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Wie entstand die Tradition vom Weihnachtsbaum?

Weihnachstbaum
Weihnachtsstimmung

Er ist kaum wegzudenken, aus unseren festlich dekorierten Häusern zu Weihnachten und steht als Symbol für das Fest um die Geburt Jesu Christi: Der Weihnachtsbaum. Liebevoll geschmückt erstrahlt er im Lichterglanz und verbreitet eine einmalige Atmosphäre, deren Zauber sich kaum jemand entziehen kann. Für uns war der Weihnachtsbaum immer da und wird es hoffentlich auch immer sein. Doch woher stammt die Tradition, einen geschmückten Baum ins Wohnzimmer zu stellen? Die Einen sagen, es ist ein recht junger Brauch, andere wiederum behaupten, schon unsere vorchristlichen Vorfahren gaben uns diese Sitte mit auf den Weg.

In gewisser Weise gibt es eine Art Vorgänger des Weihnachtsbaumes, einen Brauch, der bereits vor der Christianisierung gepflegt wurde. In fast allen Kulturen gilt das Grün der Natur in Bäumen, Sträuchern und Halmen als Symbol der Jugend, Fruchtbarkeit und des ewigen Kreislauf des Lebens. So wurden zur Wintersonnenwende, einem Ereignis, dass von vielen Religionen gefeiert wurde, Zweige als Glücksbringer aufgehängt. Ob nun der Lorbeerzweig im alten Rom oder das Tannengrün bei skandinavischen Volksstämmen, in jeder dieser unterschiedlichen Kulturen wurde diese Sitte auf unterschiedliche Weise begangen.

Bereits in der Mithraskultur soll es laut Quellen über die Ehrerbietung gegenüber dem Sol Invictus, dem unbesiegbaren Sonnengott, geschmückte Bäume zum 25. Dezember gegeben haben. Im Christentum selbst dauerte es jedoch noch eine ganze Weile, bis sich der Weihnachtsbaum durchsetzen konnte. 

Der erste bekannte Weihnachtsbaum in Deutschland soll im Jahr 1419 in Freiburg gestanden haben. Mitglieder der Bäckerzunft schmückten ihn mit Süßigkeiten, die sich die Kinder am Neujahrstag pflücken durften. Dann liest sich zunächst einmal längere Zeit nichts über einen Weihnachtsbaum, in den Geschichtsbüchern.

Erst mit dem beginnenden 16. Jahrhundert, genauer gesagt im Jahr 1521, kann man dem Eintrag aus einem Schlettstadter Rechnungsbuch entnehmen, dass dem Förster 4 Schillinge extra gezahlt wurden, um ab dem 21. Dezember die Bäume besonders zu bewachen. Es ist als davon auszugehen, dass in dieser Zeit der Weihnachtsbaum seinen Einzug in die Bürgerhäuser bereits hinter sich hatte, einen Beweis gibt es allerdings nicht. Vereinzelt tauchen ab da jedoch immer wieder Hinweise auf Weihnachtsbräuche der Zünfte auf, die scheinbar immer öfter zu Weihnachten Bäume aufstellten, deren Schmuck dann später geplündert werden durfte.

Innerhalb kürzester Zeit hatte sich der Weihnachtsbaum einen festen Platz bei den Handwerkszünften geschaffen. Zu dieser Zeit war es jedoch noch nicht nachweislich üblich, zu Hause einen eigenen Baum aufzustellen. Dies tat zuerst der Adel, dem die öffentlichen Bäume der Zünfte zu gefallen schien. In der Folge verbreitete sich das neue Brauchtum recht schnell. Wer etwas auf sich hielt, stellte sich zu Weihnachten einen eigenen Weihnachtsbaum in die Stube. Bald entdeckte auch das Bürgertum und schließlich die Arbeiterschicht den Weihnachtsbaum für sich, was zumindest durch schriftliche Hinweise aus dem Elsass des beginnenden 17. Jahrhundert als Tradition beschrieben wird. 

Anfangs bestand der Baumschmuck aus Äpfeln, Oblaten, Papierblumen, Zuckerzeug und so genanntem Zischgold, das aus Messingblech gefertigt wurde. 
Der erste überlieferte Weihnachtsbaum mit Kerzenbeleuchtung soll von der schlesischen Gräfin Dorothea Sibylle von Schlesien aufgestellt worden sein. Nach England zog der Weihnachtsbaum schließlich mit der aus Deutschland stammenden Königin Charlotte. Im Jahr 1800 erstrahlte er unter ihrem Wirken in London.

Durch die Verbreitung des Weihnachtsbaumes entstand nach und nach eine Christbaumschmuckindustrie. Neben Dekorationen aus Holz und Blech entstanden nun auch die ersten Glaskugeln. Bereits wenige Jahre nach der Erfindung der Glühbirne durch Thomas Edison im Jahr 1879 wurden die ersten elektrisch betriebenen Beleuchtungen für Weihnachtsbäume angeboten. Diese waren jedoch noch sehr teuer und erforderten einen Anschluss von geschulten Elektrikern. Auch erste künstliche Bäume sind aus dem Ende des 19. Jahrhunderts überliefert. Sie wurden aus Stahl gefertigt und waren teilweise mit Gasbeleuchtung erhältlich.

War in den ersten Jahrhunderten der Weihnachtsbaumschmuck noch möglichst bunt und vielfältig, zeichnete sich in etwa ab den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts ein neuer Trend ab. Die Farbenfreude nahm ab und man begann, wenige Farben möglichst effektvoll einzusetzen. 

Mittlerweile werden allein in Deutschland jährlich etwa 23 bis 28 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Ganz oben auf der Liste der beliebtesten Sorten steht die Nordmanntanne, gefolgt von der Blautanne und dann den Nadelbäumen mit Wurzeln im Blumentopf. 

Allerdings zeichnet sich auch ein Trend hin zu künstlichen Weihnachtsbäumen ab. Sie verbreiten zwar nicht den frischen Duft echter Bäume, nadeln jedoch nicht, lassen sich meist nach Belieben in Form biegen und sind jedes Jahr aufs Neue zu verwenden. Dies kommt nicht nur der Umwelt zu Gute, sondern spart auch Geld.

Die Absätze der Christbaumschmuckindustrie steigen hingegen weiter an und es ist kaum anzunehmen, dass es in absehbarer Zeit einen Umsatzeinbruch geben wird. Denn egal wie groß auch manche Krisenzeit gewesen sein mag, einen Weihnachtsbaum wollten die Menschen seit seiner Etablierung in den heimischen Wohnzimmern fast immer haben. Sei es aus Tradition oder auch als Zeichen der Hoffnung auf bessere Zeiten.

[SyKo]



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Kommentare

1

gehört ja auch dazu =)..nur leider hat mein freund eine alergie gegen tannen -.-

von bambiii am 11.12.2010 00:30


quelle » Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb

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