Urlaub? Wie geht das?

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Spaß im Garten
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Spaß im Garten

Immer wieder höre und lese ich Urlaubsberichte von Familien, die Sonne und Meer an einem Traumziel mit ausgeglichenen Kinder erlebten, um dann erholt in den Alltag zurück zu kehren.

Ich bin ehrlich, ich brauche keine Fernreisen. Es gibt zwar einige Orte, die ich sehen möchte, aber ich war noch nie der Typ, der stundenlang in einen Liegestuhl die Sonne gießen konnte bis die Haut der eines knusprigen Grillhähnchens ähnelt.
Erst dachte ich, diese Aversion gegen stupides Herumdümpeln in der Ferne wäre in einem Bewegungs- und Erlebnistrieb begründet. Aber inzwischen keimt der Verdacht in mir auf, dass es sich dabei einfach um "Selbstschutz" handelt.

Nach und nach sind wir dabei, unseren kleinen Hof - zwischen dem alten Häuschen und dem Stallgebäude - in eine kleine Oase zu verwandeln, in der man im Grünen entspannen kann. All die liebevoll gepflanzten Stauden, Bodendecker und Rosen beginnen sich langsam heimisch zu fühlen und auszubreiten. Ein guter Grund, sich bei strahlendstem Sonnenschein mit einem guten Buch ins kleine Paradies zu setzen, und einfach ein paar Stunden zu entspannen.

Klingt gar nicht so schwer, oder? Ja, wenn man nicht Mutter der Chaosbande ist! Gestern haben wir es wieder versucht: im Garten sitzen, eisgekühlten Tee trinken, ein bisschen lesen und dabei die Kleinen beobachtend uns stolz zulächeln, wie toll sich Emmy und Romy doch beschäftigen. So nahm ich also das Buch zur Hand, in dem ich gerade eine besonders spannende Passage lese ...
"Sie verstand die Welt nicht mehr. Der unbekannte Reiter musste eine wichtige Botschaft mitgebracht haben, wenn die ganze Burg in heller Aufruhr war ..." RUMMS! Mamaaaaaaa, AUA!" Plötzlich schlägt Emmy rücklings neben mir auf, eigentlich noch in akkurater Sitzposition samt Stuhl unterm Po, nur jetzt mit starrem Blick gegen den Himmel. Das Buch fliegt über den Tisch, gleichzeitig stürze ich auf Emmy zu. Sie blickt noch immer zum Himmel und will uns schimpfend davon überzeugen, dass die Kindergartenstühle völliger Mist sind, mit denen man nicht einmal ein bisschen kippeln könne. 
Fünf Minuten später, greife ich wieder zum Buch und brauche weiter fünf Minuten um meine Seite wieder zu finden. Wo war ich doch gleich? Ach ja, da ist es ja!
"... die ganze Burg in heller Aufruhr war. Atemlos rannte sie in die große Halle, wo der Graf und seine engsten Ritter mit erschütterter Miene auf den Mann starrten, der abgekämpft vor ihnen stand..." Aus den Augenwinkeln sehe ich Romy auf den Tisch zu laufen. Sie wird doch wohl bremsen! Nein! KAWUMMS! Achim hat seine Seite der Tischkante nun wie ein Tablett vor der Brust, dafür taumelt Romy mit einem geraden Streifen, den Abdruck ihrer Seite der Tischkante quer über der Stirn, rückwärts. Diesmal fliegt das Buch noch ein Stück weiter weg und ich bekomme Romy gerade noch zu fassen, bevor sie rückwärts in den Vorbau stolpert. Das infernalische Gebrüll meiner Kleinsten klingelt in allen Plomben und natürlich schimpft sie auch. Nicht mit dem Tisch, sondern mit ihrem Papa und mir. Wir haben schließlich einen Tisch genau an der Stelle plaziert, wo sie heute ihre Joggingrunde drehen will. Noch bevor wir klären können, ob wir ins Krankenhaus fahren sollten oder ein kalter Waschlappen ausreicht, sitzt Romy wieder gut gelaunt bei Emmy und heckt den nächsten Schabernack aus.

Mein Buch!
"... abgekämpft vor ihnen stand ..." Um was ging es jetzt gleich noch mal? Ach ja, richtig! "... Sie musste sein Gesicht sehen, musste wissen, wer dieser Mann war. Unauffällig bewegte sie sich hinter den Rittern entlang, nach vorn ..." SCHEPPER! "Mamaaaa, holste ma bitte Romy ausse meinem Eimer raus?" Emmy gestikuliert wild und empört und versucht auf die kleine Schwester zu zeigen, die den Sandkasteneimer gerade für einen prima Sommerstiefel hält, mit dem es sich zwar nur schwankend laufen lässt, aber der zumindest hübsch bunt ist. Diesmal sprintet Achim an mir vorbei, greift elegant nach der Kleinen, bevor sie kopfüber in eines der Beete stürzt.

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