Wenn bei kleinen Jungs das Pipimachen plötzlich nicht mehr wie gewohnt funktioniert, sondern zum Problem wird, weil das Wasserlassen starke Schmerzen verursacht, leidet das Kind mit großer Wahrscheinlichkeit an einer Vorhautverengung. Bei dieser so genannten Phimose (abgeleitet vom griechischen Wort phimosis = Knebelung) kann der Urin nicht ungehindert abfließen und eine Entzündung der Eichel kann die Folge sein.
Für die
betroffenen Jungen und ihre Eltern ist diese Erkrankung zwar unschön,
jedoch kein Grund zur Panik. Ein Arzt sollte trotzdem aufgesucht werden, da sich eine Phimose mit
zunehmendem Alter nicht verwächst und daher behandelt
werden muss. Bei Beschwerden sollte die Therapie möglichst
rasch erfolgen, ansonsten kann man getrost einige Zeit warten.
Spätestens
vor Einsetzen der Pubertät und damit des Peniswachstums sollte die
Phimose allerdings behoben sein, da sich mit zunehmendem Alter die
unwillkürlichen Erektionen häufen, die dann mit Schmerzen verbunden sind. Auch ist eine ausreichende
Körperhygiene mit einer Vorhautverengung problematisch, da die
täglich empfohlene Entfernung des Smegmas (ein von den Talgdrüsen
des Penis produziertes, weißes Sekret) nicht möglich ist.
Die
Symptome der Vorhautverengung sind sehr charakteristisch. So können
zu den oben genannten Beschwerden noch andere Begleiterscheinungen
wie Harnwegsinfekte,
Probleme beim Zurückziehen der Vorhaut
über die Eichel oder das ballonartige
Aufblähen der Vorhaut beim Wasserlassen
hinzukommen.
Man
unterscheidet unterschiedliche Arten der Phimose:
Die
normale angeborene Phimose wird
von Ärzten allgemein gar nicht so genannt. Zwar ist die Vorhaut eng,
weil sie mit der Eichel verklebt ist, allerdings nicht so eng, dass es zu Beschwerden kommt. Bei Jungen im Alter zwischen drei und
fünf Jahren ist diese Verklebung absolut normal und stellt einen
natürlichen Schutz vor Krankheitserregern dar, der sich im Verlauf
der Entwicklung auflöst. Bei etwa der Hälfte der Kinder ist das
Zurückstreifen der Vorhaut nach Abschluss des ersten Lebensjahres
möglich. Bei Jungs, die das dritte Lebensjahr erreicht haben, liegt
die Quote bei 89 Prozent. Nach dem fünften Lebensjahr sollte sich
die Vorhaut dann aber komplett zurückschieben lassen.
Es wird
dringend davon abgeraten, in dieser Entwicklungsphase des Kindes die
Vorhaut gewaltsam zurückzuziehen, etwa um den Penis zu reinigen. So können kleine Risse entstehen, die zu weiteren Verletzungen und erneut zu
Verklebungen führen können. Bilden sich sogar Narben, schrumpft die
Haut und verliert an Elastizität, was später zu einer krankhaften
Phimose führen
kann. Diese kann auch durch eine Hautkrankheit, der so genannten Lichen sclerosus, ausgelöst werden.
Generell
sollte es dem Jungen daher selbst überlassen sein, wann er seine
Vorhaut zurückzieht. Die meisten Jungs entdecken den eigenen Penis als Spielzeug ohnehin schon früh und tragen durch ziehen und kneten
instinktiv zum natürlichen Dehnungs- und Ablöseprozess der Vorhaut
bei.
Ist Dein Sohn alt genug, kannst Du ihm ja erklären, dass seine
Vorhaut eines Tages zurückziehbar sein wird. So wird er sich nicht
erschrecken, wenn es dann einmal soweit ist. Oder Du forderst ihn beim
Baden auf, es einmal vorsichtig auszuprobieren.