Warum haben so viele Frauen Angst vor der Geburt?

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Der Ort für die Entbindung

Es ist vor allem besonders wichtig, einen Ort für die Entbindung zu finden, der nicht abweisend und distanziert auf die Mutter wirkt. Ein liebevoll eingerichteter Kreißsaal allein schafft nicht das nötige Ambiente. Es muss auch die Chemie zwischen der Schwangeren und den Geburtshelfern stimmen. Daher kann es schon hilfreich sein, sich mehrere Kliniken anzusehen, Geburtshäuser in die Besichtigungen mit einzubeziehen und vor allem bereits während der Schwangerschaft eine Hebamme zu finden, die die Monate bis zur Geburt begleitet. Hat die werdende Mutter das Gefühl "Hier bin ich richtig. Hier kann ich mich fallen lassen und vertrauensvoll den Händen der Geburtshelfer übergeben, die wissen, was ich mir wünsche.", ist bereits weit mehr als die Hälfte der Angst überwunden. Wer so vertrauen kann, begibt sich nicht in eine Opferhaltung und erlebt viel bewusster, wie wichtig der eigene Anteil an dem kommenden Geschehen ist.

Sich durch Horrorgeschichten nicht zu verängstigen

Wichtig ist auch, sich nicht zu sehr in den Bann der Horrorgeschichten ziehen zu lassen, die andere Mütter zum Besten geben. Man sollte sich immer selbst sagen, dass all die Frauen sicher keine weiteren Kinder mehr bekommen würden oder auch nur je ein Kind bekommen hätten, wenn Geburt genau der Kampf ums blanke Überleben wäre, wie sie ihn schildern. Könnt Ihr solchen Dramaturgen nicht ausweichen, macht gedanklich ein Spiel, während Ihr vortäuscht fasziniert zu lauschen. Stellt Euch vor, Euch gegenüber sitzt nicht eine Frau, die von der Geburt ihres Kindes spricht, sondern ein Angler, der den dramatischen Fang eines Fisches beschreibt. Mit jeder Erzählung wird der Fisch größer, das Wasser aus dem er gezogen wurde tiefer, die Angel dünner und das Boot, in dem der Angler saß, kleiner. Natürlich darf jede Schwangere sich aber auch vehement erbitten, mit diesen Geschichten von Entbindungen und all den dramatischen Szenen verschont zu werden. Das Recht hat jede von uns!

Nachfragen!

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Nachfragen der werdenden Mutter. Schnell wird eine Aussage des Arztes bei der Vorsorgeuntersuchung mit wachsender Angst aufgenommen. "Das Kind ist etwas klein/groß für diese Schwangerschaftswoche..." reicht da häufig schon aus, um spätestens daheim in panisches Grübeln zu versinken. Es gehört etwas Mut dazu, den Arzt anzurufen und noch einmal nachzufragen, was er denn gemeint habe. Aber keine Scheu, er wird Verständnis haben und sicher genauer erklären, was er meinte. Meist handelt es sich um kleine Normabweichungen, die nicht einmal dramatisch sind und eher unbedacht so gesagt wurden, dass die Schwangere daraus mehr ableiten könnte. Aber auch da darf sich jede werdende Mutter vom Arzt erbitten, zukünftig etwas vorsichtiger mit solch unbedachten Äußerungen zu sein.

In so vielen Dingen des Lebens, ist Vertrauen das Wichtigste. Viele Stationen des Lebens konntet Ihr nur durch Vertrauen erreichen. Ihr habt Eltern, Lehrern, Freunden und Partnern vertraut. Nun vertraut vor allem auch einmal auf Euch. Vertraut Eurer Fähigkeit Leben zu schenken, darauf, dass Ihr dafür geschaffen seid und dass Ihr die Kraft dafür besitzt. Als 'Belohnung' wartet am Ende dieser unbeschreiblich schöne Moment, in dem Ihr Euer Kind zum ersten Mal im Arm haltet. EUER Kind, das in Euch wuchs, das Ihr all die Monate in Euch behütet und ihm nun auf den Weg ins eigene Leben geholfen habt.

[SyKo]

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