Wer eben den Bericht bei RTL gesehen hat, weiß ja, was ich meine.
Da praktiziert ein Allgemeinmediziner Jahrzehnte fleissig vor sich hin, spart an der Hygiene und setzt seine Patienten dem Risiko der Hepatitisinfektion aus.
Ansich schon ein Skandal!
Aber was mich wirklich aufregt, ist das Verhalten des Gesundheitsamtes!
Nach dem Motto "Wir haben geschimpft, er hat die Hygienebedingungen verbessert, also darf er weiter praktizieren!".
Ganz klasse und absolut typisch für das Gesunheitsamt unseres Landkreises.
Warum sollten sie sich auch die Mühe machen, mehr als die Patienten der letzten paar Jahre anzuschreiben.
Wie hieß es doch im Bericht: In der Früherkennung ist Hepatitis C heilbar!
Bis Ende der 80er Jahre war unsere ganze Familie dort als Patienten.
Uns allen wurden regelmässig Blut abgenommen und Spritzen gegeben.
Ich selbst verliess die Praxis als erste der Familie, da ich die ewige Spritzerei nicht mehr wollte.
Ja, und da das jetzt alles schon 20 Jahre her ist, hätten wir wohl, gesetzt dem Fall, wir wären infiziert, sicher kaum noch eine Chance auf Heilung.
Warum sollte man uns also anschreiben?
Unser Gesundheitsamt war aber noch nie sehr aktiv.
2003 bekamen meine Söhne eine Salmonellenvergiftung.
Nachweislich aus dem verdorbenen Fleisch einer Filiale eines Metzgers.
Salmonellen sind eigentlich meldepflichtig!
Aber ich musste selbst dem Gesundheitsamt hinterrennen, die Lebensmittelprobe hinbringen, ständig anrufen, nach den Ergebnissen fragen ..
Mein älterer Sohn war Schulpflichtig.
Die Schule weigerte sich, verständlicherweise, wegen der Ansteckungsgefahr, den Kleinen in die Schule zu lassen, bevor die Salmonellen nicht ausgerottet waren.
Das Gesundheitsamt sagte jedoch nur, man solle ihm eine separate Toilette zur Verfügung stellen und ein Waschbecken, Kaltwasser und Seife würden reichen.
Abgesehen von dem Spießrutenlauf, dem mein Sohn ausgesetzt worden wäre, meinte unser HA, dass man Salmonellen nicht mit Seife und kaltem Wasser wegwaschen könne.
Er machte eine Antibiotikatherapie, die auch anschlug.
Aber die Dame vom GesA. flippte darauf aus und meinte, wie fies wir doch wären, den kleinen Körper mit Antibiotika vollzupumpen, statt zu warten, bis das von allein weggeht.
Von der Diagnose, bis zum Antibiotika hatten wir fast 6Wo gewartet und es war nicht besser geworden!
Der ehemalige Rektor einer unserer Grundschulen musste 2002/2003 dem Gesundheitsamt sogar mit der Presse drohen, da es in der Schule ständig wiederkehrende Läuseepedemien gab, die sich teilweise über 5 der 8 Klassen zogen.
Die Eltern waren kurz davor eine Rebellion anzuzetteln, da sie zu Hause nur noch mit Goldgeist den Kindern die Haare wuschen.
Erst nach Monaten und Drohungen, bewegte der Rektor das Gesundheitsamt dazu, in die Schule zu kommen und aktiv zu werden.
Wenn also ein GesA. schon bei dutzenden Menschen nur mühsam den Hintern hoch bekommt, wer kann da erwarten, dass sie bei gerade einmal 12 Fällen Infizierter zur Höchstform auflaufen?
von Moppelchen71 am 01.10.2008 14:24h
Antworten? ... Du musst dich zuerst