Anatomische Unwucht und Figur a la Picasso!

Moppelchen71
Moppelchen71
03.10.2011 | 3 Antworten
Es reicht langsam! Nicht das ich jetzt jammern würde, wie sehr mir mein Bauch und die Kurzatmigkeit zu schaffen macht. Wo ich welche Rezepte für Durchfallgarantie unter Pseudo-Wehenmittel her bekomme geht mir auch gepflegt am Bürzel vorbei. Es ist schön schwanger zu sein, auch wenn die Beweglichkeit eingeschränkt ist und man irgendwie nur noch aus Bauch besteht.

Klar nervt es, wenn der Magen direkt hinterm Trommelfell zu liegen scheint, da kaum noch eine gute Portion der Mahlzeiten, auf die man sich so gefreut hat, hineinpasst. Und es ist nicht gerade beruhigend, wenn man das Gefühl hat, dass die Lunge sich in Tracheen umentwickelt haben, weil nur so überhaupt die Chance besteht, genug Platz für Sauerstoff, den man in den Körper pumpen muss, zu haben.

Es ist sicher auch schmerzhaft, wenn auch manchmal eher wie in einem Quiz, wenn man nicht genau sagen kann, ob es nun im Rücken oder den Rippen mehr weh tut und man das Gefühl bekommt, in der Mitte des Körpers ein Schmerz-Epizentrum zu besitzen.
Selbstverständlich fühlt es sich unangenehm an, wenn der Bauchzwerg meint, genau jetzt sei der richtige Moment, aus Mamas Blase ein Kopfkissen zu machen, das zunächst gut aufgeschüttelt wird, dann drückt man das Köpfchen hinein und wühlt sich so lange hin und her, bis die beste Schlafposition gefunden ist, während Mama draußen gerade mitten im Supermarkt steht, sich versteift und dem Vater zuraunt, er solle eine Pantomime improvisieren, um die Gaffer von Mamas merkwürdigen Körperhaltung und dem verkniffenen Blick abzulenken.

Schlaflos zu sein, wenn man eigentlich hundemüde ist, mit den Ohren im Suppenteller zu landen, weil der Schlaf regelrecht narkoleptische Attacken startet, kann peinlich sein oder auch nervig.
Ebenso die geschwollenen Füße vorübergehend in den Schuhkartons parken zu müssen, weil die Schuhe selbst nicht mehr passen.
Zu heulen, wenn man lachen möchte, beim Heulen anzufangen mit lachen und grundsätzlich nicht einmal mehr Werbefernsehen schauen zu können, ohne um den armen kleinen Hund zu trauern, der allein über die große Wiese laufen muss, um ein einziges Leckerli vor der Haustür der gnädigen Nachbarsoma zu ergattern, ist belastend, nicht nur für Mama selbst, sondern auch die ganze Familie, die irgendwann nur noch vorsichtig die Batterien aus der Fernbedienung nimmt und vorgaukelt, der Fernseher sei kaputt.

All das nimmt man doch gern auf sich, um am Ende dann ein kleines Bündel Mensch in den Armen zu halten und stolz auf sich zu sein, weil man seinem Kind all die Zeit gegeben hat, um sich zu entwickeln. Warum sollte ich da feige sein und versuchen mein eigenes Kind vor seiner Zeit raus zu schmeißen oder mit Tees, Tinkturen oder sonstigem Zeug aus meinem Bauch zu ekeln? Das hat für mich doch etwas von einem Kammerjäger, der einen lästigen Plagegeist loswerden will. Nein, kommt nicht in Frage, mein Baby bleibt solange drin, wie es geht. Hausarrest bis zur Geburt!

Erst recht jetzt, wo es sich komplett auf die linke Seite verzogen hat und mir eine chronische Unwucht verpasst, bei der mein Mann meint, wäre ich ein Autoreifen, könnte man mir rechte Seite Bleigewichte...
„Nimm nicht alles so ernst“ sage ich mir dann. Selbst dann, wenn sogar meine Frauenärztin zum Komiker mutiert und in meinem Mutterpass einträgt, meine Gebärmutter stände 3 Finger über meinem Nabel. Nicht witzig? Aber sicher doch! Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Hintern meines Sohnes sich ständig an meinem Rippenbogen schrubbelt, während mein Bauchnabel in eine Region herumhängt, wo andere Frauen sonst den Ladyshaver ansetzen.

Schwanger sein ist doch absolut ein wunderbares Gefühl! Nie fühlt man sich weiblicher und vor allem gebender, als in der Brutphase. Und ich weiß jetzt schon, dass ich dieses Gefühl so wahnsinnig vermissen werde. Es ist das letzte Mal, dass wir schwanger sind. Unser Kinderwunsch ist dann erfüllt und in mir kochen schon wieder die dicken Tränen hoch, die hasserfüllte Blicke Richtung Kalender werfen lassen, der mir unter die Nase reibt, wie schnell die Zeit bir zur Geburt vergeht.
Nein, diese ganzen Wehwechen können mir meine Schwangerschaft nicht madig machen. Wir halten durch!
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3 Antwort
...
wirklich schön geschrieben... ich habe jetzt 3 kleine kinder und hoffe, noch einmal dieses tolle gefühl einer schwangerschaft erleben zu dürfen ;o) muss dann nur zu gegebener zeit meinen mann überzeugen lg und alles gute für deine weitere schwangerschaft, lg susi
Susi0911
Susi0911 | 03.10.2011
2 Antwort
schnief
das hast du schön geschrieben und wie wahr es doch ist
papi26
papi26 | 03.10.2011
1 Antwort
.....
gina87
gina87 | 03.10.2011

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