24. Schwangerschaftswoche (24. SSW)

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24. Schwangerschaftswoche
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24. Schwangerschaftswoche

Mittlerweile solltest du nicht mehr allzu sehr unter Schwangerschaftsbeschwerden leiden, so dass du deinen Alltag einigermaßen uneingeschränkt bewältigen kannst. Dein ungeborenes Kind wird eifrig an seinem Finger saugen und du hast sicher auch schon den ein oder anderen Schluckauf miterlebt. In der 24. Schwangerschaftswoche steht nun der erste Antikörpersuchtest vor der Tür.
Was du hier über die 24. SSW lesen kannst:
  • Veränderungen des Körpers ab der 24. SSW
  • Entwicklung des Embryos in der 24. SSW
  • Alles rund um den Rhesusfaktor

  • - Was ist der Rhesusfaktor?
    - Unverträglichkeit und Kompatibilität
    - Entstehung einer Rhesusunverträglichkeit
    - Potentielle Folgen
    - Maßnahmen zur Vorbeugung
    - Vorgehen bei bereits stattgefundener Rhesusunverträglichkeit

Veränderungen des Körpers ab der 24. SSW

Mittlerweile sollten die meisten Probleme, die die Hormonumstellung mit sich gebracht hat, hinter dir liegen. Deine Gebärmutter und das ungeborene Kind wachsen weiter fröhlich vor sich hin, was dazu führt, dass dein Bauch immer größer wird und ein Gewicht weiter zunimmt.
Auch wirst du immer noch Übungswehen haben, die deinen Bauch von Zeit zu Zeit sehr hart werden lassen. Solltest du hierbei starke Schmerzen spüren, dann wäre es höchste Zeit, sich an deinen Arzt oder deine Hebamme zu wenden. Hast du den Eindruck, dass die Haut auf deinem Bauch spannt, so ist dies eine ganz natürliche Schwangerschaftserscheinung. Das Schlimmste, was dir hierbei passieren kann ist, dass du demnächst einige Schwangerschaftsstreifen auf deinem Bauch findest.
In der 24. Schwangerschaftswoche, in der du dich ja nun befindest, hat deine Gebärmutter mittlerweile die Größe eines Handballs und ihr oberer Bereich befindet sich ungefähr auf der gleichen Höhe wie dein Bauchnabel. Aufgrund der Größe und des Gewichts der Gebärmutter verursachen die Mutterbänder hin und wieder ein starkes Ziehen im Unterleib. Hier hilft es am besten, wenn du dich einfach hinlegst und abwartest. Auch hier gilt wieder der übliche Ratschlag: Hast du ungewöhnlich lange oder extrem schmerzhafte Beschwerden, musst du umgehend deinen Frauenarzt oder deine Hebamme befragen.

Entwicklung des Embryos in der 24. SSW

Nicht nur dein Gewicht, sondern auch das von einem Kind nimmt immer weiter zu. Es wiegt nun etwa 700 g und misst circa 31 cm. Im Falle einer Frühgeburt besteht nun eine theoretische Überlebenschance für das Kind. Sollte bei dir der Verdacht oder die Gefahr einer Frühgeburt bestehen, so hat dich dein Frauenarzt sicher ausführlich darüber aufgeklärt.
Dein Baby sollte mittlerweile einen festen Schlaf-Wach-Rhythmus haben, der sich allerdings nicht unbedingt mit deinen Schlafgewohnheiten decken muss. Vielleicht fällt dir sogar auf, dass der Tag-Nacht-Rhythmus deines Kindes einem 25-Stunden-Tag entspricht. Dies wird auch nach der Geburt noch eine Weile der Fall sein. Damit ist der Mensch übrigens das einzige Wesen auf diesem Planeten, dessen innere Uhr auf 25 statt der üblichen 24 Stunden getaktet ist.

Mittlerweile kann dein Kind auch einfache musikalische Klänge und Stimmen zuordnen und wiedererkennen. Sollte dein Kind, also als Frühchen auf die Welt kommen, so wird es trotzdem schon wissen, dass du seine Mutter bist, da es dich an deiner Stimme wiedererkennen kann.
Der erste Schrei des Neugeborenen nach der Geburt entspricht in etwa dem Stimmmuster der frischgebackenen Mutter. Diese Ähnlichkeit lässt sich damit erklären, dass es diese Stimme ist, die das Kind während der Schwangerschaft am meisten gehört hat.

Alles rund um den Rhesusfaktor

Zwischen der 24. und 27. Schwangerschaftswoche wird bei allen schwangeren Frauen eine Überprüfung der Rhesusverträglichkeit durchgeführt. Dies ist ein routinemäßiges Prozedere, welches jede Schwangere über sich ergehen lassen muss.
Solltest du einen positiven Rhesus-Faktor haben, kannst du dir recht sicher sein, dass du nicht an einer Rhesusunverträglichkeit leiden wirst. Doch auch Mütter mit einem negativen Rhesusfaktor müssen sich keine allzu großen Sorgen machen, denn die Rhesusunverträglichkeit ist zum Glück eine recht selten vorkommende Problematik in der heutigen Zeit. Nur wenn du schon einmal ein Kind geboren hast oder durch eine Bluttransfusion Kontakt mit rhesuspositiven Blut gekommen bist und nun ein weiteres Kind erwartest, kann es passieren, dass eine Rhesusunverträglichkeit eintritt. Zum Glück ist die Medizin mittlerweile so weit, dass sich eine solche Unverträglichkeit sehr gut behandeln lässt.
Es besteht also kein Grund zur Panik. Im Weiteren werden wir den Rhesusfaktor und die damit einhergehende Problematik einmal genauer ansehen und klären, wie die Problematik genau aussieht und wann es zu welchen Komplikationen kommen kann.

Was ist der Rhesusfaktor?

Beim Rhesusfaktor handelt es sich um ein sogenanntes Blutgruppenmerkmal. Dieses wurde erstmals 1940 von den beiden Wissenschaftlern Karl Landsteiner und Alexander Solomon Wiener bei Rhesusaffen, daher kommt auch der Name, entdeckt und ausführlich beschrieben. Es ist neben der eigentlichen Blutgruppe (A, B oder Null) ein Merkmal der Bluteigenschaft, das vererbt wird. Genau genommen ist es ein Erythrozyten-Antigen- System. Dies bedeutet nichts anderes, als dass spezielle Proteine auf der Zellmembran der roten Blutkörperchen zu finden sind, wenn man einen positiven Rhesusfaktor hat. Hat man einen negativen Rhesusfaktor, fehlen diese Proteine.
Der Rhesusfaktor, der auch als Antigen D bezeichnet wird, ist ein Protein, das auf der Zellmembran der roten Blutkörperchen sitzt, und sich somit überall im menschlichen Blut befindet. Diese Proteine besitzen eine wichtige Funktion beim Transport und der Ausscheidung stickstoffhaltiger Stoffwechselprodukte wie Ammonium-Ionen und Ammoniak und dienen der Aufrechterhaltung eines konstanten pH-Wertes im Blut. Annähernd 100% der afrikanischen, asiatischen und nordamerikanischen-indianischen Menschen besitzen einen Rhesusfaktor, der positiv ist (RH positiv). Nur bei etwa 15 % der Menschen mit europäischer oder amerikanischer Herkunft findet man einen negativen Rhesusfaktor (RH negativ).

Unverträglichkeit und Kompatibilität

Eine Rhesusunverträglichkeit entsteht immer dann, wenn in den Blutkreislauf eines Lebewesens mit positivem Rhesusfaktor plötzlich Blut mit einem negativen Rhesusfaktor gerät. Geschieht dies, so beginnt der Körper Abwehrstoffe, d.h. Antikörper, gegen das fremdartige Blut zu produzieren und mit diesen die RH positiven Blutkörperchen zu zerstören.
Probleme während der Schwangerschaft treten immer dann auf, wenn die werdende Mutter RH negativ, aber der Fötus, der in ihrem Bauch heranwächst RH positiv ist. In diesem Fall könnte es passieren, dass der mütterliche Organismus Antikörper gegen den Rhesusfaktor ihres eigenen Kindes produziert, welches dann schlussendlich zu Behinderungen oder im schlimmsten Fall auch zum Tod des Ungeborenen führen kann.

Entstehung einer Rhesusfaktorunverträglichkeit

Die Rhesusunverträglichkeit tritt also nur auf, wenn die Mutter einen RH negativen Faktor aufweist. Der Vater des Kindes wird dann RH positiv sein müssen, weil er dieses Merkmal an das Baby weitervererbt haben muss. Aus einer RH negativen Mutter und einem RH negativen Vater wird immer ein RH negatives Kind entstehen. Wenn eine RH negative Frau das erste Mal mit einem RH positiven Kind schwanger ist, so sind in der Regel keine Komplikationen zu befürchten.
Kommt es zur Geburt, dann lässt sich ein Blutkontakt zwischen Mutter und Kind nicht vermeiden und einige Blutkörperchen, die vom Rhesusfaktor her positiv sind, gelangen in den Blutkreislauf der Mutter. Dort werden sofort Antikörper gegen die RH positiven Blutkörperchen des Kindes gebildet und diese Reaktion wird sich im Gedächtnis des mütterlichen Immunsystems festsetzen.
Kommt es dann zu einer erneuten Schwangerschaft, bei der die Schwangere wieder ein Kind mit einem positiven Rhesusfaktor erwartet, so besteht ab diesem Moment die Möglichkeit, dass die gebildeten Antikörper der Mutter über den Blutkreislauf zu ihrem Baby kommen und dort dessen eigene Blutkörperchen zerstören. Durch die Zerstörung der Blutkörperchen im kindlichen Blutkreislauf gelingt sehr viel Bilirubin, ein gelbliches Abbauprodukt der roten Blutkörperchen, in den kindlichen Blutkreislauf, wodurch das kindliche Blut nicht mehr genügend eigene rote Blutkörperchen enthält. Da die roten Blutkörperchen für den Transport des Sauerstoffs verantwortlich sind, kann es hierdurch zu schwerwiegenden Folgen für das Kind kommen. In einigen wenigen Fällen ist das Kind in der Lage, selbst genügend Blut nachzubilden, doch meistens wird sich so eine Reaktion in gesundheitlichen Problemen des Kindes manifestieren.

Potentielle Folgen

Die möglichen Folgen einer Rhesusunverträglichkeit für das Kind können Blutarmut, Vergrößerung der Leber, durch den erhöhten Bilirubin-Wert bedingte Gelbsucht, Vergrößerung der Milz, Hirnschäden, Krampfanfälle, Einlagerung von Wasser im Gewebe, Hauteinblutungen, eine Fehlgeburt oder sogar der Tod durch Herzversagen sein.
Noch vor einigen Jahren war die Rhesusunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind eine schwerwiegende Komplikation in der Schwangerschaft, die meist eine oder mehrere der genannten Komplikationen für das Kind mit sich trug. In der heutigen Zeit hat die moderne Medizin inzwischen Maßnahmen zur effektiven Vorbeugung entwickeln können, so dass sich Frauen mit einem negativen Rhesusfaktor nicht mehr vor einer Schwangerschaft zu fürchten brauchen.

Maßnahmen zur Vorbeugung

Schon bei der Erstuntersuchung, sobald die Schwangerschaft also erwiesen ist, wird die Blutgruppe der Schwangeren ermittelt und somit der Rhesusfaktor bestimmt. Außerdem stellt der Frauenarzt mit einem sogenannten Antikörpersuchtest fest, ob es im Blut der schwangeren Frau Antikörper zu finden gibt. Standardmäßig wird dieser Suchtest zwischen der 24. und 40. Schwangerschaftswoche wiederholt.
Ergibt sich hierbei die Konstellation einer rhesus negativen Mutter mit einem rhesus positiven Kind, so empfiehlt der Arzt normalerweise eine Prophylaxe gegen die Rhesusunverträglichkeit. Hierbei erhält die betroffene Schwangere entweder noch während der Schwangerschaft oder direkt nach der Geburt eine sogenannte Anti-D-Immunglobulin-Spritze. In der Regel wird diese Spritze nur dann unter der Schwangerschaft gegeben, wenn es zu einem Blutkontakt zwischen Mutter und Kind kommen könnte. Dies wäre zum Beispiel bei einer Fruchtwasseruntersuchung der Fall.
Mit dieser Spritze werden künstliche Antikörper in den Blutkreislauf der Mutter eingebracht, die die roten Blutkörperchen mit positivem Rhesusfaktor sofort und direkt angreifen. So ist es nicht notwendig, dass das Immunsystem der Schwangeren selbst diese Antikörper ausbildet und somit ein Antigen für die kommenden Schwangerschaften im Immungedächtnis speichern würde. Ist dies geglückt, muss die Frau auch bei einer weiteren Schwangerschaft nicht mit Problemen rechnen, da sich in ihrem Immungedächtnis keinerlei Antikörper gegen die rhesuspositiven Blutkörperchen befinden. Somit kann auch das nächste Kind gesund, jedenfalls insoweit, wie es die Folgen einer Rhesusunverträglichkeit mit sich bringen würde, auf die Welt kommen.

Vorgehen bei bereits stattgefundener Rhesusunverträglichkeit

Wurde in der ersten Schwangerschaft die beschriebene Prophylaxe nicht durchgeführt und die Schwangere, welche rhesus negativ ist, ist mit einem zweiten rhesus positiven Kind schwanger, so besteht die Gefahr, dass es zu einer Rhesusunverträglichkeit kommt. In diesem Fall wird der Arzt während der Schwangerschaft regelmäßig Antikörpersuchtests bei der Mutter durchführen, um schon kleinste Mengen gebildeter Antikörper im Blut der werdenden Mutter nachweisen zu können. Finden sich Antikörper im Blut der Mutter, werden sofortige Maßnahmen ergriffen, um negative Folgen für das ungeborene Kind zu verhindern.

Der Schweregrad der Rhesusunverträglichkeit legt die Art der Behandlung fest, die ergriffen wird, wenn der Antikörpersuchtest ein positives Ergebnis liefert. Dieses kann also von Schwangerschaft zu Schwangerschaft variieren. In jedem Fall wird der Zustand des Kindes gründlich überwacht. Am wichtigsten ist hierbei, dass das Kind mit genügend Blut und somit auch mit genügend Sauerstoff versorgt wird. Auch gibt eine weitere Ultraschalluntersuchung Aufschluss, ob die Organe bereits vergrößert sind.
Auch eine Fruchtwasseruntersuchung kann zusätzliche Informationen über den Zustand des ungeborenen Kindes liefern. Liegt nur eine leichte Rhesusunverträglichkeit vor, so reicht es in der Regel aus, nach der Geburt eine Lichttherapie bei dem Neugeborenen durchzuführen, damit leichte eine leichte Gelbsucht direkt weiter abgeschwächt wird.
Liegt eine starke Rhesusunverträglichkeit vor, so ist mit einer schwerwiegenden Blutarmut des Kindes zu rechnen und es kann passieren, dass bereits während der Schwangerschaft frisches Blut über die Nabelschnur transferiert werden muss. Nach einer bereits stattgefundenen Rhesusunverträglichkeit ohne vorherige Prophylaxe hängt es stark davon ab, wie sich die Situation für das ungeborene Kind darstellt, um entsprechenden Maßnahmen schlussendlich zu bestimmen.
Weitere Informationen und eine individuelle Beratung kannst du bei deiner Hebamme oder deinem Frauenarzt bekommen.

[KaKra]

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