„Echte“ Wehen
unterscheiden sich von Übungswehen normalerweise durch ihr
gehäuftes, regelmäßiges Auftreten, ihre längere Dauer und größere
Schmerzhaftigkeit. Im Gegensatz zu Übungs- oder Vorwehen, die
unregelmäßig auftreten, erkennt man vorzeitige Wehen daran, dass
sie mehrmals innerhalb einer Stunde auftreten und länger als 30
Sekunden dauern. In einem späteren Stadium der Schwangerschaft
deutet ein vier- oder fünfmaliges Auftreten innerhalb einer Stunde
auf „echte“ Wehen, um die 26. SSW sollte jedoch schon ein
zweimaliges Auftreten innerhalb einer Stunde ein Warnsignal sein.
Senkwehen
verschwinden bei Entspannung, zum Beispiel durch Ruhe oder
ein warmes Bad, während vorzeitige Wehen weiterhin regelmäßiger
und heftiger werden. Vor allem bei vermehrtem Ausfluss oder einer
begleitenden Blutung sollte die Frau unbedingt die Klinik aufsuchen,
um eine frühzeitige Öffnung des Muttermundes zu vermeiden. Wenn man
nicht sicher ist, ob es sich tatsächlich um vorzeitige Wehen
handelt, sollte man im Zweifelsfall lieber einmal zu oft die Klinik
aufsuchen als einmal zu wenig.
Vorzeitige Wehen können
zahlreiche körperliche Ursachen haben, die auf jeden Fall abgeklärt
werden sollten. So ist bei früheren Früh- oder Fehlgeburten oder
häufigen vorangegangenen Schwangerschaften das Risiko für
vorzeitige Wehen erhöht. Mehrlingsschwangerschaften oder eine zu
große Menge an Fruchtwasser erhöhen die Spannung in der Gebärmutter
und können so ebenfalls zu verfrühten Wehen beitragen.
Weitere häufige
körperliche Ursachen für vorzeitige Wehen:
Fehlende Rücksichtnahme
von Partner und Familie, seelische Belastung, Überforderung und
körperliche Überanstrengung der Mutter erhöhen ebenfalls das
Risiko für vorzeitige Wehen und Frühgeburten. Allgemein gilt ein
ungünstiges soziales Umfeld als zusätzlicher Risikofaktor, so bei
Alleinstehenden oder Frauen mit niedrigem Sozialstatus. Auch Frauen
unter 18 oder über 35 Jahren und Raucherinnen sind tendenziell
stärker gefährdet.