Hausmittel bei Fieber: Wadenwickel

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AutoreninfoMag. Carina Runge-Mathis
aktualisiert: 06.02.2020Gründerin von Mamiweb, Mehrfache Mutter
Gesundheit, Familie, Soziales
Wadenwickel sind ein bewährtes Hausmittel bei Fieber, man kennt sie oft noch aus der eigenen Kinderzeit.

Bis man allerdings selbst Kinder hat, hat man oft vergessen, wie, wann und wie oft Wadenwickel eigentlich genau gemacht werden.Da Wadenwickel falsch angewendet für das Kind nicht ungefährlich sind, ist es wichtig die Anwendungsregeln genau zu beachten.


Die Wirkung von Wadenwickeln

Mit einem Wadenwickel soll im Prinzip eine "Umverteilung" der Wärme im Körper erreicht werden. Die Wadenwickel entziehen dem Körper Wärme, die durch den Wickel aus dem Kopf und dem Oberkörper in die Beine abgeleitet wird. Dadurch werden auch häufig Kopfschmerzen und Unruhe gemildert.

Voraussetzungen für einen Wadenwickel:

Folgende Punkte solltest du beachten:

  • Das Kind muss mindestens 6 Monate alt sein, ansonsten sind Pulswickel – auch für Kinder, denen Wadenwickel unangenehm sind – eine sanfte Alternative zu Wadenwickeln.
    Was sind Pulswickel?

    Pulswickel sind für jedes Alter (einschliesslich für Säuglinge) geeignet. Änders als bei den Wadenwickeln werden hier lediglich die Handgelenke sanft mit feuchten Tüchern umwickelt. Bei etwas ältern Kindern können auch die Fussgelenke mit einbezogen werden. Der Vorgang wird dreimal für jeweils 10 Minuten wiederholt, um danach das Fieber nachzumessen.

    Tipp: Anstelle von Tüchern kannst du auch Kindersocken mit abgeschnittenem Fußteil verwenden. Wie beim Wadenwickel sollte auch beim Pulswickel die Wassertemperatur des tempererierten Wassers nicht mehr als 5 Grad Celsius unter der Körpertemperatur des Patienten liegen.

  • Wadenwickel oder auch andere fiebersenkende Maßnahmen dürfen nicht angewendet werden, solange das Fieber noch steigt. Einen Anhaltspunkt können hier oft Hände und Füße geben: sind sie kalt oder friert das Kind insgesamt noch, steigt das Fieber vermutlich noch an.
  • Auch bei Fieber unter 39 – 39,5 °C und bei Fieber, mit dem das Kind gut zurechtkommt, werden normalerweise keine Wadenwickel angelegt.
  • Schließlich solltest du noch bestimmte dem Fieber zugrunde liegende Krankheiten berücksichtigen. Beispielsweise sollte bei Masern das Fieber in der Regel nicht gesenkt werden und bei Harnwegsinfektionen darf kein kaltes Wasser verwendet werden. Wenn du dir unsicher bist sprich mit deinem Kinderarzt.
  • Bevor du den Wadenwickel anlegst, vergewissere dich, dass der ganze Körper des Kindes warm ist. Sind die Füße z.B. noch kalt, müssen sie erst erwärmt werden. Auf keinen Fall wird ein Wadenwickel an kalten Waden angewendet, dies kann den Kreislauf des Kindes erheblich gefährden.

Die Durchführung

Eine Schüssel mit lauwarmem Wasser bereit stellen. Die Temperatur des Wassers sollte für den Patienten immer noch angenehm sein. Vor allem bei Kleinkindern und Personen, die leicht frieren, sollte die Temperatur nur etwa 2 -5 °C unter der Fiebertemperatur liegen (also bei 39 Grad wären das etwa 34 bis 37 Grad). Bei größeren Kindern oder Erwachsenen darf das Wasser auch kälter sein, sofern sie sich damit noch wohl fühlen.

An Zubehör benötigst du außerdem (pro Bein):

  • Ein Tuch aus Leinen (ersatzweise auch aus Baumwolle) als Innentuch (Breite: vom Fußgelenk bis zur Kniekehle, Länge: 1 ½ Mal um eine Wade)
  • Ein Zwischentuch aus Baumwolle
  • Ein Außentuch, am besten aus Molton. Das Außentuch sollte nicht zu dick und auf keinen Fall aus Plastik o.Ä. sein, damit sich die Wärme darunter nicht staut
  • Ein Frottee-Handtuch als Bettschutz
  • Zusätze fürs Wasser wie z.B. Ein Esslöffel Obstessig, Zitronensaft oder 1 Teelöffel Meersalz

Vor dem Anlegen des Wadenwickels

Vor dem Anlegen des Wadenwickels sollte der Patient nochmal auf die Toilette gehen. Wenn das Kind wieder im Bett liegt, wird der Bettschutz unter seine Beine gelegt. Das Innentuch wird nass gemacht und nur so leicht ausgewrungen, dass es gerade nicht mehr tropft. Es ist wichtig, dass das Tuch noch nass genug ist, da ein zu stark ausgewrungenes Tuch keine Wärme mehr entzieht, sondern im Gegenteil Wärme erzeugt.

Das Einwickeln der Beine

Es wird entweder nur ein Bein oder gleich beide Beine eng anliegend mit dem Innentuch vom Fuß- bis zum Kniegelenk umwickelt (nochmal nachfragen, ob die Wassertemperatur angenehm ist), darüber kommt das Zwischentuch und abschließend das Außentuch. Das Zwischen- und das Außentuch sollten nicht zu dicht abdecken, damit Verdunstungskälte entstehen kann.

Wenn du das erledigt hast, decke deinen Patienten noch leicht zu.

Hinweis: Du kannst beide Beine gleichzeitig umwickeln oder aber jeweils nur eines abwechselnd. Letzteres ist für das Kind weniger kreislaufbelastend.

Nach ca. 5 Minuten sollte man die Temperatur und Feuchtigkeit des Innentuchs überprüfen, der Wickel muss abgenommen werden, wenn er erwärmt oder nicht mehr ausreichend feucht ist. Vor jeder neuen Anwendung muss das Innentuch gut ausgewaschen werden, da sich darin Stoffwechselabbauprodukte befinden.

Wenn die Beine abwechselnd umwickelt werden, legt man den Wickel nach einer zehnminütigen Pause am anderen Bein an und wiederholt diesen Durchgang insgesamt dreimal.

Wenn beide Beine umwickelt wurden, pausierst du auch hier zwischen den Wickeln. Auch hier führst du das ganze insgesamt dreimal durch bis zu jeweils 20 Minuten. Je höher das Fieber, desto kürzer in der Regel die Pause. Nach drei Durchgängen sollte eine Wickelpause eingelegt werden.

Nach dem Wadenwickel Fieber messen

Ungefähr eine halbe Stunde nach dem letzten Wickel wird die Temperatur des Kindes nochmal gemessen. Um Herz und Kreislauf nicht zu sehr zu belasten, sollte das Fieber langsam und um nicht mehr als 1 Grad Celsius sinken.

Falls das Fieber spätestens eine halbe Stunde nach richtig durchgeführten Wadenwickeln nicht sinkt, sollte man den Grund bzw. die Erkrankung, die dahinter steckt, durch einen Arzt abklären lassen. Denn die Anwendung eines Hausmittels kann natürlich keinen Arztbesuch ersetzen.

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1 Kommentar

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Toller Bericht! Bei meinem Sohn helfen Wadenwickel auch immer super. Seit einiger Zeit kaufe ich auch gerne das Kühlpflaster (FrioQuick). Das klebt man auf die Stirn und kühlt das Kind bis zu 8h. Mein Sohn schläft damit Nachts auch viel besser, wenn er fieber hat. Saft/Zäpfchen und Co, gebe ich nur noch selten. Finde Wadenwickel wirklich ein super Hausmittel, mir hat es als Kind auch schon immer geholfen.

von LisaundLinda am 29. 05. 2019


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