Wann ist der richtige Zeitpunkt für das zweite Baby da?

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Bruder oder Schwester - wann ist es Zeit für ein Geschwisterchen?
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Bruder oder Schwester - wann ist es Zeit für ein Geschwisterchen?

Vielen Eltern, die gerne mehrere Kinder haben möchten, ist in etwa klar, wie sie mit der Familienplanung weitermachen wollen. Oder zumindest wissen sie schon mal: „Jetzt nicht!“. Aber wann genau ist der richtige Zeitpunkt?

Und wie viel Altersunterschied ist für die Kinder „der richtige“? Und was ist für die Eltern optimal? Welche Argumente sollte man bei der weiteren Familienplanung berücksichtigen?

Biologische Aspekte

Aus biologischer Sicht sind sich die meisten Ärzte einig, dass der mütterliche Körper von Natur aus vermutlich so programmiert ist, dass zwischen der ersten und zweiten Entbindung drei bis fünf Jahren vergehen. Durch das Stillen (wenn das Kind wie von der Natur vorgesehen zwei bis drei Jahre gestillt wird) ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Mutter direkt wieder schwanger wird, sehr gering. Bei vielen Müttern findet nämlich kein Eisprung statt, solange sie ihr Kind stillen. Passieren kann es in einigen Fällen trotzdem.

Schwanger trotz Stillen

Ist das der Fall, kann die neue Schwangerschaft zum „natürlichen Abstillen“ führen. Das heißt, die Muttermilch ändert sich durch die Schwangerschaftshormone, schmeckt nicht mehr so wie früher, und das Kind stellt sich langsam komplett auf andere Nahrung um. Das passiert spätestens, wenn die neue Schwangerschaft so weit fortgeschritten ist, dass das Ungeborene im Mutterleib durch die ständig vorhandenen Reize an der Brustwarze (wegen Auslösung von Wehen) in „Gefahr“ kommen könnte.

Biologisches Schwangerschaftsalter läuft ab

Heutzutage funktioniert aber weder unsere Zivilisation, noch der mütterliche Körper so, wie von der Natur „ursprünglich gedacht“. Die meisten Mütter lassen sich auf das Abenteuer Familie viel später, durchschnittlich erst kurz vor dem 30. Geburtstag ein. Sollten sie mehrere Kinder planen, spricht die biologische Uhr in dem Fall eher für einen kürzeren Abstand. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau während ihrer Periode schwanger wird, ist bis zum 35. Geburtstag fast um die Hälfte geringer, als im Alter von 20 Jahren. Das kann bei Müttern im höheren Alter daher automatisch und ungewollt zu einem höheren Abstand führen.

Entscheidende Fragen beim zweiten Kind

Bei der Familienplanung spielen aber auch andere Aspekte eine wichtige Rolle, die weit über die biologischen hinaus gehen. Aus der Sicht einer heutigen Familie ist die grundsätzliche Frage, ob die Geschwister eher einen geringeren oder höheren Altersabstand haben sollen. Die Karriere von Mama aber auch von Papa, die finanzielle Situation der Familie, Hilfestellung von Großeltern und ob die Eltern sich darüber einig sind, wann und ob sie sich weitere Kinder wünschen, können auch Überlegungen sein, die die Familienplanung grundsätzlich beeinflussen.

Aus der Sicht von Mama und Papa

Der „Klassiker“, also der von vielen jungen Eltern geträumte Weg hat meistens folgenden Ablauf: Wenn der erste Sprössling in den Kindergarten geht, kann das zweite Kind kommen. Dann hat Mama etwas mehr Zeit für das neue Baby und kann das erste Jahr ungestörter genießen. Bis dann auch das zweite Kind in den Kindergarten geht, kommt das Erstgeborene auch schon in die Schule und Mama kann endlich wieder arbeiten gehen.

Mamas Karriere

Aus Sicht der Karriere könnte ein kürzerer Abstand der Mutter bessere Wiedereinstiegschancen bieten, da sie nur einmal –eine relativ kurze- Pause machen muss. Der „Klassiker“ könnte aber auch den Wiedereinstieg gefährden, denn bei der heutigen Arbeitsmarktsituation ist es nicht ganz unbedenklich mehrere Jahre von der Arbeit fernzubleiben, wenn man ernsthaft überlegt, später wieder berufstätig zu werden. Sollte eine Mutter nach dem ersten Kind schnell wieder arbeiten wollen, muss sie höchstwahrscheinlich mindestens 1 bis 2 Jahre der Karriere widmen, bevor sie wieder schwanger wird.

Der Altersunterschied zwischen den Geschwistern

Diese Situation führt vermutlich zu einem Altersunterschied der Kinder von mindestens 3-4 Jahren, ein eventueller beruflicher Aufstieg in dieser Zwischenzeit kann aber auch die finanzielle Situation der Familie verbessern. Selbst wenn der Vater beim zweiten Baby weiterhin arbeitet und die Babypause vollständig von der Mutter genommen wird, braucht sie auch Unterstützung vom Partner – der mit einem stressigen Job, oder einem, der viel Reisebereitschaft erfordert, diese Verantwortung nicht unbedingt auf sich nehmen kann. Wie beide Partner mit solchen Situationen umgehen können, sollten sie sich am Besten noch in der Planungsphase überlegen.

Das Finanzielle

Aus finanzieller Sicht gibt es in manchen Bereichen „Ersparnisse“ und in manchen Bereichen kurzfristige „Mehrausgaben“. Ist der Abstand zwischen den Geschwistern gering, kann man Kleidung sowie Baby- und Kleinkind-Spielsachen direkt vererben. Es könnte aber auch beispielsweise dazu kommen, dass man einen neuen Kinderwagen mit zwei Sitzen braucht, und doch noch zwei Autositze gleicher Größe einbauen muss. Je geringer der Altersunterschied ist, desto mehr überlagern sich die Kinderbetreuungsausgaben, wie beispielsweise die Kindergartenkosten. Dafür kriegt man aber hin-und wieder „Rabatte“. Ist der Abstand größer, verlagern sich diese Kosten über einen längeren Zeitraum, dafür gibt aber meistens keine Geschwisterboni.

Mehr Kinder - mehr Stress

Aus Sicht von Stress und Aufwand bedeuten Geschwister mit wenig Altersunterschied für beide Partner eine große Investition. Nach ein bis zwei harten Jahren wird es aber schnell entspannter. Bei größeren Kindern können gemeinsame Freunde und Interessen, oder der gleiche Schulweg ein einfacheres Alltagsleben bedeuten. Ist der Abstand zwischen den Zwergen größer, erlebt man zweimal intensiver das „Babyglück“, und man hat mehr Zeit nach dem ersten Kind physisch und psychisch wieder zu Kräften zu kommen. Auch das „Jobben“ zwischen zwei Babypausen kann einem Selbstwertgefühle und eine „Auszeit von der Windel-Welt" schenken.

Aus der Sicht der Geschwister

Streitigkeiten und Eifersucht gehören in jedem Fall zum Geschwisterdasein, das lässt sich weder mit weniger noch mit mehr Altersunterschied vollkommen vermeiden. Denn allein schon Fürsorge, körperliche Nähe, zeitliche Anwesenheit und Aufmerksamkeit, die von einem neuen Baby auf sich gezogen wird, zeigt dem älteren Kind schon: ich muss ab jetzt Mama teilen.

Der Altersunterschied

  • Ein geringerer Abstand führt oft zu einer größeren Nähe und engeren Beziehung zwischen Geschwistern, da sie ziemlich schnell Spielgefährten werden und auch später ähnliche Freudeskreise und Interessen haben werden. Anfangs können verstärkt Rivalitäten und Eifersucht da sein, allerdings lernen Kinder auch schnell sich als Einheit gegen die Eltern zusammenzuschließen. Solche Erlebnisse und das „Wir-Gefühl“ schweißen Geschwister oft zusammen und bedeuten die Basis einer lebenslangen Freundschaft.
  • Geschwister mit höherem Altersunterschied erleben die Rivalität häufig nicht so ausgeprägt und profitieren meistens aus der unterschiedlichen Lebensphase, in der sie der Bruder oder die Schwester befindet. Größere Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen und sind stolze, erfahrene „Große“, die ihren kleineren Geschwister auch schon selbst den Weg zeigen können. Die kleineren Geschwister haben dagegen Vorbilder und profitieren von vermittelten Gefühlen wie Geborgenheit, Sicherheit, Beschütztsein, die von den grösseren Geschwistern kommen.
Welche Beziehung zwischen den Geschwistern entsteht ist, letztendlich von mehreren Faktoren abhängig und muss nicht unbedingt auf den Altersunterschied zurückzuführen sein. Eltern können ihre Kinder auf jeden Fall unterstützen. Beispielsweise durch Familienrituale, an die man später zurückdenken kann und die einem das Herz warm machen. Oder durch Mamas und Papas liebevolle Beziehung, die als Vorbild dient und die faire Art und Weise, wie die Eltern ihre Kinder auch in deren Konfliktsituationen behandeln. Auch gemeinsame Erfolgserlebnisse, die Kinder durch gemeinsame Ziele erleben, können die Enge zwischen ihnen stärken, gerade wenn sie sich als Geschwister auch noch in- und auswendig kennen.

Egal, für welchen Altersunterschied man sich entscheidet, letztendlich stellt man höchstwahrscheinlich fest, dass Kinder unabhängig von zeitlichen Abstand, in dem sie zur Welt kamen, vor allem eines brauchen: das Gefühl, dass Mami und Papi sie als Individuum schätzen und jederzeit für sie da sind, und dass sie mit all ihren Sorgen zu ihren Eltern kommen können.

(mmh)

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