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Mögliche Ursachen von Bettnässen

Bettnässer
Tiefer Schlaf

Als Einnässen (Fachbegriff: Enuresis) bezeichnet man das ungewollte Urinieren, das keine organischen oder funktionalen Ursachen hat. Die häufigste Form vom Enuresis ist das nächtliche Einnässen, das auch Bettnässen genannt wird.


Als mögliche Ursachen von Bettnässen (Enuresis nocturna) werden häufig Erziehungsfehler der Eltern vermutet. Wissenschaftliche Forschungsergebnisse und zahlreiche Studien zeigen aber eindeutig, dass Eltern in den seltensten Fällen für das Bettnässen der Kinder verantwortlich sind.

Bei den zwei verschiedenen Formen von Enuresis gibt es unterschiedliche Faktoren, die das Problem verursachen können.

Primäre Enuresis

Bei der primären Enuresis, wenn das Kind noch nie über mehrere Monate lang nachts trocken war, geht man von einer konstitutionellen Entwicklungsverzögerung des Kindes aus.

Dies kann eine Reifeverzögerung der Nervenstruktur bedeuten. Bei den betroffenen Kindern entwickeln sich die Kontrollmechanismen, die für die Blasenentleerung verantwortlich sind, langsamer als bei trockenen Kindern.

Oft ist das Schlafverhalten des Kindes wesentlich, weil das Kind durch den Reiz der gefüllten Blase nicht aufwacht. Der Grund dafür kann ein besonders tiefer Schlaf sein, oder aber das Kind ist sehr schwer aufzuwecken und kann – trotz leichtem Schlaf - nur sehr schwer und oft nicht ganz vollständig geweckt werden.  

Bei Kindern mit ADHS tritt Bettnässen gehäuft auf. Bei diesen Kindern ist die gestörte Reizverarbeitung für das Einnässen verantwortlich, anscheinend wird der Reiz der vollen Blase für das Kind nicht angemessen verarbeitet.

Bei der Reifeverzögerung des Nervensystems stecken oft genetische Ursachen dahinter. Falls mindestens ein Elternteil ein Bettnässer war, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind auch betroffen sein wird auf 45%, während wenn beide Elternteile als Kind ins Bett genässt haben, der Prozentsatz bei 77 liegt. Bei eineiigen Zwillingen, von denen eines ins Bett nässt, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass auch der zweite Zwilling ein Bettnässer ist, bei 70%. Bei zweieiigen Zwillingen sind es 36%.

Der Wasserhaushalt des Körpers wird durch das Antidiuretische Hormon (ADH), auch Vasopressin (INN) genannt, gesteuert. Dieses Hormon ist dafür verantwortlich, dass Menschen nachts während des Schlafens weniger Urin ausscheiden als tagsüber. Der Mangel dieses Hormons, das sich erst ab dem zweiten oder dritten Lebensjahr auf einen Tages-Nachtsrhythmus einstellt, kann ebenfalls für das Einnässen verantwortlich sein. Die betroffenen Kinder produzieren nachts sehr viel Urin, so dass diese Menge die Blasenkapazität weit überschreitet. Dies tritt meistens mit einer Aufwachstörung zusammen auf, mit der Folge, dass das Kind ins Bett nässt.

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