Wiederholungsrisiko nach Fehlgeburt

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Genanalyse kann Aufschluss geben
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Genanalyse kann Aufschluss geben

Ist die Trauer nach einer Fehlgeburt erst überstanden, möchten viele Frauen gerne möglichst schnell erneut schwanger werden, um sich ihren Kinderwunsch doch noch zu erfüllen.

Medizinisch ist dies meist relativ schnell wieder möglich. Doch die Angst vor einer möglichen Wiederholung dieses schmerzvollen Erlebnisses ist bei den meisten Frauen zunächst groß. Wie hoch das Risiko einer erneuten Fehlgeburt ist, hängt dabei jedoch sehr stark von den Gründen des ersten Aborts ab.

Die Statistik

Statistisch gesehen steigt das Risiko eines erneuten Abort nach einer Fehlgeburt um 24 Prozent, nach einer zweiten um 36 Prozent an. Die meisten Frauen können jedoch nach einer oder auch nach zwei Fehlgeburten rasch wieder schwanger werden und ihr Kind erfolgreich austragen.

Die habituelle Abortneigung

Von einer habituellen Abortneigung spricht man laut WHO erst, wenn eine Frau nacheinander mindestens drei Fehlgeburten erleidet, ohne zwischenzeitlich eine Schwangerschaft erfolgreich ausgetragen zu haben. Dies kommt etwa bei 0,5 Prozent der Schwangeren vor. Da das Risiko einer erneuten Fehlgeburt in diesen Fällen bei über 80 Prozent liegt, ist es meist dringend angeraten, vor einer neuen Schwangerschaft eine ärztliche Abklärung der Gründe vornehmen zu lassen.

Zwei bis vier Monate abwarten

Grundsätzlich kann eine Frau im Anschluss an eine Fehlgeburt nach Ablauf eines normalen Menstruationszyklus mit Regelblutung wieder schwanger werden. Es wird jedoch empfohlen, besser noch etwa zwei bis vier Monate abzuwarten, damit die Gebärmutter sich ausreichend regenerieren kann. Auch nach mehreren Fehlgeburten kann eine Wiederholung heute oft durch den Einsatz entsprechender Diagnose- und Behandlungsmethoden verhindert werden.

Gründe für eine Fehlgeburt

Veränderungen an der Gebärmutter

So sind Veränderungen oder Wucherungen an der Gebärmutter schätzungsweise bei jeder 10. Frau der Grund für eine oder mehrere Fehlgeburten. Myomknoten oder Trennwände (Septen) innerhalb des Uterus können eine erfolgreiche Schwangerschaft nachhaltig verhindern, sind aber oft operativ zu entfernen, wenn sie entdeckt werden. Wurde die Fehlgeburt durch eine vaginale Infektion ausgelöst, die auf die Gebärmutter übergegriffen hat, sollte diese vor einer weiteren Schwangerschaft gründlich ausgeheilt sein. Eine regelmäßige Kontrolle des Vaginalbereichs auf Bakterien und andere Erreger kann das Risiko einer erneuten Fehlgeburt stark senken. Mit Hilfe eines speziellen Testhandschuhs können Frauen Veränderungen des pH-Wertes in der Scheide heute bereits frühzeitig selbst erkennen.

Der Hormonhaushalt

Vor allem hormonelle Faktoren als Auslöser einer Fehlgeburt können heute durch eine entsprechende Einstellung des Hormonhaushaltes vor einer erneuten Schwangerschaft relativ gut behandelt werden. Schilddrüsenerkrankungen kommen dabei als Grund für Fehlgeburten ebenso in Frage wie Störungen des Gelbkörperhormons Progesteron oder des Milchhormons Prolaktin. Eine mögliche Ursache für Fehlgeburten ist auch eine Hyperandrogenämie, die übermäßige Ausschüttung männlicher Geschlechtshormone (Androgene) in den Eierstöcken oder Nebennieren.

Chromosomenanomalien oder Fehlbildungen

Chromosomenanomalien oder Fehlbildungen, die nicht mit dem Leben vereinbar sind, gelten als häufigste Ursachen für eine Fehlgeburt. So wird ein Chromosomensatz mit nur 45 anstatt 46 Chromosomen zwangsläufig zu einer Fehlgeburt führen. Bei einer spontanen chromosomalen Fehlverteilung ist das Risiko einer erneuten Fehlgeburt nur geringfügig erhöht. Ältere Schwangere gelten hier allerdings grundsätzlich als etwas stärker gefährdet. Weist einer der beiden Elternteile jedoch eine Veränderung in seinem Chromosomensatz auf, was in seltenen Fällen vorkommt, erhöht sich das Wiederholungsrisiko drastisch. Eine genetische Beratung kann hier Klarheit verschaffen. Auch Störungen des Immunsystems können der Grund für mehrfache Fehlgeburten sein. So kommt es in einigen Fällen vor, dass der Körper der Mutter die vom Vater vererbten Gewebseigenschaften als fremd ansieht und abzustoßen versucht. In anderen Fällen richtet sich die Bildung von Antikörpern gegen eigenes Gewebe. Therapieoptionen müssen hier mit einem entsprechenden Facharzt abgeklärt werden.

Eine gewisse Angst, ein zweites Kind durch einen Abort zu verlieren, ist absolut natürlich und hat für gewöhnlich keine Auswirkungen auf die nächste Schwangerschaft. Leidet eine Frau nach einer ersten Fehlgeburt aber unter irrationalen Angstzuständen, kann sich dieser psychische Stress ebenfalls negativ auf den Schwangerschaftsverlauf auswirken. Eine psychotherapeutische Schwangerschaftsbegleitung kann hier oftmals helfen, die werdenden Eltern seelisch besser zu stabilisieren.

Lesetipp: Zum Thema "Fehlgeburt" lies auch noch unseren Artikel Fehlgeburt - Ursachen und unser Umfassendes Extra mit Zahlreichen Beiträgen Fehlgeburt und Totgeburt.

[BS]

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