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Erziehung in der Trotzphase: Falsches Verhalten korrigieren, das richtige loben



Trotzphase
Ich mach das nicht!
In der Trotzphase wollen Kinder nicht nur ihren eigenen Willen durchsetzen, sondern probieren auch unterschiedliche Verhaltensmuster aus. Damit testen sie nicht nur ihre Grenzen, sondern suchen auch Orientierung in der großen Sie möchten aber vor allem Mama und Papa gefallen, und suchen immer nach ihre positive oder negative Bestätigung.

Verhält sich unser trotzendes Kind "falsch", fällt uns das sofort auf. Das ist auch gut so, denn nur so können wir dies sofort korrigieren. Dafür übersehen wir aber sehr leicht, wenn unser Kind etwas richtig macht. Es ist aber sehr wichtig, unser Kind für gewünschtes Verhalten auch ausreichend zu loben.

Die in den USA und in vielen europäischen Ländern bekannte Buchautorin Tracy Hogg stellt in ihrem Bestseller-Buch "The secrets of the baby whisperer for toddlers" 12 grundsätzliche Empfehlungen zur Disziplin in der Trotzphase vor. Sie erwähnt dabei auch andere praktische Tricks zur Vermeidung von schlechten Gewohnheiten und Wutausbrüchen. Des Weiteren empfiehlt und erläutert sie den respektvollen Weg, sich rechtzeitig einzumischen und dem Kind die berühmte "Auszeit" zu verordnen.

Ihre neunte und zehnte Empfehlungen beziehen sich darauf, wie man das Verhalten des Kindes in der Trotzphase ohne großes Aufsehen korrigieren oder bei einem "Drama" gekonnt ignorieren kann:

9) Bei unerwünschtem Verhalten und unerlaubten Aktionen Ihres Kindes sollten Sie sofort handeln – am besten noch bevor sie passieren. 

Wir sollten unser Kind bei Möglichkeit bereits dann warnen, wenn wir sehen, dass es etwas Unvernünftiges vor hat und nicht erst dann, wenn es bereits dabei ist etwas Verbotenes zu tun. Es ist nicht immer möglich schneller zu sein als das Kind, aber man kann dennoch oft eingreifen

Beispiel: Der Zwerg isst brav im Hochstuhl, fängt aber nach 15 Minuten an mit dem Essen herumzuwerfen. Er ist also wahrscheinlich nicht mehr hungrig und wir können ihn aus dem Hochstuhl rausnehmen. Damit hat man die Möglichkeit, mit dem Essen zu spielen, gleich unterbunden. Man kann das Kind eventuell eine halbe Stunde später wieder hineinsetzen – für den Fall dass es doch noch hungrig ist. 

Es ist äußerst wichtig auch das zu verstehen, was das Kind spürt, wenn es sich unvernünftig oder falsch verhält. Wenn es weniger geschlafen hat, ist es vermutlich müde. Wenn sein Wunsch nicht erfüllt wurde, ist es vermutlich frustriert oder verärgert. Wir sollten diese Emotionen auch umgehend benennen, aber auch zu verstehen geben, dass sie keine Ausrede sind, um sich falsch zu verhalten. Man darf das Kind auch nicht bloßstellen, ("Du bist ein böses Kind") sondern man muss ihm erklären was gerade passiert ist: "Du bist müde, aber du darfst nicht deine Bauklötze an Papas Kopf werfen." Das Ziel ist, dass das Kind seine Emotionen einzuordnen und mit ihnen richtig umzugehen lernt.


Trotzphase
Na, habe ich das gut gemacht?

10) Richtiges Verhalten sollten Sie stets belohnen, das falsche ignorieren oder korrigieren. 


Wir Eltern neigen manchmal dazu, das Schlechte zu verbieten und das Richtige kaum zu realisieren, obwohl es in der Trotzphase eigentlich wichtiger wäre das richtige Verhalten zu loben, als das falsche zu bestrafen. 


Beispiel: Spielt das Kind schön alleine und vertieft, gehen wir meistens unserer Arbeit nach und merken nichts. Wenn das Kind dann auf einmal nicht weiterkommt, frustriert wird, oder das Spiel langweilig wird und es nicht weiß, womit es weitermachen soll, kommt es zu uns und jammert. Wenn wir es ablenken, geht es meistens gut weiter, bis es wieder jammert. Für das Jammern bekommt das Kind immer Aufmerksamkeit: "Was ist denn los?", oder in manchen Fällen "Was ist denn jetzt schon wieder?". Wenn wir es beruhigen oder ihm weiterhelfen, geht es ihm wieder gut. 


Mit diesem Verhalten bringen wir ihm bei, dass es zu uns kommen soll, wenn es nichts mehr mit sich anfangen kann und keine Aufmerksamkeit bekommt. Loben wir aber das Kind, wenn es noch schön beim Spielen ist, können wir ihm beibringen, wie es alleine weiterkommt. Wir zeigen damit auch, dass man nicht jammern muss, denn Mama und Papa sind da und behalten es im Auge: "Du spielst so schön. Du hast einen ganz tollen Turm gebaut. Das machst du richtig gut." Wenn wir die schönen Augenblicke loben und das Kind darauf aufmerksam machen, wird es viel schneller lernen, wie es sich verhalten soll, als wenn es sich ausschließlich im Dickicht der Verbote zurechtfinden muss.


Die 12 Empfehlungen, die Eltern von tobenden Zwergen in der Trotzpase zugute kommen, lauten wie folgt*:

  1. Eltern sollten ihre eigenen Grenzen kennen (lernen) und ihre eigenen Regeln, die sie für wichtig halten, für sich selbst festlegen.
  2. Eltern sollten genau in sich hineinschauen, damit sie sehen, was sie mit ihrem eigenen Verhalten ihrem Kind vorzeigen und unbewusst beibringen.
  3. Die Geschehnisse sollten die Eltern steuern und nicht ihr Kind.
  4. Wann immer es geht, sollten Eltern bereits im Voraus planen und Situationen vermeiden, von denen sie wissen, dass sie heikel werden könnten.
  5. Eltern sollten die Dinge auch mal aus dem Blickwinkel ihres Kindes heraus betrachten.
  6. Eltern sollten sich genau überlegen, worüber sie eine Diskussion zulassen möchten.
  7. Eltern sollten ihrem Kind geschlossene Wahlmöglichkeiten (z.B. grüner oder blauer Ball) anbieten.
  8. Eltern sollten keine Angst haben "NEIN" zu sagen.
  9. Bei unerwünschtem Verhalten und unerlaubten Aktionen des Kindes sollten Eltern sofort handeln – am besten noch bevor es passiert.
  10. Richtiges Verhalten sollten die Eltern stets belohnen, das falsche ignorieren oder korrigieren.
  11. Eltern sollten keine körperliche Gewalt ausüben.
  12. Eltern sollten daran denken, dass Nachgeben nicht gleich lieb haben bedeutet - und umgekehrt.

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*Quelle: Tracy Hogg und Melinda Blau:„The secrets of the baby whisperer for toddlers“





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Kommentare

1

Ich habe festgestellt, das gerade bei vielen Omas das Nachgeben soviel wie Lieb haben bedeutet... und die Dinge erlauben, die sie bei ihren eigenen Kindern auch nicht durchgehen lassen hätten. Schön wenn man eine liebe Omi hat, aber wenn Mama sagt NEIn und Oma sagt dann doch JA, kann das schon zu großen Streitigkeiten führen. Und da sie älter sindund schon Kinder erzogen haben, denken Sie noch, sie sind im Recht. Furchtbar.

von Finja88 am 31.08.2011 08:22




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