Endlich mal Gerechtigkeit für das Kind

Gelöschter Benutzer
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02.12.2009 | 20 Antworten
München - Das Münchner Familiengericht hat einer Mutter das Sorgerecht für ihren Sohn (10) entzogen, weil der Vater das Kind nicht sehen durfte.

Noch im Gericht wurde dem Vater das Kind übergeben – das gar nicht von seiner Mutter wegziehen wollte. „Das ist wirklich ein Extremfall“, sagt die Sprecherin des Amtsgerichts, Ingrid Kaps. Vor dem Urteil war das Gericht mit mehreren Versuchen gescheitert, die Mutter zum Umdenken zu bewegen. Vergeblich.

2007 hatte sich das Paar getrennt. Sie behielten das gemeinsame Sorgerecht und trafen eine Vereinbarung, wie beide Kontakt zu ihrem Sohn haben könnten. In eineinhalb Jahren aber durfte der Vater das Kind nur fünf Mal sehen. Er wandte sich ans Familiengericht. Dieses schaltete eine Beratungsstelle ein, startete ein Mediationsverfahren und setzte eine Umgangspflegerin ein, um der Mutter ihre Ängste zu nehmen. Schließlich drohte das Gericht mit Zwangsgeld. Ohne Erfolg. Im Herbst diesen Jahres meldete die Mutter das Kind von seiner Schule ab, ohne dass der Vater damit einverstanden war. Dies brachte für das Gericht offenbar das Fass zum Überlaufen.

In allen Sorgerechtsstreitigkeiten, erklärt Richterin Ingrid Kaps, steht „über allem das Kindeswohl. Die Eltern müssen ihre eigenen Interessen und ihre Verletzungen hinten an stellen.“ Denn das Kind soll nicht unter eine Trennung leiden – und beide Elternteile behalten dürfen.

„So krass“ wie bei dem aktuellen Urteil ist es laut Kaps aber selten. Viele Paare fänden von sich aus eine Regelung. Üblich sei es etwa, dass ein Vater sein Kind alle zwei Wochen sehen kann, wenn es bei der Mutter lebt. In den Ferien könne es zum Beispiel so geregelt werden, dass das Kind die erste Woche der Osterferien bei der Mutter und die zweite beim Vater verbringt.

Wenn sich die Eltern das Sorgerecht teilen, müssen sie sich bei wichtigen Entscheidungen absprechen. „Die Mutter muss zum Beispiel den Vater fragen, wenn ein Arzt eine OP empfiehlt“, sagt Kaps. „Meistens kommt da ein Ok. Aber es kann ja passieren, dass ein Elternteil das Kind auf eine Montessori-Schule schicken will, das andere aber dagegen ist.“ Strafbar werde es, wenn ein Elternteil sich mit dem Kind absetzt, eine andere Stadt oder gar ins Ausland.

Das Gericht kann Entscheidungskompetenzen einem Elternteil geben, sie im Extremfall aber auch ganz dem Jugendamt oder beispielsweise den Großeltern übertragen. Im aktuellen Fall sprach die Richterin dem Vater das Recht zu, den Wohnort des Kindes zu bestimmen, in Schulfragen zu entscheiden, ebenso wie in Gesunheitsdingen. Noch während der Verhandlung wurde ihm sein Sohn übergeben.

Und dies, obwohl das Kind überhaupt nicht zum Vater wollte. Laut Anwältin der Mutter habe der Bub nur wenige Minuten vor dem Urteil der Richterin gesagt, dass er auf keinen Fall zum Vater ziehen wolle. In Anhörungen habe er zuvor mehrfach erklärt, er wolle nur dann zum Vater, wenn dieser nicht mehr schlecht über die Mutter rede.

Das Gericht befand aber, diese Haltung resultiere aus einem von der Mutter geschaffenen Loyalitätskonflikt. Der Junge habe seine Mutter nicht enttäuschen wollen. Die Richterin hatte Stellungnahmen von der Umgangspflegerin, vom Jugendamt und von einem weiteren Sachverständigen eingeholt. Alle seien zu dem Ergebnis gekommen, so Kaps, dass zwischen Vater und Sohn eine vertrauensvolle Verbindung bestehe.

Für den Vater entschied das Gericht auch, weil es bei ihm keine Erziehungsdefizite entdecken konnte und weil er dem Sohn den Umgang mit der Mutter erlauben will. Es sei für das Kind leichter zu verkraften, wenn seine Hauptbezugsperson wechselt, als wenn es eine „fortdauernde Traumatisierung durch den Verlust eines Elternteils“ erleide.

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20 Antwort
@nadyeschka
okay, naja dann sollte es ja bald berg auf gehen...Wünsch dir viel Kraft.
thereallife
thereallife | 02.12.2009
19 Antwort
@Maulende-Myrthe
Meiner Freundin ist es passiert
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Gelöschter Benutzer | 02.12.2009
18 Antwort
@marquise
Sorry, aber das glaube ich einfach nciht, dass Müttern in Deutschland ohne Grund ein Kind weggenommen wird. Jedenfalls nicht mehr in der heutigen Zeit und nach Fall der Mauer. Dass die Mütter erzählen, es sei grundlos passiert, das glaube ich wohl, aber ich kann mir einfach nciht vorstellen, dass so etwas einfach so möglich ist.
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Gelöschter Benutzer | 02.12.2009
17 Antwort
@thereallife
Das letzte Mal war der ganze Terz 3 Monate vor meiner Abschlussprüfung! Ich hatte wieder ein Umgangsrecht zugesagt bekommen und passiert ist nix! Habe dann erst einmal beschlossen meine Abschlussprüfung anständig abzuschließen und jetzt wo alles rum ist habe ich mich schon mit dem Jugendamt unterhalten und auch einen Familienanwalt konsultiert! Allerdings einen Anderen, da ich einfach mit meiner alten Anwältin nicht mehr zufrieden war
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Gelöschter Benutzer | 02.12.2009
16 Antwort
@nadyeschka
versteh ich nicht wo das Problem sein soll. Dann würd ich doch nochmal zum Gericht gehen und Prozesskostenbeihilfe beantragen und dann einen Anwalt sprechen lassen. Also, es stimmt, du hast das Recht auf das Kind dieses auf dich...und, wenn er sich quer stellt, dann würd ich meine Konsequenzen ziehen. Ich weiß nicht, wieso du dich so abspeißen lässt.
thereallife
thereallife | 02.12.2009
15 Antwort
@Maulende-Myrthe
hat jetzt nicht soviel mit dem Fall zu tun, aber ich habe es schon einge male erlebt das hier in Berlin den Müttern das Kind weggenommen wurde Es ging um Rache etc
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Gelöschter Benutzer | 02.12.2009
14 Antwort
ich
find sowas eherlich gesagt traurig das sich 2erwachsenen menschen nich auch so einigen können um auf einen nenner zu kommen..wo wird denn da ans kind gedacht???der eine erzählt mist über den anderen is ja wie im kindergarten...
gina87
gina87 | 02.12.2009
13 Antwort
kindeswohl?
ich bin durchaus dafür das sich der vater gerichtlich den umgang erkämpfen kann, aber ich denk nicht das dieses urteil kindgerecht ist. es wurde gegen den eindeutig geäußerten willen des kindes gefällt und das schlimmste der zwerg wurde dem mann noch im gerichtssaal übergeben.l ich wette darauf, dass der knirps jetzt tatsächlich nen schock fürs leben hat
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 02.12.2009
12 Antwort
@thereallife
Das mein Sohn das Recht hat mich zu sehen aber mein Ex stellt sich trotzdem quer
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 02.12.2009
11 Antwort
Ich denke nicht
dass wir das Recht haben, zu glauben beurteilen zu können, ob die Mutter einen Grund hatte, dem Kind den Vater vorzuenthalten. Es gibt auch Mütter, die echt einen ander Waffel haben oder mit Eifersucht wegen der neuen Lebensgefährtin des Ex' nicht umgehen können. Das kommt so häufig vor - auch hier gibt es genügend MÜtter, die ihre Wut auf den Ex an den Kindern auslassen, indem sie den Umgang verbieten. Und wenn die Mutter den Umgang mit dem Vater verhindert, sodass das Kind überhaupt kein Verhältnis zum Vater aufbauen kann, dann soll es wohl normal sein, dass das Kind nicht weg von der Mutter will. Und wer weiß, was die Frau dem Kind alles erzählt hat. Nee, also, es steht uns nicht zu, darüber ein Urteil zu fällen, ob das Gericht da falsch entschieden hat. Ich denke nicht, dass einer Mutter grundlos das Kind weggenommen wird. Der MUTTER schon gar nicht. Ich finde das Urteil auf den ersten Blick gut. Es macht den vielen Vätern, die ihre Kinder nicht sehen dürfren, vielleicht Hoffnung
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 02.12.2009
10 Antwort
ich glaube mir wird jetzt schlecht hier
das nennst du GERECHTIGKEIT????????? Ich bin sprachlos und wütend sowie sehr traurig
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 02.12.2009
9 Antwort
@nadyeschka
und, was sagen die?
thereallife
thereallife | 02.12.2009
8 Antwort
@thereallife
Ich war mittlerweile schon 2x vor dem Familiengericht!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 02.12.2009
7 Antwort
@nadyeschka
Du, was meinst du, wo ich gestern war und mit was mir der Anwalt der gegnerischen Seite alles drohte obwohl ich das Kind gerne zum Vater gebe. Ich kann dazu leider nichts schreiben, weil ich sonst unsinnerweiße von einem Anwalt kontaktiert werden könnte. Also, da reichen ein paar Lügen und ein Ex Partner der einfach seinen sturen Dickkopf durchsetzen will und schon steht die Mutter am Pranger. Ich an deiner Stelle, wenn du das gemeinsame Sorgerecht hast, würde doch mal das Familiengericht kontaktieren. Weil, dazu sind die nun mal da.
thereallife
thereallife | 02.12.2009
6 Antwort
wieso gerechtigkeit
wenn der junge bei der mutter bleiben wollte?
tessavic
tessavic | 02.12.2009
5 Antwort
@theralife
Ich kämpfe seit 2 Jahren um den Umgang mit meinem 8 jährigen Sohn! Ich war ziemlich jung und hielt die Umgebung bei seinem Vater für das Beste für meinen Sohn! Leider war ich noch in Ausbildung und wusste nicht wie es in meinem Leben weiter geht also habe ich zu Gunsten meines Sohnes entschieden! Da ich vermute, dass ich nur als "Leihmutter" diente setzt mein Exmann alles daran, dasss ich meinen Sohn nicht mal über das Wochenende bekomme trotz Urteilen vom Oberlandesgericht und Beurteilungen durch den Kinderschutzbund stellt er sich quer! Habe auch noch das Sorgerecht genau wie er und könnte die Polizei einschalten aber die Frage ist doch, wie sehr ist das zu Gunsten meines Kindes ihn per Polizei abholen zu lassen?
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 02.12.2009
4 Antwort
@nadyeschka
wo ist das Gerechtigkeit für das Kind, wenn es garnich von der Mutter weg wollte???
max1411
max1411 | 02.12.2009
3 Antwort
ich denke...
die mutter wird ihren grund haben, warum sie dagegen war, dass der kleine zum papa geht. und wenn der keine bei der mutter bleiben will, finde ich das nicht ok... aber wir wissen dazu einfach zu wenig...
Susi0911
Susi0911 | 02.12.2009
2 Antwort
finde ich total richtig
jedes Kind hat 2 Elternteile und hat auf Mama und Papa ein Recht... !!! es gibt traurigerweise genug Vater die sich nicht kümmern wollen.... warum das Umgangsrecht verweigern wenn sich der Papa doch drum kümmern möchte...
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 02.12.2009
1 Antwort
Also, ich glaube bei dieser Geschichte
dass das Kind durchaus bei der Mutter bleiben wollte. Manche Männer, das kannst du mir gern negativ auslegen, erfinden auch hier und da mal Lügen um die Mutter schlecht da stehen zu lassen. Das Urteil mag ein Mahnmal sein, nichts desto trotz würde ich das anders regeln. Aber, das ist das deutsche Rechtssystem.
thereallife
thereallife | 02.12.2009

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