Schwierige Situation zwischen meinem Vater und meinem Mann

SoSchro87
SoSchro87
16.04.2013 | 10 Antworten
Seit ein paar Tagen weiß ich, dass ich schwanger bin. Das ist auch alles so geplant und gewollt und mein Mann und ich sind über glücklich darüber. Doch die Stimmung wird etwas getrübt.

Es geht um meinen Vater. Ich bin ohne ihn aufgewachsen, habe ihn, wenn es hoch kommt, vielleicht 2 Mal im Jahr gesehen als Kind. Er war nie da und wir haben bis heute kein Verhältnis zu einander. Ich habe mal, als ich nach Stuttgart wegen der Arbeit zog, für 6 Monate bei ihm gewohnt. Es waren sehr harte 6 Monate, da er neu geheiratet hat und mit der Frau noch 3 neue Kinder hat. Unsere Kommunikation beruht mehr darauf, dass er meint, er müsste versuchen mich immer noch zu erziehen und kommt immer mit irgendwelchen dummen „Vater-Weisheiten“ und hirnverbrannten Ideen.

Leider ist vor 3 Jahren die Beziehung zwischen mir und meinem Mann fast in die Brüche gegangen. Da ich es nicht besser wusste, zog ich aus unserer gemeinsamen Wohnung und zog wieder bei meinem Vater ein, für 2 Wochen. In diesen 2 Wochen war ich sehr hin und her gerissen, ob ich die Beziehung zu meinem Mann beenden sollte. Ich habe schon immer mein Herz auf der Zunge gehabt und dementsprechend viel habe ich auch geredet. Ich habe auch schlechte Sachen erzählt, die eigentlich meinen Vater nichts angehen.

Seit dieser Sache sind mein Mann und mein Vater zerstritten. Mein Mann hat schon seit dem 3 Mal versucht das ganze aus der Welt zu schaffen, doch mein Vater hat ihn jedes Mal wie einen Dummi behandelt. Er sprach mit ihm, als wäre er 12 Jahre alt und müsste ihm jetzt was übers Leben erzählen, oder er hat sich hinter seiner Frau versteckt („das müsse er erst mit seiner Frau absprechen…“). Ich war bei jedem Gespräch dabei, daher kann ich das auch so schreiben. Seit dem habe ich wieder mal wenig bzw. gar keinen Kontakt zu meinem Vater/Geschwistern. Jeder lebt sein eigenes Leben und alles ist gut. Aber der Streit ist immer noch da und seit ich schwanger bin, kocht dieser Streit wieder hoch. Vorallem zwischen mir und meinem Mann.

Ich verstehe meinen Mann, wenn er sagt, er möchte nicht dass mein Vater uns irgendetwas gibt, egal ob Geld, Babysachen oder sonstiges und ich verstehe auch, dass er nicht will, dass mein Vater unser Kind sieht. Ich sehe es zu 80 % nämlich auch so. Mein Vater kommt kaum mit seinem Leben klar, geschweige denn, mit meinen Geschwistern (alle drei im Alter zwischen 8 – 15 Jahren). Und mir gegenüber war er nie ein guter Vater, er hat bei mir viel Schaden angerichtet (psychologisch gesehen) und ich sehe auch nicht ein, dass er das bei unserem Kind weiter macht.

ABER, und jetzt kommt der Hagen: Darf ich meinen Vater seinen Enkel „vorenthalten“? Oder noch besser gefragt: darf ich unserem Kind seinen Opa vorenthalten? Also ich rede hier nicht von rechtlichen Sachen. Ich rede hier rein von der moralischen Seite. Und wie erkläre ich meinem Vater, dass ich schwanger bin, er mich auch bis zur Geburt gerne sehen darf, aber er nicht ins Krankenhaus kommen darf und seinen Enkel/seine Enkelin nie sehen wird, solange er sich aufrichtig bei meinem Mann für sein Verhalten entschuldigt und er meinen Mann nicht wie ein Kind behandelt oder wie einen Schulbub.

Es ist vielleicht gar nicht so schlimm, wie es für mich aussieht, aber ich bin irgendwie verzweifelt. Ich brauche meinen Vater nicht. Doch ich fühle mich jetzt schon Schuldig, unserem Kind seinen Opa vor zu enthalten. Mit meinem Mann brauche ich darüber nicht mehr zu reden. Das Thema ist für ihn durch. Und wenn ich mich entscheiden muss, zwischen meinem Mann und meinem Vater, wähle ich ganz klar meinen Mann und mein Leben mit ihm.

Mit der Familie meines Mannes komme ich super aus. Seine Eltern lieben mich, genauso wie seine Geschwister. Und alle würden sich riesig darüber freuen, wenn wir endlich Eltern werden. Hach ich weiß einfach nicht was ich tun soll… oder soll ich es einfach lassen und meinem Vater gar nichts sagen? Aber das wäre auch doof, wenn alle anderen Bescheid wissen nur er nicht. Kennt vielleicht jemand diese Situation? Hat da vielleicht jemand Erfahrungen mit gemacht?
Über Eure Antworten wäre ich wahnsinnig Dankbar. ?

LG
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10 Antwort
@Moppelchen71 Ach ja und ich weis das ich Schuld daran habe :-) Ich habe mich glaube ich zwangzigtausend Mal bei allen entschuldigt und ich bereue nichts mehr, als dass ich zu meinem Vater gegangen bin, obwohl ich ja eigentlich weis wie er ist. Vielleicht war es Hoffnung, dass es diesmal nicht so ist. Ich hab mir als Kind schon immer öfter als normal die Hand am Herd verbrannt... ;-)
SoSchro87
SoSchro87 | 17.04.2013
9 Antwort
@Moppelchen71 So ganz ist das nicht. Ich habe, wie du schon gesagt hast, Schutz UND Vertrauen gesucht bei meinem Vater und meiner Stiefmutter, dass stimmt. Aber das Vertrauen ist gebrochen worden von ihnen. Das hat mich sehr verletzt, vorallem weil beide schon in einer ähnlichen Situation in ihrem Leben gewesen sind. Hinzu kommt, dass ich meinem Vater mehr als einmal die Möglichkeit gegeben habe, das ganze aus der Welt zu schaffen. Ich habe ihn sogar darum gebeten den ersten Schritt zu gehen, damit das ganze beendet ist, wo er zugestimmt hat. Das war vor ca. einem 3/4 Jahr und er hat nichts gemacht. Das zeigt mir, dass er kein Interesse hat. Und nur weil ich jetzt schwanger bin, braucht er meiner Meinung nach keinen Versuch zu starten dem ganzen entgegen zu wirken. Das hat einfach einen zu bitteren Beigeschmack! Oder sehe ich das falsch?
SoSchro87
SoSchro87 | 17.04.2013
8 Antwort
Du hast damals Deinem Mann, von dem Du sehr verletzt warst, eine neue Chance gegeben, aber Deinem Vater gibst Du sie nicht, wo er zumindest jetzt zeigt, dass Du ihm nicht egal bist? Und das tut er ja, indem er dem Mann, der seine Tochter sehr verletzt hat, deutlich zeigt, dass er niemanden respektieren kann, der seine Tochter dermaßen verletzt. Es ist also keine Boshaftigkeit Dir gegenüber, sondern ein Ausdruck seiner Zuneigung zu Dir, wenn er Deinem Mann gegenüber nicht mehr respektvoll sein kann. Einerseits hast Du auch ein bisschen mit Schuld. Als Dein Mann mies war, hast Du Schutz und Vertrauen Deines Vaters entgegengenommen. Jetzt brauchst Du es nicht mehr und verdammst Deinen Vater. Das finde ich sehr traurig! Und was wird, wenn das Kind später nach seinem Großvater fragt? Wollt ihr ihm dann sagen, dass Ihr zu verhindern wusstet, dass es seinen Opa nicht kenenn durfte oder wird ihm dann gesagt, dass er als Vater und als Großvater kein Interesse hatte?
Moppelchen71
Moppelchen71 | 17.04.2013
7 Antwort
@black-rose21 Ich sag mal so: es gehören immer zwei Seiten/Parteien dazu: die Kinder mit den eigenen Kindern und die Eltern. Und zum Beispiel hat mein Großvater nie bewusst/konkret den Kontakt mit mir oder meiner Schwester gesucht, indem uns z. B. mal einen Brief geschrieben hat. Daher war dieser "Großvater" für mich nie ein Thema. Als gestorben ist, war das für mich eine Situation, als wäre eine x-beliebige Person gestorben. Für mich war ein Fremder. Daher finde ich, dass auch von der Elternseite nicht nur negatives kommen darf. Sonst bin ich dafür, dass man lieber keinen Kontakt haben sollte.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 16.04.2013
6 Antwort
ich denke du solltest deinem vater eine chance geben, ..und dein mann darf dich auch nicht vor die wahl stellen, ..weil es dein vater ist und nicht irgend ein fremder, ..ich habe meinen vater auch erst mit 12 kennengelernt und nach 2 jahren den kontakt abgebrochen weil ich dachte "er ist kein guter vater für mich" als ich 16 war habe ich es nochmals versucht und ich habe erkannt das mein vater ein gutes herz hatte , ..er hat versucht mit zu helfen wo er konnte und 2011 ist er leider plötzlich verstorben im alter von nur 55 jahren , ..wenn ich heute meinen kleinen anschaue sehe ich auch meinen vater in ihm und ich hätte mir so sehr gewünscht das er ihn kennen gelernt hätte, .. irgendwann ist es zu spät , ..dann kannst du nichts mehr ändern oder rückgängig machen!! egal scheint dein vater dir ja auch nicht zu sein!!
black-rose21
black-rose21 | 16.04.2013
5 Antwort
@SoSchro87 betrogen kann ich jetzt nicht sagen. Aber es war schon als Kind komisch, wenn die Freunde von Ausflügen mit ihren Großeltern erzählten und ich nichts erzählen konnten. Zumal meine anderen Großeltern ca. 300 km entfernt wohnen und wir die bei Feiern gesehen haben . Aber ich muss auch sagen: als ich dann meinen Großvater "kennengelernt" habe - wir sind ihm in der Stadt über den Weg gelaufen - und bei den anschließenden Treffen, bin ich nie richtig mit ihm warm geworden, weil er so eine Art hatte, mit der ich nicht klar kam.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 16.04.2013
4 Antwort
@Lene789 Na gut ohne Opa wird es ja nicht sein. Meine Schwiegereltern sind ja noch da und meine Mama und ihr Mann ist ja auch noch da. Nicht zu vergessen die ganzen Onkelz, Tanten und Cousins und die kleine Cousine :-) Ich hoffe ja auch, dass sich das ganze dann, wenn unser Wurm da ist, im Sand verläuft, aber irgendwie, zweifel ich daran... :-/
SoSchro87
SoSchro87 | 16.04.2013
3 Antwort
Also ganz ohne Opa ist schon traurig. Ich kenne die Situation jetzt nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass angesichts des Kindes die beiden sich irgendwie zusammenreissen können, oder? Manchmal ändern sich festgefahrene Sachen bei Geburt eine Kindes.
Lene789
Lene789 | 16.04.2013
2 Antwort
@MiriamEvelyn Fühlst du dich nicht betrogen? Ich hatte keine wirklich liebevolle Kindheit mit meiner Mutter
SoSchro87
SoSchro87 | 16.04.2013
1 Antwort
Also, ich habe meinen Großvater mütterlicherseits erst mit ca. 15 Jahren "kennengelernt". Mehr oder weniger durch Zufall. Vorher wurde er von seiten meiner Eltern und meiner Großmutter quasi totgeschwiegen. Es wurde nie von/über ihn gesprochen. Es war quasi, als würde es ihn gar nicht geben. Bis heute weiß ich nur, dass meine Großeltern sich vor meiner Geburt haben scheiden lassen. Mehr nicht. Von seiten meiner Familie wird auch das Gefühl vermittelt, dass man da nicht drüber reden möchte/wird. Mir hat nicht wirklich gefehlt. Vielleicht auch weil von klein auf nicht da war.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 16.04.2013

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Kategorie: Familienleben

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