Der lateinische Begriff „Osteopathie“ kann wörtlich mit „Knochenleiden“ übersetzt werden. In der Tat sind für viele Menschen chronische Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Skelettbereich ein Grund, sich alternativen Heilmethoden wie der Osteopathie zuzuwenden. Denn wo die Schulmedizin ratlos ist, kann diese oftmals einen Weg finden, Beschwerden erfolgreich zu behandeln. Der Begriff ist allerdings etwa irreführend, da die Knochen nur eines von vielen Geweben des Körpers sind, die von einem Leiden betroffen sein können. Blockaden des Blut- oder Lymphflusses, der Organe und sogar der energetischen Ebene zählen dazu ebenso, wie verschobene Wirbelgelenke.
Blockaden körperlicher
Bewegungsabläufe gelten in der Osteopathie als Ursache einer
Vielzahl von Erkrankungen und Schmerzzustände. Unter einer Blockade
wird dabei die eingeschränkte Verschiebbarkeit und Beweglichkeit von
Körpergeweben zueinander verstanden.
Ein Mensch wird in der
Osteopathie als
eine Einheit aus den Teilen Körper, Geist und Seele
verstanden, welche in permanenter Wechselbeziehung zueinander stehen.
Sind beim Gesunden alle Vorgänge fließend aufeinander abgestimmt,
führen Blockaden dazu, dass die Selbstregulation der körpereigenen
Abläufe unterbrochen und die Selbstheilungskräfte des Körpers
geschwächt werden. Das Behandlungsziel einer osteopathischen
Therapie ist daher das Aufspüren und Lösen solcher funktionellen
Blockaden des Körpers. Die Behandlung erfolgt alleine mit den
Händen. Wichtig ist dabei, nicht nur die Problemzone sondern den
Gesamtorganismus zu betrachten und in seinen Abläufen zu verstehen.
Osteopathie ist eine ganzheitliche Heilmethode, die als Verfahren der
Alternativ- und Komplementärmedizin betrachtet wird.
Die ganzheitliche
Therapieform basiert auf vier Grundprinzipien:
1.) Der Mensch ist eine
Einheit aus Körper, Geist und Seele. Alle Teile des Menschen stehen
in Wechselbeziehung zueinander und sind durch die Lebensenergie
miteinander verbunden, die ihn durchströmt.
2.) Struktur und Funktion
beeinflussen sich gegenseitig. So führt eine Veränderung der
Struktur, die zum Beispiel durch eine Fehlhaltung entsteht, immer
auch zu anatomischen (funktionellen) Veränderungen.
3.) Ein gesunder Körper
ist in der Lage, sich selbst zu heilen und zu regulieren. Das
Immunsystem wehrt Krankheiten ab, Verletzungen heilen und alle
Schäden werden kompensiert. Beschwerden entstehen stets durch eine
Störung dieses Systems.
4.) Bei der Behandlung
steht der Patient und nicht die Krankheit im Mittelpunkt. Der
Osteopath hat immer den Gesamtorganismus und nicht alleine die
körperlichen Symptome im Blick.
Man unterscheidet drei
Formen der Osteopathie:
1.)
Parietale
Osteopathie: Befasst sich mit Blockaden im Bereich der
Wirbelsäule und der Gelenke.
2.)
Viszerale
Osteopathie: Befasst sich mit Blockaden der Bauchorgane.
3.)
Kraniosacrale
Osteopathie: Behandelt Blockaden im Bereich der Schädelknochen,
des Zentralen Nervensystems und bei der Reizleitung der Nerven.
In den meisten Fällen
werden die drei Formen der Osteopathie jedoch nicht strikt getrennt, sondern je nach Bedarf in Kombination angewandt. Spezielle Techniken
lösen die Blockaden im entsprechenden Bereich auf sanfte Art und
Weise und ermöglichen dem Körper so, sich von innen heraus selbst
zu heilen.