Minijob, Befreiung Rentenversicherungspflicht

DetUrsel
DetUrsel
28.01.2014 | 17 Antworten
Hallo,
ich habe eine Frage an die die sich mit Rentenversicherung etc auskennen.
Ich fange demnächst wieder wahrscheinlich auf der Basis eines Minijobs an zu arbeiten und würde dann knapp 300 Euro im Monat verdienen.
Nun habe ich Unterlagen zugeschickt bekommen die ich für den Job ausfüllen soll.
Dabei auch ein Formular "Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung nach § 6 Absatz 1b Sozialhilfegesetzbuch Sechstes Buch (SGB VI)"

Haltet mich bitte nicht für dumm aber ich kenne mich mit diesen Dingen so gar nicht aus.
Früher habe ich Vollzeit gearbeitet und eben voll gezahlt. Daher habe ich mich mit den Themen nicht so auseinander gesetzt.
Verstehe ich es nun so richtig:

Mein Arbeitgeber muss so wie so einen gewissen Teil für meine Rentenversicherung bezahlen.
Da ich keinen vollen Verdienst habe ist das auch kein voller Anteil für meine Rentenversicherung.
Ich könnte nun aber darauf verzichten diesen Befreiungsantrag zu unterschreiben und mein Arbeitgeber führt dann von dem was ich normalerweise ausgezahlt bekomme 3, 9% zusätzlich an die Rentenversicherung ab.
Damit bekäme ich dann eben nicht knapp 300 Euro ausgezahlt sondern nur noch knapp 290 Euro.

Verstehe ich das soweit richtig?
Und wenn ja, welche Vorteile und Nachteile habe ich dabei oder mein Arbeitgeber?
Ist es sinnvoll den Befreiungsantrag nicht zu unterschreiben?

Bitte erklärt es mir für Dumme damit ich auch verstehe. (happy01)
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17 Antworten (neue Antworten zuerst)

17 Antwort
Da ist ja eigentlich schon alles gesagt ;-) Du kannst dich zusätzlich auch sehr gut auf der Seite http://www.minijobs.info/ informieren, dort gibt es einen FAQ-Bereich in dem die gängisten Fragen beantwortet werden.
Murmelkugel
Murmelkugel | 09.09.2015
16 Antwort
Wenn du auf die Befreiung verzichtest, zahlst du einen kleinen Teil deines Gehaltes in die Rentenkasse und erwirbst damit Ansprüche, wenn auch minimale. Günstiger kommt man mit Kindern älter als 3 und noch unter 10 Jahren, wenn man sich befreien lässt und nichts einzahlt. Dann zahlt der Staat in Höhe des deutschen Durchschnittseinzahlers in die Rentenkasse für dich ein. Bis zum vollendeten 3. LJ wäre ein eigener Beitrag unschädlich. Ab dem 4. LJ allerdings würde jede eigene Einzahlung die staatliche Rentenbeitragszahlung ausschließen.
ace09
ace09 | 28.01.2014
15 Antwort
Wer sich hingegen nicht befreien lässt, erwirbt durch die Beschäftigung vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung. Die Rentenversicherungsträger berücksichtigen diese Zeiten in vollem Umfang bei den erforderlichen Mindestversicherungszeiten für alle Leistungen der Rentenversicherung du erwirbst wenn dus machst, halt die vollwertigen beitragszeiten und hast somit keine lücken und das würde ich schon machen, egal obs nun dauerhaft bei nem geringf. Job bleibt oder in absehbarer zeit wieder ne normale sv-pflichtige beschäftigung
gina87
gina87 | 28.01.2014
14 Antwort
@gina87 SO habe ich das auch in der Informationsbroschüre gelesen wusste aber nicht ob ich es richtig verstanden habe. Ich zahle also 3, 9% drauf und habe meine vollen Ansprüche. Auf Dauer soll es ja nicht beim Minijob bleiben sondern wieder in die Vollzeitbeschäftigung gehen.
DetUrsel
DetUrsel | 28.01.2014
13 Antwort
Was @gina87 schreibt, klingt vernünftig. Danach wäre es sinnvoll, nicht zu verzichten. Wenn man nur danach geht, ob man 50 Cent oder auch 5 Euro im Alter mehr bekommt, darf man nicht die Inflation vergessen. Überlegt mal: was hat man - umgerechnet aus der DM - vor 30 Jahren alles für 5 Euro bekommen und was heute. Das wird in weiteren 30 Jahren auch so sein.
76Katrin
76Katrin | 28.01.2014
12 Antwort
Ich würde es nicht machen und das Geld der Allianz, der Stuttgarter Versicherung oder der Prisma ...werden einmal pflegebeduerftig...und die üblichen Pflegesaetze reichen nur für das Noetigste...es kommt darauf an...in welcher materiellen Gesamtsituation sie sich befinden...und ob Sie planen, wieder einmal mehr zu verdienen...selbst mit E300 kann man keine konfortable Rente aufbauen...die Hürde der Grundsicherung muss erst einmal genommen werden. Geht das rechnerisch nicht...dann ist es Unsinn...eine Reha-Kur bekommen Sie im Bedarfsfall auch so...in der heutigen Zeit zahlt man am besteb nur das nur noch das, wozu man verpflichtet ist und nicht darüber hinaus. ML
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 28.01.2014
11 Antwort
Vollwertige Pfichtbeitragszeiten sind wiederum Voraussetzung um: gegebenenfalls früher in Rente gehen zu können, Leistungen zur Rehabilitation zu erhalten , einen Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung zu erwerben oder aufrecht zu erhalten, den Anspruch auf Entgeltumwandlung für eine betriebliche Altersversorgung zu haben und Übergangsgeld während der Teilnahme an einer medizinischen Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme der Rentenversicherung zu erhalten, wenn kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht. Zudem erhöht sich der Rentenanspruch und kann die staatliche Förderung für private Altersvorsorge, beispielsweise die so genannte Riester-Rente, sowohl vom Minijobber als auch vom Ehepartner beansprucht werden. Das gilt natürlich auch für Minijobber in Privathaushalten. Hier ist der Eigenanteil, also die Beitragsdifferenz zwischen dem Arbeitgeberanteil von 5 Prozent und dem vollen Beitragssatz mit 13, 9 Prozent etwas größer als bei den Minijobs im gewerblichen Bereich. In jedem Falle ist es ratsam, sich bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung über die persönlichen Folgen der Befreiung von der Versicherungspflicht zu informieren.
gina87
gina87 | 28.01.2014
10 Antwort
Minijobs, die ab dem 1. Januar 2013 beginnen, werden versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung. Hierdurch erwerben die Beschäftigten Ansprüche auf das volle Leistungspaket der Rentenversicherung mit vergleichsweise niedrigen eigenen Beiträgen. Da der Arbeitgeber für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung bereits den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent des Arbeitsentgelts zahlt, ist nur die geringe Differenz zum allgemeinen Beitragssatz von 18, 9 Prozent im Jahr 2013 auszugleichen. Das sind 3, 9 Prozent Eigenanteil für den Minijobber. Alternativ zur vollen Rentenversicherungspflicht können sich Minijobber von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung befreien lassen. Hierfür muss der Beschäftigte dem Arbeitgeber schriftlich mitteilen, dass er die Befreiung von der Versicherungspflicht wünscht. Dann entfällt der Eigenanteil des Minijobbers und nur der Arbeitgeber zahlt den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung. Hierdurch verlieren Minijobber, die nicht anderweitig der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung unterliegen, die Ansprüche auf einen Großteil der Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Wer sich hingegen nicht befreien lässt, erwirbt durch die Beschäftigung vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung. Die Rentenversicherungsträger berücksichtigen diese Zeiten in vollem Umfang bei den erforderlichen Mindestversicherungszeiten für alle Leistungen der Rentenversicherung
gina87
gina87 | 28.01.2014
9 Antwort
Ich kann ja nun auch nicht davon ausgehen mit den 3, 9% nur ein paar Cent im Jahr zu meiner späteren Rente zu verdienen. Wenn ich es richtig verstehe zahlt ja mein Arbeitgeber auch schon pauschal für mich 15% ein. Oder? Diese 15% sind ein verminderter Satz und ich stocke mit meinen 3, 9% Eigenanteil meine Rente auf den Mindestsatz von 18, 9% auf. Soweit ich das verstehe habe ich dadurch in bestimmten Fällen wie Invalidität auch höhere Ansprüche als wenn ich den Eigenanteil nicht zahle. Oder? Wenn ich also den Eigenanteil nicht zahle zahlt nur mein Chef 15% ein was dann ja bei 300 Euro Einkommen im Jahr 540 Euro in meine Rentenkasse wären. Zahle ich meine 3, 9% noch dazu sind das monatlich noch mal 11, 70 Euro auf den Anteil des Arbeitgebers und damit im Jahr 680, 40 Euro in meine Rentenkasse. Bei 1:210 wenn das stimmt würde ich also ohne Eigenanteil im Jahr ungefähr 2, 57 Euro auf meine monatliche Rente mehr bekommen und mit meinem Eigenanteil dann 3, 24 Euro mehr. Verstehe ich das so richtig???
DetUrsel
DetUrsel | 28.01.2014
8 Antwort
@ADAMONE Ja aber der Vergleich hilft mir gerade nicht viel weil ich ja momentan kein normaler Beitragszahler bin. Ich möchte halt wissen welche Vorteile es mir insgesamt bringt auf die Befreiung zu verzichten und ob es für meinen Arbeitgeber Mehrkosten oder Mehrarbeit bringt wenn ich die 3, 9% selbst zusteuere.
DetUrsel
DetUrsel | 28.01.2014
7 Antwort
Mit der gesetzlichen Rente sieht es nicht so schlecht aus...ein "normaler Beitragszahler" erhält im Alter eben einfach weniger. Beispiel: 3.000E netto...vor der Kreditklemme: 2.250E Rentenanspruch . ML
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 28.01.2014
6 Antwort
@DetUrsel was man hat, hat man. Bei uns in der Gegend war in den letzten Wochen grosses Thema in der Presse, dass eine 87jährige Frau noch putzen gehen musste, weil sie mit ihrer Rente nicht hinkam. Zudem ist sie mehrmals beim schwarzfahren erwischt worden, weil sie sich die Fahrkosten zu ihrer Arbeitsstelle nicht leisten konnte. Da sollte man sich wirklich Gedanken machen, wie es sein kann, dass es sowas geben muss. Auch wenn diese 5 Euro Dein Überleben nicht sichern sollten, halte ich es doch für sinnvoll, das Geld in die Rente zu stecken, denn wer weiss, wie es in 25 oder 30 Jahren mit der Rente aussieht, aber ich glaube, man muss kein Prophet sein um zu sagen, dass es bestimmt nicht besser wird. Mach das so, wie Du es vorhast, da machst Du bestimmt nichts verkehrt.
Chrissi1410
Chrissi1410 | 28.01.2014
5 Antwort
@Chrissi1410 Ja das würde ich auch gern tun. Eben gerade weil unsere Renten so instabil scheinen. Heute 10 oder 12 Euro weniger im Monat sind für mich da nicht so schlimm. Aber ich weiß ja nicht ob mein Überleben später in der Rente von 5 Euro abhängen könnte. Da würde ich jetzt auch lieber einen kleinen Teil in meine Rentenkasse einzahlen. Fühlt sich ja auch vom Selbstwertgefühl besser an.
DetUrsel
DetUrsel | 28.01.2014
4 Antwort
ich kenne mich in der Thematik auch nicht aus, würde Dir aber empfehlen, den Antrag nicht auszufüllen und die 3, 9% lieber in die Rente zu investieren. Alle sagen schon seit Jahren, es muss was für die Rente getan werden, weil es immer weniger wird. Wenn Du auf diese 10 Euro nicht unbedingt angewiesen bist, gib sie lieber in die Rente.
Chrissi1410
Chrissi1410 | 28.01.2014
3 Antwort
@ADAMONE Es geht mir nicht um Zusatzrente sondern allein darum ob ich den Befreiungsantrag unterschreiben sollte. Bei 10 Euro im Monat einzahlen nur 50 Cent mehr Rente zu kriegen hört sich ja nun nicht viel an. Oder sind es pro 10 Euro 50 Cent mehr also so dass ich im Jahr 12 * 10 Euro einzahle und in dem Jahr dann auf meine spätere Rente 6 Euro mehr im Monat bekomme?
DetUrsel
DetUrsel | 28.01.2014
2 Antwort
Soweit ich weiß...erhoeht sich der Rentenanspruch im ca. Verhaeltniss...1:200...d.h. 10...bringen +0, 05E/mon. mehr...grundsaetzlich - und von einem normalen Renteneintritt . ML
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 28.01.2014
1 Antwort
Ich würde es auch so verstehen, kenne mich aber zu wenig mit der Thematik aus.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 28.01.2014

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