Weil stillen oder nicht..

Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer
03.06.2014 | 25 Antworten
....in kurzer Zeit zwei mal Thema war, dachte ich, ich stell den noch mal ein (zwinker)
.. Nähe, Abhängigkeit, Altmodisch, Modern, Liebesbeziehung, verlängerte Nabelschnur, gesunde Ernährung, belastend weil die Kinder länger brauchen um durchzuschlafen.(Ausnahmen möglich)

Diese Liste von Meinungen und Gefühlen in unserer Gesellschaft die zum Thema stillen les und hörbar sind kann man noch erweitern.

In dem Spruch " jede kann es, keine muss es" ist alles gesagt.

Ob und wie lange eine Frau "kann" ist aber stark davon abhängig welche Unterstützung sie bekommt. Jede Schwangere bekommt Informationen aus ihrem Freundes oder Familienkreis. Der Einfluss auf das Vertrauen ob ich das wohl als Frau kann wird dort schon geprägt. Wenn wenige bis keine Frauen aus dem Umfeld gestillt haben dann ist das frühe Abstillen schon vorprogrammiert.
Meistens setzt der Saugtrieb 20 Min. nach der Geburt ein, nun liegt es an, der Zeit , dem Engagement und der eigenen Einstellung zum Stillen an der Hebamme ob und in welcher Form die Stillbeziehung beginnt.
Das Kind sollte beim ersten Anlegen danach mit einer ersten primären Information auf der Festplatte einschlafen. Nämlich .. stillen ist schön, Trost, und Sicherheit.
Auf der Station geht es dann weiter..die eine Schwester ist der Meinung das Kind solle auch am 2 und 3 Tag ruhig noch schlafen, die andere sagt wecken zum anlegen. Die eine empfiehlt bei wunden Warzen Salbe die andere Schwarztee. Eine Schwester sagt abpumpen bei zuviel Milch( was natürlich nicht sinnvoll ist) die andere legt Quarkpackungen auf.
Die eine Schwester ist geduldig beim Warten auf den Milcheinschuss am dritten Tag, die andere füttert schon am 2 Tag zu!
Das alte Wissen um das Stillen ist verloren gegangen und die Verunsicherung in unsere Ureigensten Fähigkeiten sind , wie in der Schwangerschaft auch, erschüttert.
Am Anfang müssen beide, die Mutter und das Kind es lernen, sie haben es beide noch nie vorher getan.
Jedem Erwachsenen der einen neuen Job anfängt billigt man 4-6 Wochen Einarbeitungszeit zu, nur unsere Neugeborenen die haben gefälligst von Anfang an zu funktionieren?
Meine Erfahrung mit den Frauen die wir im Jahr betreuen ist, 98% stillen voll in den ersten 5-6 Monaten. Danach wird mit Beikost begonnen und viele der Kinder sehen nie eine Flasche mit Kunstnahrung sondern sind mit meist 10 Monaten komplett auf Löffel umgestellt.

1% der Frauen entscheidet sich gegen das Stillen, die Gründe spielen keine Rolle und sie werden diskussionslos akzeptiert, das andere 1% hat wirklich auch nach allen Versuchen die Menge zu steigern nicht genügend Milch und füttert zu.
Mein Rat .. schon in der Schwangerschaft Kontakt zu einer Stillgruppe suchen, das Stillbuch von Hanna Lotrop kaufen und lesen ( die Bibel für Stillende), eine Hebamme suchen die möglichst selbst gut und erfolgreich gestillt hat, ambulant oder zu hause entbinden.
Kinderärzte sind häufig Männer, diese haben keine Brüste aber sind kompetentere Stillberater als eine Hebamme ?
Ich will nicht abstreiten das es sowohl sensible Kiä , wie unsensible Hebammen gibt, aber ich ziehe ein Gegenüber mit einer Brust bei Brustproblemen vor.


Hier einige Tipps für erfolgreiches stillen:

- möglichst in den ersten 2 Stunden nach der Geburt den
angeborenen Suchreflex ausnutzen und das Kind anlegen.

- Bequeme Position beim stillen
- Kind zur Brust, nicht Brust zum Kind( Bauch an Bauch)
- Darauf achten, dass das Kind den Mund weit öffnet( Vogelküken) und viel vom Hof mit in den Mund bekommt. ( Vorbeugung wunder Brustwarzen und wichtig um den Milchflusreflex auszulösen)
- In den ersten Tagen keinen Schnuller ( Gefahr der Saugirritation)
- Keine Zufütterung mit Glykoselösung oder Kunstmilch ( nur wenn das Kind mehr als 10% vom Geburtsgewicht verloren hat)
- Möglichst kein Stillhütchen ( verringert oft die Milchmenge und erschwert die Entleerung der Brust)
- Stillen nach Bedarf( kann in den ersten Wochen bis zu 10 mal am Tag sein)
- Ruhe und Rückzug beim stillen ( kein Fernseher , Radio oder Besuchslärm)
- Ruhe bewahren!
- Frühzeitiger Kontakt zur Hebamme, Stillgruppe und/oder Laktationsberaterin

Dein Kommentar (bzw. Antwort)
Noch 3000 Zeichen möglich.

25 Antworten (neue Antworten zuerst)

25 Antwort
@BLE09 ausnahmen bestätigen die regel. das klingt alles nach ausnahmen. ist ja auch mal die ausnahme, dass einem viele ausnahme"fälle" begegnen. meine beleghebamme zum beispiel hat eine eigene praxis, macht vorsorge, nachsorge, und geburten, ist stillberaterin und hommöopathisch ausgebildet. die quote ihrer wöchnerinnen . ALLE konnten stillen, einige wenige gaben auf, weil sie die blutigen warzen nicht ertragen haben, dachten sie würden es nicht schaffen, andere wollten einfach die "länger sattmachende" flasche, aber versucht haben es tatsächlich alle. nur bei an einer hand abzählbaren säuglingen kamen andere faktoren hinzu, weshalb vllt zugefüttert werden musste oder weil sie im kh auf der intensiv etc. bleiben mussten.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 08.06.2014
24 Antwort
@Heviane also ich hab mich darüber viel mit älteren Frauen aus der Kriegs und Nachkriegszeit in Österreich unterhalten - da gab es keine "Premilch" oder so, man war wirklich auf's Stillen angewiesen, und dennoch klappte es oft nicht- Also gaaanz so selbstverständlich ist es eben wirklich nicht ... Es gibt Babys, die zu schwach sind, bei denen der Saugreflex zu schwach ausgeprägt ist, es gibt Frauen, bei denen es schwierig ist wegen Schlupfwarzen + Probleme mit dem Milchspendereflex, etc... Wenn eben 2 Problemfälle aufeinandertreffen kann es sein, dass das Stillen zum Kraftakt wird, der eben nicht wirklich funktioniert - Und mein Vater war in eine Fleischerfamilie, die waren nicht reich und hatten dennoch eine Amme... also so ist es auch nicht ;)
BLE09
BLE09 | 08.06.2014
23 Antwort
Auch beim sogenannten Langzeitstillen gilt......stillen ist eine Liebesbeziehung, wann diese beendet wird ist ganz allein Sache der beiden "Verliebten" Was bei uns als Langzeit gilt, ist in anderen Kulturkreisen nicht mal als Wort bekannt!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 05.06.2014
22 Antwort
@BLE09 P.S. gleichzeitig drei Kinder !
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 05.06.2014
21 Antwort
@BLE09 Mutter mit 2 gesunden, nicht operativ veränderten und mit Brustwarzen bestückten Brüsten " kann" Kind mir normalem Kiefer, Gaumen, Zunge und ohne Hirnfehlbildung " kann" ebenso! Ausnahme, das 1% was ich oben beschrieben habe. Ammen waren damals häufig Luxus für reiche Familien nicht etwa einzige Ernährungsmöglichkeit! Und....eine Amme stillte manchmal 3 Kinder....was ein deutliches Zeichen für "kann" sein dürfte.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 05.06.2014
20 Antwort
zu "jeder kann es" meinte meine Stillberaterin eher: es ist schon auch eine Talentsache. Es gibt Talentierte Babys und talentierte Mütter. Es genügt, wenn sich einer von beiden egschickt anstellt, dann klappt es gewöhnlich. Es gibt aber auch Fälle ... ;) Also, es "kann" nicht JEDE - das war auch früher so, auch da mussten teils Ammen übernehmen, weil es NICHT klappte, oder es wurde irgendwas zusammengerührt.
BLE09
BLE09 | 04.06.2014
19 Antwort
@mara_olivia Danke, das ich mich hier nicht als einzige "outen" musste! Heutzutage darf man das ja nicht mal laut sagen, das man noch stillt. Und übrigens mein Kind ist keine 3 Jahre, aber wirds Ende Sept. Jeder liest 3 und denkt nur "Oh mein Gott"! Da sieht man ja wie verkorkst unsere Gesellschaft inzwischen ist. Hauptsache die Babynahrungsindustrie verdient daran gut.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 04.06.2014
18 Antwort
@Nayka sei mir bitte auch nicht böse, aber lern mal richtig zum Lesen. Mein Kind ist NICHT 3 Jahre, sondern WIRD Ende Sept. 3... wie manche immer wieder meinen, alles besser wissen zu müssen... wenn ich mein Kind noch stille, ist das allemal meine Sache, ich tu es ja auch nicht in der Öffentlichkeit, weil ich weiß wie unsere Gesellschaft reagiert. Ich hab eine Arbeitskollegin, die von Anfang an gesagt hat, sie wirds erst gar nicht versuchen und gibt nur Flasche. Ist für mich komplett ok, aber sogar DAS wird in unserer Gesellschaft eher toleriert, als wenn ich sage, ich stille mein Kind mit 2, 5 Jahren noch immer . Ich glaube nicht, das man Stillen romantisieren kann? Für mich gehts da um Ernährung oder romantisierts du dein Mittagessen? Ich stille ja nicht im Kerzenschein. Und die Mütter in Afrika, die wirklich nur so ihre Kinder "vernünftig" ernähren können tun ihren Kindern einen größeren Gefallen als wir in den Industriestaaten, wo wir die Kinder mit künstlichem Klumpert vollstopfen von Anfang an und noch glauben, das wäre gesund... aber jedem das Seine.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 04.06.2014
17 Antwort
@nayka ja, damit magst du ja auch recht haben. aber dort ist eben keine eher verpönte meinung zum stillen. ich habe von so vielen bekannten, freunden, sogar familie schon sehr früh ab etwa 6 monate dieses bösen augenbrauenheben mit mündlichen spitzen wie "du stillst immernoch? steig doch auf flasche um. das ist ja eklig. langzeitstillen?! sowas gibts gar nicht. du zwingst dein kind doch dazu. du suchst wohl zuneigung in dem stillen. liebesersatz. etc pp" zu hören bekommen. und das ist gar nicht mal so selten im allgemeinen. die meinung zum stillen ist heutzutage in unseren regionen leider wirklich eher bescheiden. ich muss gestehen, ich wollte anfangs gar nicht stillen. über langzeitstillen hatte ich keine ahnung. ich hatte keine "romantische" sichtweise, aber es hat sich eben so ergeben und ich setze halt auf natürliche regulation. jeder darf seine meinung haben, auch du, dass du es mit drei jahren befremdlich findest. das ist okay. ich möchte dir deine meinung auch gar nicht nehmen. was ich eigentlich sagen wollte... diese meinung nehmen halt viele einfach an sich und haben sie dann, obowhl sie sich mit dem thema noch nie befassten. wenn man sich damit befasst hat, was du sicherlich hast, dann ist es vollkommen legitim, dass du es so siehst.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 04.06.2014
16 Antwort
@mara_olivia sehr schöne antwort, danke :-) ich erlebe nämlich oft dass sich menschen hinter der aussage "wo anders wird's auch so gemacht" verstecken, drum hats mich jetzt intressiert. natürlich weiss ich selbst wie das in anderen ländern/Kulturen gehandhabt wird. ich bin mir allerdings nicht sicher ob wir das nicht zu sehr "romantisieren". ich denke, in vielen ländern der erde wird's wirklich hauptsächlich darum gehen, das Kind vernünftig zu ernähren. ich glaube hier haben noch nicht allzuviele mamas mit einer stillenden aus dem Amazonas geredet. ausserdem denke ich, dass da, wo die mamas länger stillen bzw kein pulver vorhanden ist eher weniger verhütet wird. drum kann ich mir einfach nicht vorstellen dass in solchen Kulturen ein Kind 3-4 jahre gestillt wird, ich denke da wird eher dem jüngsten Geschwisterchen platz gemacht
Nayka
Nayka | 04.06.2014
15 Antwort
@nayka zusatz. eigentlich überall dort, in den kulturen, wo natürliche regulation, statt zwang, alternative ansichten, statt weltlicher industrieller sicht herrscht. dort, wo es nicht als besser/einfacher/gut angesehen wird nestlepulver o.ä. zu geben, weil das kind dann möglicherweise länger satt ist. dort, wo die länder keine industrieländer sind und das dasein nicht vordergründig die leistungsgesellschaft ist. dort, wo akzeptiert ist, dass das kind entscheiden kann wie lang es das gesündeste nahrungsmittel aus natürlichste weise zu sich nehmen möchte. dort, wo viele menschen diese natürlichkeit hinnehmen, nicht hinterfragen, wo stillende mütter, sich nicht schämen müssen, nicht ansatzweise ein schamgefühl entwickeln wenn sie ihre nachkommen in der öffentlichkeit stillen. dort, wo man einfach gelassener ist. wo wunschkaiserschnitte keine mode sind. eigentlich gibt es das überall auf der welt, wenn auch in manchen teilen nur vereinzelt, weil vielerorts ein wandel im ganzen bereits stattgefunden hat, wo die natürlichkeit nicht an erster stelle kommt. es werden nicht nur kinder "langzeit"gestillt, wo wasserversorgung schlecht ist oder gar nicht gegeben, nicht nur dort, wo die menschheit weniger zivilisiert ist. ich stille mein kind ja nicht mit zwang so lang, es muss nicht so lang gestillt werden, aber wenn es das möchte, so lasse ich es zu und werde meinem kind gewiss nicht die natürlichste form der gesündesten nahrungsaufnahme verweigern.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 04.06.2014
14 Antwort
@nayka afrika, südamerika, im asiatischen raum und bei busch-/naturvölkern ja sowieso.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 04.06.2014
13 Antwort
@Nayka Naja, in der heutigen Zeit , empfinde ich das schon so... aber ich habe ja geschrieben, dass es relativ ist. ..
Kristina1988
Kristina1988 | 04.06.2014
12 Antwort
@Kristina1988 ich finde 1.5 jahre nicht wirklich lang. und ich denke dass in diesen Kulturen das ganze einen zweck hat, rein ernährungsphysiologisch. In meinen Augen macht das durchaus sinn, in diesen meist eher heissen Ländern kommt man nicht einfach so an Trinkwasser und muss sehr wahrscheinlich länger auf das Mittagessen warten als wir hier. Liebste Zypta Wenn ich gerne diskriminieren wollte hätte ich das gerne gemacht. Ich habe bewusst von meinem empfinden gesprochen, falls dir das aufgefallen sein sollte. wie ich empfinde und wie nicht kannst du getrost mir überlassen. und dass ich mich nicht mit dem Thema befasst hätte halte ich für eine Unterstellung. ich habe die frage bewusst in den raum geworfen, leider aber von dir statt von mara Olivia antwort bekommen, ihre hätte mich tatsächlich mehr interessiert.
Nayka
Nayka | 04.06.2014
11 Antwort
@Nayka: So ziemlich überall, außer der Industrie geprägten und propagierten Gesellschaft...aber immer schön diskriminieren und der Masse hinterher trotten statt sich selbst mal wirklich mit dem Thema zu befassen.
Zypta
Zypta | 04.06.2014
10 Antwort
Wenn ich das so lese denke ich an meine erste geburt u werde wehmutig da das stillen leider bei mir nicht klappte u er binnen 48std 500 gr abnahm ich das gefuhl bekam ich ware eine dumme rabenmutter am tag 3stellte man dann fest das zugenbandchen ist angewachsen deshalb klappte es nicht war zu spat denn er bekam die flasche u ich die abstillpille nach der erfahrung hatte ich einfach. Angst bei den weiteren kindern u jetzt denke ich mir soo schwer kann es auch nicht sein...
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 04.06.2014
9 Antwort
.... aber ich akzeptiere auch Frauen, die sich für ein ziemlich langes stillen entscheiden. Wobei das lang relativ ist. Ich finde 1, 5 Jahre auch lang. :)
Kristina1988
Kristina1988 | 04.06.2014
8 Antwort
@Nayka In Afrika z.b. ;) Meine Tochter ist jetzt 10 Monate alt und ich stille auch noch. Es ist schön, nachts aber auch anstrengend. Daher will ich in ca. 6 Monaten, abstillen. 3 Jahre muss dann wirklich nicht sein.
Kristina1988
Kristina1988 | 04.06.2014
7 Antwort
@mara_olivia in welchen Kulturen denn?
Nayka
Nayka | 04.06.2014
6 Antwort
muss ich auch sagen. sehr schön geschrieben. Steht alles wichtige drin. Stillen ist wenn es klappt wunderschön. Aber aller Anfang ist schwer. Daran sollten alle Mamis denken... habe auch voll gestillt und als mika 10 monate war abgestillt. also ich schließe mich nayka an. mit 3 jahren braucht kein kind mehr gestillt werden. irgendwann muss dochdie brust auch mal wieder mir selber gehören ;-)
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 04.06.2014

1 von 2
»

Ähnliche Fragen finden

Hier weiterlesen:

Stillen trotz Brustpiercing?
03.12.2007 | 14 Antworten
Hattet ihr beim abstillen
20.11.2007 | 2 Antworten

In den Fragen suchen


uploading