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Ratsmitglied Teenager

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Familienrat am Tisch
Familienrat am Tisch

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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 03.08.2021Mehrfache Mutter u. Autorin
Medizin, Gesundheit und Erziehung
Jugendliche wollen mitbestimmen und das sollten sie auch. Warum es sinnvoll ist, seinen Teenager mit in den Familienrat zu holen und welche Vorteile das Kind davon hat, das erläutern wir hier in diesem Artikel.
Inhalt des Beitrags:
  1. Teenager wollen mitbestimmen
  2. Platz im Familienrat einräumen
  3. Verantwortung lernen
  4. Wichtig für die Zukunft

1. Teenager wollen mitbestimmen

Gerade wenn Kinder anfangen in die Pubertät zu kommen, wollen sie sich auch nichts mehr, als dass sie endlich ernst genommen werden. Das große Problem hierbei ist meist, dass die Kinder von einem auf den anderen Tag plötzlich Verantwortung übernehmen möchten und erwarten, dass ihre Meinungen, Wünschen und eigenen Ideen natürlich auch mit in das restliche Leben der Familie einfließen.

Im Prinzip ist das vollkommen richtig, doch vom Kind zu einem vollwertigen Mitglied der Erwachsenen ist es halt ein weiter Weg. Viele Ideen lassen sich so vielleicht gar nicht richtig umsetzen oder das Kind sieht gar nicht, welche Probleme an diesen Ideen dranhängen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Kinder möglichst frühzeitig lernen, langsam aber sicher Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung lernen zu müssen, heißt, dass sie anfangen müssen Verantwortung zu übernehmen und das können sie, wenn sie im bestimmten Umfang mitbestimmen können.

2. Platz im Familienrat einräumen

Der einfachste Weg, dem Teenager eine Möglichkeit zu geben, sich an Entscheidungen zu beteiligen ist ein Sitz im Familienrat. Hierbei sollte die gesamte Familie zusammen an einen Tisch kommen und über alles Mögliche sprechen können, was irgendwie anliegt oder ausgesprochen werden muss. Wichtig beim Familienrat ist es, dass jeder einmal das Wort kommt und sein persönliches Anliegen dem Rest der Familie vortragen kann. Allerdings ist es hierbei ganz wichtig, dass es von Anfang an im Familienrat einige Grundregeln gibt, die die Kinder möglichst früh lernen sollten. Wer nicht ein Mindestmaß an respektvollen Umgang mit seinen Mitmenschen an den Tag legen kann und kein vernünftiges Gespräch führt, wird von diesen Gesprächen halt einfach ausgeschlossen. Im konkreten heißt das, dass wer sich nicht geduldet, schreit, beleidigt oder irgendwie aufbrausend oder patzig ist, der wird einfach vom Familienrat ausgeschlossen. Ein Ausschluss vom Familienrat bedeutet natürlich auch, dass das Kind keinerlei Möglichkeit mehr hat auf den Ausgang der Diskussion mit einzuwirken oder seine eigenen Ideen und Wünsche mit einzubringen. Diese Sitzungen im Familienrat und vor allem die Regeln, die dafür gelten, können auch gerne gemeinsam aufgestellt werden und jeder kann hier seinen Senf hinzugeben und auch kritische Diskussion über einzelne Punkte sollten erwünscht und erlaubt sein. Hat man dann aber erst einmal einen solchen Regelkatalog aufgestellt, besteht natürlich auch die Forderung, dass sich jeder der Beteiligten an genau diesen Forderungskatalog auch hält.

Das Schöne an diesem Vorgehen ist, dass sich die Kinder auch beim Aufstellen der Regel nicht ausgeschlossen fühlen und selbst einsehen können, dass diese Regel an diesem Punkt wirklich wichtig sind. Ein gemeinsames Aufstellen bietet sich also auf jeden Fall an. Die eigentlichen Sitzungen sollten vorher bekannt sein, sodass sich jeder Beteiligte auch ein wenig darauf vorbereiten kann. Das bedeutet auch, dass sich die Kinder durchaus; auf Notizen machen können, um an all die Dinge zu denken, über die sie unbedingt sprechen müssten. Erst wenn wirklich alles besprochen ist, was besprochen werden muss, ist die Sitzung zu Ende. Hier ist es also wichtig, dass man genügend Zeit für das Gespräch lässt.

Natürlich kann es sein, dass ein Gespräch aus dem Ruder läuft und dass es keine sinnvolle Einigung zu finden gibt. Manchmal hilft es dann, ein solches Gespräch irgendwo zwischendrin abzubrechen und dann noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich die Gemüter wieder alle etwas beruhigt haben, dieses fortzusetzen. Grundsätzlich sollte aber gelten, dass die Regeln auch für die Eltern gelten. Benehmen sich also die Eltern daneben oder verstoßen gegen die Regeln des Katalogs, so sind auch sie vom Gespräch auszuschließen. Durch dieses Vorgehen, merken die Kinder, dass die Regeln wirklich für alle gelten, was eine schöne Erfahrung für sie ist.

3. Verantwortung lernen

Um sein Kind zu einem verantwortungsvollen, jungen Erwachsenen zu machen, muss das Kind irgendwann anfangen, Verantwortung zu lernen. Verantwortung heißt, Entscheidungen zu treffen und mit den Dingen, die sich aus den Entscheidungen ergeben, zu leben. Verantwortung heißt auch, bestimmte Dinge tun zu müssen, die man vielleicht gar nicht tun möchte, sich an Absprachen und Regeln zu halten und für seine eigenen Fehler und Handlungsweisen einfach geradezu stehen. Was auf den ersten Blick vollkommen natürlich und einfach klingt, fällt schon den meisten Erwachsenen nicht ganz einfach und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass gerade die Kinder diese Sache nicht einfach so aus sich selbst heraus beherrschen, sondern auch in diesen Sachen geschult werden müssen. Schon früh können Kinder Verantwortung übernehmen und spätestens dann, wenn sie in die Pubertät eintreten, sollte man ihnen auch bestimmte Bereiche zu sprechen, über die sie die Verantwortung haben. So kann es zum Beispiel durchaus sein, dass man einem pubertären Kind die Verantwortung für sein Haustier überträgt. Natürlich heißt das nicht, dass du dich gar nicht mehr dafür interessieren sollst, was dein Kind den lieben langen Tag tut und ob dein Kind das Haustier tatsächlich sinnvoll versorgt, sondern du sollst dem Kind nur die Möglichkeit geben, selbst die Verantwortung für die anfallenden Arbeiten zu tragen. Das heißt, du sagst dem Kind nicht mehr akut, dass es das Tier nun füttern oder säubern muss, sondern du beobachtest und lässt dein Kind einfach selbst entscheiden, wie und wann es das tun möchte. Natürlich nur im Rahmen dessen, was auch für das Tier vertretbar ist. Vergisst dein Kind, das Tier zu füttern oder frisches Wasser hinzustellen, musst du es natürlich darauf hinweisen. Auch ist es der Familienrat eine Möglichkeit Verantwortung zu übertragen, denn hier geht es schließlich um die Planung für die gesamte Familie und eine Ausrichtung in die man gemeinsam gehen möchte.

Auch wenn das Kind hier an dieser Stelle vielleicht nicht besonders viel Verantwortung übernehmen oder zeigen kann, lernt es doch, welche Prinzipien hinter einem Familienleben dahinter stehen und welche Faktoren allgemein für das Zusammenleben mit anderen Menschen wichtig sind. Je weiter das Kind in der Pubertät fortschreitet und je älter es wird, desto mehr Verantwortung und mehr Dinge, sollte es in seinem Leben auch übernehmen dürfen. Perfekt ist es, wenn es dir gelingt einen fließenden Übergang zum Leben als Erwachsener herzustellen. Das heißt, mit Beginn der Pubertät dem Kind kleine Verantwortungsbereiche zu übertragen, im Laufe der Zeit immer größer zu werden, sodass der letzte Schritt in die Selbstständigkeit und das Übernehmen der Verantwortung für sein eigenes Leben gar nicht mehr so eine große Hürde für das Kind darstellt.

4. Wichtig für die Zukunft

Dieses Teilnehmen an einer Ratssitzung und langsame Anfangen Verantwortung zu lernen und zu übernehmen, ist etwas wichtiges, dass den meisten Kindern heutzutage leider gar nicht mehr möglich ist zu lernen. Sie werden bis sie ausziehen in ihrer Familie behütet, müssen sich um nichts kümmern und haben keinerlei Verantwortung, die sie übernehmen müssen. Egal was sie tun oder nicht tun, ihre Eltern biegen es in der Regel schon gerade und es gibt kaum etwas, was sie selbst wieder gerade biegen müssen.

Wer seine Kinder jedoch schon früh dazu erzieht, Verantwortung zu übernehmen, schafft es in der Regel damit, sie zu besseren, jungen Erwachsenen zu machen, als wenn man ihnen die Verantwortung permanent vorenthält. Auch im Zuge des Familienrats lernen die Kinder, Kompromisse einzugehen, die Einstellung und Ideen der anderen Menschen um sie herum zu akzeptieren und zu lernen, dass auch andere Menschen Bedürfnisse und Gefühle haben. Manchmal ist der beste Umgang mit einem pubertierenden Kind sich selbst daran zu erinnern, wie schlimm die Zeit der Pubertät für einen selbst gewesen ist und welche Verbote man besonders gehasst hat. Vielleicht kann man sich an seine früheren Wünsche und Ideen zurückerinnern und sich auch einmal darüber Gedanken machen, wie man selbst heute glaubt, dass es besser gewesen wäre. Für die Kinder ist diese Art der Herangehensweise auf jeden Fall interessant, denn so lernen sie bestimmte Dinge, im familiären, häuslichen Umfeld, in dem nicht besonders viel schief gehen kann, die sie später in ihrem Leben brauchen werden.

[KaKra]

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