Von Eiern und kleinen Putzteufeln

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Chaos pur...
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Chaos pur...

Ich hasse es, schwach zu sein! Vor allem dann, wenn ich es nicht einmal steuern kann. Sich selbst ausgeliefert zu sein, ist schon schlimm genug.

Aber dabei noch Opfer einer hinterhältigen Attacke von Anti-Heinzelmännchen zu werden, ist der Gipfel der Grausamkeit. Dabei deutete nichts die kommende Katastrophe an. Es kam so plötzlich, so überraschend. Als ich die Augen öffnete, war ich mitten im Chaos gefangen.

Eigentlich war es ein Morgen wie viele davor. Achim hatte Frühschicht und bereits vor Stunden das Haus verlassen. Timo und Micky waren auf dem Weg zur Schule. In dieser Nacht hatte ich wieder lange gearbeitet, meinen Ehrgeiz angetrieben und in die Tasten gehauen, bis den Buchstaben übel vor Schwindel war.
Nur noch einen kleinen Moment die Beine hochlegen, bis meine beiden Pseudo-Prinzessinnen wach werden würden. Wie glücklich ich mich doch schätzte, dass die kleinen Langschläfer sind. Und dann passierte es: Aus dem kurzen Dösen zum Durchatmen, müssen mir die Augen fest zugefallen sein.

Ich träumte. Um mich herum fröhliches Gelächter von Emmy, erfreutes Quietschen, die Stimme meiner Zweitjüngsten, die vor sich hin sang "Emily Erdbär backet einen Kuchen". Zufrieden seufzend nickte ich sogar noch, als in meinem Traum meine Tochter lächelnd an mir vorbei schwebte, mir liebevoll auf die Schulter klopfte und tröstend sprach "Mache Dir keine Sorgen, Essen dauert nur noch ein bisschen länger!"

Schlagartig wurde mir bewusst, hier spielte sich mehr als nur ein Traum ab. Die Stimme meines Unterbewusstseins kreischte, ich solle unbedingt sofort aufwachen, während ein verzagtes Flüstern in mir wisperte "Mach die Augen auf gar keinen Fall auf! Bleib einfach still hier liegen, bis Hilfe kommt. Egal, wann das auch immer sein wird!". Nein, ich musste ja wieder den Helden spielen und tapfer die Augenlieder öffnen!

Der erste Blick traf die Uhr. Es war immer noch eine Stunde Zeit, bis die Kleinen wach werden würden. Dachte ich!
Aus der Küche drang jetzt ganz real Emmys Stimme herüber: "Oh Mann, gibbets doch gar nich! Und wie kriech ich das nun innen Topf?". Adrenalin schoss mir schlagartig pur durch die Adern, ich richtete mich nicht auf, ich sprang regelrecht in die Höhe! Steuerte noch leicht benommen die Küche an und ab diesem Moment begann das Inferno, das mich die nächsten Stunden abwechselnd heulend auf die Knie sinken und den Mann, dessen dämonische Brut ich ausgebrütet hatte, verfluchen, dann wieder sämtliche Götter, die global erreichbar sein könnten, um Hilfe anflehen ließ.  

Emmy stand in der Küche und schimpfte vor sich hin. Auf etwa drei Quadratmetern bot sich der Anblick eines Massakers. Mindestens 12 Eier lagen in zertrümmerten Resten ihrer Schalen. Daneben Folienschnippsel in hellem Blau. "Emmy, um Gottes Willen, was ist denn hier los?" Meine knapp dreijährige Tochter stand mit verschränkten Armen da, lässig an den Schrank gelehnt und schaute mich gelangweilt an: "Die Eier sind kaputt!" Dabei breitete sie kurz die Hand in Richtung des Schlachtfeldes aus. "Das sehe ich auch! Bist Du des Wahnsinns fette Beute? Was hast Du denn hier gemacht?" Dabei glitt mein Blick zum Küchentisch, auf dem die Schere lag, daneben das, was einmal eine ganze Rolle Gefrierbeutel war.

Das Adrenalin hatte mein Sprachzentrum erreicht, sprechen ging nun nicht mehr. Also wedelte ich mit der zerschnittenen Folienrolle herum und versuchte gestikulierend anzuzeigen, dass ich für all das eine Erklärung erwartete. Noch immer die Arme vor der Brust gekreuzt, stellte Emily nur trocken fest "Die Eier ginge nich in die Beutel. Sin nich gut die Beutel. Aba jetzt sind die Beutel schöne Tischdecken." Das Flüstern von vorhin kehrte zurück "Ich hab ja gesagt, Du sollst liegen bleiben und Dich tot stellen, aber Du musst ja wieder an die Front stürmen wie William Wallace. Nun sieh zu, wie Du mit dem Schlamassel klar kommst!"

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