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Braucht eine schwangere Frau Nahrungsergänzungsmittel?

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Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft
Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft
AutoreninfoErnährungsberaterin Lala
aktualisiert: 02.08.2021Ernährungswissenschaftlerin
Ernährung, Gesundheit, Familie
Viele schwangere Frauen stellen sich während der Schwangerschaft die Frage, ob durch eine gesunde Ernährung der Bedarf an allen Nährstoffen gedeckt wird, oder ob ein Nahrungsergänzungsmittel erforderlich ist.

Tatsächlich nehmen 80% aller schwangeren Frauen Nahrungsergänzungs-mittel ein. Prinzipiell gilt: Wenn eine normalgewichtige Frau sich vor und während der Schwangerschaft gesund und abwechslungsreich ernährt, braucht sie kein Nahrungsergänzungsmittel. Da in den meisten Fällen die Ernährung nicht den Empfehlungen für eine optimale Mischkost entspricht, empfiehlt es sich jedoch, zumindest ein Nahrungsergänzungsmittel für die Risikonährstoffe Eisen, Jod und Folsäure einzunehmen.


Sind Vitamin- und Mineralstofftabletten in der Schwangerschaft notwendig?

Die Notwendigkeit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in der Schwangerschaft hängt von zwei Faktoren ab:
  • die Größe der Nährstoffspeicher im Körper der Frau vor der Schwangerschaft
  • und die Ernährungsform in der Schwangerschaft.
Wenn sich eine normalgewichtige Frau vor und während der Schwangerschaft nach der gesunden Mischkost ernährt, ist eine zusätzliche Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen nicht notwendig.

Leider entspricht die tatsächliche Ernährung von Frauen im gebärfähigen Alter nur zum Teil den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für eine vollwertige Mischkost.

Der Embryo braucht Nährstoffe

Bei einer unzureichenden Versorgung mit Nährstoffen vor und während der Schwangerschaft, kann es rasch zur Entleerung des mütterlichen Speichers und zu einer Unterversorgung des Embryos mit Nährstoffen kommen. Bei der Mutter kann sich ein Mangel durch Müdigkeit, Erschöpfung, Krämpfe, Unlust oder Konzentrationsstörungen zeigen. Beim Kind kann es durch einen Nährstoffmangel zu gravierenden Störungen kommen, wie etwa dem Neuralrohrdefekt.

Der Neuralrohrdefekt

Der Neuralrohrdefekt umschreibt im Prinzip Fehlbildungen des Zentralnervensystems, die durch einen mangelhaften Verschluss des Neuralrohrs entstehen. Letzteres ist die erste (röhrenförmige) Anlage des Nervensystems beim Embryo, aus dem sich Gehirn und Rückenmark entwickeln. Zum Ende der ersten Schwangerschaftswoche schließt sich das Neuralrohr, eine Unterversorgung des Embryos in dieser Zeitspanne kann damit zu schweren Störungen von Gehirn, Rückenmark und Wirbelsäure führen.

Schwangere Frauen sind oft unterversorgt

Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass die Versorgung von Frauen und Schwangeren oft unzureichend ist. Alleine durch den Konsum von Obst und Gemüse ist der Bedarf vieler Risikonährstoffe (Eisen, Folsäure, Jod) nicht gedeckt. Das heißt, eine gesunde Ernährung muss eine Zufuhr aller Lebensmittelgruppen (siehe dazu unseren Artikel: Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft) berücksichtigen. Aus diesem Grund empfehlen Experten schwangeren Frauen die Einnahme von Multivitaminpräparaten, oder Präparate die Eisen und Folsäure enthalten.

Aber: Eine Einnahme von nährstoffreichen Tabletten ergänzt nur und ersetzt keine gesunde Ernährung. Denn die Aufnahme vieler Nährstoffe ist über die Nahrung besser, als über die Tablettenform. Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass Frauen mit einer sehr gesunden Ernährung besser mit allen Nährstoffen (außer Eisen und Jod) versorgt sind, als Frauen mit ungesunder Ernährung und Multivitamintabletten.

Risikonährstoffe

Einige Nährstoffe sind in der Schwangerschaft besonders wichtig und werden laut Untersuchungen von den meisten Menschen in zu geringer Menge aufgenommen, dies sind die sogenannte Risikonährstoffe. Zu den Risikonährstoffen in der Schwangerschaft zählen: Eisen, Folsäure und Jod. Der erhöhte Bedarf kann von vielen schwangeren Frauen nicht abgedeckt werden.

Da in den meisten Vitaminpräparaten für Schwangere kein Jod enthalten ist, wird die regelmäßige Verwendung von jodhaltigem Salz, oder die zusätzliche Einnahme von Jodtabletten empfohlen.

Eine unzureichende Zufuhr an Folsäure am Beginn der Schwangerschaft kann zu gravierenden Störungen beim Fötus (Neuralrohrdefekt) führen. Da zu diesem Zeitpunkt viele Frauen noch nichts von ihrer Schwangerschaft wissen, empfehlen Experten Frauen mit Kinderwunsch die Einnahme von folsäurereichen Tabletten.

Die Versorgung mit ausreichend Eisen über die Nahrung ist aufgrund des hohen Bedarfs schwer möglich. Aus diesem Grund empfehlen Experten eisenreiche Nahrungsergänzungsmittel bzw. Multivitaminpräparate mit Eisen einzunehmen. Hoch dosiert Eisenpräparate werden aufgrund ihrer stopfenden Wirkung nur selten empfohlen. 

In Deutschland ist die Versorgung mit den Nährstoffen Calcium, Magnesium, Zink und Vitamin D oft mangelhaft. Aus diesem Grund sollte ein Vitaminpräparat auch diese Nährstoffe enthalten. In Österreich hingegen ist die Versorgung von schwangeren Frauen mit Magnesium und Zink sehr gut, also keine Supplementierung erforderlich. 

Tipps, um ein optimales Nahrungsergänzungsmittel zu finden

  • Der Bedarf ist nicht nur bei einzelnen, sondern bei vielen Nährstoffen erhöht. Vor allem eine gute Versorgung mit Eisen, Folsäure und Jod ist wichtig. Aus diesem Grund ist ein Multivitaminpräparat zu empfehlen.
  • Das Präparat muss alle Risikonährstoffe abdecken: Folsäure, Jod und Eisen. Idealerweise sollte das Produkt auch Calcium, Magnesium, Vitamin D und Zink enthalten.
  • Üblicherweise enthalten nur Nahrungsergänzungsmittel, die speziell für Schwangere entwickelt wurden, die notwendigen Nährstoffe.
  • Das Präparat sollte leicht einzunehmen sein und gut schmecken, denn viele Frauen haben in der Schwangerschaft mit Übelkeit zu kämpfen.
  • Viele Frauen wünschen sich eine natürliche Schwangerschaft und verbinden die Einnahme von Pillen mit Krankheit. Aus diesem Grund wird oft ein natürliches Nahrungsergänzungsmittel in Form von vitaminreichen Säften bevorzugt. Aber speziell für Schwangere wurden bis jetzt kaum Säfte entwickelt, die meisten Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere sind nach wie vor nur in Pillenform erhältlich.
  • Durch die Einnahme von angereicherten Säften und Lebensmitteln kann der erhöhte Bedarf nicht gedeckt werden. Meist enthalten sie nicht die notwendigen Nährstoffe, oder die Nährstoffe werden nicht aufgenommen, sondern gleich wieder ausgeschieden.
  • Generell sollte die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit dem Arzt besprochen werden. So kann auf die speziellen Bedürfnisse der einzelnen Frau eingegangen werden.

Übersicht Nahrungsergänzungsmittel für schwangere Frauen

  • Elevit Pronatal
  • Pregnavit
  • Centum Materna
  • Milupa NeoVin
  • Nestle Pro Natal
  • Orhomol natal
  • Eu-cell natal
  • Hipp Natal Activ
  • Femibion

Fazit:

Sofern keine Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, ist auf die Versorgung mit Jod, Folsäure und Eisen besonders zu achten. Wenn die Ernährung vor und während der Schwangerschaft nicht vielseitig und abwechslungsreich ist, wird die Einnahme eines Mulivitaminpräparates empfohlen. Für Risikogruppen, wie Untergewichtige (BMI unter 19), Personen mit Nahrungsmittelintoleranz, Vegetarier und Veganer, oder bei starker Übelkeit/Erbrechen in der Schwangerschaft ist ein Vitaminpräparat während der Schwangerschaft sehr zu empfehlen.

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