezeugt habe und entsprechend stand auch außer Frage, dass er natürlich auch beim Geschlecht zu 101% sicher war. Bereits bei unseren Töchtern war er ziemlich überzeugt, dass nun ein Sohn kommen würde, allerdings trug er seine Erkenntnis nicht allzu offen nach außen. Es war auch keineswegs eine Enttäuschung, wieder ein Mädchen zu bekommen, wo doch gerade die Töchter den Vater anhimmeln, an ihm kleben und überhaupt ganz und gar Papas Prinzessinnen sind. Ich drohte ihm infernalische Strafen an, wenn er seinen Egoismus zu weit triebe und sich wieder ein Prinzesschen zeugt. Diesmal wollte ich einen kleinen Jungen, ein Söhnchen, das, wie seine mittlerweile ziemlich erwachsenen Brüder, sich lieber mit Mama solidarisieren und an mir kleben würde.

Durch den Arbeitsplatzwechsel hatte mein Mann nun einen anfangs noch recht turbulenten Schichtplan, so dass es tatsächlich erst in der Vorsorgeuntersuchung der 21. SSW gelang, mich zu begleiten. Mit stolzgeschwellter Brust ging er an meiner Seite Richtung Eingang, hielt mir, ganz Kavalier, die Tür auf und hielt sich dann, wie ein Bodyguard, dicht hinter mir. Da lacht doch jedes Frauenherz, wenn der Mann so offensichtlich erfreut und stolz...
Denkste, Puppe, dreh Dich lieber noch einmal um und beobachte Deinen Mann, wenn Du die Arena betrittst!
Meiner nämlich, nahm mit Überschreiten der Schwelle zur Praxis den versteinerten und undurchdringbaren Bikerblick an. Kein Mundwinkel zuckte, die kleine, steile Falte zwischen den Augenbrauen wirkte wie eine Zielhilfe, um das potentielle Opfer besser fixieren zu können und mit etwas Phantasie konnte man meinen, ein surrendes Geräusch zu hören, das dem Bildsuchlauf von Terminator glich.
Im Sprechzimmer selbst, kam ein kurzes „Guten Tag“ über seine Lippen, dann starrte er die Ärztin mit seinem stechenden Blick an, dass sie sich kaum traute, ihn beim reden anzusehen. Schnell ging es zum Ultraschall und mein noch immer sehr zweideutig schauender Göttergatte postierte sich direkt hinter der Ärztin. Aus seiner Sicht, um einen besseren Blick auf den Monitor des Ultraschalls zu haben. Sie muss sich jedoch gefühlt haben, als sitze ihr ein Hinrichtungskartell im Nacken. Jedenfalls fiel das Ultraschall ziemlich kurz, wenn auch sehr präzise aus. Sie wusste, was mein Mann sehen wollte, steuerte direkt an und glücklicherweise hatte auch unser Baby einen gnädigen Moment, denn es zeigte bereitwillig, dass es genau das hat, was es von seinen Schwestern unterscheidet. Zur Vorsicht machte sie dann noch ein Foto der Pracht, lächelte meinen Mann verlegen an und gratulierte ihm.

Nachdem wir die Praxis verlassen hatten und im Aufzug standen, taxierte ich Achim. „Sag mal, musste das sein?“. Unschuldig schielte er zu mir herunter „Was denn?“. „Na, dieses Benehmen a la 'Los Leute, zittert vor mir'. Hättest Du Dir einen Zacken aus der Krone gebrochen, wenn Du wenigstens Richtung Lächeln mit einem Mundwinkel gezuckt hättest? Die müssen ja gedacht haben, man hat Dich mit Gewalt in die Praxis geschleppt!“. Verständnislos schüttelte er den Kopf „Ich kenne die doch gar nicht, da kann ich doch nicht grinsen, als wachsen mir Gänseblümchen aus dem Hintern!“
Ich gab es auf.
Heute musste ich dann kurz in die Praxis, um meine Überweisung zum Organultraschall abzuholen. Achim dicht hinter mir. Bis wir aus dem Fahrstuhl kamen, hatte mein Mann noch glänzende Laune. Kaum betraten wir die Praxis, fiel wieder der Vorhang und mit verschränkten Armen und regungsloser Mine postierte er sich hinter mir. Die Arzthelferin, eine jahrelange Bekannte, wusste zum Glück mit Männern dieses Kalibers umzugehen und handelte wie eine Mutter mit Kind in der Trotzphase: sie ignorierte ihn völlig!
Wieder draußen im Fahrstuhl, stemmte ich die Hände in die Hüften und funkelte Achim bitterböse an „Sag mal, das war jetzt schon wieder so eine Aktion. Warum guckst Du jedes Mal, wenn wir die Frauenarztpraxis betreten, als wolltest Du in den Krieg ziehen? Zwinge ich Dich? Wenn Du das weiter so machst, kannst Du demnächst im Auto warten. Ich lasse mir jedenfalls keine mitleidigen Blicke zuwerfen, weil die da denken müssen, mein Mann sei ein roher Klotz, der nicht in der Lage ist ein bisschen Freundlichkeit zu zeigen.“
Der Einlauf wirkte, schlagartig zuckte mein Mann zusammen und schaute betreten zu Boden. Stotternd gestand er mir „Das ist doch nur... Naja, weil das da doch.... Wie soll ich das sagen?... Das riecht da immer so in der Praxis!“
„Häh, wie bitte schön riecht es in der Praxis?“
„Na, das ist doch wie wenn Du zum Zahnarzt gehst. Da riecht es doch auch so typisch, dass man gleich weiß, wo man ist.“
Verständnislos schaute ich ihn, mit offenem Mund an. „Beim Zahnarzt weiß ich was Du meinst, aber ich verstehe gerade absolut nicht, was Du damit meinst, dass es beim Frauenarzt auch typisch riecht. Und ehrlich gesagt mag ich da grad gar nicht drüber nachdenken.“
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