Depressive Mutter/Spagat zwischen ihr und eigener Familie

Anna_Katharina
Anna_Katharina
17.04.2012 | 13 Antworten
Hallo zusammen,
meine Mutter ist depressiv. Richtig Hilfe will sie nicht in Anspruch nehmen. Meine Oma, ihre Mutter, ist vor einigen Wochen verstorben und seither ist es richtig schlimm.
Vor zwei Wochen musste ich meine Mutter wegen eines Zusammenbruchs ins Krankenhaus bringen. Die haben uns aber wieder nach hause geschickt, wobei ich einen Klinikaufenthalt für richtig und wichtig gehalten hätte.
Was den Tod meiner Oma betrifft, so habe ich fast alles erledigt. Meine Mutter wäre dazu gar nicht in der Lage gewesen. Es ist so, dass sie nur mich und einen Lebensgefährten hat. Der Lebensgefährte macht aber auch eher sein Ding.
Mein Vater ist tot und auch sonst gibts eben niemanden. Eine Freundin hat sie nicht.
Meine Mutter verlangt viel von mir. Am liebsten wäre es ihr, wenn ich ihr zu 100% zur Verfügung stehe. Aber ich bin doch nicht für sie verantwortlich. Ich bin Mama eines kleinen Sohnes, fahre nur ein Zweisitzerauto und habe auch keinen Babysitter, der spontan einspringen könnte. Mein Freund arbeitet den ganzen Tag, manchmal bis spät abends. Ich ziehe abends schon den Telefonstecker, weil ich mit Anrufen rechne, wo sie verlangt, dass ich sofort zu ihr fahre. Sie wohnt ca. 45 min. von mir entfernt, also nicht gerade um die Ecke. Sie wohnt allein.
Wir waren jetzt im Urlaub und ich versuche sie seit gestern zu erreichen. Ich habe keinen Wohnungsschlüssel, sie hat die Schlösser ausgetauscht.

Ich versuche mir immer und immer wieder vor Augen zu halten, dass ich auch an mich und meine eigene kleine Familie denken muss. Aber es ist so schwer.
Ich mache mir einerseits echt Sorgen wegen meiner Mutter, aber andererseits war sie für mich auch nie wirklich da. Wir hatten nie ein tolles Mutter/Tocher-Verhältnis.
Ich habe jeden Tag Angst vor neuen Überraschungen mit ihr.
Ich habe mich jetzt mit der Diakonie in Verbindung gesetzt, um herauszufinden, welche Hilfe ich in meiner Situation in Anspruch nehmen kann. Auch will ich mit ihrem Hausarzt nochmal sprechen.

Ich versuche ihr Mut zu machen, dass sie doch mal an ihren Enkel denken soll, dass ich auch traurig bin wegen des Todes meiner Oma, dass auf mich auch alles hereinbricht und ich dennoch funktionieren muss, alles regeln muss, den Überblick behalten muss. Meine Kräfte sind auch nur begrenzt.

Ist oder war jemand von Euch schon mal in einer ähnlichen Situation oder ist in so einer Situation?

Ich würde mich über einen Erfahrungsaustausch sehr freuen.

danke fürs Lesen. Text ist lang geworden.

LG
Anka

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13 Antworten (neue Antworten zuerst)

13 Antwort
sie muss die einsicht haben, dass ihr geholfen werden muss und die hilfe dann auch annehmen...das war bei meinen großeltern auch ganz schlimm..da wurde sich regelrecht geweigert wenn morgens die pflege kam um die medis zu geben oder um beim waschen zu helfen... mein opa kommt da heute noch nich mit klar..den betrifft die pflege zwar nich, aber wenn die, die für meine oma kommt, mal fragt ob sie beim rücken waschen helfen soll, dreht er fast durch und schnauzt die an das er das nich will, das es für ihn nich in frage kommt usw...is halt sein stolz den er noch hat..vorlagen oder diese windelschlüpfer, die ja kein mensch sieht, will er auch nich, trotz inkontinenz usw..er is aber irgendwo noch "klarer" als meine oma..die lässt sich das mittlerweile alles gefallen, weil sies gar nich mehr richtig versteht aber es zerrt an den nerven bzgl. der angehörigen...ich weiß wie das is
gina87
gina87 | 17.04.2012
12 Antwort
und wieder was is...auch wenn man zuvor da war und da alles ok war.... die entscheidung sie damals zu überreden herzuziehen war richtig..früher wohnten sie in berlin, was 1, 5-2std autofahrt entfernt is von hier...und da hatten sie niemanden...meine mutter is das einzige kind..weitere verwandte oder so gibt es nich..von hier aus könnt man das nich managen wenn sie weiter in berlin leben würden.. und bzgl. kh..wir kennen das..uns haben sie auch schon oft mit meinen großeltern wieder heimgeschickt, weils keinen grund gab sie dazubehalten..kranengeschichte is bekannt..mehr als das wies jetzt is kann man nich machen..ergo kh-aufenthalt unnötig..
gina87
gina87 | 17.04.2012
11 Antwort
in der form kenn ichs nich...nur eben mit meinen alzheimerkranken großeltern...meine mutter bzw wir, schaffen das auch nich mehr allein..ohne pflege die täglich kommt gehts nich..sonst müsst einer kündigen und da einziehen... wir lassen ihnen weitestgehend ihre freiheiten, haben aber immer ein auge drauf..grade was das finanzielle anbelangt und das zuhause alles sauber is und auch auf ihre hygiene..mittlerweile is mein mutter gesetzl. betreuer für meine oma ..für meinen opa der noch keine stufe hat, hat sie ne betreuungsverfügung..wir müssen aber jeden tag zu ihnen..einfach um zu gucken ob alles okay is, was so los war, post durchgucken usw und eben auch, damit sie jemanden zum erzählen haben..der soziale kontakt is bei den beiden ganz wichtig..oma kommt gar nich mehr raus und opa muss jeden tag irgendwohin...und wenn er wegen kaffeesahne die noch da is, zum edeka fährt..der brauch das einfach... aber wir müssen auch jeden tag damit rechnen, dass ein anruf kommt
gina87
gina87 | 17.04.2012
10 Antwort
@Anna_Katharina sie braucht einfach ärztliche hilfe. es wird auch mit medikamenten nie so ein oma/enkel verhältnis sein, wie es bei gesunden menschen der fall ist aber damit muss man leben und sich arrangieren. aber zu allererst muss sie sich behandeln lassen. lass sie nicht hängen und sorge dafür, dass sie zum arzt geht bzw. sie sich gleich in eine fachklinik einweisen lässt. es ist deine mutter. das darf man nie vergessen...
Boah_Ey
Boah_Ey | 17.04.2012
9 Antwort
Am Tag der Beerdigung meiner Mutter habe ich mit der Pfarrerin ein langes Gespräch geführt. Sie meinte auch, dass jeder für sich verantwortlich ist. Sie hat mir auch dazu geraten, mit dem Hausarzt meiner Mutter zu sprechen, dass dieser evtl. einen Klinikaufenthalt in die Wege leitet. Aber sie muss eben selbst auch wollen. Ich glaube, für eine Zwangseinweisung reicht es nicht.
Anna_Katharina
Anna_Katharina | 17.04.2012
8 Antwort
Ich habe oft versucht, Ihr Mut zu machen. Ich habe ihr von meinem Sohn erzählt, was er alles neues kann, was wir unternommen haben, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass sie das so wirklich nicht interessiert. Hier fehlt dann auch das Oma/Enkel-Verhältnis. Ich glaube, es liegt daran, dass sie viel zu sehr mit sich beschäftigt ist.
Anna_Katharina
Anna_Katharina | 17.04.2012
7 Antwort
ich war auch mitten in den abschlussarbeiten. ich habe meine mutter das erste mal selber einweisen müssen. das war echt kein schönes gefühl, aber was hätte ich anderes machen sollen? sie hat sich selber gefährdet. ich würde an deiner stelle erst mal mit dem hausarzt reden und evtl einen psychologen hinzuziehen. wünsch dir alles gute
fluketwo
fluketwo | 17.04.2012
6 Antwort
Hallo, ich kenne das, allerdings nur teilweise. Meine Mum hat damit jetzt seit 14 Jahren zu tun. Sie ist aber in Behandlung und hat mit meinem Vater Gott sei Dank den perfekten Rückhalt. Versuch ihr klar zu machen, dass du so gut es geht für sie da sein möchtest, aber trotz allem noch ein eigenes Leben hast. Meine Mutter wurde krank, weil sie über einen langen Zeitraum meine Großeltern versorgt hat und mit dieser Situation restlos überfordert war, zumal es ihr auch niemand gedankt hat. Unterschätz das bitte nicht und denke an dich!!! Ich würde versuchen, sie dazu zu bringen, dass sie sich helfen lassen muss, alleine wird sie das bestimmt nicht schaffen und Depressionen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Viel Glück!!!
Momo2001
Momo2001 | 17.04.2012
5 Antwort
vor 8jahren ist der partner meiner mutter gestorben. sie hat das irgendwie alles abgetan. auf einmal, 8monate später, bekam ich nachts ne sms von ihr. sie irrte draussen rum. ich nahm es aber nicht für voll, da sie öfter ihre psychosen hat. ich war in dieser nach bei meinem partner und am morgen ging er per zufall zu mir nach hause und fand meine mutter in meinem bett. sie war total verwirrt und hat auf keine fragen mehr richtig geantwortet. ich musste dann von meiner arbeit wieder los, weil ich nach meiner mutter schauen musste. der hausarzt konnte nichts feststellen und ich ging zum psychiater meiner mutter. er meinte, dass es wirklich schlimm sei und ich tat alles um sie am gleich tag noch in die klinik zu bringen. meine mutter hatte das glaube ich schon geahnt und sie hatte bei mir zu hause ne voll gepackte tasche. ich hatte damals meinen grossen und war in der lehre. ich konnte mich nicht um meine mutter kümmern
fluketwo
fluketwo | 17.04.2012
4 Antwort
Ja, ich muss es lernen, mich selbst zu schützen. Es ist verdammt schwer. Es ist nicht so, dass ich meine Mutter hasse. Sie ist meine Mutter und zwangsläufig macht man sich Gedanken. Leider hat sie keinen Führerschein, nie gemacht. D.h. sie ist auch nicht mobil. Sie braucht immer einen Fahrer.
Anna_Katharina
Anna_Katharina | 17.04.2012
3 Antwort
Die im Krankenhaus meinten, es würde kein Anlass bestehen, dass sie dort bleibt. Sie hätte momentan mit der Trauer zu kämpfen. Ich hoffe, dass sie bei ihrem Lebensgefährten ist und alles okay ist. Den erreich ich aber auch nicht. Andererseits war meine Mutter vor dem Tod meiner Oma auch schon schlecht erreichbar. Ach ist das alles ein Chaos. Manchmal möchte ich einfach nur noch flüchten.
Anna_Katharina
Anna_Katharina | 17.04.2012
2 Antwort
Ich kann nur so viel dazu sagen: Jeder ist für sich selbst und sein Wohlbefinden verantwortlich. Wenn es dir zu viel ist, dann musst du für DICH sorgen indem du einen Riegel vorschiebst. Du musst dich abgrenzen und wenn du es nicht kannst, dann musst du es lernen. Ich weiß aus eigener Erfahrung das es nicht so leicht ist wie gesagt. Natürlich nicht! Wenn du alleine nicht dazu in der Lage bist, musst du dir dabei Hilfe holen. Es ist schwer sich von jemandem abzugrenzen der krank ist besonders dann wenn es sich um enge Vertraute handelt, aber es ist nötig um dir selbst zu helfen. So wie du für dich verantwortlich bist, ist deine Mutter für sich verantwortlich und das muss auch sie lernen, wenn sie das nicht will ist es ihr Problem. Ich wünsch dir viel Kraft dabei dich selbst zu schützen!
Sooy
Sooy | 17.04.2012
1 Antwort
wieso haben die euch wieder nach hause geschickt??? wenn du sie nicht erreichen kannst, versuche mit polizeilicher hilfe in die wohnung zu kommen. dann holt einen notarzt, der sie zwangseinweisen kann. das geht zwar 48 stunden gegen den willen des patienten aber vllt. öffnet ihr das die augen und sie nimmt endlich professionelle hilfe an. das muss allerdings von ihr selbst ausgehen. ichbin genau das gleiche im januar 2010 durch und es war die einzige möglichkeit, dass sie, meine mutter, -wieder- ihre medis genommen hat. sie ist schon lange in nervenärzlicher behandlung...
Boah_Ey
Boah_Ey | 17.04.2012

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