Kann man als Eltern über Leben und Tod entscheiden?

Zenit
Zenit
21.08.2013 | 22 Antworten
Mal was nachdenkliches:

Gestern kam bei außergewöhnliche Menschen ein Beitrag über einen 18 Jahre alten Jungen mit der Schmetterlingskrankheit. Seine Haut ist sehr dünn, jede Berührung kann sie verletzen und ist sie mal verletzt heilt sie sehr schlecht.

Er so viele Wunden am ganzen Körper, muss immer Veband tragen und den Verband aller 2 Tage in einer 4 Stunden dauernden, schmerzhaften Prozedur wechseln. Außerdem hat er noch Fehlbildungen an Händen und Füßen und Bewegung fällt ihm (auch durch die Verbände) schwer.

Ich hab in letzter Zeit, auch weil ich selbst fast diese Scheiß Entscheidung treffen musste, viel drüber nachgedacht.

Wo hört ein lebenswertes Leben auf? Ab welchem Behinderungsgrad (soweit man das auf dem US beurteilen kann) wäre die Entscheidung für den Abbruch in der Schwangerschaft für einen selbst und auch für das Kind "richtig" gewesen.

Beim Beispiel des Jungen von oben: Man muss sich als Elternteil sein Leben lang sehr intensiv um sein Kind kümmern, muss es leiden sehen und kann nichts tun. Wenn man mal nicht mehr da ist, was dann? Aber gibt das einem das Recht, über das Leben des Jungen zu entscheiden? Auch wenn sein Leben beschwerlich ist, wird man ihn fragen wird er auch viele frohe Momente aufzählen können. Darf man dann trotzdem "Nein" zu seinem Kind sagen, auch wenn es ein Leben führen könnte?

Die Frage treibt mich grad um und ich würd da gern mit euch drüber reden.
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22 Antwort
@pw_reloaded Du schreibst genau das, was ich darüber denke, in der heutigen zeit kann schon viel vor der geb. feststellen und auch Operativ beheben , aber das Wort Selektion kam mir gestern schon, den wenn wir mal erlich sind, was anderes ist es nicht, durch die ganzen Untersuchungen und die Kommentare der Ärzte steuern wir genau dort hin, das nur noch Kinder zur Welt komm die gesund sind, die anderen werden einfach aussortiert
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 22.08.2013
21 Antwort
@Jacky220789 ich kann deinen Artikel leider nicht öffnen... ich weiß nur, das man bis zur 14.SSW bei Diagnose T21 legal abtreiben darf... ab der 14.SSW braucht es wirklich einen medizinischen Grund, sonst ist es nicht legal... Downys sind keine "kranken" Kinder, ich weiß, es gibt viele Begleiterkrankungen, auch schwerwiegende, trotzdem haben diese Kinder genauso ne Chance verdient wie jedes andere Kind... für mich ist das eine Art Selektion, sorry das ich das so nenne, aber ich sehe es so...
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 21.08.2013
20 Antwort
@pw_reloaded ließ mal den Artikel... 9 von 10 Fraun lassendemzufolge einen Abbruch nach down Diagnose machen. http://m.t-online.de/index.html#article?id=53886526
Jacky220789
Jacky220789 | 21.08.2013
19 Antwort
ich denke es kommt auch immer drauf an, man muß sich ja generell bewußt sein, das man nicht nur 2-3 Jahre "opfert" um sein Kind zu pflegen und zu versorgen, sondern in den schlimmsten Fällen, sein Leben lang, und grade wenn man schon Kinder hat, wie bei uns zb bald 4, wäre es nicht denkbar soetwas umzusetzen ohne das man absolute Abstriche den anderen Kindern gegenüber machen muß, und ich/wir denken persönlich eben das sowas nicht gerecht den vorhandenen gesunden Kindern gegenüber ist, die können da ja nun nichts für, das schwer behinderte Kind auch nicht, aber wir in Deutschland haben so viel wie ich weiß auch weit aus später wie die erlaubten 12. Woche die möglichkeit die Schwangerschaft unter bestimmten Bedingungen zu beenden. Und ich glaube keine Mutter möchte doof gesagt ihr Kind ein Leben lang, Tag für Tag leiden sehen, es evtl. noch vor einem selbst Sterben sehen also ganz ehrlich, wenn ich die Möglichkeit hab, zu sagen ich beende es jetzt, weil es wäre kein schönes Leben für mein Kind oder es hätte nur 10 Jahre zu leben im höchstfall, ja dann würde ich mich schweren Herzens zum Wohle meines Kindes dagegen entscheiden. Denn ich glaube nicht das diese Kinder sich wirklich freuen das sie Leben, mit den Schmerzen die sie haben, oder wenn sie quasie die ganze Zeit im Wachkoma liegen. Ich kann mich täuschen, aber ich möchte sowas auch nicht herausfinden müssen.
Blue83
Blue83 | 21.08.2013
18 Antwort
Ich würde NIE abtreiben, egal welche Diagnose bestehen würde. Und ich kann das mit so einer Bestimmtheit sagen, weil ich jeden Tag mit solchen besonderen Kindern arbeite. Ich würde mich nie Wagen zu sagen ein Leben ist nicht lebenswert. Meine Kids auf der Arbeit sind alle solch tolle, liebenswerte, starke Charaktere! Und viele Behinderungen kannst du erst nach der Geburt fest stellen oder passieren durch Komplikationen während der Geburt. Natürlich kann ich verstehen, dass nicht jeder stark genug ist, solch ein Kind groß zu ziehen, aber für diese Fälle gibt es viele Einrichtungen, die einen unterstützen.
JennyBa
JennyBa | 21.08.2013
17 Antwort
Ich kann mir das nicht Ansehen mit den Ausergewöhnlichen Menschen es tut mir soooooooooooooo unfaßbar leid für sie es tut mir im Herzen weh so etwas zu sehen . Ich Persönlich würde abtreiben wenn ich erfahren würde das mein kind behindert ist der Grund dafür ist nicht das ich mich für das kind schämen würde oder ich mich nicht darum kümmern würde sondern ich würde es nicht ertragen mein kind leiden zu sehen ich hätte keine kraft für sowas ich würde sogar draufgehen Finde es sogar sehr sehr schlecht wenn jemand so ein kind austrägt denn man tut seinem kind nichts gutes damit
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 21.08.2013
16 Antwort
Meine Meinung ist wenn ich jemals mit einem Kind schwanger werden würde das schwer behindert oder dergleichen ist würde ich eine Abbruch machen, das ist einfach meine persönliche Meinung!
2fach-mama
2fach-mama | 21.08.2013
15 Antwort
@BieneMaya1987 zum Glück leben wir hier in Deutschland... kein Arzt würde ein Baby abtreiben, nur weils nen Downy ist... traurig solche Meinungen hier zu lesen... ich stand nie vor einer solchen Entscheidung, aber ich hatte 2 Spätabgänge , ich weiß nicht wie ich entscheiden würde... ich hoffe das da die Vernunft siegen würde, auch wenn das Herz anderes spricht... kann es aber wirklich nicht sagen...
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 21.08.2013
14 Antwort
Danke Aber mir wurde es ja auch leicht gemacht. Ich konnte mich ja gar nicht für sein Leben entscheiden... Aber ob ich es getan hätte wenn er lebensfähig gewesen wäre. Ja ich weiß, hätte könnte würde - aber irgendwie treibt mich die Frage um...
Zenit
Zenit | 21.08.2013
13 Antwort
@Zenit Ich weiß süße! Du bist unheimlich stark und ich glaube, nein ich weiß, das du im besten Sinne deines kleinen Engels gehandelt hast! Und das macht dich zu einer ganz tollen Mama! Du wolltest ihm alles ersparen, was gekommen wäre und hast sein Wohlergehen über deines gestellt! Und das macht eine Mama aus! Fühle dich ganz ganz fest gedrückt!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 21.08.2013
12 Antwort
@Kauderwelsch: Das ich niiiemals eine Schwangerschaft abbrechen würde, aus welchen Gründen auch immer stand für mich auch von Anfang an fest. Und dann kam die Diagnose :(
Zenit
Zenit | 21.08.2013
11 Antwort
@Caro87 in deinem fall, hätt ich wohl auch so entschieden,
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 21.08.2013
10 Antwort
Für mich steht in der Theorie immer fest, das ich keine Schwangerschaft abbrechen würde, egal wie die Diagnose lautet. Einfach weil ich denke, jedem leben, ein Leben zu schenken. Zu versuchen dem Kind ein tolles leben zu bieten, egal wie lange es dauern mag. Aber das ganze ist nur Theorie. Man muss wirklich in solch einer Situation stecken, um wirklich mitreden zu können. Ich kann aber jede Frau verstehen, die es nicht schafft diese Schwangerschaft bis zum ende zu führen. Und ich finde auch nicht das sie falsch handeln. Jeder Mensch geht mit solchen Diagnosen anders um. Und jeder sollte so entscheiden dürfen, wie er es für richtig hält. Ich finde es nämlich auch immer schade, das es Eltern gibt, die dafür kritisiert werden, weil sie sich für das behinderte Kind entschieden haben.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 21.08.2013
9 Antwort
Ich finde ob man sich für oder gegen einen Abbruch entscheidet, hängt davon ab, was das Kind hat. In meiner ersten SS wurde auch festgestellt, dass die Kleine nicht gesund ist. Sie hatte mehrere Fehlbildungen. Als wir das 2. Mal zur Feinsono deswegen waren und der Arzt sich den Kopf ansehen konnte, muss ich sagen stand es für mich fest, die SS abzubrechen. Auch wenn es extrem schwer fiel. Wir hatten ja die Diagnose, dass sie Wasseransammlungen im Kopf hatte und zu dem das Gehirn total unterentwickelt war. Lebenschance war gleich Null... Laut Arzt war die Wahrscheinlichkeit auch sehr hoch, dass sie noch während der SS verstirbt. Da stellten wir uns auch die Frage, ob das Leben unter den solchen Voraussetzungen lebenswert ist. Und dann kam auch dazu, dass ich psychisch total fertig war, nach der Diagnose.
Caro87
Caro87 | 21.08.2013
8 Antwort
Ich habe es gestern auch gesehen und fand es sehr traurig ihn so zu sehen. Ich persönlich würde ein schwerbehindertes Kind nicht austragen, auch keins mit down syndrom aber das ist meine persönliche Meinung.
BieneMaya1987
BieneMaya1987 | 21.08.2013
7 Antwort
das ist eine ganz schwer zu beantwortende Frage und ich glaube nicht, daß es auf diese Frage ein klares Ja oder Nein gibt. Grundsätzlich hat kein Mensch das Recht, einem anderen das Leben zu nehmen, egal, aus welchen Gründen. Ein 18jähriger ist selber in der Lage zu entscheiden, ob er leben möchte oder nicht und ich denke, egal, was man zu tragen hat und wie schwer es ist, man hängt an seinem Leben. So ein Leben ist natürlich mit sehr viel Leid verbunden, für den Jungen mehr körperlich, für die Eltern mehr seelisch, weil sie ihm nicht wirklich helfen, sondern nur erleichtern können. Es ist grausam, einen geliebten Menschen leiden zu sehen, und nicht helfen zu können. Zum Thema Schwangerschaftsabbruch aus Gründen einer Behinderung kann ich nur aus der Theorie sprechen und da kann ich wirklich nicht sagen, wie ich reagieren würde. Es kommt natürlich auch immer auf den Grad der Behinderung an, wie die Prognosen stehen und was für eine Zukunft das Kind hat. Geboren werden und keine Chance auf Leben zu haben ist natürlich grausam. ich weiß es wirklich nicht. Das ist auf der einen Seite ein Fluch der heutigen Medizin, weil man schon früh erkennen kann, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Früher, als es Ultraschall und das ganze noch nicht gab, sind die Kinder geboren worden und man hat dann erst gesehen, wie es dem Kind geht. Da waren die Eltern natürlich auf keinste Weise vorbereitet. Ich weiß nicht, ob es für mich als Nichtbetroffene richtig ist, an so einer Diskussion teilzunehmen, weil ich in keinster Weise Ahnung habe, wie es in Eltern aussieht, die vor so einer Entscheidung stehen. Theorie und Praxis sind immer ein himmelweiter Unterschied.
Chrissi1410
Chrissi1410 | 21.08.2013
6 Antwort
@Blue83 hm, und wie möchtest Du in dem oben geschilderten fall rausbekomm, das ein Kind diese Krankheit hat, bis zum erlaubten Abruch ?? So eine Krankheit wird erst nach der geb. festgestellt.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 21.08.2013
5 Antwort
@Blue: Ja das kann ich gut verstehen. Ich hab mir auch gedacht, in seinem Fall, als er noch ein Baby war und man seinen Verband wechseln musste und immer wieder ihm weh tun musste , und ihm nicht mal erklären konnte warum man das macht. Das hätte mir so unendlich Leid getan, ich hätte mich als seine Ma auch dafür gehasst ihm wehtun zu müssen. Ganz zu Schweigen von all den Dingen die er nicht erleben kann, die ihm quasi vorenthalten sind :/ Bei einem Downie hätte ich auch nie was gesagt, das ist ja noch eine vergleichsweise leichte Behinderung aber in dem Fall... Weiß ichs echt nicht :( Man muss die Entscheidung ja leider in der Schwangerschaft treffen, wenn man sich dafür entscheidet kann man ja nicht einfach später sagen: Oh, jetzt will ich das Kind doch nicht mehr...
Zenit
Zenit | 21.08.2013
4 Antwort
Ich kann mich nur Einzelstueck anschließen
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 21.08.2013
3 Antwort
Ganz schwierig. Ich selbst hatte in der ersten SS vier Wochen die Diagnose Down-Syndrom und offener Rücken. Bis zur 25.SSW wäre eine Abtreibung erlaubt gewesen. Gott sei Dank, war es eine Fehldiagnose und ich habe eine gesunde 9-jährige Prinzessin. Jedoch kann ich nicht sagen, wie ich bei bestätigter Diagnose reagiert hätte. Ich habe 4 Wochen nur geheult und hin und her überlegt. Aber eine Entscheidung hatte ich nicht fällen können. Ich denke aber schon, dass ich eher zur Abtreibung tendiert hätte. Und ehrlich gesagt, auch mit aus Bequemlichkeit. Sowohl für meinen Mann, mich und das Kind wäre die Situation wahrscheinlich extrem belastend gewesen. Bzw. hätte beim Kind auch über kurz oder lang zum Tod geführt. Ich weiß nicht, ob ich mir diese Last wirklich hätte antun wollen. Gott, hört sich total herzlos an.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 21.08.2013

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