überängstliche und übererziehende Eltern...

Weidenkaetzchen
Weidenkaetzchen
16.06.2017 | 29 Antworten
Kuckuck! Ich muss mir mal etwas von der Seele schreiben und würde mich freuen eure Erfahrungen und Meinungen zu dem Thema zu hören. Vielleicht sehe ich das dann alles nicht mehr sooo eng...

So, aktuell bin ich an einem Punkt angelangt, an dem mich andere Mütter/ Eltern größtenteils nur noch anöden und nerven. Immer das selbe: Man verabredet sich mit den kleinen im Park oder auf einem Spielplatz um letztendlich sich nur zur gleichen Zeit auf einer Fläche von etwa 500qm zu bewegen/ zu befinden. Nix mit schnattern oder den lieben Kleinen beim Spielen zuschauen, nein. Man kann sich keine zwei Minuten unterhalten unterbricht die andere Mutti das Gespräch, weil ihr kleines (sagen wir mal 3 Jahre), die Leiter zur Rutsche hochklettern will... Sofort wird hingestürmt (manchmal noch begleitet von dem Satz:"Moment, da muss ich jetzt mal eingreifen") um das Kind erstmal auf den ihm bevorstehenden Prozess des Rutschens intensiv und pädagogisch wertvoll vorzubereiten... Es folgt eine minutenlange Einweisung, wie es denn nun die Leiter am besten hochklettern soll, auf welche Gefahren es sich nun einstellen muss (evtl. rutschige stufen, ein anderes Kind das voraus klettert, der Fall- was für eine motivationsdusche ), eine permanente wiederholung der sätze "halt dich fest", "sei vorsichtig" und "oooh..." und anschließender verbaler Instruktionen, wie es denn nun am sichersten die Rutsche runter rutscht... während des vorgangs steht mutti vor/ neben oder hinter dem Kind und sichert es stets durch ausgebreitete arme oder indem die oberen Extremitäten in Auffangposition gebracht werden. Vielleicht muss das Kind auch noch auf dem kurzen, aber gefährlichen weg von der Rutsche mamas hand halten (man weiß ja nie) und natürlich wird das Kind permanent mit den befürchtungen und dem sorgenvollen Gesicht der mama begleitet, denn so macht spielen und entdecken richtig viel Spaß...wenn das Kind den Vorgang dann endlich erfolgreich abgeschlossen hat und unten in die arme, der bereits wartenden mama gerutscht ist, ist mein sohn schon zum zweiten mal gerutscht- sogar auf dem Bauch ;-) .
Mama ist stolz auf ihre superleistung, weil iht kind nun endlich richtig rutschen kann und sie bei dieser aufregendem lektion dabei war und mit Rat und Tat zur Seite stand. Allein hätte ihr kind das wohl nicht geschafft... :-)

Versteht mich nicht falsch, wenn ich mit sohni alleine auf dem Spielplatz bin, bin ich auch überall dabei und probiere mit ihm alles aus, aber kann man kinder nicht einfach mal machen lassen? Kann man sich nicht einfach mal dezent zurückziehen und zuschauen, wie die kleinen ihre erfahrungen sammeln, sich ausprobieren und ertragen, wenn sie vielleicht mal hinfallen? Wieso muss jede Kleinigkeit verbal begleitet werden, wieso muss alles immer erst in Hockposition befindend pädagogisch wertvoll und ausführlich erklärt werden? Wieso muss jeder schritt kontrolliert werden?
Ich komm mir manchmal total veräppelt vor, wenn ich mich mit freunden treffe, unsere kinder...
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29 Antwort
Weidenkätzchen ...ich bin da auch Deiner Meinung , dass manche Eltern über stinknormale Dinge eine Studie machen können oder sich nicht immer einfach entspannt zurück lehnen zu können.....nur ist es sicherlich nicht für alle Eltern einfach , es immer in diesem Moment einzuschätzen.......oftmals ist man selbst so erzogen worden....und es fällt einem selbst auch nicht immer auf....
130608
130608 | 18.06.2017
28 Antwort
@130608 Das andere Extrem ist natürlich ebenso doof, aber davon habe ich hier ja gar nicht gesprochen. Und dass ich bei einen 1, 5 jährigen Kind mehr dahinter bin, als bei einem dreijährigen ist wohl auch klar. Ich plädiere ja auch nicht dafür kinder sich komplett selbst zu überlassen oder bewusst gefahren auszusetzten "damit sie's lernen". Mir ging es jetzt nur um diese überfürsorglichen Mütter, die es einfach nicht ertragen mal einfach nur zuzusehen wenn die kinder spielen und sich immer wieder ins spiel drängen müssen, weil sie ihrem kind überhaupt nix zutrauen. Unfälle passieren und leider auch mal mehr, dennoch ist die wahrscheinlichkeit einen bleibenden schaden zu erleiden, weil ein kind von 'ner schaukel gefallen ist, relativ überschaubar und wenn ein kind immer wieder von der schaukel fällt, weil die fähigkeiten noch nicht ausreichen, lässt man eben noch etwas zeit vergehen und versucht es ein paar monate später evtl nochmal. Schlimm finde ich es, wenn die reife da ist, aber lediglich die Übung und erfahrung fehlt und manche mütter ihre kinder dann noch hemmen oder unsicher machen. Und albern finde ich es, wenn aus allem so eine Wissenschaft gemacht werden muss, wie zb das Thema mit dem Rutschen. Passieren kann immer was und sei es dass ein kind in 'ner Pfütze ertrinkt. Es geht ja auch nicht darum sich komplett rauszunehmen, aber muss es denn immer gleich auf so eine gluckige und erdrückende art passieren? Müssen immer ellenlange Erklärungen erfolgen, bevor ein kind auf ein klettergerüst oder roller fahren darf? Mir geht es da mehr um das wie bzw die Intensität und nicht das warum. Mir ist klar, dass Eltern ihre kinder nur schützen wollen. Mach ich ja auch, zb im Straßenverkehr oder in der nähe von großen Tieren. Allerdings kann ich es auch mal gut sein lassen und versuche mein kind nicht bei allem zu bremsen. Aber ja, da hast du wohl recht. Es ist eben auch ansichtssache. Wollte mir mit dem thread auch nur mal etwas meine genervtheit von diesem mir in letzter zeit häufiger begegneten verhalten von der seele schreiben. :-)
Weidenkaetzchen
Weidenkaetzchen | 18.06.2017
27 Antwort
...was manche Mütter zuviel betüddeln , ist bei manchen zuwenig und manchen sogar egal....das ist alles Ansichtssache... man sollte auch altersentsprechend abwägen.....viele kinder hatten schon einen Schutzengel gehabt....und letztendlich sind die Eltern verantwortlich ... wenn etwas passiert , müssen die Eltern die Folgen ganz alleine tragen...
130608
130608 | 18.06.2017
26 Antwort
@Kristina1988 Du willst ne wissen, wie oft unserer schon auf dem Glastisch gelandet ist. Es haben beide überlebt. Kind und Tisch. Das Highlight war ein Sturz 2 Tage vorm MRT. Voll mit der Stirn auch die Kante. Die ganze Stirn blitzeblau. Reaktion des KH, als wir dann zur Aufnahme waren: Schmunzeln, Schulter zucken. Passiert halt. Was ich aber tarschlich unterbinde, ist der missbrauch des sofas als trampolin. Da würde er mit größerem Schwung auf dem Tisch landen
xxWillowXx
xxWillowXx | 18.06.2017
25 Antwort
Meine Kleine hat mir das erzählt und ich dachte, ich höre nicht richtig. Zu Wort habe ich es dann gebracht, als wir uns darüber stritten, wie verantwortungslos ich sei, einen Couchtisch aus Glas im Wohnzimmer stehen zu lassen ... Unsere Tochter könne ja über den Teppich stolpern und auf das Glas fallen ... Alle Attraktionen auf einem Spielplatz begutachtet sie und hat immer was zu meckern .. " Was haben die Personen, die das konstruiert haben, sich dabei gedacht" Die sieht Gefahren, die würde kein normaler Mensch sehen .... Das nennt sie dann immer Erfahrung ... Mein Mann kann keine zwei Meter mit dem Auto fahren, ohne, dass sie ein Drama macht ... es ist schon schwierig manchmal, aber ändern kann man sie leider nicht mehr, was das angeht.
Kristina1988
Kristina1988 | 17.06.2017
24 Antwort
@Weidenkaetzchen Hihi, die Friseurin mit dem MOpp auf dem Kopp... War vorgestern neue Schuhe kaufen bei meinem orthopädischen Schuhhändler. Spießiges, alteingesessenes Geschäft, aber die Schuhe sind definitiv immer super bequem und es passen Einlagen rein. Und denke ich schaue nicht richtig: Der Chef des Ladens in verschmutzten, ungepflegten Uraltschuhen... LOL
Schnurpselpurps
Schnurpselpurps | 17.06.2017
23 Antwort
@Kristina1988 XD ich werd nicht mehr! Und dann daneben die Kids, die auf dem Bauch mit dem Gesicht voran die Rutsche hinunter rutschen und mit der Nase in den Sand stupsen. :-D Aber ich kenn das? Eine Freundin von mir ist ebenfalls Pädagogin. Sind aber tatsächlich oft die schlimmsten bzw strengsten. Frag mich nicht wieso. Genauso wundere ich mich oft über die schlimmen Frisuren mancher Frisörinnen. :-)
Weidenkaetzchen
Weidenkaetzchen | 17.06.2017
22 Antwort
Apropos Brennnesseln: habe meinem spatz schon ein paar mal brennesseln gezeigt und gesagt dass die weh tun und er deshalb aufpassen soll. Sohnemanm hört nicht und passt nicht auf. Erhebnis natürlich ein leichtes aua... Letztes Wochenende: sohni und ich spazieren auf einer etwas wilderen Wiese, er sieht eine brennessel und geht schön vorsichtig daran vorbei und warnt mich sogar noch. Ergo: er hat seine Lektion von selbst gelernt :-) Ist das nicht das Ziel von Erziehung und unser Auftrag als Eltern? Die kinder zu selbstständigen Menschen zu erziehen? Ach schnurpsel! Wenn du mal Urlaub im wunderschönen Norden machst, komm vorbei und wir gehen auf entdeckertour mit den Süßen. :-)
Weidenkaetzchen
Weidenkaetzchen | 17.06.2017
21 Antwort
@Kristina1988 Oh Gott! Das wird ja immer absurder. Wie hast Du reagiert?
Schnurpselpurps
Schnurpselpurps | 17.06.2017
20 Antwort
Meine Schwiegermutter ist so :( Sie, als studierte Pädagogin, sollte es besser wissen ... Ich hasse es! Einmal, hat sie meiner Tochter, einen Helm beim rutschen angezogen .... :(
Kristina1988
Kristina1988 | 17.06.2017
19 Antwort
@ekiam Jipp, meiner ist auch schon teilweise gelangweilt von den altersgerechten Spielgeräten. Aber ich habe gerade heute wieder beobachtet, wie gut er doch seine Grenzen einschätzen kann. @susa: Ah ja, ich meine du hattest von diesem reizenden Schwager schon mal berichtet. Aber lass mal ein Gewitter aufziehen und den Blitz in den Baum einschlagen etc. Aber 100prozentige Sicherheit hat man je eh nie, oder? XD @Willow: ich denke auch nicht dass hinter diesem gluckigen Verhalten blse absichten stecken. Ich kann mir eher vorstellen, dass viele muttis heutzutage perfekt sein wollen. Die überängstlichkeit könnte durch die enorme mediale präsenz verstärkt worden sein. Überall liest und hört man horrorgeschichten und denkt sich, verständlicherweise: meinem kind passiert das nicht. Nur schlägt das dann ins andere extrem um. Und ja, heute gibt's zig Erziehungsratgeber und suggeriert den Eltern: DAS ist die ideale Mutter/ Erziehung/ Pflege. Kindererziehung wird schon fast zum lifestyle, zur Berufung oder was weiß ich. Einfach nur mal daneben stehen und zugucken ist nicht. Das kann ja jeder. :-)
Weidenkaetzchen
Weidenkaetzchen | 17.06.2017
18 Antwort
@xxWillowXx @Brilline Mein Schwager ist einfach ein totaler Vollid........ Und über seine Erziehungsmethoden wundere ich mich schon lange nicht mehr :-(
SuseSa
SuseSa | 17.06.2017
17 Antwort
@Weidenkaetzchen Au ja, das wäre soooo klasse. Mein kleiner Kontakter könnte schön Freundschaften schließen - vielleicht mit Deinem Sohn - und wir könnten quasseln oder vielleicht auch gemütlich dabei zusehen, wie unsere Kinder Spaß haben und die Welt erobern. Und hinterher mit verschmutzten, glücklichen und hungrigen kleinen Monstern nachhase fahren. Übrigens ist Dein Text himmlisch zu lesen. Herrlich!
Schnurpselpurps
Schnurpselpurps | 17.06.2017
16 Antwort
Mein Partner ist ja auch so sehr vorsichtig. Ich weiß aber, dass meine Kleine eher einen kleinen Schubs nach vorne braucht. Sie ist ohnehin eher vorsichtig und ggf. auch fast zögerlich . Aber er: Vorsicht, da sind Brennesseln, pass auf, dass Du nicht fällst, oh, diese Käfer sind gefährlich... Er liebt sie sehr. Er würde sie wohl am liebsten in Zuckerwatte packen... Kinder brauchen Freiraum. Natürlich achte ich darauf, was die Lütte so macht. Und ich würde sicher auch springen. Aber doch nicht dauernd. Wie soll ein Kind sich entwickeln, wenn man es nicht einfach auch mal lässt?
Schnurpselpurps
Schnurpselpurps | 17.06.2017
15 Antwort
@Schnurpselpurps Ich bin geschmeichelt schnurpselpurps :-) Würdest du nicht so weit weg wohnen, wären du und deine Kleine Sonne wahrscheinlich eine ideale Begleitung für den Spielplatz. :-)
Weidenkaetzchen
Weidenkaetzchen | 17.06.2017
14 Antwort
.... und das sind dann genau die Mamas, die für Mamiweb KEINE Zeit haben , Warum ist das wohl so? Ich hab früher so viele Frauen gefragt, ob sie sich nicht hier anmelden wollen. FÜR SOWAS HAB ICH KEINE ZEIT!!!!
Chrissi1410
Chrissi1410 | 17.06.2017
13 Antwort
Suse: also das ist...aeh... ja.... Ernsthaft? Weia...
Brilline
Brilline | 17.06.2017
12 Antwort
@SuseSa Würde das heutzutage nicht sogar als Freiheitsberaubung durch gehen? Mal ganz zu schweigen von der aufsichtspflicht. Die ist dadurch ja auch nicht hinfällig o.O Ich denke, eben auch diese verschärften gesetze machen einen Teil des Verhaltens heutztage aus. Erklärt natürlich nicht jegliches verhalten. Aber ein Kind fest binden Uiuiui. Auf so ne Idee würde ich nie kommen. Obwohl ich schon manchmal scherze, dass der kleine ne Leine bräuchte
xxWillowXx
xxWillowXx | 17.06.2017
11 Antwort
Ich überleg gerade: Mein Schwager, den ich ja sehr mag , hat seinen 5 jährigen Sohn mit einer Leine an einen Baum gebunden, also er hatte schon zwei Meter Bewegungsradius, damit Papa in Ruhe klettern gehen konnte. Ist das jetzt überängstlich oder vernachlässigend?
SuseSa
SuseSa | 17.06.2017
10 Antwort
Ich kann euch auch nur zustimmen. Ich wurde immer angefeindet, wenn ich mein Kind ausprobieren lassen habe. Ich war in der Nähe, aber nicht daneben und habe es beobachtet. "Was hätte denn alles passieren können?" Ja was denn? Auf den Po fallen, Knie auf schürfen, Finger klemmen, ja vielleicht hätte auch schlimmeres passieren können? Aber ist es nicht! Manchmal doch kleine Blessuren, aber er hat daraus gelernt und ist selbstständiger und schlauer geworden. Und so habe ich auch die anderen beiden machen lassen und wenn meine kleine soweit ist, wird sie genauso in Ruhe gelassen, damit sie sich ausprobiert. Als meine beiden Jungs in die Kita kamen, bekamen wir bestimmt 2x wöchentlich die "Unfall Berichte" zu hören, OK, dann ist jetzt eine Schramme oder blauer Fleck da, geht es ihm gut, ja alles ok. Man hörte innerlich die Erzieher aufatmen, dass wir kein Drama daraus machten, wie es wohl andere Eltern taten. Denn einen Tag kam eine Erzieherin auf mich zu gestürmt, mein ca.2 jähriger Sohn kletterte die Holzrampe einer Kletterburg hoch, was erst für die KiGa-Kinder ab 3 Jahren war, was er nicht durfte und war auf dem Weg zu den Schaukelketten Balken, um zur Rutsche zu kommen. Ich nahm ihn zwar weg, schmunzelte aber innerlich, dass er es ohne Furcht, aber mit Neugier gemacht hat. Natürlich haben die ihre Richtlinien und Vorgaben, aber als ich hörte, dass er im Krippen Spielbereich bleiben sollte, war mir klar, dass das zu langweilig ist.
ekiam
ekiam | 17.06.2017

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