Geburtsbericht

Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer
22.10.2011 | 5 Antworten
Hallo.
Meine Zwillinge wurde ja am 23.07. spontan geboren und nun habe ich mir gedacht, meinen geschriebenen geburtsbericht mit euch zu teilen.


Viel spaß beim lesen ;-)



...




Geburtsbericht Yara und Zana :)
so, auch ich will euch den Geburtsbericht nicht noch länger vorenthalten müssen. Hier ist er also: Der Geburtsbericht von Yara und Zana :)

...





Es war Abends, der 22.07.2011, fast 6 Wochen vor meinem ET und ich hätte niemals damit gerechnet, dass dies mein letzter Abend als Schwangere sein würde und das ich schon morgen zwei Prinzessinen im Arm halten würde.
Wie an jedem anderem Abend auch ging ich ganz normal ins Bett und warf einen Blick auf die Kliniktasche, die schon seid einer halben Ewigkeit neben meinem Bett stand. Dann sah ich meinen grossen, kugelrunden Bauch an und freute mich darauf, meine Zwillinge endlich richtig zu haben, und ihnen ins gesicht blicken zu können, nicht nur verliebt auf ihre Ultraschallbilder zu starren. Ich weiss noch genau, dass es an diesem Abend noch eine kleine Ewigkeit dauerte, bis ich einschlief. 



Wirklich lange konnte ich nicht schlafen, denn mitten in der Nacht, so gegen halb 2 auf und stellte erschrocken fest, dass es soweit war: Die Fruchtblase war geplatzt! Voller Panik weckte ich meinen Mann, der natürlich erstmal meinte, ich solle ganz ruhig bleiben. Leichter gesagt als getan, denn schließlich war ich die jenige, die gleich entbinden würde, nicht er. Zum Glück rief mein Mann für mich meine Mutter an, damit diese auf meine Kinder aufpassen konnte. Es dauerte dann zum Glück nicht lange, bis sie endlich da war. Die Kinder schliefen tief und fest und hatten von der aufregung kein bisschen mitbekommen. Dann hieß es auch schon für uns: Ab ins Krankenhaus! 




Dort angekommen wurde mein letzter Ultraschall gemacht. Alles ok, ich durfte normal entbinden, so wie ich es mir gewünscht hatte! Das dumme an der ganzen Sache war bloß, das von Wehen keine Spur war. So ein Mist, dachte ich mir, da ich auf eine Einleitung gerne verzichten wollte. Aber von Einleitung war auch gar nicht die Rede, sonder von Abwarten, bis zu 24 Stunden! Noch vielleicht 1 ganzer Tag warten?!? Das konnte doch nicht deren Ernst sein, schliesslich will ich meine Kinder jetzt, nicht morgen! Stunden vergingen. Der Muttermund: Zu! Keine Anzeichen einer Geburt. 




"Bitte macht schnell." sagte ich meinen leider noch ungeborenen Babys. Es war, als hätten meine Mäuse meine Bitte erhört, denn nur wenige Minuten später, bekam ich die ersten Wehen. Endlich! Ich kann mich nicht daran erinnern, je so glücklich über die Wehen gewesen zu sein!   Allerdings waren die Wehen sehr stark, aber der Muttermund öffnete sich im rasenden Tempo. Die Herztöne der Mädchen waren  noch im grünen Bereich. Die Wehen wurden regelmäßig. Ich war so froh, dass mein Mann mir die ganze Zeit mut gemacht hatte Und meine Hand gehalten hatte. Dann stellten Ärzte und Hebamme fest, dass der muttermund geburtsbereit geöffnet war.




 Meine Hebamme gab mir die Anweisung zu pressen. "aua" der erste Schmerz der Geburt war schlimmer, als ich dachte. "ich weiss, wie weh das tut, halten sie durch, ich weiß, sie schaffen das" die Worte der Hebamme gaben mir die Kraft weiter zu machen. Die nächste Wehe kam. "ah" entfuhr es mir wieder, doch 
diesmal tat es nicht so weh, wie zu vor. "pressen, sie schaffen das!" ich presste und presste. Die nächste Wehe kam. Diesmal musste ich nicht aufschreien, jedoch machte ich ein Schmerzverzogenes gesicht. Ich presste immer mehr, die Wehen kamen mal stärker mal leichter. 




Ich presste immer weiter. Doch auf einmal tat es richtig weh. Ein paar Tränen stiessen mir in die Augen. Mitfühlend sah mich die Hebamme an. "Gleich ist es soweit, gleich haben sie es geschafft!" Weiter pressen, weiter pressen… waren meine einzigen Gedanken. Die Herztöne meiner Tochter waren immernoch vollkommen in Ordnung, was mir Sicherheit und Kraft gab. "Ich sehe den Kopf der kleinen!" sprach mir meine Hebamme zu. "Jetzt ist es wirklich gleich geschafft!" "Aaah" schrie ich qualvoll, das waren vielleicht Schmerzen! Ich war kurz davor zu weinen.Ich presste und presste. Es fehlte nicht mehr viel! Bei der nächsten Wehe war fast schon meine ganze Tochter da. Noch einmal, dann ist es geschaff. Da kam auch schon die letzte wehe. Noch einmal presste ich. Sie war da! Sie war wirklich da!



Da war sie- meine Tochter. Ein winzig kleiner Mensch- 41cm groß, der mit voller Kraft schrie , was wohl so viel wie: "Mama, Papa ich bin da" heissen sollte. Papa durchtrennte die Nabelschnur. Sie sah so stark und doch so schwach aus. Sie wurde zu ihrem Vater auf die Brust gelegt, da es für mich ja noch weiter gehen wird. "Wie soll deine kleine denn heißen?" fragte man uns. "Yara Luisa Valentina" sagte er voller Sie dufte auf seinem Arm bleiben und musste ein Glück nicht direkt Nach der Untersuchung auf Intensiv. 
Wahnsinn, wie zart ein Mensch sein kann. Yara jedenfalls wog genau 1450 Gramm. 




Als ich Yara das erste mal sah, verlor ich alle Angst vor der zweiten Geburt. Ich sollte mich auf die Seite legen, damit meine andere Tochter ins Becken rutsche. Dabei spürte ich bloß einen kleinen Schmerz. Dann wurde die Herztöne meiner zweiten kleinen Maus überprüft. Noch war alles ok. Da kam die erste Wehe. "ah" schrie ich wiedereinmal. Ich presste und presste. Die zweite Wehe kam. Die Herztöne der kleinen waren nun grenzwertig, aber es ging. Ich presste. Plötzlich spürte ich so einen starken Schmerz, dass ich los weinte. "Wahnsinn, das Köpfchen ist schon da!" rief die Hebamme.  Die nächste Wehe. Nun fehlte nur noch ein ganz kleines bisschen meiner kleinen. Noch einmal, und ich bin Zwillingsmama, dachte ich mir. Ich presste das letzte Mal und da war sie auch schon- 12 Minuten nach ihrer Schwester.




Wieder durchtrennte mein Mann Marco die Nabelschnur und meine Tochter schrie. Man legte mir beide Mädels auf die Brust. Wahnsinn, sie sind wunderschön, dachte ich mir. "Hallo, da seid ihr ja, meine Engel. Ich bin so froh, euch zu sehen, ich bin eure Mutter und ich werde von nun an immer für euch da sein, das verspreche ich euch." sagte ich meinen Töchtern. Es war das schönste Gefühl der Welt, sie beide so zu sehen. Sie hatten beide die vielen dunklen Haare von mir und sahen haargenau gleich aus. Es war ein wundervoller Moment, ein wunderschönes Gefühl. "und wie heißt die kleine?" wurden wir gefragt. Diesmal antwortete ich: "Zana Maria Victoria" Zana wurde ebenfalls untersucht, auch sie war 41cm gross, aber nur 1430 Gramm schwer. 
Beide mussten auf die intensivstation, was mir beinahe das Herz brach. Wie sie da so lagen, im Inkubator, so klein und hilflos, da taten sie mir so leid. "Meine Süßen, ich werde immer auf euch aufpassen" sagte ich ihnen.


...


Danke fürs lesen!

Lg Nina
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5 Antwort
mensc h
das ist soo schön zu lesen. Echt toll alles gute euch
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 22.10.2011
4 Antwort
Ohh wie schön
wunderschön geschrieben deine engel sind am gleichen tag geboren wie meine tochter :-D GL Melly
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 22.10.2011
3 Antwort
....
Wirklich schön geschrieben und mit ganz viel Liebe! Herzlichen Glückwunsch!
Nicolino
Nicolino | 22.10.2011
2 Antwort
Wunderschön
So schön. Jetzt durfte ich auch mal an einer Zwillingsgeburt anteilnehmen....
alinkaaa1
alinkaaa1 | 22.10.2011
1 Antwort
zuuuuuu lang
zum lesen aber glückwunsch
Jessy8605
Jessy8605 | 22.10.2011

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