Zeckenbiss bei Kindern

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Nach jedem Spaziergang gründlich absuchen.
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Nach jedem Spaziergang gründlich absuchen.

Die wichtigsten Tipps zur Zeckenzeit

Der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist eine Schildzecke und die in Deutschland am häufigsten vorkommende Zeckenart. Wird das Kind gestochen, kann davon ausgegangen werden, dass es sich in den meisten Fällen um den Gemeinen Holzbock handelt.

Er wartet auf Gräsern, an Waldwegen, im Gebüsch und Unterholz, aber auch im heimischen Garten darauf, abgestreift zu werden. Hat er einen Wirt gefunden, krabbelt er eine Zeit lang auf der Haut umher, bis er die passende Stelle gefunden hat. Zecken mögen es feucht und warm. Bevorzugt lassen sie sich auf Kopf und Hals, an Armen und Beinen sowie im Genitalbereich nieder. Also: Immer gründlich absuchen!

Wie die Zecke beißt

Die Zecke reißt mit ihrem scherenartigen Mundwerkzeug (Cheliceren) zuerst die Haut des Wirtes auf und bohrt anschließend mit ihrem Stachel (Hypostom) ein Loch in die Haut. Die Verletzung sondert immer wieder Blut ab, das die Zecke aufsaugt. Der richtige Begriff wäre daher Zeckenstich. Der Begriff Zeckenbiss ist im Alltag allerdings gebräuchlicher.

Da sich ein Großteil des Kopfes in der Haut befindet, atmet die Zecke über die am hinteren Beinpaar befindlichen Atemöffnungen. Über den Speichel sondert sie ein Sekret ab, das die Hautstelle betäubt.

Wer gebissen wird, merkt es nicht

Betroffene merken daher oft nicht gleich, dass sie gebissen wurden. Zudem enthält der Speichel der Zecke Stoffe, die verhindern, dass das Blut gerinnt und sich die Einstichstelle entzündet. Damit die Zecke, wenn sie größer wird, nicht abfällt, nutzt sie die Widerhaken ihres Stechapparates, um Halt in der Haut des Wirtes zu finden. Eine Blut saugende Zecke kann bis zu 200-Mal so viel wiegen wie eine hungrige.

Zeckenbiss. Was tun?

Zuerst: NIE mit Ölen, Kleber oder anderen aggressiven Mittel versuchen, die Zecke zu töten. Die Erreger lauern im Speichel der Zecke. Fühlt sich die Zecke bedroht, sondert sie vermehrt Speichel in die Haut ab und bohrt sich noch tiefer in sie hinein. Bei einem Zeckenbiss die Zecke also nicht unnötig stressen, sondern mit einer speziellen Zeckenzange – in Apotheken erhältlich – die Zecke dicht an der Haut packen und gerade noch oben ziehen.

Zecke nie ruckartig entfernen

Nicht ruckartig ziehen, sonst besteht die Gefahr, dass der Kopf der Zecke in der Haut zurück bleibt. Keine Angst, wenn die Zecke nicht so schnell aufgibt. Bei stetigem Ziehen lässt sie bald los. Danach die Bissstelle desinfizieren. Wer sich das nicht zutraut: Zum Arzt. Er hat Erfahrung und nach ein paar Sekunden ist der Parasit entfernt.

Die Zecke so schnell wie möglich entfernen

Wichtig ist, dass die Zecke so schnell wie möglich entfernt wird. Denn: je länger sie in der Haut ist, desto größer ist das Risiko, dass Erreger übertragen werden. Dazu gehören hauptsächlich Borreliose-Bakterien und FSME-Erreger. FSME-Erreger werden gleich nach dem Zeckenbiss übertragen, Borreliose-Baktrien zwischen zwölf bis 24 Stunden nach dem Stich, da sie sich im Verdauungstrakt der Zecke befinden.

Die Zecke filtert die nahrhaften Bestandteile des Blutes heraus und gibt die überschüssige – mit Borrelien infizierte – Flüssigkeit wieder an den Wirt zurück.

Die Zecke töten

Die einzig sichere Methode ist, die Zecke in ein Stück Papier einzuschlagen und sie mit einem Glas mit hohem Druck zu zerdrücken. Die Methode verhindert zum einen den Kontakt mit den Körperflüssigkeiten der Zecke und stellt zum anderen sicher, dass die Zecke auch wirklich tot ist. Denn: Das Tier überlebt die Waschmaschine bis 40 Grad, kann bis zu vier Wochen unter Wasser überleben und auch Kälte bis Minus 13 Grad macht ihr nichts aus. Sie kann von einer Mahlzeit bis zu fünf Jahre überleben und stirbt erst nach der Eiablage.

Daher die Kleidung schon im Freien gut abklopfen und Risikowäsche bei 60 Grad in die Maschine geben. Achtung: Auch im Fell von Hund und Katze fühlt sich die Zecke wohl.

Zeckenbiss. Wann muss ich mir Sorgen machen?

Meist bleibt eine kleine rote Stelle zurück. Das ist nicht bedenklich. Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn die Bissstelle anschwillt, sich eine ringförmige Hautrötung um die Bissstelle bildet (Hinweis auf Borrelien) oder sie anfängt zu jucken.

Weitere Krankheitssymptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber, grippeähnliche Symptome sowie Konzentrationsschwäche können ebenfalls auf eine Infektion hinweisen. Achtung: Es können bis zu drei Wochen vergehen, bis sich die Symptome bemerkbar machen. Viele denken dann schon längst nicht mehr an den Zeckenbiss.

Die Impfung gegen Zeckenerreger

Im Winter ist die Zeckengefahr am geringsten. Es bietet sich also an, die Impfung in den kalten Monaten vorzunehmen. Zudem ist im Frühjahr dann ein ausreichender Schutz vorhanden. Grundsätzlich ist die Impfung aber zu jedem Zeitpunkt möglich. Wichtig ist, dass der Körper gesund ist, damit es nicht zu Nebenwirkungen kommt. Am besten den Rat vom Arzt einholen.

Geimpft wird nur gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Gegen Borreliose gibt es keinen Impfstoff. Die FSME-Impfung besteht aus drei Impfungen. Nach drei Monaten wird die zweite Impfung verabreicht, nach neun Monaten die dritte. Der Schutz hält um die drei Jahre, danach muss wieder aufgefrischt werden.

[AKL]

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