Wasserbruch bei kleinen Jungen (Hydrozele)

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Wasserbruch - kein Grund zur Sorge
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Wasserbruch - kein Grund zur Sorge

Kleine Jungs haben im Säuglings- oder Kleinkindalter im Genitalbereich häufig Probleme, die man beobachten und später gegebenenfalls behandeln muss.

Dazu gehören eine Vorhautverengung (Phimose), bei der das Pipimachen oft weh tut, oder ein Hodenhochstand, bei dem sich die Hoden während der Entwicklungs- bzw. Wachstumsphase im Körper "verirren" und oft nur unter Schwierigkeiten den Weg in den Hodensack finden. Eine weitere Erkrankung der Genitalien ist der so genannte Wasserbruch (Hydrozele), eine Flüssigkeitsansammlung innerhalb der Hodenhüllen. An dieser Krankheit leiden rund ein bis zwei Prozent aller Jungen.

Wie entsteht der Wasserbruch?

Vor oder gleich nach der Geburt wandern die Hoden des Jungen von der Bauchhöhle in den Hodensack. Dies geschieht durch eine offene Verbindung zwischen der Bauchhöhle und dem Hodensack, einem Spalt, der sich danach wieder verklebt. Leider ist letzteres nicht bei allen Kindern der Fall, so dass bei nicht vollständigem Verschluss des Spalts Bauchwasser in den Hodensack eindringen kann. Die Flüssigkeit lässt den Hodensack ein- oder beidseitig anschwellen, sobald sich das Kind aufrichtet oder hochgehalten wird (angeborene Hydrozele). Im Liegen fließt das Wasser dann zurück und der Hodensack schrumpft wieder. Dem gegenüber steht die so genannte erworbene Hydrozele. Sie entsteht als Folge von Entzündungen der Hoden und/oder Nebenhoden oder Gewalteinwirkung, wie etwa durch Schläge oder Fußtritte.

Verlauf einer Hydrozele

Eine Hydrozele verschwindet meist innerhalb der ersten drei oder vier Lebensmonate wieder von selbst. In der Regel ist die Erkrankung schmerzfrei. Oft kommt es allerdings zu einem Druck- oder Schweregefühl in den Hoden. Erst wenn die Schwellung sehr stark ist, kann sie beim Sitzen oder Gehen behindern und Schmerzen verursachen. Auf Dauer ist das ewige "Hin und Her" der Flüssigkeit allerdings ungesund, da es zu Durchblutungsstörungen kommen kann, wodurch der Hoden die Fähigkeit zur Spermienproduktion verliert. Bei Nichtbehandlung droht sogar Unfruchtbarkeit. Generell ist es bei jeder Schwellung des Hodens ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um Hodenkrebs als möglichen Verursacher der Schwellung auszuschließen.

Wie kommt es zur Diagnose?

Der Kinderarzt kann die Hydrozele schon durch vorsichtiges Abtasten erkennen. Auch die Untersuchung des Hodens mit einer Lichtquelle oder Ultraschall gibt Aufschluss darüber, ob sich Wasseransammlungen im Hoden befinden.

Wie wird Hydrozele behandelt?

Eine Behandlung wird frühestens erst nach der Vollendung des ersten Lebensjahres durchgeführt. Da eine medikamentöse Behandlung des Wasserbruchs leider nicht möglich ist, ist in der Regel ein kurzer operativer Eingriff nötig, der nicht länger als 20 bis 30 Minuten dauert. Dabei wird die Verbindung zwischen Bauchhöhle und Hodenhülle unterbrochen, um ein erneutes Eindringen von Bauchwasser zu verhindern. Wird das Kind von einem erfahrenen Operateur behandelt, ist der Eingriff sehr risikoarm, gilt als Routineeingriff und die Genesung erfolgt in der Regel sehr schnell.

Die Hydrozelen-OP

Die Operation (OP) wird bei Kindern immer unter Vollnarkose durchgeführt, die nach dem Eingriff relativ schnell wieder nachlässt, so dass das Kind bald wieder ansprechbar ist. Viele Kinder wirken nach der Narkose etwas verwirrt und die Eltern können schnell das Gefühl bekommen, dass es dem Zwerg schlecht geht. Doch das Kind beruhigt sich in der Regel nach wenigen Stunden wieder und verhält sich in der Folge wie immer. 

Nach einer Nacht in der Kinderklinik - Mutter oder Vater dürfen in der Klinik übernachten - können die kleine Patienten meistens auch schon nach Hause gehen und es sind keine weitere Behandlungsmaßnahmen nötig. Um eine mögliche Schwellung gering zu halten, sollte allerdings darauf geachtet werden, dass sich das Kind ausreichend schont. Die Kontrolluntersuchung erfolgt wenige Tagen nach der Operation in der Regel beim eigenen Kinderarzt. Sollte die Schwellung nicht schnell genug zurückgehen, so kann der Arzt eventuell entzündungshemmende Mittel (meistens Paracetamol oder Ibuprofen) verschreiben. Nach spätestens zehn Tagen kann das Kind wieder in den Kindergarten oder Schule gehen.

[AKH]

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