Woher stammen Brauchtum und Ursprünge von Silvester?

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Am 31.12. feiern wir das Ende eines Jahres und begrüßen um Mitternacht das Neue Jahr mit einem Feuerwerk. Zu Silvester werden vielerorts große Partys veranstaltet und auch bei den Menschen, die zu Hause im kleinen Kreis feiern, gehören meist feste Rituale dazu. Der Handel macht mit alkoholischen Getränken und Feuerwerkskörper für diese eine Nacht mehr Umsatz als an irgendeinem anderen Tag im Jahr. Doch warum wird eigentlich - mal nüchtern betrachtet - der Wechsel des Kalenderblattes mit so viel Aufwand begangen? Meist ist uns nicht einmal der Ursprung dieser Festlichkeiten bewusst. Mamiweb wirft nun einen kleinen Blick in die Vergangenheit, um der Herkunft der Silvesterfeierlichkeiten auf den Grund zu kommen.

Bereits lange vor der Christianisierung begingen die verschiedenen Völker Europas den Jahreswechsel feierlich. Auch wenn sie nach verschiedenen Kalenderformen und oft auch in unterschiedlichen Monaten feierten, so war das Ende eines alten Jahres und der Beginn des Neuen bei allen Kulturen ein besonderer Tag mit vielen Zeremonien.

Die Römer verlegten im Jahr 153 vor Christus ihren Neujahrstag vom 1. März auf den 1. Januar, den Tag des Amtsantrittes der Konsulen. Dieser Tag ist jedoch nicht identisch mit unserem heutigen 1. Januar. Denn die Römer rechneten damals noch nach dem julianischen Kalender, der zum heutigen gregorianischen Kalender, der 1582 von Papst Gregor XIII eingeführt wurde, leicht verschoben war. Das Datum selbst erhielt man jedoch in Anlehnung an die alten Traditionen, wodurch das Jahresende weiterhin am 31. Dezember gefeiert wurde.

Auch Germanen und Kelten kannten die Feier des Jahreswechsels. Dieser fand auch bei ihnen in den Wintermonaten, genauer gesagt zur Wintersonnenwende, statt. Heute haben wir dafür das feste Datum des 21. Dezember. Damals richtete man sich jedoch ausschließlich nach den Phasen des Vollmonds und gab dem Tag der Wintersonnenwende kein festes Datum, sondern nur den Namen, der allen Volksstämmen anzeigte, dass an diesem Vollmond das Jahresende und der Beginn eines neuen Jahreszyklus gefeiert wurde. Vor allem aus dem Glauben und den Ritualen der Kelten und Germanen stammen viele unserer heutigen Traditionen zu den Festtagen am Jahresende.

Einige finden sich in unseren Weihnachtsbräuchen wieder, andere wiederum an Silvester selbst. Grund für diese Zersplitterung sind nun auch wieder die verschiedenen Kalender. Denn das eigentliche Fest der Wintersonnenwende fand nach der julianischen Zeitrechnung der Römer zeitgleich mit ihrem eigenen Sonnenfest am 25. Dezember statt. An diesem Tag feierten Römer die Geburt des Sonnengottes. Da dieser im christlichen Glauben nur Christus sein konnte, legte Papst Gregor XIII schließlich bei seiner Kalenderreformation fest, dass die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember der Geburtstag von Jesus Christus sei.

Germanen und Kelten waren zu diesem Zeitpunkt längst christianisiert und folgten so nicht mehr den alten Jahreszirkeln ihrer Vorfahren. Aus einem ihrer ursprünglich Feiertage, der Wintersonnenwende und Jahreswechsel am 24. Dezember, waren zwei geworden, die kurz aufeinander stattfanden: Weihnachten und Silvester. Woran die Völker jedoch festhielten, waren viele ihrer alten Bräuche, die beliebt und weit verbreitet waren. So stammt beispielsweise das Feuerwerk, mit dem wir das Neue Jahr begrüßen, von dem Lärm ab, den Kelten und Germanen in der Nacht des Jahreswechsels machten. Nach ihrem Glauben verschwammen an heiligen Feiertagen die Grenzen zwischen den Welten der Lebenden und der Toten. Sie fürchteten nicht nur die Rückkehr der Verstorbenen, sondern auch dämonische Wesen der Unterwelt und lärmten daher, um die Geister zu vertreiben. Würde ihnen dies nicht gelingen, wären die bösen Geister in der Welt der Menschen gefangen, wo sie ihr Unwesen trieben und Unglück über Menschen, Vieh und Ernten brächten.

Die in unseren Regionen wohl bekanntesten Glückwünsche zum Jahreswechsel, "Prosit Neujahr" und "Einen guten Rutsch", stammen allerdings nicht von keltisch-germanischen Volksgruppen. "Prosit" kommt aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie "Es möge gelingen". Man prostet sich also mit diesen Worten einen Trinkspruch zu, der ein gutes und erfolgreiches Jahr wünschen soll. Der "Gute Rutsch" allerdings wird von einem anderen Wort, als "dem Rutschen" abgeleitet. Die Redensart stammt vom hebräischen Wort "Rosch" ab und heißt "Anfang". Wünscht man jemandem also einen "Guten Rutsch" ins Neue Jahr, sagt man ihm somit nicht, dass er bei frostigen Temperaturen weich landen möge, falls er ausrutscht. Sondern wünscht ihm einen besonders guten Anfang des Neuen Jahres.

Doch woher stammt nun der Name Silvester selbst?

Namensgeber ist Papst Silvester I. Er wurde im Jahr 314 nach Christus zum Papst ernannt und veranlasste den Bau der ersten Petruskirche über dem Grab des Heiligen Petrus. Es gibt Legenden, in denen behauptet wird, Silvester I habe eine maßgebliche Beteiligung an der Anerkennung des Christentums durch Kaiser Konstantin gehabt. Dies kann aber geschichtswissenschaftlich nicht nachvollzogen werden, da die Silvester I zugesprochenen Erfolge bereits unter seinem Vorgänger, Papst Miltiades, erzielt wurden. Am 31. Dezember 335 starb Silvester I und ab dem Jahr 813 ist sein Todestag zum ersten Mal als Namenstag für Silvester im Kirchenkalender erwähnt. Im Laufe der Zeit bürgerte sich so also die Bezeichnung "Silvester" als Name für den Tag des Jahreswechsels ein.

[SyKo]

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