Die in den USA und in vielen europäischen Ländern bekannte Buchautorin
Tracy Hogg stellt in ihrem Bestseller-Buch "The
secrets of the baby whisperer for toddlers" 12 grundsätzliche
Empfehlungen zur Disziplin in der Trotzphase vor. Sie erwähnt
dabei auch andere praktische Tricks zur Vermeidung von schlechten
Gewohnheiten und Wutausbrüchen. Des Weiteren empfiehlt und erläutert sie
den respektvollen Weg, sich rechtzeitig einzumischen und dem Kind die
berühmte "Auszeit" zu verordnen.
In Ihrer elften Empfehlung spricht sie sich gegen körperliche Gewalt
gegenüber des Kindes aus:
11) Üben Sie keine körperliche Gewalt aus.
Hat man bei seinem trotzigen Kind das Gefühl, dass rein gar
nichts mehr geht, kommt man vielleicht auch auf Gedanken wie
"Und wenn ich ihm jetzt eine Ohrfeige gebe, hört es vielleicht dann auf
mich in den Wahrsinn zu treiben?“
In so einem Fall sollte man daran denken, wie man sich selbst
verhält, wenn das eigene Kind jemanden schlägt. Man
bremst es. Warum sollte man selbst sein Kind schlagen und das dann noch
als Erwachsener? Warum Gewalt gegen ein wehrloses Kind ausüben? Das gilt
sowohl für kleinere Klapse auf die Finger, als auch für richtiges
Prügeln.
Solche Methoden haben alle mit körperlicher Gewalt zu tun, bieten nur eine kurzfristige Lösung und zeigen, dass man versagt hat - und das Kind sieht es genauso. Es lernt daraus, dass man schlägt, wenn man nicht weiter weiß und dass man die Selbstbeherrschung verliert, wenn man frustriert ist.
Doch auch wenn wir zu den Eltern gehören, die gegen körperliche Gewalt sind, sind wir letztendlich alle Menschen. Ist uns die Hand ausgerutscht, zum Beispiel, weil das Kind beinahe überfahren wurde, oder weil das Kind nicht aufhören wollte uns aufzuziehen oder an der Zeitung zu zupfen, die man liest, sollte man sich dafür sofort entschuldigen: "Tut mir leid. Jetzt habe ich dich geschlagen, obwohl auch Mama nicht schlagen darf."
Es hilft auch zu überlegen, was die Situation an sich hatte, die uns so außer uns gebracht hat. Vernachlässigt man eigene Bedürfnisse und ist man deshalb ungeduldiger als sonst?
Es ist auch wichtig darüber nachzudenken, ob man den Auslöser für den Schlag nicht vorbeugen kann. Was hat mich so genervt? Bei den meisten Eltern ist es Lärm, Jammern, Unausgeschlafenheit, Weinen und wenn das Kind nicht hören will. Wenn uns bewusst ist, was uns so gestört hat, können wir uns beim nächsten Mal besser beherrschen. Wenigstens, indem wir z.B. kurz das Zimmer verlassen oder bis zehn zählen, bevor wir überhaupt reagieren.
Ein schlechtes Gewissen sollten wir allerdings nicht haben: auch Eltern machen Fehler. Das Kind darf es auch nicht merken, dass wir wegen dem Vorfall neben der Spur sind, denn das gibt ihm eine zu große Macht und uns wird es schwerer fallen, es in Zukunft zu disziplinieren.
(mmh)