Warum haben so viele Frauen Angst vor der Geburt?

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Vertrauen bei der Geburt ist besonders wichtig!
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Vertrauen bei der Geburt ist besonders wichtig!

Kaum eine werdende Mutter geht völlig entspannt und angstfrei der Geburt entgegen. Mögliche Komplikationen, Angst vor Schmerzen und all die Bilder aus den Horrorszenarien, die im Bekanntenkreis verbreitet wurden, lähmen die Schwangere und lassen die Freude auf das bevorstehende Ereignis nicht selten zur Panik werden.

Angst vor der Geburt zu haben ist völlig natürlich

Kaum eine Frau kann behaupten, vor der Entbindung nicht zumindest ein mulmiges Gefühl gehabt zu haben. Diese Ängste belasten uns werdende Mütter, sie blockieren die Freude und lassen uns sogar irrationale Wege suchen, wie wir all dem entgehen können, was uns solche Gänsehaut bereitet. Bevor wir uns den Ängsten entgegenstellen, sollten wir uns Gedanken darüber machen, woher sie überhaupt rühren. Ist es wirklich rein die Befürchtung vor einem "infernalischen Schmerz", wie er uns im Bekanntenkreis eingeredet wurde? Welche anderen Gründe könnte es noch geben, die uns verängstigt dem Ereignis entgegen sehen lassen, das wir doch eigentlich so heiß herbeisehnen?

Viele kennen den Grund nicht

Viele Frauen können nicht einmal ganz spezielle Punkte nennen, befragt man sie, was sie so sehr beim Gedanken an die Geburt ängstigt. Sie nennen die Ängste vor Schmerz, Kontrollverlust, Komplikationen und auch davor, der Geburt selbst gar nicht gewachsen zu sein. Unsere Gesellschaft hat ihren Teil dazu beigetragen, dass schwangere Frauen all diese Emotionen extremer empfinden, als noch vor einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten. Sicher, die medizinische Versorgung hat sich dahingehend verbessert, dass eine Geburt zum Erlebnis werden kann, anstatt wie früher, zu Lebensgefahr für die Mutter. Allerdings ist die Geburt des Kindes insgesamt auch stetig mehr zu einem komplexen medizinischen Ablauf geworden, der nicht mehr so sehr viel von Natürlichkeit hat. Automatisch werden wir also von der Gebärenden, Leben Schenkenden, in die Haltung der Patientin geschoben, die man entbindet.

In vielen Naturvölkern sondern sich die Frauen zur Geburt ab. Sie vertrauen sich, ihrem Körper und der Fähigkeit Leben zu schenken. Kaum eine dieser Frauen kennt die Ängste, die Schwangere unserer Zivilisationgebiete beherrschen. Für sie ist Geburt ein beständiges und wiederkehrendes Ereignis, das zum natürlichen Kreislauf des Lebens dazu gehört. Sie wissen, dass sie als Frauen dazu geschaffen wurden, Leben zu schenken und ihr Urvertrauen würde nie auch nur die geringsten Zweifel daran aufkommen lassen. Warum also herrscht dann in uns solche Panik?

Ein Kind auf die Welt zu bringen ist ein großartiges und gigantisches Erlebnis, bei dem sowohl Mutter und Kind körperlich fast Unvorstellbares leisten. Aber so sehr wir uns auch fragen, ob wir diesen Leistungen auch gewachsen sind, sollten wir uns immer vor Augen halten, dass uns die Natur dazu befähigt hat. Sie hat uns anatomisch die Voraussetzungen gegeben und in einem tausende Jahre immer wiederkehrenden Zyklus gezeigt, dass wir Kinder gebären können. Die heutige Geburtshilfe soll Sicherheit geben, auch bei Komplikationen das Leben von Mutter und Kind schützen zu können. So sollten also die Umgebung und  Geburtshelfer vor allem Vertrauen bringen, nicht aber distanziert wirken oder gar Angst einflößen. Das Recht der Selbstbestimmung darf in keinem Kreißsaal, Geburtshaus und auch in der Hausgeburt nicht fehlen. Jede Frau hat das Recht zu sagen, was ihr unangenehm ist und darum zu bitten, andere Wege zu finden, Positionen zu wechseln und laut sein zu dürfen, wenn es ihr hilft sich ganz für die Geburt zu öffnen.

Zum Thema "Geburt" lies auch unseren Beitrag Entbindung in der Klinik.

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